Liberty of Action

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Liberty of Action
Studioalbum von The BossHoss
Veröffentlichung 9. Dezember 2011
Label Universal; Island Records
Format CD, CD+DVD (Deluxe Version)
Genre Rock, Indie, Country, Funk
Anzahl der Titel 14, 18 auf der Deluxe Version
Laufzeit 63:35 (Deluxe Version)

Besetzung

Darüber hinaus:

Produktion Hoss Power
Studio Sonnenstudio Music, Berlin
Chronologie
Low Voltage
(2010)
Liberty of Action Flames Of Fame
(2013)

Liberty of Action ist das 2011 erschienene, sechste Studioalbum der deutschen Band The BossHoss. Das Album beinhaltet überwiegend Kompositionen der Band und neben Country-Musik auch Elemente aus Punk, Funk, Rockabilly und Calypso. Das Album ist der bisher größte kommerzielle Erfolg der Band.

Titelliste[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Chartplatzierungen
Erklärung der Daten
Alben
Liberty of Action
  DE 4 25.11.2011 (72 Wo.)
  AT 3 25.11.2011 (… Wo.)
  CH 26 25.11.2011 (31 Wo.)
Singles
Don’t Gimme That
  DE 8 11.11.2011 (58 Wo.)
  AT 1 11.11.2011 (41 Wo.)
  CH 49 11.11.2011 (10 Wo.)
L.O.V.E. (mit Nena)
  DE 76 9.12.2011 (3 Wo.)
Live It Up
  DE 98 3.8.2012 (1 Wo.)
  AT 52 3.8.2012 (1 Wo.)
Vorlage:Infobox Chartplatzierungen/Wartung/ohne Quellen
  1. Liberty of Action (Power)
  2. Don’t Gimme That (Bobbit/Power)
  3. Live It Up (Power)
  4. The Answer (Power)
  5. I Keep on Dancing (Power)
  6. My Way (Power)
  7. Still Crazy 'Bout Elvis (Power/Leiber/Stoller/Vonne/Williamson)
  8. Hayday (Power)
  9. My Country (Schneider/Lorenz/Lindemann/Landers/Kruspe/Riedel)
  10. Sex on Legs (Power)
  11. Riding High, Singing Low (Power)
  12. Money (That’s What I Want) (Gordy/Bradford)
  13. Run Run Devil (Power/Garvey)
  14. Killers (Kilmister/Campbell/Dee)

Bonustracks auf der Deluxe Version

  1. L.O.V.E. (Kaempfert/Gabler)
  2. Dr. Kitch (Roberts)
  3. My Way (Drifter Version) (Power)
  4. Hey Baby Don’t Gimme That (Mississpi Beat Machine) (Power)

Bonustracks auf der Black Edition

  1. Deals With the Devil (Power)
  2. Nothing but the Best (Power)
  3. Do You Wanna Touch Me (Oh Yeah) (Glitter/Leander)
  4. Run Run Run (Reed)
  5. Mad Man Blues (Hooker)

Auf iTunes erschien das Album mit einem weiteren Bonus-Stück, genannt Burning Love.[1]

Allgemeines[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

The BossHoss beim Konzert im Familiengarten Eberswalde

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Juli und August 2010 war die Band unterwegs durch Texas, speziell in Austin, San Antonio[2] und Houston, wo sie sich Inspiration für das neue Album holte. Sie spielten drei kleine Shows, unter anderem im Continental Club in Austin[3], darauf schrieb die lokale Presse Artikel mit Überschriften wie Holy Scheiße, oder Sturm und Twang, so Hoss Power[2]. Zudem ließen sie in Texas Fotos für das Cover und das Booklet machen, so zeigt letzteres beispielsweise Ernesto Escobar de Tijuana bei Schießübungen. Der Deluxe-Version ist ein Poster beigelegt, das die ganze Band vor der Kapelle Gay Hill zeigt und auf der Rückseite das Albumcover im Großformat.[4] Auszüge der Tour durch Texas sind auf der der Deluxe-Edition beigelegten DVD zu sehen.

Im Dezember 2011 sagte die Band über das Album: „Zum ersten Mal habe ich so ein Grundgefühl, dass ich mit einem ganzen Album rundum zufrieden bin: Es gibt zu jedem Song einen Bezug, jeder Song ist ausgereift und rund. Das Spannende bei diesem Album ist, dass es vom Sound her so homogen ist, aber es trotzdem total unterschiedliche Songs sind, weshalb ich mich gar nicht auf einen festlegen kann. Aber klar, ‚Don’t Gimme That‘ ist auf jeden Fall ein Song, der sehr, sehr stark für dieses Album steht, weil sich unser Sound ja doch noch mal sehr stark gewandelt hat.[5]

Im Dezember 2012 erschien die sogenannte „Black Edition“ des Albums mit einigen neuen Titeln und einer anderen beigelegten DVD, No Deals with the Devil – The Uncensored Band Documentary genannt. Für die überarbeitete Neuauflage des Albums wurde Deals with the Devil als Single ausgekoppelt.[6] 2013 wurde das Album für den Echo nominiert.[7]

Musikalische Gestaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Schlagzeugspiel von Sir Frank Doe verzichtet oft auf typische Countryrhythmen und basiert auf Rock-orientierten Beats, auch die Gitarrenriffs sind größtenteils auf Rock ausgerichtet. Mit L-O-V-E wurde der erste Swingsong der Band veröffentlicht, der einen starken Kontrast zum Rest des Albums bildet. Erstmals nach Internashville Urban Hymns treten Gastautoren auf oder werden als Autoren aufgeführt, weil die Band sich Teilen ihrer Stücke bediente. Auch Hank Williamson komponierte auf Still Crazy ’Bout Elvis, abermals nach Crazy About Mary von dem Album Do or Die ein Lied mit.

Auf einigen Stücken ist The Tijuana Wonderbrass als Bläsergruppe zu hören. Als Gastsänger treten Nena, Rea Garvey, Jesse Hughes und Patricia Vonne auf. Zudem sind auf der „Black Edition“ die Eagles of Death Metal und Triggerfinger zu hören.[6] Als Produzent, Arrangeur und Abmischer war Hoss Power tätig. Guss Brooks betätigte sich, abermals nach Low Voltage, als Toningenieur. Das Grafikdesign wurde, wie bei jedem Album der Band, von Boss Burns als Werbedesigner gestaltet.

Erläuterungen zu den Stücken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Liberty of Action[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Liberty of Action ist ein stark vom Hauptriff geprägter, klassischer Rock-Opener und eine Komposition von Hoss Power. Sowohl Strophe als Refrain wurden in minimaler Rockbesetzung eingespielt: Gesang, E-Gitarren, E-Bass, Schlagzeug. Gelegentlich sind Perkussionsinstrumente zu hören. In der Bridge ist Williamsons Mundharmonika zu hören. Das Titellied wurde allerdings nie als Single ausgekoppelt.

Don’t Gimme That[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Funk-Titel entstand aus einem Sample des Liedes Give It Up or Turnit a Loose von James Brown aus dem Jahr 1969.[8] Erneut wurde hier auf die Tijauana-Wonderbrass-Bläsergruppe zurückgegriffen, die schon auf Low Voltage zu hören war. Musikalisch basiert das Stück auf einem simplen Schlagzeugrhythmus, der nur gelegentlich variiert. Vor allem im Refrain wird auf die Tijuana-Wonderbrass-Bläsergruppe zurückgegriffen. Hier treten (noch deutlicher als im vorigen Lied) Backing Vocals in Erscheinung. Die Single-Auskopplung ist der bisher kommerziell erfolgreichste Titel der Band.

Live It Up[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Live It Up bedient sich im Refrain komplexerer (Hintergrund)gesangsstrukturen, wie sie auch im Hip Hop verwendet werden. Musikalisch sind Anleihen an Cypress Hill feststellbar. Ansonsten ist das Lied country-geprägt und bedient sich des Samplings.

The Answer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit The Answer befindet sich ein weiteres stark country-geprägtes Lied auf dem Album, hier treten die Backgroundvocals kaum noch in Erscheinung. The Answer ist deutlich langsamer als die vorigen, und auch der Text ist eher nachdenklich gestaltet. Zudem ist eine elektronische Orgel, die auch kleines Solo spielt, hörbar.

I Keep on Dancing[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Alternative-Rock-Stück I Keep on Dancing weist wieder eine hohe Dynamik auf. Zudem sind Ähnlichkeiten mit Stücken der Beatsteaks zu bemerken.[9] Im letzten Refrain ist deutlich das Overdubbing von Powers Stimme hörbar. Für die Wiederveröffentlichung „Black Edition“ wurde das Lied neu eingespielt.[6]

My Way[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

My Way reiht sich ein in die vielen Lieder der Band, die Bezug zum Truckerleben haben. Es ist der dritte Einsatz für de Tijuanas Keytar. Williamsons Mundharmonikasolo wird in einem Half-Time-Beat gespielt.

Still Crazy ’Bout Elvis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Titel ist eine Hommage von The BossHoss und der Texanerin Patricia Vonnes an Elvis Presley mit Textzeilen wie and I if would be a girl, I would marry him (und wenn ich ein Mädchen wäre, würde ich ihn heiraten) und and if he would still be there, he would be my teddy bear (und wenn er immer noch hier wäre, würde er mein Teddybär sein). Der Refrain wird teilweise dreistimmig gesungen. In diesem Stück steht vor allem das Keyboard und nicht die Gitarre im Vordergrund. Im Intro und der Bridge werden Elemente des Presley-Songs Jailhouse Rock eingebunden.[9]

Hayday[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei diesem Rockabillystück sind die Gitarrenriffs von Hoss Power dominierend. Im instrumentalen Intro spielt Schlagzeuger Doe lediglich Bass Drum und Snare Drum. Wieder kommen Keytar und Melodica zum Einsatz. In den Strophen wird der Rhythmus, von Fill-Ins abgesehen, beibehalten, wobei lediglich eine Hi-Hat hinzugefügt wird. Hayday endet, untypisch für die Band, mit einem instrumentalen Outro.

My Country[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Mein Land (Lied)

My Country ist ein Cover des Rammstein-Lieds Mein Land und wurde als B-Seite der Rammstein-Single veröffentlicht. Die Band hatte sich schon 2009 gewünscht, von The BossHoss gecovert zu werden.[10] Der Text wurde nahezu wörtlich vom Deutschen ins Englische übersetzt. Die harten E-Gitarren des Originals wurden gegen Mandoline und Akustikgitarre getauscht, und der E-Bass Oliver Riedels wurde von Guss Brooks' Kontrabass ersetzt. Der aggressive Schlagzeugstil Christoph Schneiders wurde zugunsten von Sir Frank Does einfachen Beats und Ernesto de Tijuanas Perkussionsinstrumenten aufgegeben, und Christian Lorenz' Keyboard wurde durch eine Mundharmonika ersetzt.

Sex on Legs[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sex on Legs greift auf Calypso-Rhythmen zurück und Perkussionsinstrumente bzw. Synthesizer sollen Pferdegalopp imitieren. Das Stück beinhaltet das dritte Mundharmonika-Solo des Albums. Im Refrain kann man Power Falsett singen hören.

Riding High, Singing Low[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dies ist ein Rockabillysong im Shuffle-Rhythmus. Power spielt eines der wenigen Male auf einem Stück des Albums elektrische Rhythmusgitarre.

Money (That’s What I Want)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Lied wurde zusammen mit dem Frontmann der Band Eagles of Death Metal, Jesse Hughes aufgenommen. Auf dem Rockabilly-Song Money kommen die Backing Vocals der Band erneut zum Einsatz. Es orientiert sich stark an der Version von The Sonics, den Namensgebern der Band.[11]

Run Run Devil[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Run Run Devil ist neben Killers das einzige Stück auf dem Album mit einem düster gehaltenen Text. Themen sind Gesellschaftskritik, Religion, aber auch selbstreferenzieller Humor („I'm gonna call the Boss Hoss gang“). Zu dem eingängigen Rhythmus spielte Bassist Brooks E-Bass, statt wie gewöhnlich Kontrabass. Das Schlagzeug ist stark rockorientiert und deutlich lauter als auf den vorigen Titeln abgemischt. Zudem ist Rea Garvey als Gastsänger zu hören.

Killers[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Killers ist ein Motörhead-Cover. Das Hauptriff, das im Original von Lemmy Kilmister auf dem E-Bass gespielt wird, spielt hier Hank Williamson auf der Mandoline. Sir Frank Doe spielt Mikkey Dees von der Doublebass geprägte Beats mit Jazzbesen auf einem minimalistischen Country-Set. Beide Modifikationen verändern den Song vom Speed Metal in Country-Akustik.

L.O.V.E[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: L-O-V-E

L.O.V.E wurde als Cover mit Nena als Gastsängerin aufgenommen und bedient sich erneut der Tijuana Wonderbrass. Das Stück wurde im Soundtrack zum Film Rubbeldiekatz verwendet.

Dr. Kitch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dr. Kitch wurde im Salsa-Stil aufgenommen. Der Text ist aus der Sicht eines Arztes geschrieben, der eine Injektion setzt; dabei bedient er sich zahlreicher sexueller Anspielungen („I pushed it in/She pulled it out“, „I can't stand the size of your needle“).

Deals with the Devil[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für die Strophen wurde ausgiebiges Auto-Tuning verwendet, um die Kritik am Musikgeschäft („Don't wanna sing like Angels“) zu bekräftigen.

Kritiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Sono (Dezember 2011 / Januar 2012): „Die Basis, von der aus sie ihre Exkursionen starten, bleibt zwar urwüchsiger Rock ’n’ Roll, gewürzt mit Country-Anleihen, doch diesmal setzen sie von Beginn an auf eine deutlich größere stilistische Bandbreite. Das zeigt sich besonders eindrucksvoll bei der ersten Single ‚Don’t Gimme That‘, mit der die Cowboys von der Spree ungewohnt poppige Wege einschlagen.“[12]
  • Stereo (Februar 2012): „Mit dem Pioniergeist der ersten weißen Siedler ziehen sie gen Neuland, stecken ihre Claims selbstbewusst auf den Feldern Blues, Pop, Funk und Disco (‚Sex on Legs‘) ab.“[12]
  • Audio (Februar 2012) : „lhr typischer Rock ’n’ Roll wird mit Calypso, Funk und Pop vermischt. Gut so, denn so werden die Songs der Berliner Cowboys nicht langweilig.“[12]
  • Zur Wiederveröffentlichung von Black Edition schrieb Alternativmusik am 28. November 2012: „Bereits vor einem Jahr sorgte das Album für Überraschungen, da die Band sich entschlossen hatte, zwar nach wie vor The BossHoss zu sein, dennoch aber frische Ideen einfließen zu lassen. Riding High, Singing Low zeigte es beispielsweise, das durch den Rock’n’Roll-Flavour erfrischend neu klang. Oder auch Money (That’s What I Want), das überraschend swingt. The BossHoss konnten hier eindeutig überraschen, ohne sich zu verstellen.“[6]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://itunes.apple.com/de/album/liberty-action-special-deluxe/id480112586#
  2. a b The BossHoss Niemals neben Bohlen
  3. THE BOSSHOSS. Kurzbiografie, Konzert, Infos, News ... In: www.szene.it. Abgerufen am 24. Juni 2015 (Bandbeschreibung, deutsch).
  4. Peer Göbel: The BossHoss: Neues Album “Liberty of Action” [Album-Kritik.] In: Giga Games. Abgerufen am 24. Juni 2015 (Kritik, deutsch).
  5. Victoriah Szirmai: Voll auf die Nuss! In: Universal Music Group. Dezember 2011, abgerufen am 10. November 2015 (Interview, deutsch).
  6. a b c d Marius Meyer: The BossHoss – Liberty Of Action (Black Edition). In: Alternativmusik.de. 28. November 2012, abgerufen am 11. November 2015 (Rezension, deutsch).
  7. ECHO 2013: The BossHoss als beste Gruppe Rock/Pop National nominiert. In: Universal Music Group. 30. Januar 2013, abgerufen am 9. November 2015 (Pressemitteilung, deutsch).
  8. http://www.youtube.com/watch?NR=1&feature=endscreen&v=tEvSJVqcwNE
  9. a b Michael Kraft: Hingehört: The BossHoss – „Liberty Of Action“. In: Shitesite. 27.November 2011, abgerufen am 11. November 2015 (Rezension, deutsch).
  10. http://www.terrorverlag.de/rezensionen/the-bosshoss/liberty-of-action/
  11. http://www.fairaudio.de/artikel/musik-rezension/2011/12_dez/musik-interview-the-boss-hoss-cd-liberty-of-action.html
  12. a b c http://www.jpc.de/jpcng/poprock/detail/-/art/BossHoss-Liberty-Of-Action/hnum/1484560