Laubuseschbach

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Laubuseschbach
Gemeinde Weilmünster
Wappen von Laubuseschbach
Koordinaten: 50° 23′ 41″ N, 8° 20′ 3″ O
Höhe: 295 m ü. NHN
Fläche: 7,72 km²
Einwohner: 1459 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 189 Einwohner/km²
Eingemeindung: 31. Dezember 1970
Postleitzahl: 35789
Vorwahl: 06475

Laubuseschbach ist ein Ortsteil der Gemeinde Weilmünster im Landkreis Limburg-Weilburg in Mittelhessen.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Laubuseschbach liegt im östlichen Hintertaunus im Naturpark Taunus. Höchste Erhebungen bei Laubuseschbach sind der Alteberg mit 370 Metern über NN, der Hühnerküppel mit 369 Metern über NN und der Hasenberg mit 358 Meter über NN.

Durch den Ort fließt der Bleidenbach.

Nachbarorte sind Wolfenhausen (südwestlich), Blessenbach (nordwestlich), Rohnstadt (nordöstlich) und Langenbach (östlich).

Nächste größere Städte sind Weilburg (16 km) im Nordwesten, Limburg (25 km) im Westen, Wetzlar (27 km) im Nordosten und Frankfurt am Main (50 km) im Südosten.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahre 893 schenkt der Karolingerkönig Arnulf dem Kloster St. Maximin in Trier Teile seiner Besitzungen. Als vier Jahre später, im Jahre 897, dessen Sohn Zwentibold diese Schenkung bestätigt, wird in einer ausführlichen Aufstellung auch Ascapahc (Eschbach) genannt. Die Schenkungsurkunde wird heute im Nationalmuseum in Paris aufbewahrt.
Das Kloster St. Maximin setzt die Herren von Molsberg als Vögte in Eschbach ein. In der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts verstehen diese es, Eschbach ihrer Grundherrschaft einzuverleiben.
Die Herren von Molsberg machen Anfang des 14. Jahrhunderts die Elkerhäuser Ritter zu Lehensträgern von Eschbach. Am 29. Oktober 1323 verkauft Giso von Molsberg für 24 Mark alle seine Leute, die in den Herrenhof Eschbach gehören, mit Ausnahme der Kringin an Hiltwin, „pastorgin“ von Elkerhausen. Seit dem 4. Juli 1390 ist der Erzbischof von Trier Lehnsherr für die Herrschaft Eschbach. 1421 werden Hermann von Haiger, Heilwig von Schönborn und Bernhard von Mudersbach als Erben der Elkerhäuser Ritter mit Eschbach belehnt.

Bekannt ist Laubuseschbach (Burg Eschbach) als Geburtsort von Johann Philipp von Schönborn, einem der bedeutendsten Mainzer Erzbischöfe. Damals hieß Laubuseschbach noch Eschbach. Als im Dreißigjährigen Krieg der nahe gelegene Ort Laubus völlig verwüstet wurde, zogen die Überlebenden nach Eschbach. Daher wurde der Ort 1824 in Laubus-Eschbach, später dann in Laubuseschbach, umbenannt.

Die ehemalige Gemeinde Laubuseschbach im ehemaligen Oberlahnkreis wurde am 31. Dezember 1970 mit weiteren Orten zur neuen Gemeinde Weilmünster zusammengeschlossen.[2]

Ehemaliger Bahnanschluss[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um die reichen Rohstoffvorkommen in der abgelegenen Region besser abtransportieren zu können, begann man 1889 mit dem Bau einer von der bereits bestehenden Lahntalbahn abzweigenden Stichstrecke von Weilburg bis Weilmünster, die am 1. November 1891 feierlich eröffnet wurde (Weiltalbahn). Am 15. Mai 1892 erfolgte die Eröffnung der Verlängerung von Weilmünster nach Laubuseschbach. 1909 ging die Verbindung zwischen Weilmünster und Grävenwiesbach in Betrieb, so dass der Ort über Weilmünster auch eine Verbindung nach Frankfurt am Main hatte.

Ab dem Winterfahrplan 1955 wurde der Personenverkehr auf der kurzen Stichbahn Weilmünster – Laubuseschbach komplett eingestellt, der Güterverkehr allerdings erst 1968. In den 1960er Jahren schraubte man den Betrieb auf dem Stück Weilburg – Grävenwiesbach immer mehr zurück, so dass 1969 die endgültige Einstellung von Personen- und Güterverkehr zwischen Weilburg und Grävenwiesbach erfolgte. Die Strecke wurde stillgelegt und ein Jahr später abgebaut. Auf dem Reststück zwischen Weilmünster und Weilburg wurde noch bis Ende der 1980er Jahre Güterverkehr im Übergabeverfahren betrieben, im Personenverkehr wurden nur noch einige wenige Sonderfahrten durchgeführt. Auf den ehemaligen Bahnstrecken befinden sich zum Teil Rad- und Fußwege.

Historische Namensformen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In erhaltenen Urkunden wurde Laubuseschbach unter den folgenden Ortsnamen erwähnt (in Klammern das Jahr der Erwähnung):[3]

  • Ascabach (897)
  • Ascobach (912)
  • Ascabah (1107)
  • Essebach (1334)
  • Esbach (1457)
  • Essbach (1496)
  • Eschpach (1513)
  • Espach (1537)
  • Eschbach (1802)
  • Laubuseschbach (1824)

Territorialgeschichte und Verwaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die folgende Liste zeigt die Territorien bzw. Verwaltungseinheiten denen Laubuseschbach unterstand im Überblick:[4][5]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Belegte Einwohnerzahlen sind:[5][3]

  • 1825: 0581 Einwohner
  • 1905: 0995 Einwohner
  • 1939: 0971 Einwohner
  • 1961: 1279 Einwohner
  • 1970: 1370 Einwohner
  • 1993: 1525 Einwohner
  • 2001: 1683 Einwohner
  • 2010: 1555 Einwohner
Laubuseschbach: Einwohnerzahlen von 1834 bis 1967
Jahr     Einwohner
1834
  
699
1840
  
804
1846
  
761
1852
  
770
1858
  
841
1864
  
895
1871
  
937
1875
  
1.000
1885
  
1.000
1895
  
953
1905
  
995
1910
  
954
1925
  
958
1939
  
971
1946
  
1.356
1950
  
1.324
1956
  
1.262
1961
  
1.279
1967
  
1.339
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsbeirat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsbeirat von Laubuseschbach besteht aus fünf stimmberechtigte Mitgliedern. Nach den Kommunalwahlen in Hessen 2016 ist der Ortsvorsteher Mario Koschel (CDU).[6]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Evangelische Kirche Laubuseschbach

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für die denkmalgeschützten Kulturdenkmäler des Ortes siehe Liste der Kulturdenkmäler in Laubuseschbach.

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf Ortsebene bestehen die Vereine Chor- und Musikgemeinschaft Frohsinn-Eintracht Laubuseschbach, die Evangelische Frauenhilfe Laubuseschbach, die Freiwillige Feuerwehr Laubuseschbach e. V. seit 1934 (einschl. Jugendfeuerwehr seit 16. Juni 1983 und Kinderfeuerwehr seit 21. August 2010), der Männergesangverein Harmonie Laubuseschbach, der Motorsportclub Laubuseschbach, der TuS Blau-Weiß 1900 Laubuseschbach, das Jugendzentrum Laubuseschbach, der Carneval Club Germania Laubuseschbach sowie die Kirmesburschen und -mädchen Laubuseschbach e. V.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Äbbelwoifest[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf dem Alteberg veranstaltete die Chor- und Musikgemeinschaft Frohsinn-Eintracht Laubuseschbach am Feiertag des Festes Christi Himmelfahrt (Vatertag) das zur Tradition gewordene Äbbelwoifest (Apfelweinfest). Das im Wald gelegene Gelände zieht jedes Jahr mehrere tausende Besucher aus nah und fern an.[7] Das Äbbelwoifest hat im Jahr 2000 als Familienfest begonnen. Es gab ein Karusell und Familien mit Kindern waren die Besucher. In den darauffolgenden Jahren ist das Fest so gewachsen, dass es mittlerweile ein Anziehungspunkt für jüngeres Publikum geworden ist.[8]

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit dem Jahr 1934 sorgt die Freiwillige Feuerwehr Laubuseschbach (ab 16. Juni 1983 mit Jugendfeuerwehr und seit 21. August 2010 mit Kinderfeuerwehr) für den abwehrenden Brandschutz und die allgemeine Hilfe in diesem Ort. Die Evangelische Kindertagesstätte "Sonnenschein" auf der Weisburg führt drei Kindergruppen. Die Evangelische Gemeindebücherei Laubuseschbach leiht seit dem Jahr 2001 im ehemaligen Rathaus Bücher an die Einwohner aus.

Es bestehen das Dorfgemeinschaftshaus in der Kirchgasse, die Vereinshalle des MGV "Harmonie", das Dorfmuseum im ehemaligen Rathaus, zwei Sportplätze und das Moto-Cross-Gelände am Talberg, Kinderspielplätze sowie Rad- und Wanderwege.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Johann Philipp von Schönborn (1605–1673), in Laubuseschbach geboren, Kurfürst und einer der bedeutendsten Erzbischöfe des Erzbistums Mainz, genannt der Deutsche Salomo

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Einwohner im Internetauftritt der Gemeinde Weilmünster, abgerufen im Januar 2017 (PDF)
  2. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 373.
  3. a b Gemeinde Weilmünster: Laubuseschbach, abgerufen im Januar 2017.
  4. Verwaltungsgeschichte Land Hessen bei M. Rademacher, Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990
  5. a b Laubuseschbach, Landkreis Limburg-Weilburg. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). (Stand: 27. Januar 2017)
  6. Gemeinde Weilmünster: Ortsbeirat Laubuseschbach, abgerufen im Januar 2017.
  7. Weilburger Tageblatt vom 26.05.2017, Verfasser Dorothee Henche: Auf dem Alteberg geht die Post ab
  8. Nassauische Neue Presse vom 30.05.2014: Alteberg zieht mit dem Äbbelwoifest

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Laubuseschbach – Sammlung von Bildern