Haimbach (Fulda)

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Haimbach
Stadt Fulda
Koordinaten: 50° 32′ 55″ N, 9° 37′ 44″ O
Höhe: 299 m ü. NHN
Fläche: 3,4 km²[1]
Einwohner: 2117 (31. Dez. 2015)[2]
Bevölkerungsdichte: 623 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. August 1972
Postleitzahl: 36041
Vorwahl: 0661
Die St. Markuskirche von Haimbach auf dem alten Wehrfriedhof
Die St. Markuskirche von Haimbach auf dem alten Wehrfriedhof

Haimbach ist ein Stadtteil der osthessischen Stadt Fulda und liegt etwa vier Kilometer westlich der Kernstadt.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Haimbach befindet sich im Landkreis Fulda. Im Norden von Haimbach liegt Maberzell, im Osten liegt Westend, im Süden liegt Fulda-Galerie, im Südwesten liegt Mittelrode und im Nordwesten Rodges.

Der Schulzenberg mit Kapelle

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage von Haimbach (Henbach) auf einer Kartes des Hochstifts Fulda von 1574

Bereits zwischen 2000 und 1800 v. Chr. soll nach Joseph Vonderau eine Siedlung am Schulzenberg gestanden haben, wo Hockergräber sowie Stein und Bronzegerät gefunden wurden.

Etwa 744 n. Chr. soll nordwestlich vom jetzigen Haimbach eine kleine Siedlung gestanden haben. Zwischen 822 und 842 n. Chr. stand in Haimbach bereits eine Kirche, die dem hl. Markus geweiht wurde. Die Mönche des Klosters Fulda pilgerten am 25. April, dem Markustag, von Fulda nach Haimbach. Im Jahre 852 n. Chr. wurde Haimbach erstmals urkundlich genannt, damals unter dem Namen „ Hegebach“. Von dieser Kirche war nur noch bis zum späteren Kirchbau im 12./13. Jahrhundert eine Krypta erhalten. Auf dem 371 m hohen "Schulzenberg" steht die weithin sichtbare "Schulzenbergkapelle", deren Anfänge vermutlich auf eine Holzkapelle im späten Mittelalter zurückgehen.

Vermutlich stand auf dem nahen Haimberg im späten Mittelalter einer der Warttürme um Fulda.

Im Jahre 1658 ist das bereits vorhandene Kapellchen durch einen Steinbau ersetzt worden.

Im Jahre 1631 wurde die im 12. und 13. Jahrhundert errichtete neue Kirche im Dreißigjährigen Krieg bis auf den Turmbau zerstört sowie das damalige kleine Dorf stark verwüstet. Danach lebten nur noch etwa 50 Einwohner in der Siedlung.

Im Jahre 1938 erfolgte die zwangsweise Umsiedlung von Bewohnern aus Dalherda und Neuglashütten. In Haimbach wurden 13 neue Siedler- und vier Bauerngehöfte errichtet. Die zwangsweise Umsiedlung erfolgte wegen der Schaffung eines Truppenübungsplatzes für die Wehrmacht in der Rhön. Die umgesiedelten Bewohner des Truppenübungsplatzes Wildflecken wurden auch auf die Dörfer Maberzell, Trätzhof und Neuenberg verteilt.

Am 1. August 1972 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Haimbach im Rahmen der Gebietsreform in Hessen in die Stadt Fulda eingegliedert.[3][4]

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Quelle: Historisches Ortslexikon[5]

• 1812: 16 Feuerstellen, 100 Seelen
Haimbach: Einwohnerzahlen von 1812 bis 2015
Jahr  Einwohner
1812
  
140
1834
  
106
1840
  
94
1846
  
109
1852
  
110
1858
  
104
1864
  
94
1871
  
95
1875
  
87
1885
  
77
1895
  
108
1905
  
119
1910
  
151
1925
  
195
1939
  
339
1946
  
477
1950
  
518
1956
  
526
1961
  
644
1967
  
1.056
1970
  
1.087
1988
  
1.349
2007
  
2.321
2010
  
2.145
2013
  
2.117
2015
  
2.247
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: [5]; 2010,2012,2015:[6][7][8]

Religionszugehörigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Quelle: Historisches Ortslexikon[5]

• 1885: 007 evangelische (= 9,09 %), 70 katholische (= 90,91 %) Einwohner
• 1961: 132 evangelische (= 20,50 %), 509 katholische (= 79,04 %) Einwohner

Religionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Katholische Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Haimbach ist ein alter Kirchort seit der Gründung des Klosters Fulda. Die katholische Kirchengemeinde mit ihrer Pfarrkirche St. Markus befindet sich in der Saturnstraße 9 auf dem alten Wehrfriedhof. Das Pfarrzentrum mit Pfarrbüro jedoch im "Markushaus" in der Merkurstraße 4–6.

Evangelische Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die evangelische Kreuzkirche Fulda/Neuenberg ist für die die Betreuung der evang. Christen auch in Haimbach zuständig. Die Kreuzkirche und das Pfarramt befinden sich in der Haderwaldstraße 89a.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Haimbach sind zahlreiche Vereine gegründet worden. Dazu gehört der Haimbacher Sportverein, der Fanclub der Frankfurter Eintracht "EFC Dom-Adler Fulda West", der Carnevals Club Haimbach, der Schützenverein Haimbach/Rodges, die Freiwillige Feuerwehr und auch der Gesangsverein.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Haimbach verfügt über ein Bürgerhaus, zwei Gaststätten, einen Kindergarten und eine Grundschule. Ebenso sind zahlreiche Kinderspielplätze vorhanden.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Straße[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bundesstraße 254 (Fulda–Lauterbach) verläuft nördlich von Haimbach. Die 7,5 Kilometer entfernte Autobahnanschlussstelle Fulda-Nord der A 7 kann man ostwärts über den Tunnel Weimarer Straße und die Bundesstraße 27 erreichen.

Bahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Haimbach gibt es keinen Bahnhaltepunkt. Die nächste Bahnstation ist der Bahnhof Fulda.

Öffentlicher Personennahverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der öffentliche Personennahverkehr wird über mehrere Buslinien sichergestellt. Die Stadtbuslinie 4 verbindet Haimbach mit Mittelrode, Oberrode, Rodges, Besges, Malkes und dem Industriepark Fulda-West sowie der Fuldaer Innenstadt. Die Linie 60 verkehrt sowohl in Richtung Kleinlüder und Hosenfeld sowie zum Fuldaer ZOB/Bahnhof. Das AT 4 verbindet Haimbach mit der Fuldaer Innenstadt in den verkehrsschwachen Zeiten in der Nacht.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Flächen der Stadtteile. (PDF; 30 KB) In: Internetauftritt. Stadt Fulda, archiviert vom Original; abgerufen im Mai 2018.
  2. Bevölkerung der Stadtteile. (PDF; 17 KB) In: Internetauftritt. Stadt Fulda, archiviert vom Original; abgerufen im Mai 2018.
  3. Gesetz zur Neugliederung der Landkreise Fulda und Hünfeld und der Stadt Fulda (GVBl. II 330-14) vom 11. Juli 1972. In: Der Hessische Minister des Innern (Hrsg.): Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1972 Nr. 17, S. 220, § 1 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 1,2 MB]).
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 387.
  5. a b c Haimbach, Landkreis Fulda. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 24. Mai 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  6. Statistischer Bericht 2011. (PDF; 11 KB) Stadt Fulda, S. 9, archiviert vom Original; abgerufen im Mai 2018.
  7. Die Einwohnerdichte in den statistischen Bezirken der Stadt Fulda (Stand: 31. Dezember 2013). (PDF; 11 KB) Archiviert vom Original; abgerufen im Mai 2018.
  8. Die Einwohnerdichte in den statistischen Bezirken der Stadt Fulda (Stand: 31. Dezember 2015). (PDF; 11 KB) Archiviert vom Original; abgerufen im Mai 2018.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]