LGV Sud Europe Atlantique

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LGV Sud Europe Atlantique
Strecke der LGV Sud Europe Atlantique
Streckenlänge: 302 km
Stromsystem: 25 kV 50 Hz ~
Höchstgeschwindigkeit: 350 km/h
Strecke – geradeaus
LGV Atlantique nach Paris
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach rechts
223,0
0,0
Abzw von Saint-Avertin nach Poitiers
Straßenbrücke
4,x A85 (190 m)
Planfreie Kreuzung – unten
4,7 Bahnstrecke Tours–Châteauroux
Brücke über Wasserlauf (groß)
7,8 Viaduc über die Indre (450 m)
Abzweig – in Gegenrichtung: nach links
15,x Abzw von Monts von Tours
Brücke über Wasserlauf (groß)
30,x Viaduc de la Manse (130 m)
Tunnel
36,x Tranchée couverte de Maillé (100 m)
Strecke – geradeaus
37,x Abzw von La Celle-Saint-Avant
   
38,x nach Châtellerault
Brücke über Wasserlauf (groß)
41,6 Viaduc sur la Vienne(380 m)
Brücke (groß)
42,x Brücke über die A10 (465 m)
Planfreie Kreuzung – oben
68,x Bahnstrecke Loudun–Châtellerault
Tunnel
75,x Tranchée couverte de Villière (115 m)
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach links
86,x Abzw von Migné-Auxances nach Poitiers
Brücke über Wasserlauf (groß)
88,x Viaduc de l'Auxance
Brücke über Wasserlauf (groß)
88,x Viaduc de la Boivre
Straßenbrücke
102,x Brücke unter der A10
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach rechts
105,x Abzw von Fontaine-le-Comte Nord nach La Rochelle
Planfreie Kreuzung – oben
106,x Bahnstrecke Poitiers–La Rochelle
Abzweig – in Gegenrichtung: nach rechts
107,x Abzw von Fontaine-le-Comte Sud von Poitiers
Brücke über Wasserlauf (groß)
115,x Viaduc de la Vonne
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach rechts
172,x Abzw von Juillé nach Angoulême
Planfreie Kreuzung – oben
173,x Bahnstrecke Paris–Bordeaux
Brücke über Wasserlauf (groß)
176,x Viaduc de la Charente Nord
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach links
180,x Abzw von Villognon nach Angoulême
Planfreie Kreuzung – oben
181,x Bahnstrecke Paris–Bordeaux
Brücke über Wasserlauf (groß)
176,x Viaduc de la Charente Médiane
Brücke über Wasserlauf (groß)
206,x Viaduc de la Charente Sud
Planfreie Kreuzung – oben
206,x Bahnstrecke Beillant–Angoulême
Brücke über Wasserlauf (groß)
208,x Viaduc de la Boème
Abzweig – in Gegenrichtung: nach rechts
213,x Abzw von La Couronne von Angoulême
Brücke über Wasserlauf (groß)
216,x Viaduc du Claix
Brücke über Wasserlauf (groß)
225,x Viaduc de la Font des Filles
Brücke über Wasserlauf (groß)
244,x Viaduc des Lorettes
Brücke über Wasserlauf (groß)
245,x Viaduc de la Poussonne
Brücke über Wasserlauf (groß)
250,x Viaduc du Palais
Brücke über Wasserlauf (groß)
251,x Viaduc de la Nauve du Merle
Brücke über Wasserlauf (groß)
252,x Viaduc de l'Agrière
Brücke über Wasserlauf (groß)
255,x Viaduc de la Goujonne
Brücke über Wasserlauf (groß)
259,x Viaduc du Mouzon
Brücke über Wasserlauf (groß)
265,x Viaduc du Lary
Brücke über Wasserlauf (groß)
274,x Viaduc du Meudon Nord
Brücke über Wasserlauf (groß)
277,x Viaduc du Meudon Sud
Brücke über Wasserlauf (groß)
279,x Viaduc de la Saye
Brücke über Wasserlauf (groß)
295,x Viaduc du marais de la Virvée
Brücke über Wasserlauf (groß)
296,x Viaduc de la Dordogne
Strecke – geradeaus
Planfreie Kreuzung – oben
Bahnstrecke Chartres–Bordeaux
Abzweig – in Gegenrichtung: nach rechts
300,67 Abzw von Ambarès von Libourne
Strecke – geradeaus
nach Bordeaux

Die LGV Sud Europe Atlantique (kurz: LGV SEA) ist eine Schnellfahrstrecke in Frankreich. Sie wurde am 02. Juli 2017 eröffnet und verbindet als südliche Verlängerung der LGV Atlantique die Städte Tours und Bordeaux. Ihre Länge beträgt 302 Kilometer, hinzu kommen 38 Kilometer Anschlussstrecken an die Bahnhöfe von Poitiers und Angoulême. Die Trasse verläuft weitgehend parallel zur alten, inzwischen überlasteten Eisenbahnstrecke. Ausgelegt ist die LGV Sud Europe Atlantique für eine Höchstgeschwindigkeit von 350 Kilometern pro Stunde, befahren wird sie zunächst mit 300 Kilometern pro Stunde.

Mit Inbetriebnahme hat sich die Strecke zwischen Paris und Bordeaux auf 537,14 km verkürzt. Die schnellsten TGV benötigen dafür zwei Stunden und vier Minuten, die Reisegeschwindigkeit liegt dann bei 259,9 km/h.[1]

Finanzierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Strecke wurde vom Baukonzern Vinci in einem Betreibermodell errichtet. Das Unternehmen setzte sich damit gegen die Konkurrenten Bouygues und Eiffage durch. An dem Konsortium sind unter anderem die Bank Caisse des Dépôts und der Versicherungskonzern Axa beteiligt.[2]

Die Hälfte der geplanten Bausumme von 7,2 Milliarden Euro geben Zentralstaat und Gebietskörperschaften als Zuschuss, den Rest bringt Vinci auf.[3] Dem steht, einschließlich erwarteter Preissteigerungen, ein festes Budget von 7,8 Milliarden Euro gegenüber.[4][1] Dafür darf der Konzern 35 Jahre lang Nutzungsgebühren erheben. Zur Finanzierung soll Vinci einen Kredit der Europäischen Investitionsbank über drei Milliarden Euro erhalten. Der Personenverkehr zwischen Paris und Bordeaux könnte durch die neue Linie um drei Millionen auf 19 bis 20 Millionen Reisende pro Jahr steigen.[4]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vorbereitungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 25. September 1990 wurde der bis Saint-Pierre-des-Corps nahe Tours führende Südwestast der LGV Atlantique in Betrieb genommen. Seither verkehren TGV-Züge zwischen Paris und Bordeaux. Der am 1. April 1992 vorgestellte Gesamtplan für die französischen Hochgeschwindigkeitsstrecken enthielt dann das Projekt einer LGV Aquitaine genannten Linie als Verlängerung der LGV Atlantique nach Bordeaux. 1997 bis 1998 wurden erste Machbarkeitsstudien hierzu durchgeführt. Vor der Realisation wurde die Strecke dann in zwei Abschnitte aufgeteilt: Tours-Angoulême und Angoulême-Bordeaux.

Tours-Angoulême[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu diesem Streckenabschnitt wurden erst zwischen 2004 und 2006 Studien erstellt. Am 16. April 2007 wurde das Projekt dann offiziell vom Verkehrsministerium abgesegnet. Das vorrangige öffentliche Interesse hieran wurde im Frühjahr 2009 erklärt.

Angoulême-Bordeaux[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach offiziellen Studien 2001–2003 wurde 2005 das Raumordnungsverfahren eingeleitet. Am 20. Juli 2006 wurde das vorrangige öffentliche Interesse am Projekt offiziell festgestellt. Als Vorbereitung zum Bau der Hochgeschwindigkeitsstrecke wurde bis 2008 eine zweite parallele Eisenbahnbrücke über die Garonne in Bordeaux errichtet. Bis September 2010 wurde das zweite Gleispaar an den Bahnhof Bordeaux Saint-Jean angeschlossen.[5]

Bau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den Jahren 2010 bis 2011 wurden Vorarbeiten ausgeführt, wie zum Beispiel die Abholzung von Wäldern oder auch Archäologische Grabungen auf der späteren Trasse. Die eigentlichen Tiefbauarbeiten und der Bau der Kunstbauwerke begann Ende 2011 und dauerte bis Anfang 2015. Während des Jahres 2015 wurde die Strecke mit der Eisenbahn-Infrastruktur ausgestattet. Ab Mitte 2016 fanden dann die ersten Testfahrten statt.[6][7]

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Strecke wird, wie jede Neubaustrecke in Frankreich, mit 25 kV 50 Hz Wechselspannung elektrifiziert. Die Signalisierung besteht aus TVM 430 und ETCS Level 2; sie wird von Ansaldo STS geliefert werden. Insgesamt werden 60 Millionen Euro investiert, wovon 47 Mio. auf das TVM 430 und 13 Mio. auf ETCS Level 2 entfallen.[8]

Die Strecke ist an acht Stellen, mit einer Gesamtlänge von 38 km, mit dem Bestandsnetz verbunden. Bahnhöfe außerhalb von Städten, wie an früheren französischen Hochgeschwindigkeitsstrecken, sind nicht mehr vorgesehen.[1]

Fahrzeuge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als rollendes Material wurden 40 weitere TGV Duplex bei der Firma Alstom bestellt, die bis Ende 2019 komplett ausgeliefert werden sollen. Sie sollen die bisherigen TGV Atlantique nach und nach ersetzen. Der Preis je Einheit beträgt 30 Millionen Euro.[9]

Geplante Weiterführungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zum Jahr 2020 sollen von Bordeaux aus zwei weiterführende Hochgeschwindigkeitsstrecken errichtet werden: Die LGV Bordeaux–Espagne zur spanischen Grenze nach Irun und die LGV Bordeaux–Toulouse. Die Fahrzeit von Paris nach Toulouse wird dann nur noch gut drei Stunden betragen gegenüber fünf Stunden heute.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Reinhard Christeller: Faster to the Gironde. In: Railway Gazette International. Band 171, Nr. 3, 2015, ISSN 0373-5346, S. 38–41.
  2. Meldung Vinci baut Schnellfahrstrecke. In: Eisenbahn-Revue International, Heft 5, 2010, ISSN 1421-2811, S. 243
  3. Isabelle Rey-Lefebvre: Vinci décroche le contrat de 7,2 milliards d'euros pour la ligne TGV Tours-Bordeaux. In: Le Monde vom 31. März 2010, S. 16
  4. a b Christian Schubert: Vinci soll TGV-Strecke betreiben. In: FAZ Nr. 78 vom 3. April 2010, S. 14.
  5. Bordeaux le pont Garonne
  6. LGV SEA TOURS-BORDEAUX PRESENTATION auf lgv-sea-tours-bordeaux.fr
  7. LGV Sud Europe Atlantique Tours-Bordeaux 16/6/2011
  8. ETCS overlay for Tours - Bordeaux high speed line auf railwaygazette.com, abgerufen am 20. November 2013.
  9. [1]