Itter (Tirol)

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Itter
Wappen Österreichkarte
Wappen von Itter
Itter (Tirol) (Österreich)
Itter (Tirol)
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Tirol
Politischer Bezirk: Kitzbühel
Kfz-Kennzeichen: KB
Fläche: 10,42 km²
Koordinaten: 47° 28′ N, 12° 9′ OKoordinaten: 47° 28′ 14″ N, 12° 8′ 38″ O
Höhe: 703 m ü. A.
Einwohner: 1.171 (1. Jän. 2017)
Postleitzahl: 6305
Vorwahl: 05335
Gemeindekennziffer: 7 04 07
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Dorfplatz 1
6305 Itter
Website: www.itter.tirol.gv.at
Politik
Bürgermeister: Josef Kahn (Ländliches Itter)
Gemeinderat: (2016)
(13 Mitglieder)

7 Bürgermeisterliste für Arbeiter, Angestellte, Wirtschaft und Tourismus – AAWT,
5 Ländliches Itter – Bürgermeister Josef Kahn,
1 Unabhängige Bürgerliste Itter

Lage der Gemeinde Itter im Bezirk Kitzbühel
Aurach bei KitzbühelBrixen im ThaleFieberbrunnGoing am Wilden KaiserHochfilzenHopfgarten im BrixentalItterJochbergKirchberg in TirolKirchdorf in TirolKitzbühelKössenOberndorf in TirolReith bei KitzbühelSchwendtSt. Jakob in HausSt. Johann in TirolSt. Ulrich am PillerseeWaidringWestendorfTirolLage der Gemeinde Itter (Tirol) im Bezirk Kitzbühel (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Blick auf Itter
Blick auf Itter
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Itter ist eine Gemeinde mit 1171 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2017) im Bezirk Kitzbühel, Tirol (Österreich). Die Gemeinde liegt im Gerichtsbezirk Kitzbühel.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Itter liegt auf einer Terrasse über dem Mühltal und dem Brixental. Die Besiedlung erstreckt sich über mehrere Weiler und Streusiedlungen.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Itter besteht aus einer einzigen, gleichnamigen Katastralgemeinde und Ortschaft.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirchbichl (Bez. Kufstein) Söll (Bez. Kufstein)
Wörgl (Bez. Kufstein) Nachbargemeinden
Hopfgarten im Brixental

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dorfkern

Das heutige Gemeindegebiet war bereits um 1500 v. Chr. besiedelt. Archäologische Funde beweisen, dass sich die Siedlungsgeschichte bis zu den Römern hinzog.

Im Jahre 902 kamen das Brixental und auch das hier erstmals als „Uitaradorf“ urkundlich erwähnte Itter (Itterdörfl) an das Bistum Regensburg, welches die Rapotonen als Vögte einsetzte.[1] Schon zu dieser Zeit gab es eine Burg in Itter. Der Ort wurde 1241 wiederum urkundlich genannt, als zwischen der Vogt Pfalzgraf Rapoto II. auf seine Ansprüche verzichtete, die er vom Bistum Regensburg erhalten hatte. Seit dem 14. Jahrhundert befindet sich auf der Burg ein Richter und Pfleger. Zusammen mit dem Territorium wurden sie 1380 von Konrad von Regensburg an Erzbischof Pilgrim von Salzburg verkauft.

Während der Regierungszeit von Kaiser Maximilian wurde dem Erzbistum Salzburg die Hohe Gerichtsbarkeit über die tirolerischen Besitzungen verkauft. Somit hatte der Richter von Itter die Blutgerichtsbarkeit wieder in seinen Händen. Das Dorf Itter bildete selbst einen Burgfrieden. Dessen Abgaben bestanden vor allem in Dienstleistungen zugunsten der Festung.

Im 17. Jahrhundert legte man die Ämter des Pflegers und des Gerichtes zusammen, wodurch sich die Bezeichnung auf „Pflegegericht“ änderte und es nach Hopfgarten verlegt wurde.

1805 fiel Itter an Österreich. Das Wiener Traktat von 1809 brachte Itter an Bayern. 1816 kam Itter wieder zu Österreich und wurde schlussendlich mit Tirol vereinigt.

Pfarrkirche
Innenansicht der Pfarrkirche

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]


Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Itter lebt heute vor allem vom zweisaisonalen Tourismus sowie von Landwirtschaft und Kleingewerbe. Die Gemeinde liegt im größten zusammenhängenden Skigebiet Österreichs, dem Skiverbund „SkiWelt Wilder Kaiser – Brixental“.[2][3]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schloss Itter von Süden her gesehen
Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Itter
  • Pfarrkirche Itter, 1762–1764 erbaut, in der Vorhalle der Altar der einstigen Burgkapelle
  • Das Schloss Itter diente als Burg im Mittelalter zur Überwachung des Brixentals und verfiel ab dem 18. Jahrhundert. Ende des 19. Jahrhunderts wiederaufgebaut, war es im Zweiten Weltkrieg eine Außenstelle des KZ Dachau auch für prominente politische Gefangene, die bei der Schlacht um Schloss Itter am 5. Mai 1945 befreit wurden. Heute ist es in Privatbesitz und nicht öffentlich zugänglich.
  • Die Wallfahrts-Kapelle auf der Kraftalm in 1.355 m Seehöhe wurde am 25. September 1983 vom damaligen Salzburger Erzbischof Karl Berg feierlich eingeweiht und ist den Schutzheiligen der Milchwirtschaft (Hll. Lucio, Theodul und Fridolin) geweiht.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Tiroler Landesregierung hat am 5. Mai 1955 der Gemeinde Itter ein Wappen verliehen, die Blasonierung lautet:

„Eine silberne/weiße, zweitürmige bezinnte Burg in Rot auf grünem Feld. Zwischen den Türmen ein silbernes, weißes, aufrechtes Richtschwert mit goldenem, gelbem Knauf.“

Die Burg erinnert an die ehemaligen Landesfeste des Hochstiftes Regensburg. Das Richtschwert weist auf die im Jahre 1514 dem Gericht Itter verliehene Blutgerichtsbarkeit hin. Die Tiroler Landesfarben weiß/rot sind auch die Farben des Hochstiftes Regensburg, dem Itter seine geschichtliche Bedeutung verdankt.[4]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hans Ager (* 1949), österreichischer Politiker, ehemaliger Präsident des Bundesrates

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Itter, Tyrol – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Martin Bitschnau, Hannes Obermair: Tiroler Urkundenbuch, II. Abteilung: Die Urkunden zur Geschichte des Inn-, Eisack- und Pustertals. Bd. 1: Bis zum Jahr 1140. Universitätsverlag Wagner, Innsbruck 2009, ISBN 978-3-7030-0469-8, S. 86–87, Nr. 117.
  2. Itter. SkiWelt Wilder Kaiser-Brixental Marketing GmbH, abgerufen am 23. Mai 2018.
  3. Itter. Kitzbüheler Alpen Marketing GmbH, abgerufen am 23. Mai 2018.
  4. Gemeindewappen, abgerufen am 23. Mai 2018