Selm

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Selm
Selm
Deutschlandkarte, Position der Stadt Selm hervorgehoben
Koordinaten: 51° 41′ N, 7° 29′ O
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Arnsberg
Kreis: Unna
Höhe: 78 m ü. NHN
Fläche: 60,41 km²
Einwohner: 26.603 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 440 Einwohner je km²
Postleitzahl: 59379
Vorwahlen: 02592, 02306Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: UN, LH, LÜN
Gemeindeschlüssel: 05 9 78 032
Stadtgliederung: 4 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Adenauerplatz 2
59379 Selm
Webpräsenz: www.selm.de
Bürgermeister: Mario Löhr (SPD)
Lage der Stadt Selm im Kreis Unna
Dortmund Ennepe-Ruhr-Kreis Hagen Hamm Kreis Coesfeld Kreis Soest Kreis Warendorf Märkischer Kreis Bergkamen Bönen Fröndenberg/Ruhr Holzwickede Kamen Lünen Schwerte Selm Unna WerneKarte
Über dieses Bild

Selm ist eine Stadt in Nordrhein-Westfalen, Deutschland. Sie liegt im südlichen Münsterland nördlich der Lippe. Seit 1975 gehört Selm zum Kreis Unna und zum Regionalverband Ruhr.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Selm liegt innerhalb der Großlandschaft der Westfälischen Bucht in der naturräumlichen Haupteinheit des Kernmünsterlands an der südwestlichen Grenze. Der Ortsteil Bork im Süden grenzt an die Lippe, die Bauerschaft Ternsche im Nordwesten an die Stever. Die Ministerkonferenz für Raumordnung legte fest, dass Selm innerhalb der Metropolregion Rhein-Ruhr liegt. Dem städtischen Verdichtungsraum des Ruhrgebiets wird Selm demnach also offiziell zugerechnet. Die Stadt Selm nahm deshalb auch am Kultur- und Großprojekt Ruhr.2010 teil.

Geologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unter kreidezeitlichen Mergelschichten liegt in Selm kohleführendes Karbon. In der Beschreibung der Nordwanderung des Ruhrbergbaus wird das Gebiet Selms der Lippezone zugerechnet. Heute erfolgt Kohleabbau ausschließlich in dieser bis in das Münsterland hineinreichenden Zone. Der Abbau unter Selm erfolgte zuletzt durch das Bergwerk Ost der Deutschen Steinkohle AG.

Stadtgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das ursprüngliche Gemeindegebiet wurde aus den Bauerschaften Dorfbauerschaft, Beifang, Ondrup, Ternsche und Westerfelde gebildet und hat sich seit 1815 bis zur Eingemeindung Borks nur sehr wenig geändert.

Die kreisangehörige Stadt Selm gliedert sich in vier Stadtteile. Dem im Norden des Stadtgebiets gelegenen namensgebenden Selm (mit den Bauerschaften Ternsche, Westerfelde und Ondrup) fügt sich südlich Beifang an. Im Südwesten des Stadtgebiets liegen der Verwaltungssitz Bork (mit den Bauerschaften Altenbork und Hassel) und östlich davon Cappenberg (mit der Bauerschaft Netteberge).

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Selm grenzt an folgende Gemeinden (im Uhrzeigersinn, von Norden beginnend): Lüdinghausen, Nordkirchen (beide im Kreis Coesfeld), Werne, Lünen (beide im Kreis Unna) sowie Waltrop, Datteln (beide im Kreis Recklinghausen) und Olfen (Kreis Coesfeld).

Daten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der höchste Punkt der Stadt befindet sich mit 111,7 m über NN an der Ecke Borker Straße / Cappenberger Damm / Freiherr-vom-Stein-Straße.

Der niedrigste Punkt mit 44,0 m über NN liegt im Dahler Holz an der Lippe.

Die größte Ausdehnung der Stadt beträgt in Nord-Süd-Richtung 10,7 km und in Nord-West-Richtung 9,8 km.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erste Siedlungsspuren stammen aus der Jungsteinzeit nach Ausgrabungen in der Bauerschaft Ternsche.

Urkundlich erwähnt wurde der Ort erstmals im Jahr 858 als zinspflichtig gegenüber der Reichsabtei Herford mit dem Namen „Seliheim“. Daraus entwickelte sich später über „Selheim“ und „Selhem“ der heutige Name „Selm“.

Seit Anfang des 19. Jahrhunderts bis 1946 gehörte Selm zur preußischen Provinz Westfalen. Nach 1815 wurde aus den Kirchspielen Bork, Selm und Altlünen die Bürgermeisterei Bork gebildet. 1843 wurde mit Einführung der Westfälischen Landgemeindeordnung die Bürgermeisterei zum Amt Bork mit den Gemeinden Bork, Selm und Altlünen. Das Amt gehörte bis Ende 1974 dem Kreis Lüdinghausen an.

Hermann-Siedlung, Selm (1909–1923)

1906 wurde mit dem Abteufen der Zeche Hermann in Beifang begonnen. Die Industrialisierung brachte ein Anwachsen der Einwohnerzahl der Gemeinde Selm von 2.000 auf 10.000 mit sich. Die Zeche beschäftigte bis zu 3.500 Arbeitnehmer. Die hohe Zahl der Arbeitslosen durch die Stilllegung des Bergwerks im Jahr 1926 brachte die Gemeinde in eine wirtschaftliche Notlage.

Nach dem Zweiten Weltkrieg lebten viele Bergleute – vor allem der Zeche Minister Achenbach im Lüner Stadtteil Brambauer – und Bergbaurentner mit ihren Familien in Selm-Beifang. Die Gemeinde entwickelte sich im Verlauf der Zeit zu einer Wohnstadt für viele Menschen, die im Ruhrgebiet arbeiten. 1958 feierte Selm sein 1100-jähriges Bestehen.

Die Stadtrechte erhielt Selm mit Wirkung vom 27. September 1977.[2]

Bundesweite Bekanntheit erreichte Selm durch die vom ADAC und vom MSC Bork 1997 durchgeführte Aktion „(K)ein Schild in Selm“, bei der eine Woche lang 600 der 1100 Verkehrsschilder in Selm mit einem gelben Sack verhängt waren. Ziel dieser Aktion war es, auf den wachsenden Schilderwald aufmerksam zu machen. Nach der Aktion wurden 43 Prozent der Schilder abmontiert. Noch heute wird in verschiedenen Medien auf diese Aktion hingewiesen. Der ADAC spricht sogar vom „Selmer Modell“, wenn Städte versuchen, ihren Schilderwald einzudämmen.[3]

Am 13. Juni 2008 jährte sich zum 1150. Mal die erste urkundliche Erwähnung Selms.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Januar 1975 wurden die ehemals zum Amt Bork gehörenden Gemeinden Selm (mit dem Ortsteil Beifang) und Bork (mit dem Ortsteil Cappenberg) im Zuge einer Gebietsreform zur neuen Gemeinde Selm zusammengeschlossen.[2] Ursprünglich war überlegt worden, der neu entstehenden Gemeinde den Namen Botzlar zu geben. Dieser Plan wurde jedoch verworfen.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vor der Eingliederung der Gemeinde Bork hatte die Gemeinde Selm die folgenden Einwohnerzahlen (1987 und 2013 Selm in den Grenzen vor 1975)[2][4]:

Jahr 1815 1909 1914 1926 1931 1933 1961 1970 1974 1987 2013
Einwohner 1.150 ≈ 2.000 ≈ 8.000 11.634 10.892 11.297 14.245 15.493 15.373 16.435 18.968

Jeweils am 31. Dezember (1987 und 2011: Ergebnisse der Volkszählungen) hatte die Stadt Selm die folgenden Einwohnerzahlen:

Jahr 1987 1998 2000 2002 2004 2006 2008 2009 2011 2012 2013 2014
Einwohner 23.598 26.842 27.240 27.448 27.496 27.456 27.247 27.123 26.017 25.697 25.553 25.557

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das wichtigste politische Organ der Stadt ist der Stadtrat, der über die Angelegenheiten der Kommune entscheidet.

Nach der Kommunalwahl vom 25. Mai 2014 ergab sich folgende Verteilung der 32 Sitze im Stadtrat:[5]

CDU SPD Grüne1 FDP Linke UWG2
10 Sitze (− 1) 11 Sitze (− 1) 2 Sitze (+ 2) 1 Sitz (− 1) 2 Sitze (+ 1) 6 Sitze ( – )

1 Grüne: 1984 und 1989: Grüne, ab 1994: B’90/Grüne     2 Unabhängige Wählergemeinschaft Selm e.V.

Ergebnisse der Kommunalwahlen ab 1975[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Liste[6][7][8][9][10] werden nur Parteien und Wählergemeinschaften aufgeführt, die mindestens 1,95 Prozent der Stimmen bei der jeweiligen Wahl erhalten haben.

Jahr SPD CDU UWG Grüne Linke FDP
1975 44,5 52,0 3,5
1979 46,7 49,6 3,7
1984 43,8 45,7 10,4
1989 42,8 41,4 15,8
1994 43,5 46,2 10,4
1999 33,1 56,6 10,4
2004 31,4 47,2 17,4 4,0
2009 36,3 35,1 19,1 4,4 5,1
2014 32,8 32,4 19,2 6,8 6,6 2,2

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1919 − 1927: Heinrich Kamphaus, Zentrum
  • 1927 − 1929: Hugo Kamphaus, Zentrum
  • 1929 − 1933: August Uphues genannt Feldmann, Zentrum
  • April 1933 − August 1933: Fritz Wille, NSDAP
  • 1933 − 1945: Wilhelm Held, NSDAP
  • 1946 − 1948: Wilhelm Brüggemann, CDU
  • 1948 − 1962: Wilhelm Liebetrau, SPD
  • 1962 − 1964: Ernst Kraft, CDU
  • 1964 − 1969: Bernd Jakob, SPD
  • 1969 − 1989: Ernst Kraft, CDU (zum zweiten Mal)
  • 1989 − 1999: Inge Hamann, SPD
  • 1999 − 2004: Marie-Lis Coenen, CDU
  • 2004 − 2009: Jörg Hußmann, CDU
  • 2009 – 2020: Mario Löhr, SPD

Bei der Wahl im August 2009 erhielt Mario Löhr 41,4 Prozent der Stimmen. Bei der Wahl im September 2015 erhielt Mario Löhr 79 Prozent Ja-Stimmen. Es gab keinen Gegenkandidaten.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen zeigt in Rot eine goldene Linde, im Schildhaupt darüber in Gold drei rote Rosen mit goldenen Butzen und grünen Kelchblättern. Dieses Wappen wurde der Stadt 1977 von der Bezirksregierung in Arnsberg genehmigt.

Die Linde, Symbol der Vemlinde in Selm, stammt aus dem alten Selmer Wappen. Das Bild war bereits Bestandteil eines 1966 geschaffenen Wappens der Gemeinde Selm. Darunter befand sich die Toreinfahrt und Dorfzufahrt zur heutigen Altstadt. Die Vemestätte in der Bauerschaft Westerfelde in Selm ist der älteste Nachweis gemeindlicher Rechtstätigkeit vor Ort. Von den 23 Blättern im heutigen Wappen sind acht im äußeren Blattkranz nur mit der Spitze zu sehen, dreizehn sind in zwei seitlichen Fünfergruppen und in einer Dreiergruppe darüber voll zu sehen. Im unteren Blattbereich sind zwei halb zu sehen. Diese beiden unteren Blätter sind erst im heutigen Wappen der Sommerlinde links wie rechts zugefügt. Die Farbe der Linde wurde für das heutige Stadtwappen Selms verändert.

Die drei Rosen stammen aus dem Wappen der Adelsfamilie vom Stein. Die heraldische Rose belegt seit dem 12. Jahrhundert ein in ganz Deutschland verwendetes Wappensymbol. Die Farbe rot entstammt der Grundfarbe des Westfälischen Wappens. Das Gelb wurde seit der kirchlichen Herrschaft zugefügt. So entsprechen die Farben den historischen Farben des Fürstbischofs von Münster, der im Gebiet des heutigen Selm bis zu seiner Absetzung (1803) die Herrschaftsrechte ausübte. Gleichzeitig sind es die historischen Farben des Wappens von Cappenberg, das auf die Grafen von Cappenberg zurückgeht.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Theater[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Selm gibt es das Schlosstheater Cappenberg.

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Haupt- und im Seitenflügel des Schlosses Cappenberg werden einige Räume als Museum genutzt. Das LWL-Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte zeigt eine Dauerausstellung zur Geschichte Cappenbergs und des Freiherrn vom Stein im Seitenflügel. Der Kreis Unna präsentiert wechselnde Kunstausstellungen im Hauptgebäude des Schlosses.

Im Ortsteil Cappenberg ist in einem Gebäude der ehemaligen Brauerei ein Feuerwehrmuseum untergebracht.

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schloss Cappenberg

siehe auch: Liste der Baudenkmäler in Selm

Stolpersteine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Historische Stätten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Landschaftsschutzgebiet Passbachniederung, Bereich Netteberge in Bork

Landschaftsgebiete[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heimatverein[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Heimatverein Selm wurde am 13. November 1925 von H. Pennekamp, Direktor der Rektoratsschule Selm, gegründet.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Selmer Woche: Informations- und Verkaufsschau örtlicher Betriebe und Vereine rund um das Selmer Bürgerhaus.
  • Borker Sonntag
  • Adventsmarkt am ersten Dezemberwochenende in der Altstadt – rund um die Friedenskirche
  • Schützenfeste der Schützenvereine in regelmäßigen Abständen
  • Karnevalsumzug am Karnevalssamstag: Start in der Altstadt an der Feuerwehr, Ende am Bürgerhaus

Kunstpreis der Stadt Selm[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Kunstpreis der Stadt Selm wurde im Jahr 1988 an Heinz Cymontkowski verliehen.

Kulturförderpreis der Stadt Selm[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Preisträger:

  • 1985 - Christiane Fechte, Hildegard Schattenberg, Annette Murlowski und Simone Kück, Flötistinnen des Musikschulkreises, 1. Platz Landeswettbewerb Jugend musiziert
  • 1986 - Michael Kuhlmann, Pianist
  • 1987 - Hans Piene, Maler
  • 1988 - Theo Bleckmann, Jazz-Sänger und -pianist
  • 1991 - Markus Mußinghoff, Bildhauer
  • 1992 - Michael Steinbrecher, Journalist, geb. 1965 in Dortmund, Moderator der Sendung das aktuelle sportstudio, Autor und Filmemacher
  • 1993 - Kinderchor Selm
  • 1994 - Doris Cymontkowski für ihre Arbeit zur Geschichte der jüdischen Gemeinde in Selm, Bork und Cappenberg
  • 1996 - Silke A. Schuemmer, geb. 1973 in Aachen/NRW, lebt und arbeitet in Berlin
  • 1998 - Verena Volkmer, Harfenistin, geb. 1978 in Lüdinghausen, studierte an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg, wechselte an die Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ Berlin zu Maria Graf. Verena Volkmer war mehrfach Preisträgerin des Wettbewerbs „Jugend musiziert“. Sie spielte u. a. in dem RIAS-Jugendorchester, der Jungen Deutschen Philharmonie und dem Symphonieorchester der Stadt Münster.
  • 2002 - Susanne Murlowski, Violinistin
  • 2014 - Ralf Damberg
  • 2016 - Christoph Tiemann, Kabarettist und Schauspieler

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Selm ist Sitz der Rethmann AG & Co. KG, eine der größten deutschen Firmengruppen, wenngleich relativ unbekannt. Zur Holding der Rethmann AG & Co. KG gehören zum Beispiel die Entsorgungsfirma Remondis und Rhenus, einer der führenden europäischen Logistikdienstleister.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Stadt Selm befinden sich drei Bahnhöfe, die an der Bahnstrecke Dortmund–Enschede liegen:

  • Bahnhof Bork (Westfalen) an der Bahnhofstraße im Ortsteil Bork
  • Bahnhof Selm-Beifang: Ursprünglich war dieser Bahnhof nicht vorgesehen. Da aber die mit dem Zug nach Hause fahrenden Bergleute nicht den weiteren Weg vom Bahnhof Selm zur eigenen Wohnung nehmen wollten, wurde regelmäßig in Höhe des Beifanger Wegs die Notbremse gezogen. Da die "Not"-Bremsungen auch durch die Bahnpolizei nicht unterbunden werden konnten, wurde 1946 schließlich an der Querung der Bahnstrecke mit dem Sandforter Weg ein weiterer Haltepunkt eingerichtet, der heutige Bahnhof Beifang, der im Volksmund auch „Bahnhof Notbremse“ genannt wird.[11]
  • Bahnhof Selm an der Lüdinghausener Straße

Durch Selm führen die folgenden Bundes- (B) und Landesstraßen (L):

  • Die B 236 beginnt nördlich von Selm in Olfen an der Abzweigung von der B 235. Sie durchquert anschließend die Stadtteile Selm-Altstadt, Beifang und Bork. Schließlich verlässt sie Selm in Richtung Lünen. Ihr Zielort ist Münchhausen in Hessen.
  • Die L 507 beginnt in Beifang und führt über die Borker Bauerschaft Netteberge über Werne bis in den Hammer Norden. Sie endet dort an der B 63.
  • Die L 809 beginnt in Bork, überquert die Lippe und endet in Waltrop an der L 511.
  • Die L 810 beginnt in der Lüdinghausener Bauerschaft Ermen an der L 835. Sie führt über Nord- und Südkirchen in das Selmer Stadtgebiet. Dort durchquert sie Cappenberg in Nord-Süd-Richtung. Schließlich endet sie in Lünen-Nord an der B 236.
  • Die L 835 beginnt nördlich des Siedlungsschwerpunktes der Selmer Altstadt. Sie führt in nördlicher Richtung über Lüdinghausen und Hiddingsel nach Buldern (beide sind Stadtteile von Dülmen). Dort endet sie an der L 551.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grundschulen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Grundschule „Auf den Äckern“ (Gemeinschafts-Grundschule), Selm-Bork mit einer Dependance in Selm-Cappenberg
  • Ludgerischule (Katholische Grundschule), Selm-Altstadt
  • Overbergschule (Gemeinschafts-Grundschule), Selm-Beifang

An allen Selmer Grundschulen wird eine Ganztagsbetreuung angeboten, die seit Ende 2011 vom Verein Ganz Selm e.V. organisiert und durchgeführt wird.[12]

Weiterführende Schulen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sonstige Bildungseinrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Medizin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt Selm besitzt kein eigenes Krankenhaus. Die medizinische Versorgung übernimmt das St. Marien-Hospital in Lünen. Hinzu kommen allgemeine Krankenhäuser in den Nachbarstädten Lüdinghausen, Werne, Lünen-Brambauer und die Kinderklinik in Datteln.

Touristik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fahrradstation im Bahnhof Selm-Beifang (Eisenbahnstrecke Dortmund - Enschede), Einstiegspunkt zwischen Ruhrgebiet und Münsterland sowie Anbindung an die attraktiven Radwanderrouten 100-Schlösser-Route und Römerroute. Die Stadt ist beliebtes Ziel für Tages- und Wochenendausflüge. Ein Campingplatz befindet sich am nahegelegenen Ternscher See.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Cymontkowski, Heinz: Juden in Selm-Bork-Cappenberg in drei Teilen, Eigenverlag Ateliergruppe Lünen-Selm, 1990
  • Cymontkowski, Heinz: Seher - Sucher - Wächter mit 18 Tuscheabbildungen des Verfassers und Gedichten von Evelyn Bernhagen, Berlin, Verlag der Buchhandlung Möller GmbH, Großformat, 30 cm × 22 cm
  • Didon, Christian: Chronic des Amtes Bork, 103 Seiten, - 21 × 20 cm; Nachdruck, Hrsg.: Archiv der Stadt Selm, Selm 1995
  • Gewitzsch, Christel: Marie Bork. Selmer Arbeitskreis Regionalgeschichte, 2012, ohne ISBN. 152 Seiten, 22 Abbildungen.
  • Gewitzsch, Dieter: Plattes Land sucht Anschluss. Peter Holtkamp, Lünen, 2013, ISBN 978-3-00-040648-5. 282 Seiten, 29 Abbildungen.
  • Grund, Winfried: Kiwi und Terrakotta - ein Streifzug durch Selm, Verlag der Buchhandlung Möller GmbH, 172 Seiten, 2004
  • Heimatverein Selm (Hrsg.): Heimatbuch Selm 858 - 1958, Selm, A. Lonnemann, 1958
  • Heimatverein Selm (Hrsg.): Auf den Spuren unserer Väter, Selm 1815 - 1975, Heimatbuch Selm 1995, Peter Holtkamp, Lünen, 1995, ohne ISBN
  • Heimatverein Selm (Hrsg.): Selm im Wandel der Zeit- ein Bildband (Fotos von Albert Katthöfer, Text von Herbert Schröder), 2007
  • Hoff, Siegfried: Das singende Kalb in der Wiege und die Rettung einer historischen Kirche: Baugeschichte und Deckenmalereien der ehemaligen Pfarrkirche St. Fabian und Sebastian zu Selm, Lindenberg im Allgäu, Kunstverl. Fink, 2002 ISBN 3-89870-001-1
  • Kaiser, Udo (bearb.): Daten zur Geschichte der Stadt Selm von 858 - 1997 Schriftenreihe des Stadtarchivs Selm, Stadtdirektor, 1997
  • Kertelge, Michael: Die Bergarbeitergemeinde St. Josef in Selm-Beifang: ein lokales katholisches Milieu 1933 - 1945; ein Beitrag zur Geschichte des Nationalsozialismus in Selm, Schriftenreihe des Stadtarchivs Selm, Selm 1995
  • Sanß, Werner (Hrsg. Wolfgang Möller): Der Heilige Frieden, Verlag der Buchhandlung Möller GmbH, 204 Seiten, Großformat, 30 cm × 22 cm
  • Schwieters, Julius: Geschichtliche Nachrichten. Über den westlichen Theil des Kreises Lüdinghausen: die Pfarrgemeinden Venne, Ottmarsbocholt, Senden, Lüdinghausen, Seppenrade, Olfen, Selm, Bork, Kappenberg und Altlünen umfassend, 3. unveränderter Nachdruck, Münster, Aschendorff, 1891, Erscheinungsjahr: 1988, ISBN 3-402-05707-7
  • Stadt Selm (Hrsg.): Baudenkmäler in der Stadt Selm. Ein fotografisches Bekenntnis, Selm, September 1997
  • Tecklenborg, Hubert (Hrsg.): Münsterland. Magazin für Freizeit, Kultur und Wirtschaft, Heft 4/2003: Selm, Stadt mit Freiraum u. a., Steinfurt 2003
  • Voss, Peter: Gruss aus dem Südmünsterland. Ansichtskarten der Jahrhundertwende aus Ascheberg - Drensteinfurt - Lüdinghausen - Nordkirchen - Olfen - Selm - Senden - Werne, Werne, Regio-Verlag, 1993, ISBN 3-929158-02-7, 120 Seiten, 105 Abbildungen - 21 × 20 cm
  • Weißenberg, Rita (Hrsg.):Uns wurde nichts geschenkt. Selm Beifang 1906 - 1933, Stadt Selm 1985, 203 Seiten, zahlreiche Illustrationen, Karton ISBN 3-9801211-0-0

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Amtliche Bevölkerungszahlen auf Basis des Zensus vom 9. Mai 2011. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 18. Juli 2016. (Hilfe dazu)
  2. a b c Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- u. Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen u. Reg.-Bez. vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 314 und 337.
  3. Schilderwildwuchs
  4. Heinrich A. Mertens und Josef Limbach: Aus der Geschichte des Kreises Lüdinghausen 1803–1974. Verlag Lonnemann, Selm, 1974, ohne ISBN
  5. Landeswahlleiterin NRW – Kommunalwahlen 2014: Endgültiges Ergebnis für Selm
  6. Verzeichnisse der Kommunalwahlergebnisse des Landes Nordrhein-Westfalen (LDS NRW) von 1975 bis 2009
  7. Wahlprofil des Landesamtes für Datenverarbeitung und Statistik NW
  8. Wahlergebnisse 1999 (PDF; 5,9 MB)
  9. Wahlergebnisse 2004 (PDF; 7,0 MB)
  10. Wahlergebnisse 2009 (PDF; 3,5 MB)
  11. ruhrnachrichten.de vom 10. September 2012 : Warum hat Selm drei Bahnhöfe?, abgerufen am 10. Februar 2014
  12. http://ganz-selm.de
  13. Vgl. Johannes Loy: Ein bodenständiger Bibelkenner. Im Alter von 83 Jahren ist der Neutestamentler Prof. Dr. Karl Kertelge gestorben. In: Westfälische Nachrichten, 30. Juni 2009.

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. In Glenzdorfs Internationales Film-Lexikon Band 3. (Peit – Zz), Bad Münder 1961, S. 1495 wird für Eric Schildkraut abweichend das Geburtsdatum 6. November 1911 angegeben. IMDb, filmportal.de, der Artikel Eric Schildkraut und andere Quellen gehen vom 6. November 1906 als Geburtsdatum aus.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Selm – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien