Heidelstein

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Heidelstein
(Schwabenhimmel)
Blick von der Wasserkuppe nach Südosten zum Heidelstein

Blick von der Wasserkuppe nach Südosten zum Heidelstein

Höhe 925,7 m ü. NHN [1]
Lage zwischen Bischofsheim a.d.Rhön und Wüstensachsen; Landkreis Rhön-Grabfeld, Landkreis Fulda; Bayern, Hessen (Deutschland)
Gebirge Rhön (Hohe Rhön)
Dominanz 6,1 km → Wasserkuppe
Schartenhöhe 110 m
Koordinaten 50° 27′ 38″ N, 10° 0′ 25″ OKoordinaten: 50° 27′ 38″ N, 10° 0′ 25″ O
Heidelstein (Bayern)
Heidelstein
Erschließung Fahrweg vom Parkplatz Schornhecke (kein privater Autoverkehr)
Besonderheiten Sender Heidelstein
Rhönklub-Gedenkstätte
– Ursprung u. a. der Ulster
fd2

Der Heidelstein, zwischen Bischofsheim an der Rhön im bayerischen Landkreis Rhön-Grabfeld und Wüstensachsen im hessischen Landkreis Fulda, ist ein 925,7 m ü. NHN[1] hoher bayerisch-hessischer Grenzberg in der Hohen Rhön, einem Teil des deutschen Mittelgebirges Rhön, mit Gipfellage in Bayern. Teils wird sein Hauptgipfel auch Schwabenhimmel (siehe hierzu Abschnitt Berghöhe und -gipfel) genannt.

Auf dem Heidelstein befinden sich der Sender Heidelstein und eine Gedenkstätte des Rhönklubs. Am Nordwesthang liegt die Quelle der Ulster und am Westhang das Loipenzentrum Rotes Moor.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gipfelregion des Heidelsteins befindet sich im Nordwesten des fränkischen Landkreises Rhön-Grabfeld. Etwa 350 m nordwestlich seines Gipfels verläuft die Grenze zu Hessen mit dem Landkreis Fulda. Der Berg liegt im Biosphärenreservat Rhön sowie auf der Grenze der Naturparks Bayerische Rhön im Südosten und Hessische Rhön im Nordwesten. Etwa 4,6 km nördlich des Bergs befindet sich Wüstensachsen (Hauptort der Gemeinde Ehrenberg; Hessen), 8,2 km ostsüdöstlich der Kernort des Markts Oberelsbach (Bayern), 6,5 km südlich der Kernort der Stadt Bischofsheim an der Rhön (Bayern) und 6,5 km (jeweils Luftlinie) westlich der Kernort der Stadt Gersfeld (Hessen).

Rhein-Weser-Wasserscheide[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Über den Heidelstein verläuft die Rhein-Weser-Wasserscheide. Auf seiner Nordwestflanke entspringt die Ulster, die in den östlichen Weser-Quellfluss Werra mündet. Auf dem Osthang entspringt die Els (Elsbach), die in die Streu mündet. Auf dem Südhang entspringen die Sonder, die der Els zufließt, und der Schwarzbach, der in die Brend mündet; die drei zuletzt genannten Fließgewässer gehören zum Einzugsgebiet des Rheins.

Berghöhe und -gipfel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick vom Kreuzberg nordwärts zum Heidelstein mit seinem Doppelgipfel

Vom westlichen Hauptgipfel (925,7 m)[1] des Heidelsteins, dessen Höhe meist mit rund 926 m[2] angegeben wird, zieht ein etwa 1 km langer Rücken zum 912,6 m[2] hohen Ostgipfel. In den amtlichen topographischen Karten findet sich für beide Gipfel der Name Heidelstein sowie für den Ostgipfel die Bezeichnung Schwabenhimmel.[3] Davon abweichend bezeichnet der offizielle Führer des Rhönklubs lediglich den Ostgipfel als Heidelstein, den höheren Hauptgipfel hingegen als Schwabenhimmel.[4] Etwa 130 m nordwestlich des Hauptgipfels liegt ein trigonometrischer Punkt auf 923,3 m[2] Höhe.

Naturräumliche Zuordnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Heidelstein gehört in der naturräumlichen Haupteinheitengruppe Osthessisches Bergland (Nr. 35), in der Haupteinheit Hohe Rhön (354) und in der Untereinheit Zentrale Rhön (354.1) zum Naturraum Lange Rhön (354.11), wobei seine Landschaft nach Nordosten in den Hauptteil dieses Raums überleitet, nach Süden in den Naturraum Ostabfall der Langen Rhön (354.12), nach Westen in den Naturraum Wasserkuppenrhön (354.10) und nach Norden in den Naturraum Oberes Ulstertal (354.13) abfällt.

Schutzgebiete[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf den bayerischen Bereichen des Heidelsteins liegen Teile des Naturschutzgebiets Lange Rhön (CDDA-Nr. 7005; 1982 ausgewiesen; 32,91 km² groß) mit nordnordöstlich des Berges gelegenem Schwerpunkt und auf seiner in Hessen gelegenen Nordflanke das NSG Kesselrain (CDDA-Nr. 82056; 1940; 31 ha). Auf bayerischer Seite befinden sich Teile des Landschaftsschutzgebiets Bayerische Rhön (CDDA-Nr. 396113; 959,8 km²), des Fauna-Flora-Habitat-Gebiets Bayerische Hohe Rhön (FFH-Nr. 5526-371; 192,6 km²) und des gleichnamigen Vogelschutzgebiets (VSG-Nr. 5526-471; 19,029 km²). Auf hessischer liegen solche des LSG Hohe Rhön (CDDA-Nr. 378482; 1997; 44,2 km²), des FFH-Gebiets Hochrhön (FFH-Nr. 5525-351; 48,09 km²) und des VSG Hessische Rhön (VSG-Nr. 5425-401; 360,8 km²).[2]

Flora[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Nordwest-, West- und Südwestflanke des Heidelsteins sind mit Wald bestanden, seine Bergkuppe ist größtenteils unbewaldet und mit Borstgrasrasen bedeckt. Seine Ostflanke ist erst in tieferen Regionen bewaldet. Die vorhandenen Fichtenbestände wurden bzw. werden bei Renaturierungsmaßnahmen immer mehr entfernt. An einigen Stellen wächst die seltene Türkenbundlilie und in der Nähe der Gedenkstätte gibt es ein kleines Vorkommen wilder Maiglöckchen.

Sender Heidelstein[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stahlrohrmast des Senders Heidelstein auf dem Westgipfel des Heidelsteins

Auf dem Heidelstein befindet sich der Sender Heidelstein der Deutschen Telekom. Ihr 218 m hoher abgespannter Stahlrohrmast wurde 1969 errichtet. Ausgestrahlt werden TV- und UKW-Hörfunkprogramme. 2006 wurde die Ausstrahlung analoger Fernsehprogramme zugunsten von DVB-T eingestellt.

Wandern und Aussichtsmöglichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Über den Heidelstein führen Abschnitte mehrerer Fernwanderwege wie Rhön-Rennsteig-Wanderweg, Heidelsteinweg (HWO 5) und Hochrhöner sowie Europäischer Fernwanderweg E3 und Europäischer Fernwanderweg E6. Am schnellsten ist der Gipfelbereich vom nördlich gelegenen Parkplatz Schornhecke zu erreichen. Der Heidelstein ist ein beliebter Aussichtsberg. Von seinen waldfreien Flächen bieten sich verschiedene Ausblicke in alle Richtungen, unter anderem in Richtung Süden zum Kreuzberg (927,8 m) und bei exzellenter Fernsicht nach Westen bis zum Großen Feldberg (879 m) im Taunus, nach Norden bis zum Hohen Meißner (753,6 m) oder nach Osten zum Thüringer Wald.

Rhönklub-Gedenkstätte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rhönklub-Gedenkstätte auf dem Ostgipfel des Heidelsteins

Auf der Ostkuppe des Berges liegt eine Gedenkstätte des Rhönklubs, an dem sich alljährlich am dritten Septembersonntag viele Mitglieder versammeln und verstorbener Wanderkameraden gedenken. In unmittelbarer Nähe der Gedenkstätte steht ein Kreuz aus dem Maschendraht des ehemaligen Grenzzaunes zwischen West- und Ostdeutschland als Erinnerung an die überwundene Teilung des Landes.

Verkehrsanbindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Über den Osthang des Heidelsteins verläuft etwa in Nord-Süd-Richtung ein Teil des Abschnitts Fladungen–Bischofsheim der Hochrhönstraße (hier Teil der bayerischen Staatsstraße 2288), welche die Bundesstraße 285 (Nordosten) mit der B 279 (Süden) verbindet. Von der B 279 zweigt bei Bischofsheim die B 278 ab, die in Richtung Norden westlich vorbei am Berg nach Wüstensachsen führt. Von dort verläuft die L 3395 (Hessen), die in die St 2286 (Bayern) übergeht und dort die St. 2288 kreuzt, nach Oberelsbach.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Heidelstein – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Stadt Gersfeld [Rhön] (Hrsg.): Gersfeld: Wandern, Wellness, Wintersport. Freizeitkarte 5526, Maßstab 1:25.000. Fa. Parzeller, Fulda 2002.
  2. a b c d Kartendienste des Bundesamtes für Naturschutz (Hinweise)
  3. BayernAtlas der Bayerischen Staatsregierung (Hinweise)
  4. Rhönklub e. V., Rhönführer (Hrsg.), Fulda, 2008, Seiten 305 und 309