Joan Didion

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel oder Abschnitt bedarf einer Überarbeitung:
Viele Einschätzungen für die jeweils Belege fehlen : who said it?

Hilf mit, ihn zu verbessern, und entferne anschließend diese Markierung.
Joan Didion (2008)

Joan Didion (* 5. Dezember 1934 in Sacramento) ist eine amerikanische Journalistin und Schriftstellerin. Didion schreibt regelmäßig für The New York Review of Books und The New Yorker. In Zusammenarbeit mit ihrem im Jahr 2003 verstorbenen Mann, dem Schriftsteller John Gregory Dunne, schrieb sie mehrere Drehbücher. Sie lebt in New York City.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Didion wuchs an verschiedenen Orten der USA auf. 1956 erhielt sie einen Abschluss (B.A. in Literatur) an der University of California, Berkeley. Danach arbeitete sie in New York für das Modemagazin Vogue.

Didion ist Autorin von fünf Romanen und sieben nichtfiktionalen Büchern (Stand 2012). In Didions Werken geht es oft um Kalifornien, speziell in den Sechzigerjahren des 20. Jahrhunderts. Ihre Schilderungen von Verschwörungstheoretikern, Paranoikern und Soziopathen (dazu zählt auch Charles Manson) gelten heute als fester Bestandteil amerikanischer Literatur. Ihre Sammlung von Essays, Slouching Toward Bethlehem (1968) und The White Album (1979) – ein Buch, das in einer Rezension als Hilfsmittel zur Definition Kaliforniens als "weltweite Hauptstadt der Paranoia" beschrieben wurde – machte sie als Beobachterin der amerikanischen Politik und Kultur bekannt. In einem ausgeprägten Reportagestil verbindet sie persönliche Erfahrungen mit sozialen Analysen. Dadurch wird sie oft mit Vertretern des Neuen Journalismus wie Tom Wolfe und Hunter S. Thompson in Zusammenhang gebracht, obwohl diese Verbindung von ihr selbst nie als besonders eng gewertet wurde. 1989 wurde sie in die American Academy of Arts and Sciences gewählt.

Didions Buch Where I Was From (2003) gilt als das Werk mit den stärksten biografischen Zügen. Es enthält sowohl gesammelte als auch neue Essays, Reflexionen und Mythen rund um Kalifornien. Auch geht sie darin auf das schwierige Verhältnis zu ihrem Geburtsort und ihrer Mutter ein. Indirekt wirkt es auch als Nachsinnen über den Mythos um die amerikanische Außengrenze, den wurzellosen, konsumorientierten Lifestyle, den Kalifornien mit vorangetrieben hat.

Für ihr Buch, The Year of Magical Thinking, erhielt sie 2005 den National Book Award (Nonfiction). Kurz vor Erscheinen des Buchs, in dem sie die Trauer um ihren verstorbenen Mann verarbeitet, starb Didions 39-jährige Adoptivtochter, Quintana Roo Dunne, an einer schweren Krankheit. Ihre Hoffnungslosigkeit nach dem Verlust auch ihrer Tochter beschreibt ihr letztes Buch "Blue Nights" (2011). Für 2012 wurde ihr die National Humanities Medal zugesprochen.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Romane[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1963 Run River
  • 1970 Play It As It Lays
  • 1977 A Book of Common Prayer
    • Wie die Vögel unter dem Himmel, dt. von Matthias Büttner; Droemer Knaur, München, Zürich 1978, ISBN 3-426-08891-6.
  • 1984 Democracy
  • 1996 The Last Thing He Wanted

Sachbücher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1968 Slouching Towards Bethlehem
  • 1979 The White Album
    • Das weiße Album. Eine kalifornische Geisterbeschwörung, dt. von Charlotte Franke; Kiepenheuer und Witsch, Köln 1983. ISBN 3-462-01566-7
  • 1983 Salvador
    • Salvador, dt. von Charlotte Franke; Kiepenheuer und Witsch, Köln 1984, ISBN 3-462-01610-5.
  • 1987 Miami
  • 1991 New York, Sentimental Journeys. In: The New York Review of Books, Jg. 38, Heft 1 & 2, Januar 1991
    • Überfall im Central Park. Eine Reportage, dt. von Eike Schönfeld; Hanser, München 1991, ISBN 3-446-16357-3.
  • 1992 After Henry
    • Nach Henry. Reportagen und Essays, dt. von Mary Fran Gilbert, Karin Graf und Sabine Hedinger; Rowohlt, Reinbek 1995, ISBN 3-498-01296-7.
  • 2001 Political Fictions
  • 2003 Where I Was From
  • 2003 Fixed Ideas. America Since 9.11.
  • 2005 The Year of Magical Thinking.
  • 2006 We Tell Ourselves Stories in Order to Live. Collected Nonfiction.
    • Wir erzählen uns Geschichten, um zu leben. dt. von Antje Rávic Strubel; Claassen, Berlin 2008, ISBN 978-3-546-00409-1.
  • Im Land Gottes. Wie Amerika wurde, was es heute ist. Essays, dt. von Sabine Hedinger und Mary Fran Gilbert; Tropen, Berlin 2006, ISBN 3-932170-85-7.
  • 2011 Blue Nights.

Drehbücher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Tracey Daugherty: The Last Love Song: A Biography of Joan Didion. St. Martin’s Press, New York 2015, ISBN 978-1-250-01002-5.
  • Sharon Felton (Hrsg.): The Critical Response to Joan Didion. Greenwood Press, Wesatport, Conn. 1994, ISBN 0-313-28534-9.
  • Ellen G. Friedman (Hrsg.): Joan Didion: Essays and Conversations. Ontario Review Press, Princeton, N.J. 1984, ISBN 0-86538-035-X.
  • Lynn Marie Houston und William V. Lombardi: Reading Joan Didion. Greenwood Press, Santa Barbara 2009, ISBN 978-0-313-36403-7.
  • Michelle C. Loris: Innocence, Loss and Recovery in the Art of Joan Didion. Peter Lang, New York 1989, ISBN 0-8204-0661-9.
  • Mark Z. Muggli: The Poetics of Joan Didion’s Journalism. In: American Literature 59:3, 1987, S. 402–421.
  • Mark Royden Winchell: Joan Didion. 2., revidierte Ausgabe. Twayne, Boston 1980, ISBN 0-8057-7535-8 (= Twayne’s United States Authors Series 370).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Joan Didion – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien