Fieberbrunn

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Marktgemeinde
Fieberbrunn
Wappen Österreichkarte
Wappen von Fieberbrunn
Fieberbrunn (Österreich)
Fieberbrunn
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Tirol
Politischer Bezirk: Kitzbühel
Kfz-Kennzeichen: KB
Fläche: 76,33 km²
Koordinaten: 47° 28′ N, 12° 33′ OKoordinaten: 47° 27′ 59″ N, 12° 33′ 0″ O
Höhe: 790 m ü. A.
Einwohner: 4.333 (1. Jän. 2020)
Postleitzahl: 6391
Vorwahl: 05354
Gemeindekennziffer: 7 04 03
Adresse der
Gemeinde­verwaltung:
Dorfplatz 1
6391 Fieberbrunn
Website: www.fieberbrunn.tirol.gv.at
Politik
Bürgermeister: Walter Astner (Liste Fieberbrunn)
Gemeinderat: (Wahljahr: 2016)
(17 Mitglieder)

9 Liste Fieberbrunn,
4 Junge Fieberbrunner (JUFI),
3 Gemeinsam für Fieberbrunn,
1 FPÖ

Lage von Fieberbrunn im Bezirk Kitzbühel
Aurach bei KitzbühelBrixen im ThaleFieberbrunnGoing am Wilden KaiserHochfilzenHopfgarten im BrixentalItterJochbergKirchberg in TirolKirchdorf in TirolKitzbühelKössenOberndorf in TirolReith bei KitzbühelSchwendtSt. Jakob in HausSt. Johann in TirolSt. Ulrich am PillerseeWaidringWestendorfTirolLage der Gemeinde Fieberbrunn im Bezirk Kitzbühel (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Ortskern mit Pfarrkirche
Ortskern mit Pfarrkirche
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Fieberbrunn ist eine Marktgemeinde mit 4333 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2020) in Tirol. Die Gemeinde liegt im Gerichtsbezirk Kitzbühel.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Marktgemeinde Fieberbrunn liegt im Pillerseetal an der Fieberbrunner Ache zwischen den Kitzbüheler Alpen im Süden und westlichen Ausläufern der Leoganger Steinberge.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

St. Jakob in Haus
St. Ulrich am Pillersee
St. Johann in Tirol Nachbargemeinden Hochfilzen
Kitzbühel
Aurach bei Kitzbühel
Saalbach-Hinterglemm Leogang

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Über den Zeitpunkt der ersten Besiedelung des Ortes ist nichts bekannt. Es wird angenommen, dass bereits vor der Römerzeit Bergbau betrieben wurde. Die erste urkundliche Erwähnung geht auf das Jahr 1156 als „Pramau“ zurück.

Fieberbrunn gehörte einst zur Hofmark Pillersee vom Kloster Rott, welches in Tirol erhebliche Besitztümer hatte.

Im 16. Jahrhundert erlebte der Ort seine Blütezeit, als der Bergbau am Gebra (2057 Meter) und in den Rettenwandauen oberhalb des heutigen Lauchsees intensiviert wurde. Das gewonnene Eisen wurde bis 1908 zum damals weltbekannten Pillerseestahl verarbeitet, der einen Eisen-Feingehalt von mehr als 35 % aufwies und im Weiler Rosenegg verhüttet wurde.

1641 werden im Ortsgebiet fünf Gruben und elf Neuschürfe erwähnt. Einen Angelpunkt im Bergbau und Hüttenwesen stellte die Augsburger Familie Rosenberg von Rosenegg dar, welche sich in Fieberbrunn niedergelassen hatte. Sie ließen die Ansitze Altroseneck und Neuroseneck (heute Neu-Rosenegg) errichten.

Im September 1937 fiel die Hausfrau Katharina Neuner in der Nähe von Fieberbrunn einem Raubmord zum Opfer, bei dem der Täter lediglich einen Rucksack voll Preiselbeeren erbeutete. Der aus St. Johann in Tirol stammende Täter wurde bald darauf verhaftet, zum Tode verurteilt und am 9. Februar 1938 im Landesgericht Innsbruck hingerichtet.

Nachdem der Bergbau und das Hüttenwesen 1908 ein Ende gefunden hatte, wurde nach dem Zweiten Weltkrieg wieder Industrie in Fieberbrunn angesiedelt.

Namensherkunft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fieberbrunnen mit Statue der Margarete Maultasch (1971) an der Stelle der alten Heilquelle

Laut der Legende litt die Tiroler Landesfürstin Margarete Maultasch an Fieber und wurde geheilt, als sie vom Wasser der Schwefelquelle am Brunnen unterhalb der jetzigen Kirche trank. Seit dieser Zeit heißt dieser Brunnen „Fieberbrunnen“ und ist Namensgeber des Ortes, der früher Pramau hieß.

1632 wurde Claudia von Medici der Legende nach ebenfalls durch den Genuss des Quellwassers geheilt.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: In Rot ein zweistrahliger silberner Brunnen mit zwei goldenen sechszackigen Sternen und einem goldenen Kreuz in der Mitte im Schildhaupt.[1]

Das Gemeindewappen, das schon vorher in Verwendung war, wurde 1973 von der Landesregierung verliehen. Es verweist mit dem Brunnen als redendes Wappen auf den Gemeindenamen.[2]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]


Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Fieberbrunn

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fieberbrunn ist ein Fremdenverkehrsort, der größte der Tourismusregion Pillerseetal mit Sommer- als auch Wintersaison.

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schigebiet Fieberbrunn

Fieberbrunn ist aufgrund seiner Schneesicherheit ein beliebter Wintersportort. Im Dezember 2015 haben sich die Bergbahnen Fieberbrunn mit dem Skicircus Saalbach-Hinterglemm/Leogang zusammengeschlossen. Der Skicircus Saalbach-Hinterglemm/Leogang/Fieberbrunn umfasst 70 Liftanlagen, davon 27 Gondelbahnen, 22 Sessellifte und 21 Schlepp- bzw. Übungslifte. Die Förderleistung Anlagen beträgt im Winter 126.000 Personen pro Stunde. Die insgesamt 270 Pistenkilometer unterteilen sich in 140 km blaue, 110 km rote und 20 Kilometer schwarze Pisten. Das Skigebiet ist besonders bekannt für sein Freeride-Angebot, das international Beachtung findet. Der alljährliche Stopp der Swatch Freeride World Tour in Fieberbrunn ist der Höhepunkt der hiesigen Freeride-Saison.

Neben dem Skifahren steht den Gästen ein 27 Kilometer langes Loipennetz zur Verfügung.

Für den Sommertourismus ist der Lauchsee von Bedeutung; an diesem Badesee liegt auch die Simon-Schwaiger-Schanze. Des Weiteren gibt es 150 km Wanderwege sowie ausgeschilderte Mountainbikestrecken. Eine weitere Attraktion ist der Wildsee auf 1847 m Höhe sowie der anspruchsvollste Bergmarathon Österreichs Kitz Alps Trail mit Start und Ziel in Fieberbrunn.

Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fieberbrunn liegt an der Hochkönigstraße und an der Salzburg-Tiroler-Bahn. Der Bahnhof Fieberbrunn wird von der S-Bahn Tirol, von Regional(express)zügen und einzelnen InterCity-Zügen bedient. Eine weitere Haltestelle befindet sich in Pfaffenschwendt.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

BW

Die Gemeinderat hat insgesamt 17 Mitglieder.

  • Mit den Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen in Tirol 1998 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 9 Liste Fieberbrunn, 3 Alt und Jung für Fieberbrunn, 3 SPÖ–Gemeinsam für Fieberbrunn, 2 Pfaffenschwendt mit Raimund Perwein und 1 FPÖ.[3]
  • Mit den Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen in Tirol 2004 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 8 Liste Fieberbrunn, 3 Alt und Jung für Fieberbrunn, 3 SPÖ–Gemeinsam für Fieberbrunn, 2 Pfaffenschwendt mit Raimund Perwein und 1 Grüne.[4]
  • Mit den Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen in Tirol 2010 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 9 Liste Fieberbrunn, 3 JUFI–Junge Fieberbrunner, 2 Pfaffenschwendt-Dorf-Rosenegg, 2 SPÖ–Gemeinsam für Fieberbrunn und 1 ÖVP-Heimatliste.[5]
  • Mit den Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen in Tirol 2016 hat der Gemeinderat folgende Verteilung: 9 Liste Fieberbrunn, 4 JUFI–Junge Fieberbrunner, 3 Gemeinsam für Fieberbrunn und 1 FPÖ.[6]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • bis 2015 Herbert Grander (Liste Fieberbrunn)
  • seit 2015 Walter Astner (Liste Fieberbrunn)

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1998 fanden in Fieberbrunn die Snowboard-Europameisterschaften der ISF statt. Für diesen Anlass wurde die Nu-Metal-Band Guano Apes beauftragt, den Song Lords of the Boards zu schreiben. Das Musikvideo zu diesem Lied wurde in Fieberbrunn gedreht.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Fieberbrunn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Landesgesetzblatt für Tirol, Nr. 82/1973. (Digitalisat)
  2. Eduard Widmoser: Tiroler Wappenfibel. Tyrolia-Verlag, Innsbruck 1978, ISBN 3-7022-1324-4, S. 32.
  3. Wahlergebnis Gemeinderatswahl 1998 in Fieberbrunn. Land Tirol, 15. März 1998, abgerufen am 28. Oktober 2020.
  4. Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2004 in Fieberbrunn. Land Tirol, 7. März 2004, abgerufen am 28. Oktober 2020.
  5. Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2010 in Fieberbrunn. Land Tirol, 14. März 2010, abgerufen am 28. Oktober 2020.
  6. Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2016 in Fieberbrunn. Land Tirol, 28. Februar 2016, abgerufen am 28. Oktober 2020.