Scherifen von Mekka

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Das Herrschaftsgebiet der Scherifen von Mekka Ende des 17. Jahrhunderts

Die Scherifen von Mekka (arabisch أشراف مكة, DMG ašrāf Makka) waren ein weitverzweigtes Netz scherifischer Familien, die von ca. 968 bis 1925 die Herrscher von Mekka stellten. Gemeinsam war diesen Familien die hasanidische Herkunft; sie führten ihren Stammbaum also auf den Prophetenenkel al-Hasan ibn ʿAlī zurück. Der jeweils herrschende Scherif wurde seit Beginn der Mamlukenherrschaft in Ägypten als "Emir von Mekka" (amīr Makka) bezeichnet.[1] Häufig machten sich die verschiedenen Zweige der Familie die Macht gegenseitig streitig und lagen im Kampf miteinander. Zeitweise teilten sie sich aber auch die Herrschaft.

Das Herrschaftsgebiet der Scherifen von Mekka erstreckte sich die meiste Zeit nicht nur auf die Stadt Mekka und ihr Umland, sondern auch über weite Teile des Hedschas mit den Städten Taif, Dschidda, Yanbu und Medina. Zwar erkannten die Scherifen von Mekka fast durchgehend die Oberherrschaft verschiedener islamischer Dynastien an, doch verfügten sie durch die Zusammenarbeit mit verbündeten Beduinen über eigene Streitkräfte und erhoben auch eigene Steuern. Als Kompensation dafür, dass sie ihre Oberherrschaft über die heilige Stadt anerkannten und den Schutz der Haddsch-Karawane sicherten, ließen ihnen die Herrscher der betreffenden islamischen Großreiche Subsidienzahlungen und Geschenke zukommen.

In europäischen Beschreibungen hat man die herrschenden Scherifen ab der Mitte des 19. Jahrhunderts zur Unterscheidung von anderen Scherifen auch Großscherifen genannt. Diese Bezeichnung hat jedoch in arabischen Quellen kein Gegenstück. Die heutige Dynastie der Haschimiten von Jordanien geht aus der Nachkommenschaft des vorletzten Scherifen Hussain I. ibn Ali, der sich 1916 zum König des Hedschas ausrief, hervor.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anfänge und kalifale Ambitionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die scherifische Herrschaft über Mekka begann ungefähr zeitgleich mit dem Tode des ägyptischen Herrschers Kāfūr (968), als der Hasanide Dschaʿfar ibn Muhammad ibn al-Husain al-Amīr die Macht in der heiligen Stadt an sich riss.[2] Hintergrund waren Kämpfe zwischen Hasaniden und Husainiden in Medina gewesen, infolge derer Dschaʿfar ibn Muhammad nach Mekka auswich und die Stadt in Besitz nahm.[3] Dschaʿfar war ein Nachkomme von Mūsā al-Dschaun, einem Bruder von Muhammad an-Nafs az-Zakīya, in siebter Generation.[4] Nach diesem Mūsā werden die ersten Scherifen, die über Mekka herrschten, als Mūsāwīyūn bezeichnet.[5]

Dschaʿfar ibn Muhammad erkannte den neuen fatimidischen Herrscher von Ägypten al-Muʿizz auch als Oberherrn von Mekka an, indem er für sie in der Chutba das Bittgebet sprach. Al-Muʿizz setzte ihn daraufhin als Statthalter von Mekka ein.[6] Einige Jahre später, im Januar 975, übergab er einer Delegation von Scherifen und andere Notabeln aus dem Hidschāz eine Prämie von 400.000 Dirham.[7] Als sich ʿĪsā, der Sohn und Nachfolger Dschaʿfars, weigerte, dem fatimidischen Kalifen al-ʿAzīz zu huldigen, belagerten die Ägypter Mekka und stellten sicher, dass die Chutba wieder im Namen von al-ʿAzīz gehalten wurde.[8] In den Jahren danach führten die ägyptischen Pilgerkarawanen wieder reiche Geldgeschenke für die Scherifen (ṣilāt al-ašrāf) mit.[9]

Ab 994 herrschte ʿĪsās Bruder Abū l-Futūh al-Hasan ibn Dschaʿfar über Mekka.[10] Er brachte im Jahre 1000 auf Weisung des Kalifen al-Hākim bi-amr Allāh auch Medina in seine Gewalt und setzte der Herrschaft der dort herrschenden husainidischen Banū l-Muhannā ein Ende.[11] Als 1010 al-Hākim seinen Wesir ʿAlī al-Maghribī umbringen ließ, floh dessen Sohn Abū l-Qāsim ibn al-Maghribī nach Ramla an den Hof des Dscharrahiden-Herrschers Mufarridsch und stachelte ihn zu einem Aufstand gegen die Fatimiden an. Er riet ihm, mit dem Scherifen von Mekka Kontakt aufzunehmen und diesem das Imamat anzutragen, da er im Unterschied zu den Fatimiden "keinerlei Makel in seinem Stammbaum" habe.[12] Ibn al-Maghribī selbst begab sich nach Mekka, und der Scherif Abū l-Futūh wurde von seinen Familienangehörigen zum Kalifen mit dem Thronnamen ar-Raschīd li-dīn Allāh (Der Religion Gottes Rechtgeleitete) ausgerufen.[13] Abū l-Futūh zog anschließend mit seinen Verwandten und einer großen Zahl schwarzer Sklaven, umgürtet mit dem Schwert Dhū l-Faqār, nach Ramla,[14] wo er am 13. September 1012 Einzug hielt.[15] Formell erstreckte sich das Herrschaft des scherifischen Gegenkalifen auf Palästina zwischen Pelusium und Tiberias und schloss auch Jerusalem ein, wo er einen neuen Patriarchen, Theophilos, einsetzte und den Christen erlaubte, die zwei Jahre zuvor zerstörte Grabeskirche wieder aufzubauen.[16]

Der Aufstand unter der Führung des scherifischen Gegen-Kalifen brach jedoch schnell zusammen. Al-Hākim ernannte einen Vetter von Abū l-Futūh zum neuen Statthalter von Mekka, der die Stadt belagerte. Darüber hinaus sandte al-Hākim größere Summen Geldes an die Dscharrahiden, um sie zur Preisgabe des Gegenkalifen zu bewegen. Die Dscharrahiden ließen sich dadurch bewegen, die Sache des Abū l-Futūh zu verlassen.[17] Mufarridsch schrieb an al-Hākim und vermittelte eine allgemeine Aussöhnung.[18] Abū l-Futūh kehrte im Oktober 1012 nach Mekka zurück und ließ die Chutba wieder für al-Hākim sprechen. In einem Brief an den fatimidischen Kalifen machte er Entschuldigungsgründe geltend und bat um Gnade, die ihm vom Kalifen auch gewährt wurde.[19] Nach diesem Aufstand hielten die Scherifen den fatimidischen Kalifen fast 70 Jahre die Treue.

Zwischen Fatimiden und Abbasiden: Abū Hāschims Chutba-Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahre 1061 starb der Scherif Schukr ad-Dīn kinderlos, woraufhin unter den verschiedenen hasanidischen Familien von Mekka Kämpfe ausbrachen. Darauf intervenierte der schiitische Herrscher des Jemen Ali as-Sulaihi in Mekka und setzte als neuen Statthalter den Scherifen Abū Hāschim Muhammad ein. Er war ein Nachkomme des gleichnamigen Bruders des ersten Scherifen Dschaʿfar ibn Muhammad und begründete die Scherifen-Linie der Hāschimiden.[20] Abū Hāschim ließ im Jahre 1069 die Chutba wieder im Namen der Abbasiden sprechen und nahm auch den Seldschuken-Sultan Alp Arslan in die Predigt auf, wofür er von dem Sultan ein Geschenk von 30.000 Dinar erhielt sowie das Versprechen, dass er jährlich ein Geschenk von 10.000 Dinar und ein Ehrengewand erhalten sollte. Dieses Arrangement dauerte allerdings nur wenige Jahre. Da zur Wallfahrt des Jahres 1075 der fatimidische Kalif al-Mustansir aus Ägypten eine noch größere Summe schickte, schaffte Abū Hāschim die Predigt für die Abbasiden wieder ab und ließ die Predigt erneut für die Fatimiden halten. Schon im nächsten Jahr wechselte er aber wieder auf die Seite der Abbasiden. Dieses Wechselspiel ging auch in den folgenden Jahren so weiter: 1078 ließ er für die Fatimiden beten, 1080 erneut für den abbasidischen Kalifen. Die Seldschuken, die dieser Komödie überdrüssig waren, schickten 1092 türkische Truppen nach Mekka, die die Heilige Stadt plünderten und danach wieder abzogen. Abū Hāschim rächte sich, indem er zwei Jahre später Pilger, die unter Führung eines türkischen Emirs nach Mekka kamen, ausrauben ließ.[21]

Die Nachkommen Abū Hāschims herrschten bis zum Anfang des 13. Jahrhunderts über Mekka, lagen aber oft im Streit miteinander. Durch den Reisebericht des Ibn Dschubair, der 1183 und 1185 Mekka besuchte, wissen wir, dass sie zaiditische Schiiten waren. Er führt aus, dass sie im Gebetsruf und bei der Iqāma die schiitische Formel Ḥaiya ʿalā ḫairi l-ʿamal ("Auf zum besten Werk!") einfügten und an den Freitagen nicht mit den anderen am Gebet teilnahmen.[22]

Verdrängung der Hāschimiden durch Qatāda[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anfang des 13. Jahrhunderts erlangte mit Qatāda ibn Idrīs der Abkömmling einer anderen Scherifen-Familie die Herrschaft über Mekka. Qatāda stammte aus Yanbuʿ und war ein Nachkomme von ʿAbdallāh ibn Muhammad, einem Großenkel des ersten mekkanischen Scherifen Dschaʿfar ibn Muhammad.[23] Er brachte zunächst die südlich von seiner Heimatstadt gelegenen Landstriche in seinen Besitz und eroberte zwischen 1201 und 1203 Mekka. Wenig später unterwarf er auch Taif, und in Yanbuʿ ließ er eine Festung errichten. Insgesamt konnte er seine Herrschaft auf das Gebiet zwischen Medina und den Jemen ausdehnen. Die politischen Alltagsgeschäfte überließ Qatāda einem Wesir.[24] Gegenüber den islamischen Mächten des Nordens, den Ayyubiden und Abbasiden, verfolgte Qatāda eine Politik der Splendid isolation. Seinen Verwandten soll er in seinem Testament die Empfehlung gegeben haben, sich nicht auf allzu enge Beziehungen mit fremden Mächten einzulassen, weil Gott sie und ihr Land durch dessen Unzugänglichkeit geschützt habe.[25] Allein zu den Zaiditen im Jemen hielt er engeren Kontakt. Dort unterstützte er die Bemühungen des Hasaniden al-Mansūr, eine neues zaiditisches Imamat zu begründen.[26] Die besondere historische Bedeutung Qatādas liegt darin, dass er der Vorfahre aller späteren Scherifen von Mekka ist.

Die Scherifen zwischen Ayyubiden, Rasuliden und Mamluken (1220–1408)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Qatādas Tod (1220) konnte der jemenitische Ayyubide al-Masʿūd Mekka unter seine Kontrolle bringen. Nach seinem Tod (1229) war die Stadt zwischen ägyptischen Ayyubiden und jemenitischen Rasuliden umkämpft, die jeweils ihre eigenen Kandidaten aus der Scherifenfamilie als Statthalter von Mekka einsetzten.[27] Zwischen 1250 und 1258 lagen die Scherifen erneut im Kampf untereinander um die Herrschaft,[28] später kam es immer wieder zu Auseinandersetzungen zwischen ihnen um die Teilung der Einkünfte.[29]

Die ägyptischen Mamluken konnten erst ganz langsam ihre Hoheitsrechte über die heilige Stadt durchsetzen, weil sich die Scherifen in der Auseinandersetzung zwischen Mamluken und Rasuliden um die Oberherrschaft über die Heilige Stadt auf die rasulidische Seite stellten. Mehrfach lieferten sich die Scherifen bewaffnete Kämpfe mit dem Führer der ägyptischen Pilgerkarawane, so in den Jahren 1330 und 1343.[30] Als 1330 der Führer der ägyptischen Pilgerkarawane bei den Kämpfen zu Tode kam, verkündete der mamlukische Sultan al-Malik an-Nasir Muhammad, dass er einen seiner Emire nach Mekka schicken wolle, um die Scherifen und ihre Kämpfer und Sklaven aus Mekka zu vertreiben, doch wurde er von seinem Ober-Qādī al-Qazwīnī, der ihn an die Pflicht zur Ehrung des Haram erinnerte, davon abgehalten.[31] Als im Jahre 1360 die Soldaten einer in Mekka stationierten türkisch-ägyptischen Garnison von den Scherifen vertrieben und auf dem Sklavenmarkt von Yanbuʿ verkauft wurden, gab Sultan an-Nāsir al-Hasan den Befehl, alle Scherifen auszurotten. Doch kam auch dieser Befehl nicht zur Ausführung, weil an-Nāsir al-Hasan schon wenige Tage später von seinen Soldaten abgesetzt und durch al-Mansur Muhammad II. ersetzt wurde.[32] Bis zur zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts blieben die Scherifen zaiditische Schiiten, erst danach gingen sie zum schafiitischen Madhhab über.[33]

Festigung der mamlukischen Oberherrschaft (1408–1517)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während der Herrschaft von al-Hasan II. ibn ʿAdschlān (1394–1425) verbesserte sich die Beziehung zwischen mekkanischen Scherifen und ägyptischen Mamluken. Al-Malik an-Nāsir Faradsch übertrug al-Hasan 1408 die Statthalterschaft für die gesamten Gebiete des Hedschas und erkannte seine beiden Söhne Barakāt und Ahmad offiziell als Mitregenten an.[34] Unter seinem Sohn Barakāt ibn Hasan (1425–1455) wurde die politische Beziehung zwischen den Scherifen und ihren ägyptischen Oberherren auf eine stabilere Grundlage gestellt. Barakāt wurde von Sultan Barsbay nach Ägypten beordert und erhielt dort von ihm 1426 die Investitur mit dem Oberbefehl über Mekka, wobei ihm ein Ehrengewand verliehen wurde.[35] In Mekka wurde nun eine ständige Besatzung von 50 türkischen Reitern stationiert, die von einem Amīr befehligt wurden. Außerdem wurden finanzielle Regelungen getroffen. So wurde festgelegt, dass der herrschende Scherif jeweils ein Viertel des Wertes von auf dem Roten Meer untergegangenen Schiffen, ein Viertel aller Geschenke, die von außerhalb an die "Bewohner Mekkas" gesandt wurden, und ein Zehntel aller importierten Waren erhalten sollte, eingeschlossen die Ladung von indischen Schiffen, die in Dschidda landeten. Außerdem erhielt er das Vermögen von Ausländern, die in Mekka ohne Erben starben. Auch die von den Beduinen eingesammelte Zakāt ging an den Scherifen. Die Hälfte des auf diese Weise erzielten Einkommens musste er an andere führende Mitglieder der scherifischen Familien verteilen.[36] Der Lebensstil des herrschenden Scherifen war relativ einfach. Ein großer Turban war das einzige, was ihn von anderen Bewohnern Mekkas unterschied. Sein breitärmeliges und brokatbesetztes Ehrengewand trug er nur bei zeremonialen Anlässen. Trotz seiner Position als Herrscher ließ sich der Scherif von seinen Leutenüblicherweise in einfacher und direkter Weise ansprechen, insbesondere wenn es sich um Beduinen handelte.[37] Unter Barakāts Sohn Muhammad (reg. 1455–1497), dessen Regierungszeit größtenteils mit derjenigen von Sultan Qāytbāy zusammenfällt, erlebte Mekka eine Phase großer Prosperität.[38] Insgesamt konnten die Scherifen im 15. Jahrhundert ihr spirituelles Prestige in der islamischen Welt stark ausbauen. Ihre Position als die Herrscher von Mekka erhielt in dieser Zeit einen "fast sakrosankten" Charakter.[39]

Unter osmanischer Oberherrschaft (1517–1798)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachdem die Osmanen 1517 Kairo erobert hatten, schickte der Scherif Barakāt (reg. 1497–1525) seinen noch sehr jungen Sohn Abū n-Numaiy II nach Ägypten, der Sultan Selim I. im Namen seines Vaters die Unterwerfung anbot. Der Sultan akzeptierte diese Lösung, und die Scherifen wurden weiterhin als abhängige Fürsten anerkannt.[40] Der Hidschāz wurde nicht als Vilâyet vollständig in den osmanischen Staat integriert, sondern blieb "ein Staat im Staate".[41] In Mekka selbst war nur eine kleine Einheit von ägyptischen Soldaten stationiert. Daneben gab es in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts in Dschidda am Roten Meer einen Beg, der den Scherifen von Mekka gegenüber der osmanischen Staatsgewalt zu vertreten hatte.[42]

Die Scherifen konnte auf eine Streitmacht von verbündeten Beduinen zurückgreifen. Im Jahre 1585 umfasste diese 20-30.000 Mann.[43] Mit dieser Streitmacht unternahmen sie im 16. und 17. Jahrhundert mehrfach Vorstöße in den Nadschd und zu den Oasen des zentralarabischen Raums, um auch dass Innere der Arabischen Halbinsel kontrollieren zu können.[44] Nach Auffassung der osmanischen Zentralgewalt solten die Scherifen vor allem Angriffe der Beduinen auf die Pilgerkarawane verhindern. Allerdings stützten sich die Scherifen auf ihre Kämpfer manchmal auch, wenn sie mit den osmanischen Karawanenkommandanten in Konflikt gerieten.[45]

Trotz ihrer äußerlich abhängigen Stellung stellten die Scherifen im 16. und 17. Jahrhundert für die Osmanen Bundesgenossen dar, auf deren Wünsche der Staat Rücksicht nehmen musste. Als Finanzgrundlage standen den Scherifen weiter die Zolleinnahmen des für den Indienhandel wichtigen Hafens von Dschidda zur Verfügung, die sie allerdings mit dem osmanischen Gouverneur teilen mussten.[46] Ein britischer Bericht aus dem Jahre 1787 über den Handel im Roten Meer besagt, dass der Scherif von Dschidda und der Scherif von Mekka beide hohe Steuern auf die Waren erhoben, die von Händlern und Pilgern aus Indien eingeführt wurden.[47] Darüber hinaus leistete der Sultan hohe Rentenzahlungen an alle Scherifen.[48]

Verhältnis der Scherifen zum mekkanischen Patriziat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im 16. und 17. Jahrhundert lebten in Mekka eine Anzahl alteingesessener Familien, deren Angehörigen traditionell viele der liturgischen und juristischen Ämter in Mekka vorbehalten waren. Die wichtigsten dieser Familien, die Dhawū l-buyūtāt genannt wurden, waren die Banū Zahīra, die Tabarīyūn und die Zamzamīyūn. Sie bildeten in gewisser Weise eine Art städtisches Patriziat. Ihre Vorrangstellung in der Heiligen Stadt legitimierten diese Familien mit Anciennität und einer vornehmen Abstammung.[49] ʿAlī at-Tabarī (gest. 1660), ein Angehöriger der Tabarīyūn, der ein eigenes Geschichtswerk über Mekka verfasste, behandelt darin in einem eigenen Kapitel die Regeln (qawāʿid), die die Scherifen gegenüber den Dhawū l-buyūtāt einzuhalten hatten. Dazu gehörten allerlei Ehrenbezeigungen wie zum Beispiel, dass der herrschende Scherif den Angehörigen dieser Familien bei Sitzungen bestimmte Plätze zu reservieren und bei Todesfällen ihrem Totengebet beizuwohnen hatte, aber auch die Verpflichtung, bestimmte administrative und protokollarische Ämter aus ihren Reihen zu besetzen. At-Tabarī erlegte dem Scherifen sogar die Pflicht auf, sich aus dem Kreis der Dhawū l-buyūtāt einen „Begleiter“ (muṣāḥib) auszuwählen. Dieser sollte sich ständig in seiner Nähe aufhalten und ihm aus wissenschaftlichen und literarischen Büchern vorlesen. Zur Begründung verweist er darauf, dass sein Vater ʿAbd al-Qādir at-Tabarī (gest. 1623) diese Funktion bei dem Scherifen Hasan ibn Abī Numaiy (reg. 1583-1601) wahrgenommen habe.[50]

Rivalitäten zwischen verschiedenen scherifischen Clanen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ab 1631 rivalisierten drei verschiedene Clane des Scherifenhauses, die Dhawū ʿAbdallāh, die Dhawū Barakāt und die Dhawū Zaid, um die Macht über die Stadt und ihr Hinterland.[51] Von 1631 bis 1671 stellten die Dhawū Zaid die Emire von Mekka. 1672 brachte der maghrebinische Gelehrte Muhammad ibn Sulaimān als osmanischer Abgesandter die Dhawū Barakāt an die Macht.[52] Ihnen wurde aber von Anfang an zur Auflage gemacht, dass sie drei Viertel ihrer Einnahmen an die anderen Scherifen-Familien abführen mussten.[53] Barakāt ibn Muhammad (reg. 1672–1682) sandte eine Gesandtschaft nach Indien, die nach langem vergeblichen Warten auf eine Audienz bei Aurangzeb nach Bandar Aceh weiterreiste. Dort wurden die scherifischen Abgesandten von der Sultanin von Aceh empfangen, die sich durch den Besuch aus Mekka sehr geehrt fühlte und sie reich beschenkte.[54] 1683 kehrte die Delegation beladen mit viel Gold (angeblich 3 Qintār), drei Ratl Campher, Aloeholz und fünf goldenen Lampen für die Kaaba nach Mekka zurück. Über die Verteilung dieser Geschenke kam es unter den Scherifen zu heftigen Auseinandersetzungen, da der Scherif Saʿīd ibn Barakāt nicht bereit war, drei Viertel davon an die anderen scherifischen Familien abzuführen.[55]

Im Jahre 1684 kamen wieder Angehörige der Dhawū Zaid an die Macht, und mit Ausnahme nur weniger Zwischenzeiten, in der erneut Angehörige der Dhawū Barakāt über Mekka herrschten, stellten sie fast alle weiteren herrschenden Scherifen von Mekka im 18. Jahrhundert. Allerdings hatten sich die Dhawū Zaid in dieser Zeit noch mit anderen scherifischen Familien auseinanderzusetzen. So erhoben Anfang der 1740er Jahre Scherifen aus der Nachkommenschaft von al-Hasan II. ibn ʿAdschlān (reg. 1394–1425), die fünf Tagesreisen südlich von Mekka siedelten, unerwarteter Weise Anspruch auf die Herrschaft über die Heilige Stadt und bedrohten die Pilger aus dem Jemen.[56] Zur Bekämpfung dieser Dhawū l-Hasan schickte 1742 der Scherif Masʿūd bin Saʿīd ein scherifisches Heer unter Führung seines Neffen in den Süden. Dieses belagerte die Festungen der Dhawū l-Hasan, die daraufhin in die Berge der Banū Sulaim flohen. Das scherifische Heer folgte ihnen und konnte schließlich den Führer der Dhawū l-Hasan, einen gewissen ʿAssāf, zusammen mit seinen engsten Anhängern ergreifen. Sie wurden in Ketten nach Mekka gebracht und dort ins Gefängnis geworfen. Dort starben sie später an den Pocken.[57]

Im Jahre 1770 unternahmen die Dhawū Barakāt einen letzten Versuch, die Macht in Mekka wiederzuerlangen. Mit militärischer Unterstützung des ägyptischen Mamluken-Emirs Ali Bey al-Kabir konnte der ihrer Familie zugehörige ʿAbdallāh ibn Husain im Juni 1770 die heilige Stadt in seine Gewalt bringen, doch wurde er schon vier Monate später, nachdem die ägyptischen Truppen wieder aus Mekka abgezogen waren, durch Ahmad ibn Saʿīd von den Dhawū Zaid verdrängt.[58]

Die Festung al-Adschyād in Mekka, die von dem Scherifen Sarūr ibn Musāʿid (1773-1788) ausgebaut wurde.

Nach dem Bericht von John Lewis Burckhardt hatten die verschiedenen scherifischen Familien in Mekka bis zur Herrschaft von Surūr ibn Musāʿid (1773-1788) sehr viel Macht. Jeder Scherif hatte in seinem Haus 30 bis 40 bewaffnete Sklaven und darüber hinaus mächtige Freunde unter den Beduinen. Viele von ihnen hatten Sinekure-Ämter beim herrschenden Scherifen, ohne aber dessen Befehl zu respektieren. Einige betätigten sich darüber hinaus mit ihren Anhängern und Sklaven als Wegelagerer und raubten die Pilger auf den Zugangswegen nach Mekka aus. Erst Sarūr, so berichtet Burckhardt, machte die Scherifen botmäßig und sorgte in Mekka für gerechte Verhältnisse. Er baute die Festung von Mekka aus, hielt sich ein großes Korps aus Sklaven und Beduinen, das er aus seinen Handelsaktivitäten im Jemen finanzierte, und zwang die mächtigsten scherifischen Familien zur Auswanderung.[59]

Der Scherif Ghālib zwischen Wahhabiten, Franzosen und Briten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1788 kam mit Ghālib ein besonders ehrgeiziger Scherif an die Macht. Er unterhielt eine kleine Handelsflotte, die im Kaffeehandel tätig war und auch indische Häfen anfuhr,[60] und unterhielt eine Armee, die aus 400 Jemeniten, 400 Yāfiʿ-Beduinen, 400 Hadramiten, 400 Maghrebinern und 400 Afghanen zusammengesetzt war.[61] Ghālib strebte danach, den Hedschas von den Osmanen unabhängiger zu machen. Gleichzeitig machten sich während seiner Herrschaftszeit die wahhabitische Bedrohung aus dem Inneren Arabiens und die Macht der Europäer im Roten Meer immer stärker bemerkbar.[62]

Die Wahhabiten, die von dem saudischen Emir von Dirʿīya im Nadschd unterstützt wurden, waren in Mekka geächtet und grundsätzlich von der Teilnahme an der Haddsch ausgeschlossen. Um die Erlaubnis zur Teilnahme an der Pilgerfahrt zu erbitten, hatten die Wahhabiten schon zu mehreren früheren Scherifen Delegationen geschickt, mit unterschiedlichem Erfolg.[63] Auch im Jahre 1790 entsandten die Wahhabiten wieder eine Delegation nach Mekka, die aber Ghālib nicht von der Rechtgläubigkeit der wahhabitischen Lehre überzeugen konnte.[64] Dadurch, dass sich in der zweiten Hälfte der 1780er Jahre zwei Beduinenstämme in der direkten Nachbarschaft zum Hedschas den Wahhabiten angeschlossen hatten, fühlte sich der Scherif durch sie zunehmend in seinem Machtbereich bedroht. Deshalb schickte er 1791 seinen Bruder ʿAbd al-ʿAzīz ibn Musāʿid mit Truppen in den Nadschd, die dort ein wahhabitisches Dorf belagerten.[65] Dies bildete den Auftakt zu einer größeren militärischen Konfrontation, denn die Wahhabiten beantworteten die Belagerung mit einem Aufruf zum Dschihad, dem viele ihrer Anhänger folgten.[66] Zwar schlossen sich den scherifischen Truppen verschiedene Beduinenfraktionen an, die den Wahhabiten die Gefolgschaft aufgekündigt hatten, doch konnten die Wahhabiten 1796/97 Bīscha und Ranya, zwei strategisch bedeutsame Orte im östlichen Hedschas, die bis dahin zum Territorium des Scherien gehört hatten, erobern.[67] Ghālib sah sich schließlich gezwungen, mit dem Emir von Dirʿīya in Verhandlungen einzutreten. 1799 wurde ein Waffenstillstandsabkommen geschlossen, das die Machtsphären der beiden Seiten festlegte und den Wahhabiten Zugang zu den Städten Mekka und Medina gewährte.[68]

Nachdem 1798 Napoleon Bonaparte Ägypten besetzt hatte, sah Ghālib dies als eine willkommene Gelegenheit, um die osmanische Oberherrschaft abzuschütteln.[69] Ali Bey, der Mekka Anfang des 19. Jahrhunderts besuchte, beobachtete, dass die Osmanen in Mekka "sich in nichts einmischen können, was die Verwaltung betrifft, die vollständig in den Händen des Scherifen liegt, der als ein unabhängiger Sultan herrscht."[70] Umgekehrt entwickelte Ghālib ein freundschaftliches Verhältnis zu den Franzosen und empfing auch französische Abgesandte an seinem Hof. Die Franzosen sicherten zu, die ägyptischen Subsidienzahlungen für Mekka aufrechtzuerhalten.[71] Da die britische Regierung in Indien fürchtete, dass Ghālib gemeinsame Sache mit den Franzosen machen könnte, schickte sie Anfang 1800 Admiral John Blankett nach Dschidda, um mit dem Scherifen Kontakt zu aufzunehmen. Ghālib begegnete ihm allerdings eher feindlich, weil er vermutete, dass sich die Briten für eine Wiederherstellung der osmanischen Oberherrschaft über Mekka einsetzen würden.[72] Als sich Ende 1800 die Pläne für eine britische Besetzung Ägyptens konkretisierten, sandten die Briten eine Delegation unter Leitung von Home Riggs Popham nach Dschidda, um Verhandlungen über die Errichtung einer britisch-indischen Faktorei in Dschidda mit Ghālib zu führen. Die Verhandlungen erwiesen sich allerdings als sehr schwierig, da man in Mekka auf die Getreideversorgung aus Ägypten angewiesen war und der Scherif damit rechnete, dass die Franzosen die Herren Ägyptens bleiben würden.[73] Da Ghālib auch im Frühjahr 1801 in den Verhandlungen unbeugsam blieb, machte der Nawab Mahdī ʿAlī, der auf britischer Seite an den Verhandlungen beteiligt war, den Vorschlag, Ghālib durch seinen Bruder ʿAbdallāh, der im Jahre 1788 nur wenige Monate die Herrschaft innegehabt hatte, zu ersetzen, was von der britischen Regierung in Indien befürwortet wurde.[74] Der Abzug der französischen Truppen aus Ägypten führte jedoch dazu, dass der Plan nicht mehr umgesetzt wurde.[75]

Indessen sah sich Ghālib in seinem Herrschaftsbereich immer stärker mit Überfällen durch wahhabitische Freischärler konfrontiert. Um den Frieden von 1799 neu auszuhandeln, sandte er im Jahr 1801 seinen Wesir und Schwager ʿUthmān ibn ʿAbd al-Rahmān al-Mudāyifī nach Dirʿīya.[76] Allerdings stellte sich dieser dort in den Dienst des saudischen Emirs. Mit Unterstützung des wahhabitischen Emirs von Bīscha eroberte ʿUthmān im Februar 1803 die Stadt Ta'if und später Qunfudha.[77] Derweil zog Saud, der Sohn von Abd al-Aziz I., mit einem Heer gegen Mekka.[78] Vergeblich versuchte Ghālib, die Führer der Pilgerzüge zu einem Eingreifen gegen die Wahhabiten zu bewegen.[79] Aufgrund der aussichtlosen Lage zog er sich im März 1803 in die stark befestigte Stadt Dschidda zurück. Saud nahm im April 1803 Mekka kampflos ein, setzte Ghālibs Bruder ʿAbd al-Muʿīn als Emir ein und stationierte eine kleine Garnison von Wahhabiten in Mekka.[80] Danach zog er gegen Dschidda, konnte die Stadt aber nicht einnehmen und zog sich mit seinem Heer in sein Stammland zurück. Ghālib setzte den Widerstand gegen die Wahhabiten fort und konnte im Juli 1803 Mekka zurückerobern.[81] 1804 eroberte Saud Medina.[82] Nach monatelanger Belagerung Mekkas durch ʿUthmān gab sich Ghālib im Februar 1806 geschlagen.[83] Ghālib blieb zwar als Emir von Mekka formal im Amt, musste aber die Oberherrschaft des Emirs von Diriyya akzeptieren und die Wahhabiten als einzig geltende islamische Lehre anerkennen. Derweil betätigte er sich von Dschidda aus im Seehandel und schickte Schiffe aus nach Mokka, Maskat und Surat in Indien. Am 26. Februar 1807 wurde schließlich der Befehl Sauds verkündet, dass alle Soldaten des Scherifen Mekka verlassen mussten. Der Scherif wurde entwaffnet, seine Autorität wurde annulliert, und die Rechtshoheit ging in die Hände der Wahhabiten über.[84]

Ägyptische Zwischenzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahre 1811 zog der ägyptische Vizekönig Muhammad Ali Pascha im Auftrag des osmanischen Sultans in den Krieg gegen die Wahhabiten. Er nahm 1813 Mekka ein und setzte Yahyā ibn Sarūr, den Neffen Ghālibs, als neuen Scherifen von Mekka ein.[85] Bis 1840 blieb Mekka unter ägyptischer Herrschaft. Um die Macht der aufmüpfigen Dhawū Zaid zu brechen, förderte Muhammad Ali die Dhawū ʿAbdallāh und ernannte 1827 einen von ihnen, Muhammad ibn ʿAbd al-Muʿīn, zum neuen Emir von Mekka.[86] Nach einem Konflikt mit dem ägyptischen Statthalter Ahmad Pascha wurde Muhammad ibn ʿAbd al-Muʿīn aber 1836 nach Kairo beordert und dort interniert. Die Zeit bis 1840 stand der Hedschas unter ägyptischer Direktherrschaft.[87]

Zweite Osmanische Oberherrschaft (1840–1914)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beziehung zur Osmanischen Obrigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mekka um 1889 mit der Adschyād-Festung im Hintergrund, die zu dieser Zeit vom osmanischen Militär genutzt wurde.

Nachdem 1840 die Osmanen durch den Vertrag von London die Oberherrschaft über den Hedschas wiedererlangt hatten, setzten sie 1841 dort einen Wālī ein, der in Mekka residierte und den Titel "Scheich des Haram" (šaiḫ al-ḥaram) führte.[88] Zwischen diesem osmanischen Statthalter und dem Scherifen bestand in der nachfolgenden Zeit ein ständiger Machtkampf.[89] Die Macht des Scherifen wurde außerdem dadurch weiter beschnitten, dass 1869 die Osmanen in Mekka eine munizipale Organisation in Mekka einführten.[90] Die Gerichtsbarkeit des Scherifen wurde auf die Angehörigen seiner eigenen Familie, die Beduinen und die nicht-türkischen Einwohner von Mekka beschränkt.[91]

Einzelne Mitglieder der scherifischen Familie wurden üblicherweise in Ehrenhaft in Istanbul gehalten, zum Teil als Geiseln, um das Wohlverhalten des herrschenden Scherifen zu sichern, zum Teil um diesem unliebsame Rivalen vom Leibe zu halten, aber auch um die Rivalen im Falle, dass sich der Scherif als unzuverlässig erweisen sollte, schnell bei der Hand zu haben.[92] 1851 ersetzten die Osmanen zum Beispiel den Scherifen Muhammad ibn ʿAbd al-Muʿīn durch ʿAbd al-Muttalib ibn Ghālib aus der rivalisierenden Familie der Dhawū Zaid. Als es dann 1855 wegen des Verbots des Sklavenhandels in Mekka zu einem Aufstand kam und sich ʿAbd al-Muttalib an dessen Spitze stellte, installierten sie erneut Muhammad ibn ʿAbd al-Muʿīn, der die Zwischenzeit in Istanbul im Exil verbracht hatte.[93]

Wegen seiner engen Verbindung zu den Beduinenstämmen der Umgebung behielt der Scherif weiter eine wichtige Rolle bei der Organisation der Pilgerkarawane. Sowohl bei der Wahl der Wege und der Festsetzung der Kamelmietpreise hatte er entscheidenden Einfluss. Er setzte einen Haddsch-Beauftragten (maʾmūr al-ḥaǧǧ) zur Begleitung der Karawane sowie einen Taxator (muqauwim) zur Bereitstellung der erforderlichen Kamele ein.[94] Noch bis zum Ende des 19. Jahrhunderts wurde jährlich mit der syrischen Karawane ein Investiturschreiben des osmanischen Sultans für den Scherifen nach Mekka gebracht, das dann bei der Wallfahrt in Minā öffentlich verlesen wurde. Dieser Zeremonie wohnten gewöhnlich der Wālī, der osmanische Militärkommandant und die Notabeln und Gelehrten der Stadt bei. Dann bekam der Scherif ein kostbares Ehrengewand des Sultans, und die Anwesenden beglückwünschten ihn. Darüber hinaus erhielt der Scherif festgesetzte Gehaltszahlungen aus der ägyptischen Surra in Höhe von 479,50 ägyptischen Pfund.[95] Haupteinnahmequelle des Scherifen waren aber die Steuern, die er auf die Kamele des Hedschas erhob.[96] Außerdem zog er Gebühren von mutauwifūn ein, für deren Berechtigung, die Pilger eines bestimmten Gebietes betreuen zu dürfen.[97]

Zunahme des britischen Einflusses[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Scherif ʿAun al-Rafīq im Jahre 1885 in Turban und Ehrengewand

Muhammad ibn ʿAbd al-Muʿīn herrschte noch zwei Jahre, danach folgte ihm sein Sohn ʿAbdallāh ibn Muhammad (1858–1877) nach. Auch fast alle folgenden Scherifen von Mekka waren Nachkommen von Muhammad ibn ʿAbd al-Muʿīn. Nach dessen Großvater ʿAun ibn Muhsin werden die Angehörigen dieses Zweiges der Dhawū-ʿAbdallāh-Familie als Dhawū ʿAun bezeichnet. Anders als die Dhawū Zaid standen die Dhawū ʿAun von Anfang an in einem freundschaflichen Verhältnis zu den Briten.[98] Eine besonders britenfreundliche Haltung zeigte der Scherif al-Husain ibn Muhammad (1877–1880). Als der afghanische Emir Schir Ali den Briten Probleme bereitete, weil er keine britische Vertretung in Kabul dulden wollte, konnte der britische Konsul in Dschidda James Zohrab eine Proklamation von Husain erwirken, in der dieser Schir Ali zu einer Zusammenarbeit mit den Briten aufforderte. Husain wurde allerdings schon 1880 von einem als Derwisch verkleideten Afghanen ermordet. Britische Diplomaten führten das auf Huseins christenfreundliche und probritische Haltung zurück, insbesondere deswegen, weil die Osmanen kurz danach wieder den britenfeindlichen ʿAbd al-Muttalib von den Dhawū Zaid als Scherif einsetzten.[99] Zohrab betonte in Briefen an die britische Regierung, dass es eine Pflicht Englands sei, die ʿAun-Familie zu unterstützen, weil diese immer eine schützende Hand über die Briten im Hedschas gehalten habe. Zohrab forderte auch, dass die Briten dem osmanischen Sultan nicht länger das Vorrecht überlassen sollten, den Scherifen auszuwählen, mit dem Argument, dass England vier Mal mehr Muslime unter seiner Herrschaft habe als der Sultan.[100]

Die Ernennung von ʿAun al-Rafīq, einem weiteren Sohn von Muhammad ibn ʿAbd al-Muʿīn, im Jahre 1882 wurde von britischer Seite sehr begrüßt. Allerdings schlugen die hohen Erwartungen bald in Enttäuschung um, weil ʿAun al-Rafīq Kontakte mit den Briten scheute und aus den Pilgern aus Britisch-Indien hohe Geldbeträge herauspresste.[101] ʿAun al-Rafīq galt als despotischer und ausbeuterischer Tyrann, dem alle machtlos ergeben waren. Zu den Dingen, die man ihm vorwarf, gehörte, dass er alle Pilger zur Zahlung von "Spenden" für die Hedschasbahn zwang. Wie berichtet wird, ließ er die Pilger so lange in Mekka festhalten, bis alle 1 Riyal entrichtet hatten; diejenigen, die Zahlung verweigerten, ließ er verhaften.[102] Die britisch-scherifischen Beziehungen erlebten 1895 einen Tiefpunkt, als Abdur Razzack, der britische Vize-Konsul in Dschidda, außerhalb der Stadt ermordert wurde.[103] Erst zu Anfang des 20. Jahrhunderts verbesserten sich diese Beziehungen wieder, was auch damit zu tun hatte, dass ʿAun al-Rafīq zwei Mal Ärtze des britischen Konsulats in Anspruch nahm.[104]

Schon während der Herrschaft von ʿAun al-Rafīq bauten die Briten ein enges Verhältnis zu dessen Neffen ʿAlī ibn ʿAbdallāh auf, der 1905 auf ihre Veranlassung hin zum Groß-Scherifen ernannt wurde.[105] Zwar wurde ʿAlī schon drei Jahre später wegen seiner feindlichen Haltung gegenüber der neuen jungtürkischen Regierung wieder entlassen, doch wurde durch einen anderen Neffen ʿAuns ersetzt, der nicht weniger britenfreudlich war, nämlich Husain ibn ʿAlī. Dieser Groß-Scherif, der vor seiner Einsetzung in sein Amt im November 1908 lange Jahre in Istanbul gelebt hatte, bemühte sich darum, den Einfluss des Scherifats auf der arabischen Halbinsel zu vergrößern, und sandte gleich nach Herrschaftsantritt Delegationen in den ʿAsīr und nach al-Qasīm, um Kontakte mit den dort lebenden Stämmen aufzunehmen.[106]

Rolle des Scherifen Husain während des Ersten Weltkriegs[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Scherif Husain ibn ʿAlī

Im September 1914, kurz nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs, äußerte Max von Oppenheim, der später zum Haupt-Organisator der deutschen Dschihad-Propaganda wurde, dass die Briten danach strebten, den Groß-Scherifen von Mekka vom Osmanischen Kalifat unabhängig zu machen und möglichst selbst zum Kalifen zu erheben. Einige panarabisch ausgerichtete Araber, so sagte er, teilten diesen Wunsch. Auch wenn von Oppenheim zugestand, dass der Scherif über einigen Einfluss in der islamischen Welt verfüge, hielt er die britischen Pläne, von denen er erfahren hatte, für unrealistisch, weil er glaubte, dass Scherif Husain gegenüber der Osmanischen Regierung loyal bleiben würde.[107] Ähnlich schätzte der deutsche Diplomat Curt Max Prüfer die Situation ein. Er meinte, dass der osmanische Gouverneur im Hedschas den Scherifen kontrollieren würde, und äußerte gegenüber Oppenheim, dass der Scherif zwar ganz auf britischer Seite stehe, aber "glücklicherweise machtlos und in unserer Hand" sei.[108] Eine andere Einschätzung ergab sich erst durch Bernhard Moritz, der Ende 1914 nach Dschidda reiste, um dort ein deutsches Propaganda- und Nachrichtenbüro einzurichten, aber vom Scherifen verhaftet wurde. Nachdem er wieder freigelassen worden war, berichtete er im Januar 1915 in Berlin seinen Vorgesetzten von den Machtambitionen des Scherifen und dem osmanischen Kontrollverlust im Hedschas.[109] Der deutsche Konsul in Damaskus schlug daraufhin vor, dass Deutschland danach streben sollte, als Gegengewicht zum Scharifen die Āl Saʿūd und die Āl Raschīd unter türkischer Führung zu vereinen. Der Plan scheiterte jedoch.[110]

Im Mai 1915 traf sich von Oppenheim mit Faisal, dem Sohn des Scherifen, in Konstantinopel. Dieser versicherte ihm, dass sein Vater nicht mit den Briten zusammenarbeitete. Daraufhin fasste Oppenheim wieder Vertrauen in die Loyalität des Scherifen gegenüber den Mittelmächten.[111] Hans von Wangenheim, der deutsche Botschafter in Konstantinopel, äußerte in einem Brief vom 22. Mai an den deutschen Reichskanzler Theobald von Bethmann Hollweg, dass Oppenheim durch sein Verhandlungsgeschick nicht nur eine Auswechselung des Groß-Scherifen überflüssig gemacht, sondern auch das Verhältnis zwischen diesem und den Türken verbessert habe. Wangenheim warnte allerdings vor weiteren deutschen Propaganda-Aktivitäten im Hedschas, weil diese zu einer Zunahme des Misstrauens beim Groß-Scherifen führen könnten.[112]

1916 in der Zeitung veröffentlichte Proklamation, in der der Scherif Husain die Muslime zur Revolution gegen die Jungtürken aufruft

Der türkische Kriegsminister Enver Pascha gab Faisal bei seiner Abreise aus Konstantinopel die Anordnung mit, dass sein Vater Türken und Deutsche durch Entsendung eines beduinischen Kontingents für einen weiteren türkischen Angriff auf Ägypten unterstützen sollte. Der Scherif ignorierte jedoch diese Aufforderung.[113] Als Max von Oppenheim im Herbst 1915 als Beduine verkleidet in den Hedschas reiste, wurde er vom Scherifen ausgewiesen, so dass er nach Damaskus zurückeilen musste.[114] Mitte Februar brachten der Scherif und die Briten ihre Verhandlungen für eine Allianz zum Abschluss, und der Scherif traf Vorbereitungen für einen arabischen Aufstand gegen die Türkei.[115] Anfang April forderte er die osmanische Regierung auf, verschiedene arabische politische Gefangene in Syrien freizulassen, in Syrien und im Irak eine dezentrale türkische Verwaltung einzusetzen, seine Herrschaft im Hedschas als erblich anzuerkennen und seinen traditionellen Status und seine Privilegien zu bestätigen, worauf die osmanische Führung allerdings nicht einging. Als Hussein erfuhr, dass eine türkisch-deutsche Expedition (Stotzingen-Mission) auf dem Weg in den Jemen den Hedschas passieren wollte, rief er am 5. Juni 1916 offiziell die Arabische Revolte aus.[116] Auf Initiative und Drängen seines Sohnes ʿAbdallāh erklärte er sich am 28. Oktober 1916 zum "König der arabischen Länder". Die Briten erkannten ihn allerdings nur als König des Hedschas an.[117]

Ausrufung des Kalifats und Ende[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Abschaffung des Kalifats durch Atatürk im Frühjahr 1924 erklärte sich Husain zum Kalifen. Dadurch isolierte er sich endgültig in der arabischen Welt. Sein ärgster Widersacher, Abd al-Aziz ibn Saud, überfiel mit seinen wahhabitischen Kriegern den Hedschas. Nach dem Verlust von Mekka trat Hussein den Königstitel 1924 an seinen Sohn Ali ibn Hussein ab. Jedoch wollten die Āl Suʿūd keinen haschimitischen König akzeptieren, so dass auch Ali am 20. Dezember 1925 abdanken musste. Am 8. Januar 1926 wurde der Saudi Abd al-Aziz ibn Saud zum König des Hedschas gekrönt.

Herrscherliste[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mūsāwiden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Dschaʿfar ibn Muhammad ibn al-Husain al-Amīr (966/8–980)
  • ʿĪsā ibn Dschaʿfar (980–994)
  • Abū l-Futūh al-Hasan ibn Dschaʿfar (994–1039)
  • Schukr ad-Dīn (1039–1061)

Hāschimiden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Abū Hāschim Muhammad (1063–1094)
  • Abū Fulaita Qāsim (1094–1101)
  • Fulaita ibn Qāsim (1123–1132)
  • Hāschim ibn Fulaita (1132–1160)
  • Qāsim ibn Hāschim (1154–1160)
  • ʿĪsā ibn Fulaita (1160–1174)
  • Dāwūd ibn ʿĪsā (1174–1188)
  • Mukthir ibn ʿĪsā (1188–1201)

Qatāda und seine Nachkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Herrscher
Gelb = Herrscher der Dhawū Zaid,
grün = Herrscher der Dhawū Barakāt,
rot = Herrscher der Dhawū ʿAun
Kommentare
Qatāda ibn Idrīs (1201/3–1220)
Hasan ibn Qatada al-Hasani al-Alawi (1220–1241)
Al-Hassan abul-Saad (1241–1250)
Abū Saʿd ʿAlī ibn Qatāda (1250–1253)
Rādschih ibn Qatāda (Januar – April 1254) mehrere Unterbrechungen
Dschāmim ibn Rādschih (April – November 1254)
Idrīs ibn Qatāda (1254–1270) Mitregent: Abū n-Numaiy I Muhammad ibn Abī Saʿd ʿAlī
Abū n-Numaiy I Muhammad ibn Abī Saʿd ʿAlī (1270–1301)
Rumaitha ibn Abī n-Numaiy (1301–1344) mehrere Unterbrechungen
ʿAdschlān ibn Rumaitha (1344–1375) Mitregenten: Thaqaba, Ahmad, Sanad, Mughaimis
Ahmad ibn ʿAdschlān (1375–1386)
Ali ibn ʿAdschlān (1387–1394)
Al-Hasan II. ibn ʿAdschlān (1394–1425) Mitregenten: ab 1407 sein Sohn Barakāt ibn Hasan, ab 1408 außerdem sein Sohn Schihāb ad-Dīn Ahmad[118]
Barakāt I. ibn Hasan (1425–1455) mehrere Unterbrechungen
Muhammad ibn Barakāt (1455–1497)
Barakāt II. ibn Muhammad (1497–1525) 1517 Beginn der osmanischen Oberherrschaft
Muhammad Abū n-Numaiy II ibn Barakāt (1525–1583)
Al-Hasan ibn Abī n-Numaiy (1583–1601)
Abū Tālib ibn al-Hasan (1601-1603)
Idrīs ibn al-Hasan (1603–1610) Mitregenten: Fuhaid ibn al-Hasan, Muhsin ibn Husain
Muhsin bin Hussein (1610–1628)
Ahmed bin Talib Al-Hasan (1628–1629)
Masud bin Idris (Masut Efendi) (1629–1630)
ʿAbdallāh ibn Hasan (1630–1631)
Zaid ibn Muhsin (August 1631– Mai 1667)
Saʿd ibn Zaid (Mai 1667–März 1672)
Barakāt ibn Muhammad (März 1672–1682)
Saʿīd ibn Barakāt (1682–1683)
Ibrahim bin Muhammed (1683–1684)
Ahmad ibn Zaid (1684–1688)
Ahmad ibn Ghālib (1688–1690)
Muhsin ibn al-Husain (April 1690– Sept. 1691)
Said bin Saad (1691–1693)
Saʿd ibn Zaid (1693–1694)
ʿAbdallāh ibn Hāschim (Juli 1694– November 1694)
Saʿd ibn Zaid (1694–1702)
Saʿīd ibn Saʿd (1702–1704)
ʿAbd al-Muhsin ibn Ahmad (Juli 1704)
ʿAbd al-Karīm ibn Muhammad (Juli 1704– März 1705)
Saʿīd ibn Saʿd (März 1705–Oktober 1705)
ʿAbd al-Karīm ibn Muhammad (Oktober 1705– Dezember 1711)
Saʿīd ibn Saʿd (1711–1717)
Abdullah bin Said (1717–1718)
Ali bin Said (1718–1718)
Yahyā ibn Barakāt (1718–1719)
Mubarak bin Ahmad (1719–1722)
Barakāt ibn Yahyā (1722–1723)
Mubarak ibn Ahmad (1723–1724)
Abdullah ibn Said (1724–1731)
Muhammed ibn Abdullah (1731–1732)
Masʿūd ibn Saʿīd (1732–1733)
Muhammed ibn Abdullah (1733–1734)
Masʿūd ibn Saʿīd (1734–1759)
Dschafar bin Said (1759–1760)
Musāʿid ibn Saʿīd (1760– April 1770)
Ahmad ibn Saʿīd (April 1770– Juni 1770)
ʿAbdallāh ibn Husain (Juni - Sept. 1770)
Ahmad ibn Saʿīd (Sept. 1770–1773)
Surūr ibn Musāʿid (1773–1788)
ʿAbdallāh ibn Surūr (1788)
Ghālib ibn Musāʿid (1788– April 1803)
ʿAbd al-Muʿīn ibn Musāʿid (April 1803– Juli 1803) von Saud I. ibn Abd al-Aziz eingesetzt
Ghālib ibn Musāʿid (Juli 1803–1813) ab 1807 ohne Kontrolle über Mekka
Yahyā ibn Sarūr (1813–1827)
ʿAbd al-Muttalib ibn Ghālib (1827)
Muhammad ibn ʿAbd al-Muʿīn Ibn ʿAun (1827–1851) Von 1836 bis 1840 Zwangsaufenthalt bei Muhammad Ali Pascha in Kairo
ʿAbd al-Muttalib ibn Ghālib (1851–1856)
Muhammad ibn ʿAbd al-Muʿīn Ibn ʿAun (1856–1858)
ʿAbdallāh ibn Muhammad (1858–1877)
Al-Husain ibn Muhammad (1877–1880)
ʿAbd al-Muttalib ibn Ghālib (1880–1882)
ʿAbd al-Ilāh ibn Muhammad (Sept. - Okt. 1882)
ʿAun al-Rafīq ibn Muhammad (1882–1905)
ʿAlī ibn ʿAbdallāh (1905–1908)
Husain I. ibn ʿAlī (1905–1924)
ʿAlī ibn Husain (1924–1925) ohne Kontrolle über Mekka

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • M. Abir: "Relations between the Government of India and the Sharif of Mecca during the French Invasion of Egypt, 1798-1801" in The Journal of the Royal Asiatic Society of Great Britain and Ireland 1/2 (1965) 33-42.
  • Butrus Abu-Manneh: "Sultan Abdulhamid II and the Sharifs of Mecca (1880-1900)" in Asian and African Studies 9 (1979) 1-21.
  • Ali Bey: Travels of Ali Bey: in Morocco, Tripoli, Cyprus, Egypt, Arabia, Syria, and Turkey. Between the years 1803 and 1807. James Maxwell, Philadelphia, 1816. Bd. II, S. 130-145. Digitalisat
  • Saleh Muhammad Al-Amr: "The Hijaz under Ottoman rule 1869-1914: Ottoman Vali, the Sharif of Mecca, and the growth of British influence". Riyad: Riyad Univ. Press, 1978.
  • John Lewis Burckhardt: Travels in Arabia. Henry Colburn, London, 1829. S. 405-443. Digitalisat
  • Charles Didier: Ein Aufenthalt bei dem Groß-Scherif von Mekka. Aus dem Französ. übers. von Helene Lobedan. Schlicke, Leipzig, 1862. Digitalisat
  • Suraiya Faroqhi: Herrscher über Mekka. Die Geschichte der Pilgerfahrt. Artemis, München/Zürich, 1990. S. 197-203.
  • Gerald de Gaury: The Rulers of Mecca. Dorset Press, New York, 1954. Digitalisat
  • Heinz Halm: Die Kalifen von Kairo. Die Fatimiden in Ägypten, 973-1074. Beck, München, 2003. S. 228-235.
  • Aḥmad Ibn Zainī Daḥlān. Ḫulāṣat al-kalām fī bayān umarāʾ al-balad al-ḥarām. Maṭbaʿa Ḫairīya, Kairo, 1887. Website mit PDF andere, besser lesbare Ausgabe
  • Donald M. Mckale: "German Policy toward the Sharif of Mecca, 1914-1916" in Historian 55/2 (1993) 303-314.
  • John L. Meloy: Imperial power and maritime trade: Mecca and Cairo in the later Middle Ages. Middle East Documentation Center, Chicago, 2010. S. 81-112.
  • John L. Meloy: "Money and Sovereignty in Mecca: Issues of the Sharifs in the Fifteenth and Sixteenth Centuries" in Journal of the Economic and Social History of the Orient 53/5 (2010) 712-738.
  • Richard T. Mortel: "The Genealogy of the Ḥasanid Sharifs of Mecca" in Journal of the College of Arts, King Saud University 12 (1985) 221-250.
  • Richard T. Mortel: "Zaydi Shiʿism and Ḥasanid Sharifs of Mecca" in International Journal of Middle East Studies 19 (1987) 455-472.
  • Keiko Ota: "The Meccan Sharifate and its diplomatic relations in the Bahri Mamluk period" in AJAMES: Annals of Japan Association for Middle East Studies 17.1 (2002) 1-20.
  • Christiaan Snouck Hurgronje: Mekka. Band I: Die Stadt und ihre Herren; Den Haag 1888. Digitalisat
  • Esther Peskes: Muḥammad b. ʿAbdalwahhāb (1703-92) im Widerstreit. Untersuchungen zur Rekonstruktion der Frühgeschichte der Wahhābiyya. Steiner, Beirut 1993. S. 286-320.
  • Jo van Steenbergen: Caliphate and kingship in a fifteenth-century literary history of Muslim leadership and pilgrimage. Brill, Leiden/Boston, 2016. S. 16-24.
  • Rita Stratkötter: Von Kairo nach Mekka: Sozial- und Wirtschaftsgeschichte der Pilgerfahrt nach den Berichten des Ibrāhīm Rifʿat Bāšā: Mirʾāt al-Ḥaramain. Schwarz, Berlin, 1991. S. 107-111. Digitalisat
  • Joshua Teitelbaum: The rise and fall of the Hashimite Kingdom of Arabia. Hurst, London, 2001. S. 9-12.
  • İsmail Hakkı Uzunçarşılı: Mekke-i mükerreme emirleri. Türk Tarih Kurumu Basımevi, Ankara, 1984.
  • A. J. Wensinck und C. E. Bosworth: "Makka. 2. From the ʿAbbāsid to the Modern Period" in The Encyclopaedia of Islam. New Edition Bd. VI, S. 147b-152a.
  • Ferdinand Wüstenfeld: Geschichte der Stadt Mekka, nach den arabischen Chroniken bearbeitet. Leipzig 1861. Digitalisat
  • Ferdinand Wüstenfeld: Die Scherife von Mekka im XI. (XVII.) Jahrhundert: Fortsetzung der Geschichte der Stadt Mekka mit einer Stammtafel der Scherife. Dieterich, Göttingen, 1885. Digitalisat

Belege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Steenbergen: Caliphate and kingship. 2016, S. 19.
  2. Wüstenfeld: Geschichte der Stadt Mekka. 1861, S. 215f.
  3. Ibn Zainī Daḥlān. Ḫulāṣat al-kalām. 1887, S. 16.
  4. Vgl. die Stammtafel I bei Snouck Hurgronje: Mekka. 1888, Bd. I, nach S. 24.
  5. Ibn Zainī Daḥlān. Ḫulāṣat al-kalām. 1887, S. 16.
  6. Wüstenfeld: Geschichte der Stadt Mekka. 1861, S. 216.
  7. Al-Maqrīzī: Ittiʿāẓ al-ḥunafāʾ bi-aḫbār al-aʾimma al-fāṭimīyīn al-ḫulafāʾ. Ed. Ǧamāl ad-Dīn aš-Šaiyāl. Wizārat al-Auqāf, Kairo, 1996. Bd. I, S. 216. Digitalisat
  8. Wüstenfeld: Geschichte der Stadt Mekka. 1861, S. 216.
  9. Halm: Die Kalifen von Kairo.. 2003, S. 229.
  10. Ibn Zainī Daḥlān. Ḫulāṣat al-kalām. 1887, S. 16.
  11. Wüstenfeld: Geschichte der Stadt Mekka. 1861, S. 218.
  12. Abū Šuǧāʿ ar-Rūḏrāwarī: Ḏail Taǧārib al-umam. Ed. H. Fr. Amedroz. Kairo, 1916. S. 235f. PDF
  13. Halm: Die Kalifen von Kairo.. 2003, S. 228, 233.
  14. Wüstenfeld: Geschichte der Stadt Mekka. 1861, S. 219.
  15. Halm: Die Kalifen von Kairo.. 2003, S. 233.
  16. Halm: Die Kalifen von Kairo.. 2003, S. 234.
  17. Halm: Die Kalifen von Kairo.. 2003, S. 234.
  18. Wüstenfeld: Geschichte der Stadt Mekka. 1861, S. 219.
  19. Halm: Die Kalifen von Kairo.. 2003, S. 234f.
  20. Wensinck/Bosworth: "Makka" in EI² Bd. VI, S. 148b.
  21. Wüstenfeld: Geschichte der Stadt Mekka. 1861, S. 222f.
  22. Ibn Ǧubair: Riḥla. Ed. William Wright. Brill, Leiden, 1907. S. 101f. Digitalisat - Dt. Übers. R. Günther Stuttgart, 1985. S. 70f.
  23. Snouck Hurgronje: Mekka. Bd. I, Stammtafel I (vor S. 25).
  24. Snouck Hurgronje: Mekka. Bd. I, S. 75f.
  25. Snouck Hurgronje: Mekka. Bd. I, S. 78.
  26. Snouck Hurgronje: Mekka. Bd. I, S. 77.
  27. Wüstenfeld: Geschichte der Stadt Mekka. 1861, S. 237f.
  28. Wüstenfeld: Geschichte der Stadt Mekka. 1861, S. 239.
  29. Snouck Hurgronje: Mekka. Bd. I, S. 86f.
  30. Vgl. Wüstenfeld: Geschichte der Stadt Mekka. 1861, S. 250, 252.
  31. al-Maqrīzī: as-Sulūk li-maʿrifat duwal al-mulūk. Ed. Muḥammad ʿAbd al-Qādir ʿAṭā. Dār al-kutub al-ʿilmīya, Beirut, 1997. Bd. IV, S. 139f. Digitalisat
  32. Ibn Zainī Daḥlān: Ḫulāṣat al-kalām. 1887, S. 33.
  33. Mortel: "Zaydi Shiʿism and Ḥasanid Sharifs of Mecca". 1987, S. 467.
  34. Wüstenfeld: Geschichte der Stadt Mekka. 1861, S. 267.
  35. Vgl. Wüstenfeld: Geschichte der Stadt Mekka. 1861, S. 255f.
  36. Gaury: The Rulers of Mecca. 1954, S. 107.
  37. Gaury: The Rulers of Mecca. 1954, S. 108.
  38. Wensinck/Bosworth: "Makka" in EI² Bd. VI, S. 149b-150a.
  39. Gaury: The Rulers of Mecca. 1954, S. 110f.
  40. Faroqhi: Herrscher über Mekka. 1990, S. 197.
  41. Teitelbaum: The rise and fall of the Hashimite Kingdom of Arabia. 2001, S. 12.
  42. Faroqhi: Herrscher über Mekka. 1990, S. 197.
  43. Faroqhi: Herrscher über Mekka. 1990, S. 198.
  44. Peskes: Muḥammad b. ʿAbdalwahhāb (1703-92) im Widerstreit. 1993. S. 308.
  45. Faroqhi: Herrscher über Mekka. 1990, S. 198.
  46. Faroqhi: Herrscher über Mekka. 1990, S. 200f.
  47. Abir: "Relations between the Government of India and the Sharif of Mecca". 1965, S. 33.
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