Hausen am Tann

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Wappen Deutschlandkarte
Hausen am Tann
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Hausen am Tann hervorgehoben

Koordinaten: 48° 12′ N, 8° 50′ O

Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Tübingen
Landkreis: Zollernalbkreis
Höhe: 745 m ü. NHN
Fläche: 8,49 km2
Einwohner: 503 (31. Dez. 2021)[1]
Bevölkerungsdichte: 59 Einwohner je km2
Postleitzahl: 72361
Vorwahl: 07436
Kfz-Kennzeichen: BL, HCH
Gemeindeschlüssel: 08 4 17 029
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Mühlstraße 6
72361 Hausen am Tann
Website: www.hausen-am-tann.de
Bürgermeister: Stefan Weiskopf
Lage der Gemeinde Hausen am Tann im Zollernalbkreis
Landkreis SigmaringenLandkreis TuttlingenLandkreis RottweilLandkreis FreudenstadtLandkreis TübingenLandkreis ReutlingenAlbstadtBalingenBisingenBitzBurladingenDautmergenDormettingenDotternhausenGeislingen (Zollernalbkreis)GrosselfingenHaigerlochHausen am TannHechingenJungingenMeßstettenNusplingenObernheimRangendingenRatshausenRosenfeldSchömberg (Zollernalbkreis)Straßberg (Zollernalbkreis)Weilen unter den RinnenWinterlingenZimmern unter der BurgKarte
Über dieses Bild

Hausen am Tann ist eine kleine Gemeinde im Zollernalbkreis in Baden-Württemberg (Deutschland).

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Naturschutzgebiet Schafberg-Lochenstein
Hausen am Tann mit dem Funkturm auf dem Plettenberg im Hintergrund (Ansicht vom Rappenstein)
Hausen am Tann, Blickrichtung Nordwest

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hausen am Tann liegt im westlichen Vorland der Schwäbischen Alb und wird von der Schlichem durchquert. Es ist umgeben von den Bergen Lochen, Rappenstein, Schafberg, Plettenberg und Wenzelstein.

Nachbarorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Nachbarorte im Uhrzeigersinn (von Norden beginnend):

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Gemeinde Hausen am Tann gehören das Dorf Hausen am Tann und das Gehöft Oberhausen.

Im Gemeindegebiet liegen die Wüstungen Lochenhof, Waldhöfe, Waltershausen, Weiherhausen, Winzeln, Seitenhäuser Häusel und Unnotwirtshaus.[2]

Auf der Gemarkung befinden sich die Burgstellen Burzel und Wenzelstein.

Schutzgebiete[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Norden der Gemeinde liegt das Naturschutzgebiet Schafberg-Lochenstein. Große Teile der Gemarkung gehören zum Landschaftsschutzgebiet Großer Heuberg. Auf dem Gemeindegebiet befinden sich weiter einige Teilgebiete des FFH-Gebiets Östlicher Großer Heuberg. Zudem gehört nahezu die gesamte Gemarkung, abgesehen vom besiedelten Bereich, zum Vogelschutzgebiet Südwestalb und Oberes Donautal.

Hausen am Tann gehört zum Naturpark Obere Donau.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vorgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf dem Lochen lässt sich eine Besiedlung seit der Jungsteinzeit nachweisen. Im 4. Jahrhundert bestand für kurze Zeit eine erste Siedlung der Alemannen.

Mittelalter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gebiet lag während des Hochmittelalters im Herzogtum Schwaben und war ein Bestandteil des Scherragaus.

Hausen entstand wohl an der Wende vom 7. zum 8. Jahrhundert beim alten Herrensitz des Hofs Winzeln, deren Edelherren den Leitnamen Landolt führten. Diese Namen finden sich von der Mitte des 11. Jahrhunderts bis zum Ende des 13. Jahrhunderts in den Urkunden. Mitte des 13. Jahrhunderts hatte das Kloster Beuron die Grundherrschaft in Winzeln. Über dem Hof lag die Burg Winzeln. Die niederadlige Ortsherrschaft des 14. Jahrhunderts übten die Herren von Hausen mit dem Beinamen die Ungeschaffenen aus. Ihnen folgten im 15. Jahrhundert die Herren Böcklin.

Im Spätmittelalter hatte die Rottenburger Hauptlinie der Grafen von Hohenberg die Oberhoheit im Ort. Der letzte männliche Vertreter dieser Linie, Graf Rudolf III. von Hohenberg, verkaufte seine Grafschaft 1381 an Herzog Leopold III. von Habsburg, so dass Hausen seither landesherrlich zu Vorderösterreich gehörte.

Frühe Neuzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hofgut Oberhausen (ehem. Schloss)

Ab dem 16. Jahrhundert hatten die Herzöge von Württemberg die Herrschaft in Winzeln übernommen, womit die heutige Gemarkung der Gemeinde zwischen Württemberg und Vorderösterreich aufgeteilt war. Im Jahre 1533 belehnten die Habsburger Peter Scheer von Schwarzenberg mit der Herrschaft am Ort. Dieser ließ das Schloss Oberhausen errichten und mit ihm ging die Bildung des Rittergutes Oberhausen einher, das dem Ritterkanton Neckar und Schwarzwald angehörte. Bis heute finden sich noch die Gebäude des alten Gutshofes mit dem einstigen Lustgarten östlich zur Talseite am ehemaligen Schloss. Das Gehöft liegt etwa 1,4 km außerhalb des Dorfes in nördlicher Richtung. Das Rittergut besaßen ab 1657 Rittmeister Johann Werner Freiherr von Stuben und seine Nachkommen, seit 1744 die Herren von Bach und seit 1817 der Verleger Johann Friedrich Cotta und seine Nachkommen.[3]

Sagen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erinnerung an Wilhelmine von Grävenitz

Eine Sage berichtet: Nach der Scheinehe der Wilhelmine von Grävenitz im abgelegenen Schloss Oberhausen (heute Gehöft Oberhausen) kehrte sie nach Württemberg zurück.[4] Die Geliebte des Landesvaters wollte auch ihren Einfluss in der Evangelischen Kirche geltend machen. Dies misslang ihr bei dem tief religiösen Superintendenten jedoch. Auf ihre Bitte, man möge sie namentlich ins Gebet in der Evangelischen Kirche in Württemberg aufnehmen, soll sie von Pfarrer Osiander folgende Antwort erhalten habe: "Das ist schon der Fall in jedem Gottesdienst und zwar mit den Worten der siebten Bitte des Vaterunsers (‚Erlöse uns von dem Übel’)". Seine Lohnzahlung (damals auch über landwirtschaftliche Eigenbetriebe) wurde sofort eingestellt. Der Tieringer Pfarrer, welcher die Trauung vorgenommen hatte, verstarb. Eine Tafel zur Scheinehe befindet sich am Trauf Richtung Obernheim. Der Aussichtspunkt ermöglicht freie Sicht von Obernheim zum ehemaligen Schloss Oberhausen (48° 11′ 34,53″ N, 8° 50′ 30,95″ O).

Seit der Zugehörigkeit zu Württemberg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch die Mediatisierung der Gebiete des Hauses Habsburg in Vorderösterreich gelangte der gesamte Ort Hausen 1805 an das Kurfürstentum Württemberg, welches 1806 zum Königreich erhoben wurde. Der Ort war kurz dem Oberamt Balingen zugeordnet, jedoch weiterhin dem Patrimonialamt Oberhausen unterstellt. Seit 1810 gehörte Hausen zum Oberamt Spaichingen und seit 1842 für fast ein Jahrhundert zum Oberamt Rottweil. Bei der Kreisreform während der NS-Zeit in Württemberg gelangte Hausen 1938 zum Landkreis Balingen. Im Jahre 1945 wurde Hausen Teil der Französischen Besatzungszone und kam somit zum Nachkriegsland Württemberg-Hohenzollern, welches 1952 im Bundesland Baden-Württemberg aufging. Seit der Kreisreform von 1973 ist Hausen eine Gemeinde des neu gebildeten Zollernalbkreises.

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt in Hausen am Tann eine katholische Kirche und das sogenannte Käpelle. Die römisch-katholische Gemeinde St. Petrus und Paulus gehört zur Seelsorgeeinheit Oberes Schlichemtal im Dekanat Balingen der Diözese Rottenburg-Stuttgart.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Galerie Erich Walz

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Skilifte und Langlaufloipen
  • Golfanlage, 9-Loch
  • Inklusionspark An der Schlichem[5]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Öffentliche Nahverkehr wird durch den Verkehrsverbund Neckar-Alb-Donau (NALDO) gewährleistet. Die Gemeinde befindet sich in der Wabe 334.

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hausen am Thann. In: Karl Eduard Paulus (Hrsg.): Beschreibung des Oberamts Rottweil (= Die Württembergischen Oberamtsbeschreibungen 1824–1886. Band 56). H. Lindemann, Stuttgart 1875, S. 420–428 (Volltext [Wikisource]).

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg – Bevölkerung nach Nationalität und Geschlecht am 31. Dezember 2021 (CSV-Datei) (Hilfe dazu).
  2. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band VII: Regierungsbezirk Tübingen. Kohlhammer, Stuttgart 1978, ISBN 3-17-004807-4. S. 246–247
  3. Teilweise erhaltenes Schloss Oberhausen
  4. Ernst Wintergerst: Scheinehe 1711.
  5. www.zollernalb.com

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Hausen am Tann – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien