Jürgen Wegmann

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Jürgen Wegmann
Spielerinformationen
Geburtstag 31. März 1964
Geburtsort Essen-BorbeckDeutschland
Größe 172 cm
Position Stürmer
Vereine in der Jugend
1969–1976
1976–1981
Wacker Bergeborbeck
Rot-Weiss Essen
Vereine als Aktiver
Jahre Verein Spiele (Tore)1
1981–1983
1984–1986
1986–1987
1987–1989
1989–1992
1993
1994
1995
Rot-Weiss Essen
Borussia Dortmund
FC Schalke 04
FC Bayern München
Borussia Dortmund
MSV Duisburg
Rot-Weiss Essen
1. FSV Mainz 05
65 (32)
70 (25)
28 (10)
58 (26)
47 0(8)
7 0(2)
5 0(0)
0 0(0)
Nationalmannschaft
1984–1985 Deutschland U-21 4 0(0)
1 Angegeben sind nur Liga-Spiele.

Jürgen „Kobra“ Wegmann (* 31. März 1964 in Essen-Borbeck) ist ein ehemaliger deutscher Fußballspieler. "Ich bin giftiger als die giftigste Schlange" ist ein Zitat des Mittelstürmers, nach dem er seinen Spitznamen erlangte. 1986 bewahrte er mit einem Tor in der 90. Minute Borussia Dortmund vor dem Bundesligaabstieg. 1989 wurde er mit dem FC Bayern München Deutscher Meister.

Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wegmann ist in Essen geboren und aufgewachsen. Sein Vater meldete ihn mit fünf Jahren bei Wacker Bergeborbeck an. Er durchlief ab der C-Jugend die Jugendmannschaften bei Rot-Weiss Essen und erzielte nach eigenen Aufzeichnungen in der Jugend 377 Treffer.[1]

RW Essen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei seinem „Stadtverein“ RW Essen erhielt Wegmann einen Lizenzspielervertrag, sein erster Einsatz als Profi war am 6. März 1982 (26. Spieltag). Beim 4:1-Heimerfolg über den SC Fortuna Köln erzielte er nach drei Minuten sein erstes Profi-Tor zum 1:0. In den ersten drei Spielzeiten in der 2. Bundesliga war er in 65 Spielen 32-mal erfolgreich.

Borussia Dortmund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Winterpause der Saison 1984/85 wechselte er für 1 Million DM Ablöse zum Erstligisten Borussia Dortmund.[1] Die Saison 1985/86 beendete der BVB als 16. und damit als Drittletzter der Bundesliga. Aufgrund dieser Platzierung mussten zwei Relegationsspiele gegen den Zweitligadritten ausgetragen werden, in diesem Fall gegen den SC Fortuna Köln. Die Borussia verlor das Hinspiel in Köln mit 0:2 und lag im Rückspiel zu Hause zur Halbzeit mit 0:1 zurück. In der zweiten Halbzeit ging Dortmund 2:1 in Führung. Wegmann erzielte in der letzten Spielminute das 3:1.[2] Damit musste ein Entscheidungsspiel ausgetragen werden, das das der BVB in Düsseldorf mit 8:0 gewann.

Borussia Dortmund verewigte Wegmann mit einem Stern auf dem BVB Walk of Fame.

Schalke 04[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zum Zeitpunkt der Relegationsspiele mit Dortmund stand sein Wechsel zum Ligakonkurrenten FC Schalke 04 zur Saison 1986/87 für eine Ablösesumme von 1,35 Millionen DM bereits fest. Mit Schalke wurde er 13. und erzielte zehn Tore in 28 Spielen, was ihm zum besten Torschützen der Knappen machte. Sein letztes Spiel für Schalke bestritt er in München bei den Bayern, die mit einem 1:0 Sieg ihren zweiten Meisterschafts-Hattrick unter Trainer Udo Lattek vollendeten.

FC Bayern München[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur darauf folgenden Saison wechselte er für eine Ablösesumme von 2 Millionen DM zum FC Bayern München, mit dem zu Beginn der neuen Saison den allerersten DFB-Supercup gewann. Im Finale des Supercups gegen den Hamburger SV erzielte er beim 2:1 Sieg beide Tore der Bayern. Nach seinem zweiten Treffer in der 87. Minute streckte ihn der HSV-Torwart Uli Stein mit einem Faustschlag nieder und wurde darauf des Platzes verwiesen. Nach der Vizemeisterschaft 1988 hinter dem SV Werder Bremen wurde er mit den Bayern 1989 auch Deutscher Meister. In seinen beiden Jahren bei Bayern unter Trainer Jupp Heynckes erzielte er jeweils 13 Ligatreffer und war damit vereinsintern Zweiter der Torschützenliste, zunächst hinter Lothar Matthäus und dann hinter Roland Wohlfarth, die beide jeweils 17 Tore erzielten. Wohlfahrt wurde mit den 17 Toren Bundesligatorschützenkönig. Ein persönlicher Höhepunkt Wegmanns war das Tor am 26. November 1988 per Drehseitfallzieher zum 1:0 Sieg gegen den 1. FC Nürnberg, das später zum Tor des Jahres gewählt wurde.

Borussia Dortmund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Sommer 1989 kehrte Wegmann für eine Ablösesumme von 1,95 Millionen DM für vier Spielzeiten zu Borussia Dortmund zurück. In den ersten beiden Saisons kam er regelmäßig zum Einsatz, in 45 Ligaspielen erzielte er acht Tore. In den letzten beiden Saisons stand er verletzungsbedingt nur jeweils einmal auf dem Platz.

Karriereausklang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Winterpause 1992-93 wechselte er zum Zweitligisten MSV Duisburg, wo er in sieben Spielen zweimal traf. Danach kehrte er zu Rot-Weiss Essen, ebenso in der 2. Bundesliga, zurück. Mit den Essenern stieg er ab und spielte noch eine Saison in der damals drittklassigen Regionalliga.

1995 wurde Wegmann für die symbolische Ablösesumme von einer DM vom Zweitligisten 1. FSV Mainz 05 verpflichtet, der ihn jedoch nur in einem einzigen Testspiel einsetzen konnte. Eine weitere schwere Verletzung in jenem Spiel sorgte für die Vertragsauflösung und Wegmanns Karriereende.

In 203 Bundesligaspielen erzielte Wegmann 69 und in 77 Zweitligaspielen 34 Tore.

Nationalmannschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwischen 1984 und 1985 spielte Wegmann viermal für die U-21-Nationalmannschaft; sein Debüt gab er am 27. März 1984 in Osnabrück beim 1:1-Unentschieden gegen die Sowjetunion. Es folgten die Spiele gegen Griechenland (0:0, am 17. April), Schottland (1:2, am 11. September) und 1985 gegen Portugal (1:2, am 23. Februar).

Nach der Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lange Jahre arbeitete Wegmann im Fanshop von Borussia Dortmund. Nachdem diese Anstellung zu Ende war, berichtete die Bild-"Zeitung": „So lebt der Torheld allein und von Hartz IV im Pott.“ Daraufhin vermittelte Bayern-Manager Uli Hoeneß Wegmann von April 2008 bis September 2012 eine Stelle als Sicherheitsmann für den Fanartikelshop des FC Bayern im Centro Oberhausen. Aus Gesundheitsgründen musste Wegmann später diese Beschäftigung aufgeben. „Sieben Stunden Stehen ging nicht mehr,“ merkte er an.

Wegmann lebt heute von Berufsunfähigkeitsrente in einer 44-m²-Wohnung in seiner Heimatstadt Essen.[3]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Franz-Josef Colli: „Kobra“ Wegmann wird 50, ausführlicher Bericht in: WAZ, Ausgabe Essen, vom 31. März 2014

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Traumhaft und unvergesslich: Tor des Jahres 1988, in: NRZ von 28. November 2013 (Sport in Essen)
  2. Details auf www.transfermarkt.de
  3. Hinweis in: Drei Karrieren, ein Verein. In: WAZ Essen vom 23. August 2014