Euregio Rhein-Waal

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Die Euregio Rhein-Waal (niederländisch Euregio Rijn-Waal) ist ein deutsch-niederländischer Zweckverband, in dem sich 51 deutsche und niederländische Gemeinden, drei deutsche Kommunalverbände sowie je eine deutsche Handelskammer zusammengeschlossen haben. Das Arbeitsgebiet der Euregio Rhein-Waal liegt in der rund 4,8 Millionen Einwohner umfassenden deutsch-niederländischen Grenzregion rund um die Flüsse Rhein, IJssel, Waal und Maas.

Arbeitsgebiet[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Arbeitsgebiet der Euregio Rhein-Waal

Das Arbeitsgebiet der Euregio Rhein-Waal besteht auf deutschem Staatsgebiet aus den Kreisen Kleve und Wesel sowie den kreisfreien Städten Duisburg und Düsseldorf. Auf niederländischem Staatsgebiet umfasst das Arbeitsgebiet einen Großteil der Provinz Gelderland, nämlich die Stadsregio Arnhem-Nijmegen, Zuid-West-Gelderland, Veluwe und den Landstrich Achterhoek sowie den Nordosten der Provinz Noord-Brabant und den äußersten Norden der Provinz Limburg.

Mitglieder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

20 deutsche sowie 29 niederländische Gemeinden sind Mitglieder der Euregio Rhein-Waal, die damit nur einen Teil der in ihrem Arbeitsgebiet gelegenen Gemeinden umfasst. Allerdings sind die zwei deutschen Kreise Kleve und Wesel sowie der Landschaftsverband Rheinland eigenständige Mitglieder der Euregio, so dass zumindest im deutschen Teil des Arbeitsgebiets dennoch alle Gemeinden mittelbar im Verband vertreten sind. Als weitere Mitglieder gehören der Euregio zudem die im Arbeitsgebiet tätigen Handelskammern an, und die deutsche Industrie- und Handelskammer Duisburg-Wesel-Kleve.

Die 20 deutschen Gemeinden mit Mitgliedschaft in der Euregio sind:

Die 29 niederländischen Gemeinden mit Mitgliedschaft in der Euregio sind:

Ziel und Aufgaben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gab schon immer gesellschaftliche Beziehungen über die Staatsgrenze hinweg, u. a. ist die jeweils andere Nationalsprache im direkten Grenzraum vielen Menschen geläufig. Um das gegenseitige Wissen zu fördern, finanziert die Euregio Rhein-Waal:

  • die Ausführung der EU-Programme INTERREG V und VI sowie von EURES
  • die Abstimmung zwischen den Mitgliedern und der Politik, um Unterschiede zwischen beiden Ländern zu verringern (zum Beispiel für grenzüberschreitende Rettungsdienste oder für den Naturschutz)
  • die Förderung von Bezügen zwischen Deutschen und Niederländern im Grenzgebiet, genannt "people to people". Geld wird für die Unterstützung von Schüleraustausch oder von grenzüberschreitenden Sport- und Kulturveranstaltungen aufgewendet, z. B. für das Projekt Unterwegs - Onderweg, ein Kooperationsprojekt zwischen Schulen und Museen. Hier ist die Otto-Pankok-Stiftung in Hünxe federführend, mit dabei sind der Heimatverein Dingden in Hamminkeln, beide mit ihren jeweiligen Museen, und das Nationaal Onderduikmuseum in Aalten.[1]
  • die Beratung und Unterstützung von Organisationen und Unternehmen in deutsch-niederländischen Angelegenheiten
  • die Vertretung der Interessen der Grenzregion und ihrer Einwohner bei nationalen und europäischen Einrichtungen

Organisation der Euregio Rhein-Waal[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Euregio Rhein-Waal ist ein öffentlich-rechtlicher Zweckverband auf der Grundlage des Abkommens über grenzüberschreitende Zusammenarbeit zwischen Gebietskörperschaften und anderen öffentlichen Stellen. Ihr höchstes Gremium ist der Euregiorat, in den alle Mitgliedsorganisationen insgesamt 136 Abgeordnete entsenden. Der Vorstand der Euregio Rhein-Waal besteht aus sieben Mitgliedern, die alle vier Jahre aus dem Euregiorat gewählt werden. Zudem gibt es drei Fachkommissionen, die eingereichte Projekte auf Förderungswürdigkeit prüfen. Die Geschäftsstelle der Euregio Rhein-Waal in Kleve koordiniert die Ausführung aller Tätigkeiten.

Vorstand[2][Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ulrich Francken, Vorsitzender der Euregio Rhein-Waal, Bürgermeister von Weeze (DE)
  2. Hubert Bruls, Vize-Vorsitzender der Euregio Rhein-Waal, Bürgermeister von Nijmegen (NL)
  3. Sören Link, Oberbürgermeister der Stadt Duisburg (DE)
  4. Thomas Ahls, Bürgermeister der Gemeinde Alpen (DE)
  5. Stefan Dietzfelbinger, Geschäftsführer Niederrheinische Industrie- und Handelskammer zu Duisburg, Wesel, Kleve (DE)
  6. Karel van Soest, Bürgermeister von Boxmeer (NL)
  7. Agnes Schaap, Bürgermeisterin von Renkum (NL)

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Darstellung
  2. Organisationsstruktur der Euregio Rhein-Waal (Memento vom 20. Februar 2016 im Internet Archive), hier nur in Niederländisch, andere Sprachen nicht mehr verfügbar