Bitz

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Bitz (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Bitz
Bitz
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Bitz hervorgehoben
Koordinaten: 48° 15′ N, 9° 5′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Tübingen
Landkreis: Zollernalbkreis
Höhe: 884 m ü. NHN
Fläche: 8,82 km²
Einwohner: 3622 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 411 Einwohner je km²
Postleitzahl: 72475
Vorwahl: 07431
Kfz-Kennzeichen: BL, HCH
Gemeindeschlüssel: 08 4 17 010
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hindenburgplatz 7
72475 Bitz
Webpräsenz: www.bitz.de
Bürgermeister: Hubert Schiele (FW)
Lage der Gemeinde Bitz im Zollernalbkreis
Landkreis Sigmaringen Landkreis Tuttlingen Landkreis Rottweil Landkreis Freudenstadt Landkreis Tübingen Landkreis Reutlingen Albstadt Balingen Bisingen Bitz Burladingen Dautmergen Dormettingen Dotternhausen Geislingen (Zollernalbkreis) Grosselfingen Haigerloch Hausen am Tann Hechingen Jungingen Meßstetten Nusplingen Obernheim Rangendingen Ratshausen Rosenfeld Schömberg (Zollernalbkreis) Straßberg (Zollernalbkreis) Weilen unter den Rinnen Winterlingen Zimmern unter der BurgKarte
Über dieses Bild
Bitz von Südwesten gesehen (2015)
Rathaus von Bitz (2009)

Bitz ist eine Gemeinde im Zollernalbkreis im Regierungsbezirk Tübingen in Baden-Württemberg (Deutschland). Zur Gemeinde Bitz gehören außer dem gleichnamigen Dorf keine weiteren Ortschaften.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt auf der Hochfläche der südwestlichen Schwäbischen Alb zwischen 850 und 930 m ü. NN.

Burladingen Gauselfingen
Albstadt Nachbargemeinden Neufra
Straßberg Winterlingen

Geologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Geologie von Bitz setzt sich im Wesentlichen aus Gestein aus dem Oberjura zusammen.

Ausdehnung des Gemeindegebiets[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemarkung von Bitz umfasst 882 Hektar.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Folgende Städte und Gemeinden grenzen an die Gemeinde Bitz, sie werden im Uhrzeigersinn beginnend im Norden genannt: Burladingen, Neufra (Landkreis Sigmaringen), Winterlingen, Albstadt.

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Klima ist typisch für eine Ortschaft auf der Schwäbischen Alb. Am 1. März 2005 wurde an der Wetterstation auf dem unmittelbar benachbarten Flugplatz Albstadt-Degerfeld die kälteste jemals in Baden-Württemberg gemessene Temperatur von -36,1 °C verzeichnet. Mit durchschnittlich 1887 Sonnenstunden pro Jahr ist Bitz einer der sonnenreichsten Orte in Deutschland.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frühgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits in der Steinzeit, Jungsteinzeit und Bronzezeit war das Gebiet um das heutige Bitz Jagd- und Weideland. Aus der Hallstattzeit stammen erste Siedlungsstellen, zum Beispiel im Gewann Kritter mit Keramikfunden und Grabanlagen. Sie stehen im Zusammenhang mit einer zeitgleichen Nekropole auf dem Degerfeld rund 1,5 Kilometer nordwestlich des Gewanns Kritter.[2]

In der Antike führte, von Laiz an der Donau über Winterlingen kommend und weiter über Hermannsdorf[3] eine Römerstraße zum Kastell Burladingen an den so genannten Alblimes. Funde römischer Goldmünzen an der Dorfhülbe beim Hindenburgplatz sind Zeugnisse dieser Zeit. Die Römer nutzten eine Wasserstelle neben der Straße. Aus der lateinischen Bezeichnung für Zisterne pucio (ital.: puzzo) leitet sich nicht nur das Wort Pfütze sondern auch der heutige Ortsname Bitz ab. [4]

Um 260 n. Chr. kamen die Alamannen in die Gegend und siedelten im Bereich der heutigen Staigle- und Zeppelinstraße. Über den Namen der damaligen Siedlung ist nichts überliefert.

Mittelalter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Frühmittelalter gehörten die Ländereien rund um Bitz zur Lichtensteiner Herrschaft. Sie nannten ihr Dorf Bütze. Die Bewohner von Bitz wurden erstmals 1337 auf einer Urkunde des Klosters Beuron als Bützer erwähnt. Am 5. November 1386 verkaufte Schweickhardt von Lichtenstein Bitz für 210 Pfund Heller (eine Silbermünze, die damals nicht gezählt, sondern gewogen wurde) an die Stadt Ebingen.

Neuzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Dreißigjährigen Krieg wurde Bitz total verwüstet, die wenigen Überlebenden zogen 1641 nach Ebingen. 1648 begannen 65 Personen mit dem Wiederaufbau des Dorfes.

Kriegerdenkmal und Kirche

Um 1750 entstand das erste Privatgewerbe. Viele Strumpfweber arbeiteten für Ebinger Meister. Um 1779 war Bitz immer wieder von Krankheiten betroffen, etwa neun bis elf Personen starben jährlich an den Pocken. Im Jahre 1786 starben 31 Menschen am „hitzigen Fieber“ (Schweißfieber), die Chronik vermerkt „Die dem Tode entgangenen blieben oft in schrecklicher Weise entstellt, blind, taub oder des Gebrauchs ihrer Glieder beraubt“.

Am 26. September 1832 kaufte sich Bitz für 23.000 Gulden von Ebingen frei. Die Bauern verschuldeten sich hoch, lebten jetzt aber in einer eigenständigen Gemeinde. 1878 wurde ein Nadelwerk (später Groz-Beckert) in Bitz gegründet.

20. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort wuchs weiter, 1971 fanden 802 Leute Arbeit in der Nadelfabrik. 1975 konnte sich Bitz erfolgreich gegen eine Eingemeindung nach Ebingen wehren. 1994 schloss die Nadelfabrik in Bitz. Viele Arbeiter wurden in Ebingen weiterbeschäftigt. In die Fabrikgebäude zog ein Hersteller von Ergometern.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat besteht aus den gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt. Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in Bitz führte zu folgendem amtlichen Endergebnis:[5]

Partei Stimmen Sitze
Freie Wähler Bitz (FWB) 45,1 % 6
Bitzer Bürger (BB) 54,9 % 8

Die Wahlbeteiligung lag bei 46,3 % (Jahr 2009 49,1 %).

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • seit 2000: Hubert Schiele

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen Bitz.svg

Die Blasonierung des Wappens zeigt unter goldenem Schildhaupt eine liegende schwarze Hirschstange, einen silbernen Schwanenflügel auf blauem Grund. Den weißen Schwanenflügel auf blauem Grund führten die Lichtensteiner in ihrem Schild. Er wurde 1958 ins Gemeindewappen integriert.[6]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Religionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ev. Kirche von Bitz (2009)
  • Evangelische Nikolauskirche
  • Katholische Kirche St. Michael

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bitzer Heimatkundemuseum im Dachgeschoss des Alten Schulhauses

Naturdenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hohler Fels (7720/02), auch Hohlefels, Hohlenfels, Hohlenfelsen, Hohlerfelsen, Höhle bei Freudenweiler oder Marmorhöhle genannt, ist ein Natur- und Bodendenkmal.[7]
  • Luther-Eiche

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Bitz befinden sich Sport- und Tennisanlagen, eine neue zweizügige Sporthalle, eine neue Festhalle, ein Skihang, eine Skater- bzw. Eislauffläche sowie eine weitläufige Langlaufloipe und ausgeschilderte Wander- und Radfahrwege.[8]

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hobbykünstlerausstellung
  • 1. Mai: Fest mit Maibaumtradition
  • Alle vier Jahre das Schnoga-Fest (zuletzt im Juli 2012), Stadtfest
  • Frühjahrs- und Winterkonzert der Musikkapelle Bitz e. V.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Landesstraße 448 verbindet die Gemeinde mit Albstadt.

Unmittelbar nordwestlich des Gemeindegebietes in zwei Kilometer Entfernung vom Kernort befindet sich der Flugplatz Albstadt-Degerfeld.

Der Öffentliche Nahverkehr wird durch den Verkehrsverbund Neckar-Alb-Donau (NALDO) gewährleistet. Die Gemeinde befindet sich auf der Wabengrenze 336/337.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wie in der Umgebung, dominiert in Bitz vor allem Textilindustrie, es gibt aber auch Fabrikanten für medizinische Geräte, elektrotechnische Produkte, Kunststoff- und Metallverarbeitung. Größtes ansässiges Unternehmen ist die Mey Herrenwäsche GmbH & Co. KG.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Gemeinde gibt es eine öffentliche Schule. Diese trägt seit 2003 den Namen Lichtensteinschule Bitz und ist sowohl Grund- und Haupt- als auch Werkrealschule. Im Sommer 2005 erhielt sie die Auszeichnung Grundschule mit sport- und bewegungserzieherischem Schwerpunkt, welche 2007 mit der Aktion Roadwalker bestätigt wurde. Auch die Tatsache, dass die Schule sowohl eine moderne Sporthalle als auch ein eigenes Hallenbad hat, zeigt das sportliche Engagement. Am 7. Juni 2008 wurde zusätzlich eine Bewegungslandschaft eingeweiht.

Außerdem befindet sich in Bitz eine Außenstelle der Volkshochschule Albstadt.

Bitz unterhält drei Kindergärten und ein Pflegeheim für ältere Menschen sowie eine Gemeindebücherei.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Conrad Schick (1822–1901), Architekt, Archäologe und evangelischer Missionar

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bitz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerungsentwicklung in den Gemeinden Baden-Württembergs 2014 (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Jürgen Hald, Erich Leib: Zum Abschluß der Untersuchungen eines hallstattzeitlichen Fundplatzes in Flur »Kritter« bei Bitz, Zollernalbkreis. S. 68ff. In: Dieter Planck (Hrsg.): Archäologische Ausgrabungen in Baden-Württemberg 1988. Konrad Theiss Verlag, Stuttgart 1989. ISBN 3-8062-0583-3
  3. Karl Theodor Zingeler: Fundberichte aus Hohenzollern. B. Hügelgräber. 3. Hügelgräber bei Hermannsdorf. In: Mitteilungen des Vereins für Geschichte und Alterstumkunde in Hohenzollern. 26. Jahrgang 1892/93. Liehnersche Hofdruckerei. Sigmaringen 1893. S. 62–75, hier S. 69.
  4. Scheu: Ortschronik von Bitz. Oberamt Balingen. 1910
  5. Kommunalwahldaten 2014 des Statistischen Landesamtes
  6. Heinz Bardua: Kreis- und Gemeindewappen in Baden-Württemberg. Band 4: Die Kreis- und Gemeindewappen im Regierungsbezirk Tübingen. Landesarchivdirektion Baden-Württemberg (Hrsg.), Konrad Theiss Verlag, Stuttgart 1987, 126 Seiten, ISBN 3-8062-0804-2.
  7. Jürgen Scheff: Höhlenarchäologische Forschungen auf der Südwest-Alb: 7. Doppelgrotte, 8. Hohler Fels, 9. Sommerkirchhöhle. In: Heimatkundliche Blätter Balingen, Jahrgang 44, 31. Oktober 1997, Nr. l0, S. 1095f., hier S. 1095.
  8. Wanderwege in Bitz