Landesamt für Ausbildung, Fortbildung und Personalangelegenheiten der Polizei NRW

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Landesamt für Ausbildung, Fortbildung und Personalangelegenheiten der Polizei NRW (LAFP NRW)
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Staatliche Ebene Land
Stellung Landesoberbehörde
Aufsichtsbehörde Ministerium für Inneres und Kommunales des Landes Nordrhein-Westfalen
Gründung 1. Juli 2007
Hauptsitz Selm, Nordrhein-Westfalen
Behördenleitung Michael Frücht
Bedienstete ca. 1.400
Website www.polizei.nrw.de/lafp

Das Landesamt für Ausbildung, Fortbildung und Personalangelegenheiten der Polizei NRW (kurz LAFP NRW) ist eine der drei Landesoberbehörden der Polizei Nordrhein-Westfalen, neben dem Landeskriminalamt Nordrhein-Westfalen (LKA NRW) und dem Landesamt für Zentrale Polizeiliche Dienste (LZPD NRW). Das LAFP NRW ist der zentrale Bildungsdienstleister der Polizei NRW, mit Standorten in ganz Nordrhein-Westfalen. Darüber hinaus übt das LAFP NRW Aufsichtsaufgaben über die Kreispolizeibehörden (KPB) aus und hat eine aufsichtsunterstützende Funktion für das Ministerium des Innern des Landes NRW (IM NRW).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Standort Selm-Bork[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Zweiten Weltkrieg begann ab 1951 auf Basis eines Verwaltungsabkommens mit dem Bund auch Nordrhein-Westfalen mit der Errichtung von Bereitschaftspolizeieinheiten. Am 26. November 1951 marschierte die neu gegliederte 1. Hundertschaft von Münster nach Selm-Bork. Hier bezog sie die noch intakten Gebäude der ehemaligen Luftwaffenmunitionshauptanstalt Bork, die von 1936 bis 1939 errichtet worden war. 1952 folgen die 2., 3. und die 4. Hundertschaft. Im Laufe der 1950er Jahre wurden weitere Wirtschaftsgebäude errichtet.

1969 wurde die Liegenschaft in Selm-Bork zur Direktion der Bereitschaftspolizei NRW (BPD), mit der Folge, dass ihr sämtliche Abteilungen der Bereitschaftspolizei des Landes NRW unterstellt wurden. In den 1970er Jahren wurden moderne Unterkünfte mit 1197 Unterbringungsmöglichkeiten, eine Dreifachsporthalle, eine Schwimmhalle, eine Mensa und ein Heizkraftwerk neu errichtet.

1975 wurde der Werbe- und Auswahldienst der Direktion der Bereitschaftspolizei in Bork unterstellt.

1981 wurde die Film- und Bildstelle von der Bereitschaftspolizei-Abteilung Essen zur Direktion der Bereitschaftspolizei in Bork verlegt.

In den 1990er Jahren wurde die Bereitschaftspolizei in Nordrhein-Westfalen abermals neu organisiert. Die Bereitschaftspolizei verließ den Standort Selm und wurde den Kreispolizeibehörden angegliedert. Die neu gegründete Direktion für Ausbildung der Polizei NRW (PAD) übernahm die Leitungsaufgaben der polizeilichen Ausbildung, das Polizeiausbildungsinstitut Selm (PAI) die Ausbildung in Selm-Bork.

Am 11. September 2003 wurden die bisherigen Polizeieinrichtungen PAI Selm, PAI Schloß Holte-Stukenbrock, PAI Brühl und Linnich, die Polizeifortbildungsinstitute (PFI) Münster, PFI Neuss sowie die Landespolizeischule für Diensthundführer im neu errichteten Institut für Aus- und Fortbildung der Polizei NRW (IAF NRW) zusammengeführt. Damit verloren die bisherigen einzelnen Standorte ihre Eigenständigkeit. Seitdem hat die Leitung der neu strukturierten Behörde ihren Hauptsitz am Standort in Selm-Bork.

Am 1. Juli 2007 wurde das IAF NRW in die neu geschaffene Landesoberbehörde Landesamt für Ausbildung, Fortbildung und Personalangelegenheiten der Polizei NRW überführt.[1]

Bildungszentrum „Carl Severing“ Münster[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1919 errichtete ein Organisationsstab der rheinisch-westfälischen Sicherheitswehr fünf Polizeischulen in ehemaligen Kriegsgefangenenlagern in Münster und Ostwestfalen: zwei im Lager Haus Spital bei Münster-Nienberge, zwei im sog. Rennbahnlager in der Nähe Hammer Straße in Münster und eine im Sennelager nördlich von Paderborn.

Am 20. November 1920 wurde per Erlass des preußischen Innenministers Carl Severing die Polizeischule Münster im Rennbahnlager gegründet, und zwar mit Zuständigkeit für die Schutzpolizei der Provinz Westfalen und den Regierungsbezirk Düsseldorf. Nach einem Großfeuer im Rennbahnlager Ende Februar 1921 bezog die Schule ein Ausweichquartier im Haus Spital, am 18. Mai 1922 schließlich die neue Unterkunft in der Grevener Str. 69–71. Eine Nebenstelle wurde von 1923 bis 1925 in Höxter eingerichtet.

1926 erhielt Bonn eine Polizeischule für die Rheinprovinz. Die Polizeischule Münster bekam jetzt die offizielle Bezeichnung Staatliche Polizeischule Münster.[2] Sie belegte ab 1928 einen Teil, ab 1930 die gesamte Aegidiikaserne. Im April 1934 wurde sie als Landespolizeischule der Landespolizei zugeordnet, im Oktober 1934 als Landespolizeiabteilung Teil der Polizeigruppe Dortmund.

Am 9. April 1935 wurde sie in das Generalkommando der Wehrmacht übernommen, so dass am Standort Münster keine Polizeischule mehr existierte.

Nach dem Zweiten Weltkrieg lief in der neu gegründeten Zentral-Polizeischule für die britische Zone in Hiltrup (heute: Deutsche Hochschule der Polizei) der 1. Polizei-Fachlehrer-Überprüfungslehrgang für etwa 30 Polizeibeamte. Der Leiter dieser Polizeischule erhielt den Auftrag zur Gründung einer Polizeischule im Haus Spital. Am 5. September 1945 fand im Beisein von Vertretern der alliierten Militärregierung die offizielle Eröffnung der Polizeischule statt. Sie erhielt Bekanntheit unter dem Namen Regional-Polizeischule-Münster.[3]

Mit dem 1. Januar 1947 wurde die deutsche Polizei der britischen Oberhoheit entzogen. Sie unterstand von nun an den deutschen Stellen, glich in ihrer Organisation aber weiterhin dem englischen Vorbild. Die damals in Münster, Düsseldorf, Bonn und Wuppertal bestehenden Polizeischulen unterstanden als nunmehrige Landes-Polizeischulen unmittelbar dem neu gebildeten Land Nordrhein-Westfalen.[4] Am 15. Februar 1947 erhielt die Regional-Polizeischule Münster die Bezeichnung Landes-Polizeischule Münster (LPS).[5]

Am 5. April 1949 begann auf dem Gelände der ehemaligen Schlieffen-Kaserne an der Weseler Straße der Schulbetrieb und am 26. April 1945 wurde sie als Landespolizeischule Carl Severing in Gegenwart des Namensgebers eröffnet. Sie existierte bis zum 31. Oktober 1974, in den letzten fünf Jahren parallel zur Höheren Landespolizeischule Nordrhein-Westfalen, die am 1. Oktober 1969 auf dem gleichen Gelände ihren Betrieb aufnahm.

Nach dem Auslaufen der Landespolizeischule und der Übernahme all ihrer Gebäude wurde sie ab dem 1. Januar 1975 zur Höheren Landespolizeischule „Carl Severing“ (HLPS), die von 1985 bis 2003 eine Fortbildungsstätte in Essen als Außenstelle Schloß Schellenberg betrieb.

Ab 15. März 1996 erfolgte die Umbenennung in Polizeifortbildungsinstitut „Carl Severing“ Münster (PFI „CS“ Münster) mit Standorten in Essen-Schellenberg, Selm-Bork, Hemer, Linnich und Teveren.

Am 11. September 2003 wurde es als Bildungszentrum „Carl Severing“ Münster in das neu gegründete Institut für Aus- und Fortbildung der Polizei NRW (IAF NRW), ab 2007 im Landesamt für Ausbildung, Fortbildung, Personalangelegenheiten der Polizei Nordrhein-Westfalen (LAFP NRW), überführt.

Behördenleiter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Dieter Schmidt (2007–2015)
  2. Michael Frücht (seit 2015)[6]

Standorte und Liegenschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

LAFP NRW - Liegenschaft Selm

Das LAFP NRW hat seinen Hauptsitz in Selm, darüber hinaus gibt des Liegenschaften und Standorte in Brühl, Neuss, Schloß Holte-Stukenbrock, Münster und Hemer und Wuppertal.

Ort Bezeichnung Beschäftigte
Selm-Bork LAFP NRW Selm ca. 650
Brühl Bildungszentrum Brühl ca. 215
Neuss Bildungszentrum Neuss ca. 100
Schloß Holte-Stukenbrock Bildungszentrum „Erich Klausener“ Schloß Holte-Stukenbrock ca. 210
Münster Bildungszentrum „Carl Severing“ Münster ca. 175
Hemer Trainingszentrum Hemer ca. 3
Wuppertal Standort Wuppertal (Landespolizeiorchester) ca. 50

Für das Fahr- Sicherheitstraining unterhält das LAFP NRW Trainingszentren in Everswinkel und Teveren.

Angrenzend an die Liegenschaft am Hauptsitz in Selm, hat das LAFP NRW, auf dem ehemaligen Gelände des von der Bundeswehr aufgegebenen Gerätedepots Selm-Bork, ein Trainingsgelände eingerichtet, auf dem Übungen der Aus- und Fortbildung stattfinden.

Aufgaben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das LAFP NRW hat vielfältige Aufgaben[7], insbesondere

Die Polizei NRW unterhält als einzige deutsche Landespolizei eine eigene Diensthundzucht beim LAFP NRW in der Liegenschaft in Schloß Holte-Stukenbrock. Hier sind auch die speziellen Spürhunde (Leichenspürhunde, Brandmittelspürhunde, Mantrailinghunde) der Polizei NRW zentral untergebracht, welche die einzigen operativen Kräfte des LAFP NRW darstellen.

Auch das Landespolizeiorchester NRW ist dem LAFP NRW zugeordnet.

Organisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Abteilung 1 - Fachbereich Einsatz, Gefahrenabwehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Dezernat 11: Fortbildungsstelle Einsatztraining, Fortbildungsstelle Polizeisport
  • Dezernat 12: Einsatzbewältigung aus besonderem Anlass
  • Dezernat 13: Auslandsverwendungen
  • Dezernat 14: Ausbildung am Standort Selm
  • Dezernat 15: Diensthundwesen

Abteilung 2 - Fachbereich Kriminalitätskontrolle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Dezernat 21: Kriminalfachliche Ermittlungen
  • Dezernat 22: Kriminalfachliche Querschnittsaufgaben
  • Dezernat 23: Kriminalstrategie, Kriminalprävention, Wissenschaftliche Unterstützung
  • Dezernat 24: Ausbildung am Standort Brühl

Abteilung 3 - Fachbereich Führung, Management und Recht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Dezernat 31: Personalentwicklung, Kompetenztraining
  • Dezernat 32: Rechts- und Verwaltungsangelegenheiten, Organisationsentwicklung
  • Dezernat 33: Führungsfortbildung, Ratsausbildung
  • Dezernat 34: Konfliktprävention/-intervention, Sozialwissenschaftlicher Dienst/Interkulturelle Kompetenz

Abteilung 4 - Fachbereich Verkehrssicherheit, Technik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Dezernat 41: Verkehrsüberwachung, Verkehrsunfallbearbeitung
  • Dezernat 42: Verkehrssicherheitsberatung
  • Dezernat 43: Technik, Fahr- und Sicherheitstraining
  • Dezernat 44: Ausbildung am Standort Schloß Holte-Stukenbrock

Abteilung 5 - Landeszentrale Personalangelegenheiten, Aus- und Fortbildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Dezernat 51: Allgemeine Personalangelegenheiten, Gleichstellung landesweit, Beschwerdemanagement, Disziplinarrecht, Polizeiärztlicher Dienst
  • Dezernat 52: Örtliche und zentrale Fortbildung, Ausbildung, Öffentlichkeitsarbeit/Landespolizeiorchester
  • Dezernat 53: Landeszentrale Personalauswahl

Zentralabteilung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Dezernat 1: Interne Personalangelegenheiten, Gleichstellungsbeauftragte, Haushalts- und Wirtschaftsangelegenheiten, interne Fortbildung
  • Dezernat 2: Organisation, Grundsatzangelegenheiten, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Führung und Steuerung, Behördencontrolling, Innenrevision, Datenschutz
  • Dezernat 3: Bau- und Liegenschaftsangelegenheiten, Veranstaltungsmanagement, IuK-Technik, Kfz-, Waffen- und Geräteangelegenheiten

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. LAFP NRW vom Gestern zum Heute - Eine Chronik der Jahrzehnte / 2. Auflage Januar 2008
  2. Landes-Polizeischule „Carl Severing“ Münster (Hrsg.): Die Geschichte der Polizeischule Münster (Westf.) 1920–1960. E. Sommer-Verlag, Ahlen 1961, S. 51.
  3. Landes-Polizeischule „Carl Severing“ Münster (Hrsg.): Die Geschichte der Polizeischule Münster (Westf.) 1920–1960. E. Sommer-Verlag, Ahlen 1961, S. 92.
  4. Landes-Polizeischule „Carl Severing“ Münster (Hrsg.): Die Geschichte der Polizeischule Münster (Westf.) 1920–1960. E. Sommer-Verlag, Ahlen 1961, S. 102.
  5. Landes-Polizeischule „Carl Severing“ Münster (Hrsg.): Die Geschichte der Polizeischule Münster (Westf.) 1920–1960. E. Sommer-Verlag, Ahlen 1961, S. 105.
  6. Presse und Mediathek MIK NRW http://www.mik.nrw.de/presse-mediathek/aktuelle-meldungen/archiv/archiv-meldungen-im-detail/news/erfahrener-polizist-wird-neuer-chef-im-landesamt-fuer-aus-und-fortbildung-innenminister-jaeger.html
  7. Internetauftritt Polizei NRW http://www.polizei.nrw.de/lafp/artikel__9122.html
  8. Bewerbungsportal Polizei NRW https://www.polizeibewerbung.nrw.de/