Money (That’s What I Want)

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Money (That’s What I Want) (engl. ‚Geld (Das ist’s, was ich will)‘) ist der Titel eines 1959 von Barrett Strong gesungenen Rhythm-and-Blues-Songs, der erst später durch zahlreiche Coverversionen berühmt wurde.

Entstehungsgeschichte[Bearbeiten]

Am 12. Januar 1959 hatte Berry Gordy jr. das unabhängige Plattenlabel Tamla Records gegründet, nun war er auf der Suche nach Talenten. Er fand zunächst Marv Johnson, der auch die erste Single im Tamla-Katalog herausbrachte. Der 18-jährige Barrett Strong spielte Klavier, er konnte aber nur durchschnittlich singen. Er wurde von Jackie Wilson dem Labelgründer Berry Gordy vorgestellt, der für Wilson ab 1957 einige Hits komponiert hatte. Strongs erste Single für das neue Label Tamla Records war im April 1959 Let’s Rock / Do the Very Best You Can (Tamla 54022), die vierte Single im Label-Katalog. Sie blieb ohne Resonanz.

Im August 1959 improvisierte Berry Gordy in einem in einer Garage neu errichteten Heim-Tonstudio von „Hitsville U.S.A“ (den späteren Motown Recording Studios (Detroit)) gerade am Klavier, als er die zuhörenden Barrett Strong und Jamie Bradford aufforderte: „Los, denkt an etwas, das jeder braucht!“ – „Geld!“ antwortete Bradford. Spontan entstand ein Text und Barrett Strong, der besser Klavier spielte als Gordy, setzte sich ans Klavier.[1] Die Besetzung bestand zudem aus einem weißen Gitarristen namens Eugene Grew, Eddie Holland übernahm das Tamburin (und fungierte als Toningenieur), James Jamerson spielte Bass, Joe Hunter (Piano) und Benny Benjamin bediente sparsam ein Tomtom.[2] Mit Jamerson, Hunter und Benjamin fand sich zur Aufnahme erstmals der Kern der späteren Funk Brothers zusammen.

Der Text behandelt die Geldgier des Protagonisten und liefert eine zynische Perspektive auf Romanzen und Finanzen. Die Liebe seiner Freundin erregt ihn zwar sehr, aber mit Liebe kann er keine Rechnungen bezahlen. Der ansteckende Rhythmus basierte auf einem Boogie-Woogie-Piano-Riff.

Veröffentlichung und Erfolg[Bearbeiten]

Barret Strong – Money

Vom Zeitpunkt her war es etwas unpassend, ein Lied, das das Verlangen nach Geld thematisiert, inmitten des Payola-Skandals zu veröffentlichen. Doch der Erfolg sollte die Bedenken vertreiben. Money (That’s What I Want) / Oh I Apologize (Tamla 54027) wurde als achte Single des Tamla-Labels erstmals im August 1959 veröffentlicht. Nach dem Airplay beim Detroiter Radiosender WCHB durch Disc-Jockey Larry Dixon stellte sich eine so große Nachfrage ein, dass Gordy die Rechte an seine Schwester Gwen Gordy und deren Label Anna Records lizenzierte. Das Label Anna Records verfügte über ein besseres Vertriebssystem und brachte die Single am 10. Dezember 1959 (Anna 1111) erneut auf den Markt. Nach einer Anzeigenschaltung im Billboard-Magazin ab 4. Januar 1960 gelangte die Single am 25. Januar 1960 in die Rhythm & Blues-Hitparade, wo sie bis auf Platz 2 kletterte; in den Pop-Charts erreichte sie Platz 23. Der Song blieb Strongs einziger Hit als Interpret.

Strong brachte bei Tamla noch vier Singles heraus, und zwar You Know What To Do / Yes, No, Maybe So (Juni 1960; 54029), I’m Gonna Cry / Whirl Wind (September 1960), You Got What It Takes / Money and Me (Februar 1961; 54035) und Misery / Two Wrongs Don’t Make a Right (Juni 1961; 54043); damit hatte er insgesamt sechs Singles bei Tamla besungen. Er wechselte im Januar 1962 in die Rolle des Texters und gehörte ab Juni 1966 dem erfolgreichen Autoren-Team Whitfield/Strong an.

Coverversionen[Bearbeiten]

Mindestens 67 Coverversionen sind bekannt. Der Titel (I Need Some) Money von den Miracles ist eine andere Komposition von Gordy/Robinson im Doo-Wop-Stil (End 1029; Juli 1958), denn er kann ja schon chronologisch keine Coverversion sein. Jerry Lee Lewis griff den Song offenbar als Erster auf (aufgenommen am 21. September 1961 bei Sun Records, Nashville), die Searchers brachten ihn als B-Seite auf die deutsche Single Süß ist sie (Sugar and Spice) / Liebe (veröffentlicht am 15. Januar 1964).

Beatles[Bearbeiten]

Die Beatles spielten den Song erstmals bei den Decca-Proben am 1. Januar 1962, nachdem sie die Original-Single in Brian Epsteins Liverpooler NEMS-Plattenladen gehört hatten. In den Abbey Road Studios benötigten sie für die Aufnahme am 18. Juli 1963 insgesamt sieben Takes, am 30. Juli fügte Musikproduzent George Martin sein Pianospiel hinzu und am 30. September 1963 wurde die Abmischung in Stereo abgeschlossen. Die Beatles-Fassung wurde am 22. November 1963 auf der LP With the Beatles veröffentlicht.

Weitere Versionen[Bearbeiten]

Die Rolling Stones nahmen ihre Version am 17. Januar 1964 für ihre erste EP You Better Move on (Decca DFE 8560) auf, es folgten die Rattles (LP Liverpool Beat vol. 1; 1964) und die Kingsmen (März 1964; US-16), Etta James sang den Titel live im New Era Club in Nashville (27. und 28. September 1964), Waylon Jennings nahm ihn am 3. Dezember 1964 auf. Es folgten die The Liverbirds (LP Star Club Show vol. 4; Januar 1965), Everly Brothers (am 7. Juni 1965 bei United Recording aufgenommen), John Lee Hooker (LP It Serve You Right to Suffer; 23. November 1965), Supremes (26. April 1966) oder Led Zeppelin (live aus der Frankfurter Festhalle; 30. Juni 1980).

Der Song erschien auch in dem Film Animal House (Premiere am 27. Juli 1978). Ein minimalistisches Cover lieferten die Flying Lizards mit ihrem Rap ab (Juli 1979; GB-5). Boyz II Men brachten ihn auf ihrer LP Motown: A Journey Through Hitsville USA (November 2007) heraus. Außerdem wurde Money (That’s What I Want) von Pearl Jam, The Smashing Pumpkins, The Blues Brothers, The Doors, The Sonics oder The BossHoss veröffentlicht.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Für den Song gab es einen BMI-Award, er wurde in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bill Dahl, Motown: The Golden Years, 2011, S. 315 f.
  2. David A. Carson, Grit, Noise, and Revolution: The Birth of Detroit Rock 'n' Roll, 2009, S. 38