Liste der nach Stalin benannten Orte

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Dies ist eine Liste von Orten und Straßen, die Stalins Namen trugen und größtenteils bei der Entstalinisierung umbenannt wurden. Im Rahmen des Personenkults um den Diktator waren auch viele öffentliche Einrichtungen und Produktionsstätten nach ihm benannt.

Die erste Welle des Personenkults begann bereits in den zwanziger Jahren. Zu Stalins 70. Geburtstag 1949 wurden wiederum viele Orte, Straßen, Plätze und Betriebe nach ihm benannt. Die dritte Welle, für die DDR der zweite Höhepunkt der Stalinverehrung, setzte nach seinem Tod 1953 ein. Sieben Jahre später nahm der Stalinkult in der DDR ein stilles Ende – da hatte in der Sowjetunion längst Nikita Chruschtschow Stalin vom Thron der Geschichte gestoßen.

Orte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

stalinisiert Land Zeitraum alter Name heutiger Name Bemerkungen, Umbenennungen
Qyteti Stalin Albanien 1946Sozialistische Volksrepublik Albanien Albanien 1951—1991 Kuçova Kuçova
Sztálinváros Ungarn 1949Ungarn Ungarn 1951—1961 Dunapentele Dunaújváros
Imeni Stalina SowjetunionSowjetunion Sowjetunion,
Armenien SSRArmenische SSR Armenische SSR
heute ArmenienArmenien Armenien
1946—? Sowchos Nomer Schest (russisch Совхоз №6) Ajgewan (armenisch Այգևան) Zeitweise Dzerschinski und Imeni Dzerschinskowo genannt nach Feliks Dzierżyński
Stalino SowjetunionSowjetunion Sowjetunion,
Aserbaidschan SSRAserbaidschanische SSR Aserbaidschanische SSR
heute AserbaidschanAserbaidschan Aserbaidschan
? Çaylı Çaylı, Tərtər Zerstörter und aufgegebener Ort an der Waffenstillstandslinie zwischen den Streitkräften der Republik Arzach und denen Aserbaidschans. In der Umgebung des Dorfes gab es viele Brüche des Waffenstillstands.[1]
Stalino SowjetunionSowjetunion Sowjetunion,
Aserbaidschan SSRAserbaidschanische SSR Aserbaidschanische SSR
heute AserbaidschanAserbaidschan Aserbaidschan
? Göygöl[2] Göycəkənd Hieß zeitweise Oktober (russisch Октябрь, Oktjabr)
Stalin
(bulgarisch Сталин)
Bulgarien 1948Bulgarien Bulgarien 1949—1956 Warna
(bulgarisch Варна)
Warna Umbenannt nach dem 70. Geburtstag Stalins am 20.  Dezember 1949 (*18. Dezember 1878)
Stalinogród Polen 1944Polen Polen 1953—1956 Kattowitz/Katowice Katowice
Stalingrad
(russisch Сталинград)
SowjetunionSowjetunion Sowjetunion,
Russland Sozialistische Foderative SowjetrepublikRussische SFSR Russische SFSR
heute RusslandRussland Russland
1929—1961 Zarizyn
(russisch Царицын)
Wolgograd
(russisch Волгоград)
Die Wiedereinführung des alten Namens „Stalingrad“ wird von manchen Nationalisten gefordert.[3]
Stalinstadt Deutschland Demokratische Republik 1968DDR DDR
heute DeutschlandDeutschland Deutschland
1953—1961 Neugründung Eisenhüttenstadt Gegründet als benachbarte Wohnstadt der Werktätigen des Eisenhüttenkombinats „J. W. Stalin“. Am 7. Mai 1953 aus Anlass des Todes von Stalin in Stalinstadt umbenannt. Getilgt durch den Zusammenschluss mit Fürstenberg (Oder) und Schönfließ (Niederlausitz)
Stalinabad
(tadschikisch Сталинобод)
SowjetunionSowjetunion Sowjetunion,
Tadschikistan Sozialistische SowjetrepublikTadschikische SSR Tadschikische SSR
heute Tadschikistan 1991Tadschikistan Tadschikistan
1929—1961 Duschanbe
(tadschikisch Душанбе)
Duschanbe
Stalinsk
(russisch Сталинск)
SowjetunionSowjetunion Sowjetunion,
Russland Sozialistische Foderative SowjetrepublikRussische SFSR Russische SFSR
heute RusslandRussland Russland
1932—1961 Nowokusnezk
(russisch Новокузнецк)
Nowokusnezk 1929 wurde ein Hüttenwerk errichtet. Insofern ist der Name doppeldeutig.[4]
Staliniri

(georgisch სტალინირი, ossetisch Сталинир)

SowjetunionSowjetunion Sowjetunion,
Georgien Sozialistische SowjetrepublikGeorgische SSR Georgische SSR
heute GeorgienGeorgien Georgien,
(faktisch SudossetienSüdossetien Südossetien)
1934—1961 Zchinwali
(georgisch ცხინვალი, ossetisch Цхинвал)
Zchinwali
Stalinissi
(georgisch სტალინისი)
SowjetunionSowjetunion Sowjetunion,
Georgien Sozialistische SowjetrepublikGeorgische SSR Georgische SSR
heute GeorgienGeorgien Georgien
1931—1934 Chaschuri
(georgisch ხაშური)
Chaschuri, Innerkartlien Herkunftsort der Familie Dschugaschwili, der Josef Stalin entstammte. Im Mai 2000 wurde ein 2,5 Meter hohes Stalin-Denkmal im Ortsteil Zromi wieder aufgestellt.
Stalino
(ukrainisch Сталіно)
SowjetunionSowjetunion Sowjetunion,
Ukraine Sozialistische SowjetrepublikUkrainische SSR Ukrainische SSR
heute UkraineUkraine Ukraine
1924—1961 Jusowka (Юзовка) Donezk (Донецьк) Der Name verwies auf die örtliche Stahlindustrie. 1924 war es nicht angesagt, die Stadt weiterhin nach dem walisischen Industriellen und Stadtgründer John Hughes, genannt Jusowka (Юзовка) zu benennen. Die fälschliche Verbindung des Stadtnamens mit Josef Stalin wurde später gerne propagiert.
Stalingrad TschechoslowakeiTschechoslowakei Tschechoslowakei,
heute TschechienTschechien Tschechien
1948—1961 Nové Město Nové Město (Welt-Icon, deutsch Neustadt) Wohnbezirk 6 von Karviná
Orașul Stalin Rumänien 1948Rumänien Rumänien 1950—1960 Kronstadt/Brașov Brașov
Stalinogorsk
(russisch Сталиного́рск)
SowjetunionSowjetunion Sowjetunion,
Russland Sozialistische Foderative SowjetrepublikRussische SFSR Russische SFSR
heute RusslandRussland Russland
1953—1961 1930 gegründet als Bobriki
(russisch Бо́брики)
Nowomoskowsk
(russisch Новомоско́вск)

Weitere Benennungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stalinstraßen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Insbesondere in den Ländern des Warschauer Pakts und in Staaten, die sich politisch an Moskau orientierten, gab es viele Straßen und Plätze, die zu Ehren von Stalin benannt wurden. Fast alle haben inzwischen den ursprünglichen oder einen neuen Namen bekommen. In einigen Ländern, insbesondere Italien gibt es noch Straßennamen, die an Schlacht von Stalingrad erinnern.

In Gori, Georgien, dem Geburtsort von Iosseb Bessarionis des Dschughaschwili, gibt es im Zentrum, um das Josef-Stalin-Museum herum, immer noch die Stalin-Avenue (georgisch სტალინის გამზირი) und den Stalinplatz (Welt-Icon, georgisch სტალინის ბაღი).[5]

Im Gebiet der ehemaligen UdSSR gibt es immer noch 27 Straßen und Plätze, die nach Stalin benannt sind (Stand 2014.)

In Russland wurden an verschiedenen Orten Stalin-Gedenkstätten erhalten, inzwischen restauriert oder sogar hinzugefügt. Die neue Politik verherrlicht zunehmend gerne alte Größe.[6]

In der DDR[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auch mit abweichenden Schreibweisen, wie Stalinallee, Stalinplatz oder in Kombination mit Vornamen.

In Österreich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Radebeul Stalinstraße 1955
Stralsund, Stalinstraße, "Haus Baltik"

Die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Nahezu jeder größere Ort der DDR benannte eine repräsentative Straße oder einen zentralen Platz nach Stalin.

  1. Die Stettiner Str. wurde in den 50er Jahren zur Stalinstraße und dann in Pasewalker Straße umbenannt.
  2. Bis 1912: Untere Bahnhofstraße, 21.01.1948—15.11.1961 Stalinstraße, danach Straße der DSF, ab 1.6.1992 wieder Bernhardstraße
  3. früher Gessnerplatz, ab 1958 Karl-Marx-Platz
  4. 1933–1945: Adolf-Hitler-Straße, 1945–1963 Stalinstraße, 1963–1991 Straße-der-Deutsch-Sowjetischen-Freundschaft, seit 1991 heißt sie wieder Berliner Straße
  5. nach anderen Quellen Bauhofstraße Total lokal Seite 6
  6. Als es die Stalinallee (1953-1961) gab, hieß der Ort noch Stalinstadt
  7. Die Berliner Straße in Elsterwerda wurde auf Beschluss der Stadtverordneten am 24. August 1951 in Stalin-Allee umbenannt
  8. Zu DDR-Zeiten hieß die Cottbuser Straße, Straße des Friedens und einige Zeit lang „Stalinallee“.
  9. 1953-1965: Stalinallee, 1965-1992: Oderallee
  10. „Stalinpark“ und „Park der Opfer des Faschismus“
  11. bis 1946 Karlsplatz
  12. Die Thomasstraße hieß zeitweise Stalinstraße und bis 1989 „Straße des 1. Mai“
  13. früher Marienstraße, 1952–1961 Stalinstraße
  14. Anfangs noch Bülowweg, Umbenennung zu Beginn der DDR in Stalinallee, später bis Ende der 90er Jahre Straße des Friedens, jetzt Ostseeallee
  15. a b c d Weitere Details (neuer Name, Position) fehlen noch
  16. Hieß bis 145 Adolf-Hitler-Straße
  17. Es gab auch den Bahnhof Stalinstraße
  18. Bernauer Straße, Stalinallee, Straße des Friedens, Bernauer Straße
  19. 1788 Chaussee, Leipzig-Dresdner Chaussee, Dresdner Straße, Meissener Straße, 1935 Meißner Straße, 1945 Stalinstraße, 1961 Wilhelm-Pieck-Straße
  20. vor 1945: Blutstraße, Hopfenmarkt, Kröpeliner Straße, 1945–1961 J.-W.-Stalin-Straße
  21. bis 1945 Adolf-Hitler-See, 1953 Stalinsee oder Stalin-See, seit 1961 Stadtsee
  22. Hindenburgstraße, ab 1949 Stalinstr, jetzt Straße des Friedens
  23. Während der Besatzungszeit Name des südlichen Teils des Schwarzenbergplatzes

Weltweit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

stalinisiert Land Zeitraum Art des Ortes heutiger Name Bemerkungen, Umbenennungen
Stalin rayonu Aserbaidschan SSRAserbaidschanische SSR Aserbaidschanische SSR
heute AserbaidschanAserbaidschan Aserbaidschan
1931–1960 Stadtteil von Baku Sabail raion Historischer Name: Bayil Bibi-Heybat
Vrah Stalin (Stalinberg) BulgarienBulgarien Bulgarien 1949–1962 Berg im Rilagebirge Musala
(bulgarisch Мусала)
Höchster Berg Bulgariens (2925 m) und der gesamten Balkanhalbinsel
Pik Stalin
russisch Пик Ста́лина
Tadschikistan Sozialistische SowjetrepublikTadschikische SSR Tadschikische SSR
heute Tadschikistan 1991Tadschikistan Tadschikistan
1932–1962 Berg im Pamir Pik Ismoil Somoni
(tadschikisch Қуллаи Исмоили Сомонӣ/Qullai Ismoili Somonij)
Höchster Berg Tadschikistans, vierthöchster des Pamirs. Von 1962—1998 Pik Kommunismus (russisch пик Коммунизма)
Raionul I. V. Stalin RumänienRumänien Rumänien 1950–1960 Verwaltungssektor in Bukarest (Zentrum) Sektor 1 [25]
Poiana Stalin RumänienRumänien Rumänien 1950–1960 Wintersportort Poiana Brașov
(deutsch Schulerau)
[25]
Regiunea Stalin RumänienRumänien Rumänien 1950–1960 Region[26] Regiunea Brașov
(deutsch Schulerau)
[25]
Stalinův štít SlowakeiSlowakei Slowakei 1949–1961 Berg, Hohe Tatra Gerlachovský štít (deutsch Gerlachspitze) Mit 2654 m höchster Berg der Slowakei und der Hohen Tatra
Stalin Park China VolksrepublikVolksrepublik China Volksrepublik China seit 1953 Freizeitpark Stalin ParkWelt-Icon Harbin chinesisch 哈尔滨市斯大林公园 am Südufer des Songhua-Flusses, Daoli Distrikt.[27]
Township of Stalin KanadaKanada Kanada bis 1986 Stadtgemeinde Township of Hansen, Killarney, Ontario [28]
Mount Stalin KanadaKanada Kanada bis 1987 Berg in British Columbia Mount Peck [29]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heldenkult und Heimatliebe: Strassen- und Ehrennamen im offiziellen Gedächtnis der DDR, Johanna Sänger, Ch. Links Verlag, 2006, 256 Seiten
  • Von Wilhelmplatz zu Thälmannplatz: Politische Symbole im öffentlichen Leben der DDR, Maoz Azaryahu, Bleicher Verlag, 1991 - 214 Seiten
  • DDR Postkartenmuseum Suchbegriff: „Stalin“
  • Stalin-Kult in der DDR, Verehrung bis in den letzten Winkel der Gesellschaft, Deutschlandfunk 26. Januar 2018

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Explore Çaylı, tripmondo
  2. Eintrag bei GEOnet
  3. Russische Städte: Die Macht des Namens, Russia Beyond, 19. Juni 2014
  4. Heldenkult und Heimatliebe „Nach Stalin benannte Orte“
  5. Gori, Georgia The Birthplace of Joseph Stalin, 2019 Advantour
  6. 10 Orte in Moskau, wo einem Stalin noch heute begegnet.
  7. Anklam Filmbühne in Stalinstraße
  8. Apoldaer Straßennamen einst und jetzt, 33. Jahrgang 14. Dezember 2015, Straßenverzeichnis, Seite 117: Stalinstraße
  9. Die Straßennamen von Aue: einer Stadt mit vielen Bezeichnungen herausgegeben von Andreas Rucks
  10. Stalinstraße erwähnt
  11. Altes Chemnitz, Johannisplatz
  12. Umbenennungen zwischen 1945 und 1985
    Promenade am Spremberger Tor. In: Lausitzer Rundschau. 15. Mai 2017, abgerufen am 7. Januar 2019.
  13. Namensänderung: Die verbotene Stadt, Zeit Online, 27. Februar 2003 Quelle: ©DIE ZEIT 27.02.2003 Nr. 10
  14. Aus der Geschichte der Berliner Straße, Lausitzer Rundschau, 5. Juli 2008
  15. Damals wars Märkischer Bote
  16. Strassenlexikon Frankfurt, suche Buschmühlenweg
  17. Objekt des Monats: Stalins Büste im Stadtmuseum
  18. Chronik Hermsdorf / Thüringen 1950 bis 1954. Abgerufen am 14. September 2013: „21.12.1951Die Bahnhofstraße und die Eisenberger Straße wurden zusammengelegt und in Josef-Stalin-Straße umbenannt.
  19. Kühlungsborn Strandbühne – Kinowiki
  20. Stalinstr. erwähnt
  21. Erste Bahnlinie führte nach Ketzin/Havel
  22. Oschatzer Straßen, deren Namen geändert wurden
  23. Neuer Markt 14. (Nicht mehr online verfügbar.) neuer-markt.info, archiviert vom Original am 19. September 2011; abgerufen am 19. Mai 2011. i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.neuer-markt.info
  24. Rostock: Stalinstraße und Kröpliner Tor. In: Ansichtskarten-Lexikon. Abgerufen am 19. Mai 2011.
  25. a b c Stalin in Rumänien, 20. März 2011 Cezar Petre Buiumaci, Bucurestii Vechi si Noi
  26. Frühere adminitrative Einheit Rumäniens, vergleichbar mit einem Bundesland oder Kanton
  27. Harbin Attractions: Stalin Park
  28. Siehe Killarney
  29. Siehe Mount Peck