Kössen

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Kössen
Wappen von Kössen
Kössen (Österreich)
Kössen
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Tirol
Politischer Bezirk: Kitzbühel
Kfz-Kennzeichen: KB
Fläche: 69,37 km²
Koordinaten: 47° 40′ N, 12° 24′ OKoordinaten: 47° 40′ 7″ N, 12° 24′ 16″ O
Höhe: 589 m ü. A.
Einwohner: 4.251 (1. Jän. 2016)
Postleitzahl: 6345
Vorwahl: 05375
Gemeindekennziffer: 7 04 12
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Dorf 14
6345 Kössen
Website: www.koessen.tirol.gv.at
Politik
Bürgermeister: Vinzenz Schlechter - seit 11.08.2015 (Team Zukunft Kössen - Josef Hechenbichler)
Gemeinderat: (2010)
(15 Mitglieder)
3 Wir für Alle - Wirtschaft und Arbeit,
1 Jung, dynamisch trifft ...bewährtes, die neue Kössner Bauernliste,
5 Bürgermeisterliste Stefan Mühlberger,
2 Eine Liste für Alle - Michael Schwentner,
1 FPÖ und Parteifreie Kössener,
3 Team Zukunft Kössen - Josef Hechenbichler
Lage der Gemeinde Kössen im Bezirk Kitzbühel
Aurach bei Kitzbühel Brixen im Thale Fieberbrunn Going am Wilden Kaiser Hochfilzen Hopfgarten im Brixental Itter Jochberg Kirchberg in Tirol Kirchdorf in Tirol Kitzbühel Kössen Oberndorf in Tirol Reith bei Kitzbühel Schwendt St. Jakob in Haus St. Johann in Tirol St. Ulrich am Pillersee Waidring Westendorf TirolLage der Gemeinde Kössen im Bezirk Kitzbühel (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
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Pfarrkirche Hl. Petrus und Hl. Paulus
Pfarrkirche Hl. Petrus und Hl. Paulus
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Kössen, im bairischen und tirolerischen Ortsdialekt: Kessn, ist eine Gemeinde mit 4251 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2016) im Bezirk Kitzbühel in Tirol, Österreich. Die Gemeinde liegt im Gerichtsbezirk Kitzbühel.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kössen ist schon seit etwa 5000 Jahren besiedelt und seitdem ein wichtiges Handelszentrum. Über den Talpass Klobenstein, der sich im Norden des Dorfes befindet, bildete sich eine wichtige Route zwischen den umliegenden Orten von Kössen und dem bayerischen Aschau. Der Fund einer Lappenaxt aus der Bronzezeit belegt die frühe Nutzung dieses Weges. Im Jahre 1160 wird der Name Kössen, der sich vom Wort „kezzin“ ableitet und so viel bedeutet wie ‚Kessel‘, erstmals urkundlich erwähnt, wobei die Kirchengeschichte schon ab dem 8. Jahrhundert begann. Ab dem 10. Jahrhundert gehörten etwa 144 Höfe im heutigen Gemeindegebiet dem Kloster Frauenchiemsee.

Gasthof Erzherzog Rainer
Talstation des Unterberghorns im Winter

Dank der Passstraße, die entlang der Ortshäuser führte, wurden auch bald Gasthäuser errichtet. Der im Jahre 1587 im gotischen Stil errichtete „Gasthof Erzherzog Rainer“ besteht heute noch.

Bedeutend war auch der Erzabbau in vielen Regionen Tirols. In Kössen grub man ebenfalls nach Metallen. Zu finden waren Blei und Eisen, welche geschürt wurden. 1549 gründete man den „Kössentaler Berg- und Schmelzwerkshandel“, der sich auf die Verarbeitung von Erzen spezialisierte. Weiters wurde eine Hütte im Kössener Ortsteil „Hütte“ betrieben. Diese Eisenhütte war bis ins 19. Jahrhundert aktiv. Nebenbei fertigte man auch industriellen Draht, jedoch wurde die Produktion um 1880 eingestellt. Somit wurde Kössen wieder zur reinen Agrargemeinde.

Nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelte sich hauptsächlich der Tourismus, der heute eine der wichtigsten Einnahmequellen ist.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]


Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kössen liegt in der Region Kaiserwinkl in einem weiten Kessel zwischen den Chiemgauer Alpen im Norden und dem Kaisergebirge im Süden, am Zusammenfluss der Großache, des Kohlenbachs und des Weißenbachs. Nach Norden hin wird dieser Kessel durch die Talenge des „Antenloch“ abgeschlossen. Durch die Schlucht führt über die Wallfahrtskirche Klobenstein ein alter Schmugglerpfad nach Schleching. Bedingt durch seine Lage an der Großache, die ein großes Einzugsgebiet aufweist, und dem daran schließenden Schluchtabschnitt wurde Kössen mehrere Male Opfer großer Überschwemmungen, zuletzt 2013.

Gliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde setzt sich aus verschiedenen Weilern und Höfen zusammen. Die nördliche und östliche Gemeindegrenze bildet zugleich die Grenze zu Bayern.

Ortsteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Achenweg, Alleestraße, Am See, Außerkapelle, Bichlach, Blaik, Durchen, Dorf, Erlau, Erlengrund, Fritzing, Gundharting, Hütte, Hüttfeldstraße, Kranebittau, Kaltenbach, Klobensteinerstraße, Kranzach, Loferberg, Leitwang, Lendgasse, Moosen, Mooslenz, Moserbergweg, Mühlbachweg, Mühlberg, Niederachen, Oberbichlach, Ried, Schinterwinkl, Schwandorf, Staffen, Steinbruchweg, Thurnbichl, Waidach, Wiesenweg

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachbargemeinden sind (alphabetisch): Aschau im Chiemgau (Bayern), Kirchdorf in Tirol, Reit im Winkl (BY), Schleching (BY), Schwendt, Unterwössen (BY), Waidring, Walchsee (Bez. Kufstein).

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kössen liegt in der schneereichsten Region Tirols. Für seine Höhenlage von rund 600 m ü. A. fällt hier am meisten Schnee in den ganzen Alpen. Die Durchschnittstemperaturen liegen hier im Januar bei −3,3 °C, und im Juli bei 15,9 °C. Die jährliche Niederschlagsmenge liegt bei 1718 mm. Da es im Winter sehr kalt ist und es sehr viel Niederschlag gibt, sind Schneehöhen bis 1,50 m möglich.

Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Kössen (600 m)
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Temperatur (°C) −3,3 −1,7 1,7 5,9 10,8 14,0 15,9 15,3 12,4 7,6 1,7 −2,7 Ø 6,5
Niederschlag (mm) 130 107 121 128 153 204 207 193 123 96 120 136 Σ 1718

Jahrhunderthochwasser 2013[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach tagelangen Regenfällen kam es Ende Mai und Anfang Juni 2013 zu einem massiven Hochwasser in weiten Teilen Österreichs, von denen auch das Tiroler Unterland betroffen war. Vor allem die Gemeinde Kössen im unteren Leukental des Bezirkes Kitzbühel traf es besonders schwer.

Die Großache trat in der Nacht vom 1. auf den 2. Juni über die Ufer und verursachte eine enorme Verwüstung. Bis in das Dorfzentrum drang Wasser vor, wo zahlreiche Keller ausgepumpt werden mussten. Noch erheblicher wurde der Ortsteil Erlau in Mitleidenschaft gezogen. Hier standen hunderte Häuser bis zu eineinhalb Meter unter Wasser. Insgesamt mussten 300 Menschen evakuiert werden, 80 davon sogar mit Hubschrauber und Booten. Das Stromnetz sowie sämtliche Telefonverbindungen waren bis Montagvormittag unterbrochen. Hunderte Einsatzkräfte der Feuerwehr sowie weitere freiwillige Helfer arbeiteten im Dauereinsatz um noch schlimmere Schäden zu verhindern.[1] Eine erhebliche Kontaminierung der Grundstücke und Gebäude in Kössen-Erlau trat durch hunderte geplatzte Öltanks ein. Mit der Feuchtigkeit setzten sich große Mengen Heizölreste in den Wänden und Böden fest. Der beißende Ölgestank lag noch tagelang in der Luft und drang auch bis in die 5 Kilometer entfernte Nachbargemeinde Schleching.[2]

Bei weitem wurde der Rekordpegelstand des Hochwassers im Jahre 2002 überschritten. Am 2. Juni zu Mittag erreichte die Ache einen Höchststand von 357 cm.[3]

Rückhaltebecken Kössen im Kaiserwinkl
Das 2015 fertig gestellte Rückhaltebecken soll Kössen vor zukünftigen Überschwemmungen schützen

Seit Jahrhunderten ist der Kössener Talboden als Überschwemmungsgebiet bekannt. Schon vor über hundert Jahren wurden die Bebauung und die mangelhafte Durchführung von Reparatur- und Sicherungsarbeiten für die enormen Schäden verantwortlich gemacht.[4]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kössen hätte um die Jahrhundertwende an eine bis Reit im Winkl projektierte Lokalbahn von Kufstein über Ebbs und Walchsee angebunden werden sollen. Der östliche Anschluss, die Waldbahn von Reit im Winkl bis Ruhpolding wurde tatsächlich später gebaut aber nur von 1923 bis 1931 betrieben. Später wurden in diesem Bereich Teile der Deutschen Alpenstraße realisiert. Heute wie damals ist der Ort ein wichtiger Knotenpunkt bedingt durch seine Lage zwischen Kitzbühel und Rosenheim bzw. Kufstein und Traunstein.

Im Oktober 1904 wurde das Projekt einer von Kufstein nach Kössen führenden normalspurigen Lokalbahn mit Rücksicht auf die dem Vorhaben entgegenstehenden Bedenken und Schwierigkeiten zurückgezogen und an dessen Stelle der Bau einer Kössen mit St. Johann in Tirol verbindenden schmalspurigen Lokalbahn angestrebt.[5]

Wirtschaft/Tourismus/Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kössen ist wirtschaftlich vom Tourismus dominiert und besonders bei Gleitschirm- und Drachenfliegern bekannt. Kössen erreicht durch seinen Hausberg, dem Unterberghorn, immer mehr den Status eines attraktiven Wintersport-, und Wandergebietes. Auch das Fellhorn befindet sich auf dem Gemeindegebiet. Dieses ist auch Mit-Namensgeber für das Landschaftsschutzgebiet Hefferthorn-Fellhorn-Sonnenberg, welches zu einem großen Teil auf Kössener Gemeindegebiet liegt. Es erstreckt sich vom Hefferthorn, dem Nebengipfel des Unterbergs im Westen über das Hagertal bis an die Grenze zu Bayern und das Salzburger Land im Osten.

Die 831 Neben- und Freizeitwohnsitze (Stand 31. Dezember 2013) und die Gästenächtigungen zeigen die Tourismusorientierung deutlich:

Jahr Übernachtungen
1999 580.000
2000 539.000
2001 544.800
2002 592.800
2003 607.600
2004 589.651
2005 581.671
2006 561.492
2007 530.775
2008 539.479
2009 533.882
2010 510.804
2011 507.464
2012 506.552
2013 479.924
2014 486.733

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Maria Klobenstein
Anna-Kapelle
Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Kössen
  • Die Wallfahrtskirche Maria Klobenstein liegt in der Gemeinde Kössen in Tirol an der Grenze zu Bayern (Gemeinde Schleching). Sie gehört zur Pfarrgemeinde Kössen, Dekanat St. Johann im Erzbistum Salzburg.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frauen und Männer, die in der Gemeinde leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Kössen steht unter Wasser
  2. TT 29. August 2013 Kitzbühel Lokal S. 33
  3. Kössen-Hütte / Grossache - Wasserstand
  4. Tiroler Anzeiger vom 28. Mai 1914, Seite 6 Nr. 120.
  5. Lokalbahnprojekt Kössen–St. Johann. In: Wiener Zeitung, Nr. 227/1904, 4. Oktober 1904, S. 7, Mitte unten. (Online bei ANNO)Vorlage:ANNO/Wartung/wrz.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kössen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Kössen – Reiseführer