Maranhão

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Dieser Artikel behandelt den Bundesstaat in Brasilien. Zum brasilianischen Politiker siehe Alberto Maranhão
Maranhão
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Basisdaten
Staat Brasilien
Hauptstadt São Luís
Fläche 331.983 km²
Einwohner 6.574.789 (2010)
Dichte 20 Einwohner pro km²
ISO 3166-2 BR-MA
Wirtschaft
BIP 13.984 Mio. R$
2354 R$ pro Kopf
(2003)

Maranhão ist ein Bundesstaat im Nordosten von Brasilien. Er grenzt an die brasilianischen Bundesstaaten Piauí, Tocantins und Pará. Maranhão hat 6.574.789 Einwohner (Volkszählung 2010) und eine Fläche von 331.983 km². Damit liegt die Bevölkerungsdichte bei 20 Einwohnern pro km². Die Hauptstadt von Maranhão ist São Luís.

Geographie[Bearbeiten]

Maranhão ist durch den abrupten Übergang von Vegetationstypen geprägt: Mangrovenwälder bzw. Sanddünen an der Küste und Steppe im Sertão.

Städte und Landschaften[Bearbeiten]

Die Küste von Maranhão[Bearbeiten]

São Luís ist die Hauptstadt von Maranhão, eine wichtige Industriestadt, als Hafen der Endpunkt der Bahnstrecke aus dem Eisenerzgebiet Karajá, und hat eine koloniale Altstadt, die als Weltkulturerbe nach und nach restauriert wird.

Alcântara liegt auf der anderen Seite der Baía de São Marcos. Die Stadt bietet einen extremen Kontrast von verfallender ehemaliger kolonialer Größe und High-Tech in Form des brasilianischen Weltraumbahnhofs.

Nur wenige Kilometer südlich von São Luís beginnt die unwegsame Baixada Maranhense um die Mündung des Rio Mearim. Hunderte von Seen wie die Lagoa Cajari oder Lagoa do Viana bilden das größte Gebiet von natürlichen Seen im Nordosten Brasiliens.

Weiter im Westen liegt das kaum zugängliche Naturreservat der Reentrâncias Maranhenses mit ausgedehnten Mangrovenwäldern auf Hunderten von Inseln und Halbinseln mit ausgeprägten Gezeiten.

Der Nationalpark Lençóis Maranhenses

Im Nordosten umfasst der Nationalpark der Lençóis Maranhenses (Bettlaken von Maranhão) ein etwa 100 km langes und 70 km breites Gebiet von Sanddünen mit eingelagerten kleinen Seen. In der Nähe des amazonischen Regenwaldes ist die brasilianische Wüste überraschend. Durch die neue Straße nach Barreirinhas sind die Lençóis gut erreichbar und erleben einen großen Ansturm von Touristen. Mit Booten erreicht man Atins mit Zugang zum Dünengebiet und Caburé, wo man abseits städtischer Hektik am Meer oder Fluss wandern und baden kann.

20 km östlich und nur über den Strand erreichbar liegt am Rande der kleinen Bettlaken (Pequenos Lençóis) Paulino Neves. Ein weiterer, ruhiger Ort an der Küste ist Tutóia, der westliche Ausgangspunkt für Bootsfahrten in und durch das inselreiche Parnaíba-Delta.

Das Hinterland von Maranhão[Bearbeiten]

Caxias im östlichen Hinterland von Maranhão nennt sich die Prinzessin des Sertão. Sie lebt von Reisanbau und Produkten der Carnaúba-, Buriti- und Babaçu-Palmen.

Santa Inês und Açailândia sind regionale Zentren an der Straße nach Imperatriz am Rio Tocantins. Es wurde erst nach Bau der Straße von Brasília nach Belém zur inzwischen zweitwichtigsten Stadt von Maranhão.

Carolina, etwas weiter südlich am Rio Tocantins, ist die Stadt, über die man den neuen Nationalpark Chapada das Mesas erreichen kann. Wasser in Mengen gibt es in zahlreichen Wasserfällen wie der Cachoeira da Pedra Caída.

Städte[Bearbeiten]

Azulejo-Fassade in der Altstadt von São Luís

Die größten Städte mit ihren Einwohnerzahlen von 2009 sind: [1]

Siehe auch: Liste der Gemeinden in Maranhão

Klima[Bearbeiten]

Das Klima ist tropisch feucht. Das mittlere Minimum der Temperatur liegt bei 21°, das mittlere Maximum bei 32°. Es fallen zwischen 1200 und 2000 mm Niederschlag pro Jahr, im Westen humid, im Osten semiarid. Im Norden herrscht der Einfluss vom Amazonas, im Süden vom Sertão.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Gebiet von Maranhão ist seit einigen tausend Jahren besiedelt. Die ersten Europäer haben an den Küsten Maranhãos laut Mário Meirelles schon vor der offiziellen "Entdeckung" Brasiliens durch Cabral angelegt und Handel getrieben. Genannt werden Diogo de Teive (1452), Gonçalo Taveira und João Vogado (1453), João Coelho (1493), Alonso de Ojeda, Juan de La Cosa und Américo Vespúcio (1497), sowie Juan Vergara und Garcia Ocampo (1499/1500).

Der portugiesische König Dom João III vergab 1534 die Capitanía do Maranhão an João de Barros und Fernão Álvares de Andrade, Gewürzhändler der Krone, die 1535 Aires da Cunha mit 10 Schiffen und 900 Männern auf Expedition schickten. Sie erlitten Schiffbruch, ebenso wie die nächste Expedition von Luis de Melo e Silva im Jahre 1554. Damit endeten die portugiesischen Kolonisationsversuche. Schon 1594 siedelten Franzosen, bis 1612 500 Mann unter Daniel de la Touche an Land gehen und die Stadt Saint Louis gründen. 1615 besiegten portugiesische Truppen von Jerônimo de Albuquerque die Franzosen. 1641 wurde der blutrünstige Gouverneur Bento Maciel Parentes von 18 Schiffen und ihrer holländischen Besatzung überrumpelt. Die Holländer halten die Stadt São Luís bis 1644. Hauptprodukte zu der Zeit waren Zuckerrohr, Kakao und Tabak.

Im 17. Jahrhundert bringen Jesuiten die christliche Botschaft in den Sertão, wo sie 20 indianische Dörfer gründen. 1760 werden sie nicht zum ersten Mal außer Landes geschickt.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Wichtigste Einkommensquelle ist der Bergbau. Das Eisenerz aus Karajá (Pará) kommt über eine Bahnlinie und wird von dem Hafen der Companhia Vale do Rio Doce (CVRD) bei São Luís exportiert, jährlich etwa 50 Millionen Tonnen.

Angebaut werden Soja, Reis, Mais, Cajú, Maniok.

Gegenüber von São Luís liegt bei der Kolonialstadt Alcântara das brasilianische Raumfahrtzentrum Centro de Lançamento de Alcântara.

Verkehr[Bearbeiten]

Die wichtigste Bahnlinie führt in das 892 km entfernt liegende Erzgebiet Karajá. Sie gehört dem brasilianischen Bergbaukonzern CVRD. Ein Abzweig führt von Açailândia nach Imperatriz, die Verlängerung bis Estreito ist im Bau, sie soll bis Balsas gehen. São Luís ist mit Timon und damit mit dem Bahnnetz Nordost-Brasiliens verbunden.

Neben dem Hafen von Itaqui gibt es private Häfen der CVRD und von Alumar, der Aluminiumschmelze. 2003 wurden 68,5 Millionen Tonnen mit 991 Schiffen im- und exportiert.

Es gibt Flughäfen in São Luís und Imperatriz.

Kultur[Bearbeiten]

Populär in den Städten ist der Reggae. Neben dem Karneval ist das typische Fest Bumba-Meu-Boi im Juni. Es ist afrikanisch-indianischen Ursprungs und erzählt in kritisch-satirischer Form die Geschichte einer Sklavin, die ihren Mann beauftragt den schönsten Stier zu töten, damit sie die Zunge essen kann um dadurch schwanger zu werden. Der Großgrundbesitzer beauftragt Indianer ihn zu fangen. Ein Arzt muss den Stier wiederbeleben. Alles wird gut und endet in einem großen Fest. Typische Tänze sind Tambor de Crioula und Tambor de Mina. Kunsthandwerk wird aus den Fasern der Buriti-Palme hergestellt.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Maranhão – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Estimativas da população para 1º de julho de 2009, Instituto Brasileiro de Geografia e Estatística (IBGE), abgerufen am 6. September 2010 (PDF; 5,31 MB)

-5.08-45.14Koordinaten: 5° S, 45° W