Meckesheim

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Meckesheim
Meckesheim
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Meckesheim hervorgehoben
Koordinaten: 49° 19′ N, 8° 49′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Karlsruhe
Landkreis: Rhein-Neckar-Kreis
Höhe: 154 m ü. NHN
Fläche: 16,33 km2
Einwohner: 5044 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 309 Einwohner je km2
Postleitzahl: 74909
Vorwahl: 06226
Kfz-Kennzeichen: HD
Gemeindeschlüssel: 08 2 26 049
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Friedrichstraße 10
74909 Meckesheim
Webpräsenz: www.meckesheim.de
Bürgermeister: Maik Brandt (CDU)
Lage der Gemeinde Meckesheim im Rhein-Neckar-Kreis
Bayern Hessen Rheinland-Pfalz Heidelberg Heilbronn Landkreis Heilbronn Landkreis Karlsruhe Mannheim Neckar-Odenwald-Kreis Eberbach Altlußheim Angelbachtal Bammental Brühl (Baden) Dielheim Dossenheim Eberbach Eberbach Eberbach Edingen-Neckarhausen Edingen-Neckarhausen Epfenbach Eppelheim Eschelbronn Gaiberg Heddesbach Heddesheim Heiligkreuzsteinach Helmstadt-Bargen Hemsbach Hirschberg an der Bergstraße Hockenheim Ilvesheim Ketsch Ladenburg Laudenbach (Bergstraße) Leimen (Baden) Leimen (Baden) Lobbach Malsch (bei Wiesloch) Mauer (Baden) Meckesheim Mühlhausen (Kraichgau) Neckarbischofsheim Neckargemünd Neidenstein Neulußheim Nußloch Oftersheim Plankstadt Rauenberg Reichartshausen Reilingen Sandhausen St. Leon-Rot Schönau (Odenwald) Schönbrunn (Baden) Schriesheim Schwetzingen Schwetzingen Sinsheim Spechbach Waibstadt Walldorf (Baden) Weinheim Weinheim Wiesenbach (Baden) Wiesloch Wilhelmsfeld ZuzenhausenKarte
Über dieses Bild
Ortsmitte von Meckesheim

Meckesheim (Kurpfälzisch [Mɛksɛ]) ist eine kurpfälzische Gemeinde im baden-württembergischen Rhein-Neckar-Kreis. Sie besteht aus den Teilorten Meckesheim (Hauptort) und Mönchzell (Ortsteil).

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage und Naturraum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Meckesheim liegt im Kraichgau ca. 13 km (Luftlinie) südöstlich von Heidelberg an der Elsenz. In die Elsenz fließen auf Meckesheimer Gemarkung die Lobbach, der Schwarzbach und das Rohrbächle.

Die Gemarkung erstreckt sich über eine Höhe von 135 Metern (Gemarkungsgrenze Mauer) bis 267 Metern (Mönchzeller Reichelsberg). Die Gemarkungsgröße umfasst 1633 Hektar (462 Hektar entfallen auf den Ortsteil Mönchzell). Davon sind 14,1 Prozent Siedlungs- und Verkehrsfläche, 45,7 Prozent werden landwirtschaftlich genutzt und 38,3 Prozent sind bewaldet.[2]

Das untere Schwarzbachtal steht seit 1997 unter Naturschutz. Große Teile der Gemarkung gehören zum Landschaftsschutzgebiet Unteres und Mittleres Elsenztal. Außerdem ist das Gebiet nordöstlich von Elsenz und Schwarzbach Teil des Naturparks Neckartal-Odenwald.[3]

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Angrenzende Gemeinden sind, beginnend im Norden im Uhrzeigersinn, Mauer, Wiesenbach, Lobbach, Spechbach, Eschelbronn, Zuzenhausen, Dielheim und Wiesloch.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben dem Dorf Meckesheim gehört seit der kommunalen Gebietsreform seit 31.12.1973 noch das nordöstlich gelegene Dorf Mönchzell zur Gemeinde. Der Weiler Meckesheimerhof im Westen entstand ab 1964 im Zuge einer Flurbereinigung.[4]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Römische Zeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Römerstraße führte von Heidelberg über Waldhilsbach, Meckesheim, Mönchszell und weiter zum Obergermanisch-Raetischen Limes und überquerte bei Meckesheim das noch sumpfige Elsenztal.[5]

Fränkische Zeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Meckesheim wurde erstmals 822 im Lorscher Codex als Meckinesheim erwähnt[6] und ist vermutlich eine fränkische Siedlung, die ihren Namen von einem Stammesfürsten Mekin (o.ä.) erhielt. Die östlich des Dorfes gelegene Ruine der Martinskirche ist eine der ältesten Pfarrkirchen der Gegend. Sie wurde wahrscheinlich in der Zeit der fränkischen Landnahme im 6. oder 7. Jahrhundert errichtet.

Vorkurpfälzische Zeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die 1295 bezeugte Meckesheimer Zent entwickelte sich zum Hochgerichtsbezirk und umfasste mehrere Gemeinden. Zuvor waren die Grafen von Katzenelnbogen damit belehnt. Ab 1299 übte Berthold, der königliche Vizejustiziar von Wimpfen, die Vogtei aus. Um 1325 gehörte Meckesheim zum Reichslehen der Herren von Weinsberg. Für diese Zeit werden auch das Kirchenpatronatsrecht zu "Mekkisheim" und das dortige Zentgericht erwähnt. Das Zentgericht wurde als "Waldpotengericht", d.h. als Gericht des waltenden Boten, bezeichnet.

Kurpfälzische Zeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1330 gelangte das Dorf an die Pfalzgrafen. 1347 verpfändete es Pfalzgraf Ruprecht I. an Engelhard von Hirschhorn. Er hatte das Meckesheimer Zentgericht bereits 1346 nach Neckargemünd verlegt. Die Ortsherrschaftsrechte lagen nach einigen Verpfändungen ab 1369 beim pfälzischen Amt Dilsberg. Im Gegensatz zu den umliegenden grundherrlichen Orten war in Meckesheim weit über die Hälfte des Bodens freies bäuerliches Eigentum.

Im Dreißigjährigen Krieg war der Ort mehrfach umkämpft, so dass die Bevölkerungszahl von 570 auf 80 schrumpfte. Im Pfälzischen Erbfolgekrieg wurde der Ort am 10. August 1689 durch Truppen Melacs niedergebrannt. 1722 vernichtete eine Feuersbrunst fast das gesamte Dorf. 96 Häuser verbrannten, darunter auch die Kirche, das Rathaus und das Schulhaus, und nur 5 bis 7 Häuser blieben von den Flammen verschont.[7] Obwohl die "freien Meckesheimer Bauern" keinem Adelsgeschlecht, sondern der Kurpfalz direkt unterstanden, mussten auch sie den Zehnten abliefern, nämlich zu 2/3 an das Stift vom Heiligen Geist in Heidelberg und zu 1/3 an die kurpfälzische Hofkammer.

1782 wurde die hölzerne Brücke über die Elsenz durch eine aus Stein ersetzt.[8]

Unter dem Großherzogtum bis zur Badischen Republik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1803 gelangte der Ort an Baden. Während der Koalitionskriege quartierte sich von November 1813 bis Juli 1814 der russisch-kaiserliche Artilleriepark mit 12.339 Mann in Meckesheim ein; eine enorme Belastung für das damals 743 Seelen zählende Dorf.[9]

Besonders wichtig für die Wirtschaft in Meckesheim und Umgebung war 1862 die Errichtung des Bahnhofes durch die Großherzoglich Badischen Staatseisenbahnen. Damit waren Meckesheim und die Nachbarorte an die Bahnstrecken nach Heidelberg und Heilbronn (seit 1869) angebunden.

Meckesheim wählte vor dem Ersten Weltkrieg nationalliberal. Zu Beginn der Weimarer Republik waren die Sozialdemokraten stärkste Kraft im Ort, die dann von der NSDAP überholt wurden. Bei der Reichspräsidentenwahl vom 10. April 1932 stimmten 66 % für Adolf Hitler. Bei der Reichstagswahl vom 6. November 1932 bekam die NSDAP wiederum 66 Prozent der Stimmen. Bei der Reichstagswahl vom 5. März 1933 wählten 69,7 Prozent die NSDAP (Reichsdurchschnitt 33,1 Prozent).

Baden-Württembergische Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Zweiten Weltkrieg nahm die Gemeinde 500 Vertriebene auf. Meckesheim wandelte sich von einer landwirtschaftlich geprägten Gemeinde, die 1960 noch 102 Bauernhöfe besaß, zum Standort kleiner und mittelständischer Unternehmen und Wohnort für Auspendler. Zur über Jahrzehnte dominierenden politischen Kraft im Ort wurde die CDU.

Ab 1938 gehörte Meckesheim zum Landkreis Heidelberg, der 1973 im Rhein-Neckar-Kreis aufging. Am 31. Dezember 1973 wurde der Nachbarort Mönchzell eingemeindet. Ihre höchste Bevölkerungszahl erreichte die Meckesheim (mit Mönchzell) 1998 mit 5483 Einwohnern. Seit 2000 schrumpft die Einwohnerzahl ständig bis auf derzeit knapp über 5.000 Einwohner. 2013 geriet Meckesheim bundesweit in die Schlagzeilen, als sich herausstellte, dass die Gemeinde über Jahre hinweg die Gewerbesteuer nicht eingezogen hatte und die Gewerbesteuer teilweise schon verjährt war.[10][11] Aktuell ist Meckesheim wegen eines Containerdorfs für Flüchtlinge in den Schlagzeilen. Dort sollten bis Weihnachten 2016 über 200 vor allem schwarzafrikanische Flüchtlinge aus der Erstaufnahmestelle Sinsheim untergebracht werden. Die Baugenehmigung wurde am 21. November 2016 vom Verwaltungsgerichtshof Mannheim vorerst außer Kraft gesetzt.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1439 1577 1650 1727 1744 1818 1852 1865 1905 1939 1965
Einwohner bis 1965 ohne Mönchzell[12] 320 570 100 329 400 884 1.032 1.078 1.342 1.656 3.094

Die Grafik zeigt die Bevölkerungsentwicklung unter Zurechnung des Ortsteils Mönchzell auch für die Zeit vor 1974.[13]

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde galt seit der Reformation im 16. Jahrhundert als protestantisch. Der katholische Anteil der Bevölkerung in Meckesheim war im Pfälzer Vergleich unterdurchschnittlich und steigerte sich bis 1925 langsam auf 23 Prozent. Durch die Aufnahme von Heimatvertriebenen erhöhte sich der Anteil nach dem Zweiten Weltkrieg auf ein Drittel.

Seit etwa 1700 waren auch Juden in Meckesheim ansässig. Der Bevölkerungsanteil erreichte im 18. Jh. mit 5 Prozent seinen Höchststand.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das ehemalige Rathaus von Meckesheim

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat hat seit der Kommunalwahl 2014 vierzehn Mitglieder, die alle fünf Jahre direkt gewählt werden. Durch das System der unechten Teilortswahl erhält der Ortsteil Mönchzell mindestens drei Gemeinderäte. Hinzu kommt der Bürgermeister als Gemeinderatsvorsitzender.

Die Gemeinderatswahl 2014 brachte folgendes Ergebnis:

  1. CDU 40,6 % (+0,1) – 6 Sitze
  2. SPD 22,6 % (−13,5) – 3 Sitze  *
  3. MUM 36,8 % (+13,4) – 5 Sitze
  4. Andere 0,0 % (−7,4) – 0 Sitze (−1)

Mönchzell ist eine Ortschaft im Sinne der baden-württembergischen Gemeindeordnung. Der Ortsteil hat einen Ortschaftsrat und Ortsvorsteher, der dem Ortschaftsrat vorsteht.

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aktuell[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bürgermeister wird in direkter Wahl für acht Jahre gewählt. Bürgermeister von Meckesheim ist Maik Brandt (CDU), Bürgermeisterstellvertreter sind Hans Walter Sonnentag (CDU) und Jürgen Köttig (MuM).

Liste der Meckesheimer Bürgermeister und Schultheißen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schultheißen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
  • 1574 bis 1601 Jörg Brückenweber
  • 1601 bis (?) Viniol Hoffmann
  • 1657 bis 1658 Hans Konrad Welcker
  • 1658 bis 1679 Georg Walter
  • 1679 bis 1680 Georg Fabian
  • 1680 bis 1685 Leonhard Allespach
  • 1685 bis 1688 Andreas Keller
  • 1688 bis 1690 Hans Beutelsack
  • 1690 bis 1691 Hans Kolb
  • 1691 bis 1692 Hans Müller
  • 1692 bis 1698 Andreas Zimmermann
  • 1698 bis 1699 Martin Welcker
  • 1699 bis 1710 Georg Bauer
  • 1701 bis 1726 Bartel Schäfer
  • 1726 bis 1749 Balthasar Fabian
  • 1749 bis 1770 (?) Kilian
  • 1770 bis 1780 Georg Welker
  • 1780 bis 1781 (?) Kilian
  • 1781 bis 1814 Georg Peter Maurer
  • 1814 bis 1828 Friedrich Jakob Rauschenmüller (Rausmüller), Gastwirt und Bürgermeister zu Meckesheim
  • 1828 bis 1833 (?) Wesch
Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
  • 1833 bis 1846 (?) Wesch
  • 1846 bis 1847 Georg Kirsch
  • 1847 bis 1856 (?) Glock
  • 1856 bis 1868 Johann Adam Kilian
  • 1868 bis 1870 (?) Kilian
  • 1870 bis 1871 (?) Fabian
  • 1871 bis 1883 H. Rothenhöfer
  • 1883 bis 1884 Johann Georg Welcker
  • 1884 bis 1893 Jakob Stoll
  • 1893 bis 1905 Georg Barther
  • 1905 bis 1919 Peter Welker
  • 1919 bis 1920 Georg Welker
  • 1920 bis 1945 August Kirsch
  • 1945 bis 1948 Heinrich Dellinger
  • 1948 bis 1962 Georg Ludwig
  • 1964 bis 1982 Friedrich Soine
  • 1982 bis 2000 Manfred Koch
  • 2000 bis 2016 Hans-Jürgen Moos
  • 2016 bis 2024 Maik Brandt

Ortsvorsteher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsvorsteher des Teilorts Mönchzell ist Gunter Dörtzbach. Stellvertreterin ist Rose Schuh.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Blasonierung des Wappens lautet: Durch eine eingebogene silberne Spitze, worin ein aus einem blauen Wellenbalken emporkommendes sechsspeichiges halbes schwarzes Mühlrad, gespalten; vorn in Schwarz ein linksgewendeter goldener Löwe, hinten von Blau und Silber schräglinks gerautet.

Das Wappen ist vom Ortssiegel im 18. Jahrhundert abgeleitet und wurde im Jahr 1900 vom Generallandesarchiv verliehen. Der Löwe und die blau-weißen Rauten stammen aus dem Wappen der Kurpfalz, zu der Meckesheim bis 1802 gehörte. Das aus dem Fluss ragende Mühlrad steht für die drei Wassermühlen die es auf der Gemarkung Meckesheim gab.

Die Flagge ist Blau-Weiß-Blau.[14]

Partnergemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1971 besteht eine Partnerschaft mit der in der Nähe von Versailles gelegenen Ortschaft Jouy-en-Josas in Frankreich.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die nur noch als Ruine erhaltene Kirche St. Martin liegt östlich des Ortes oberhalb der Kreisstraße nach Mönchzell. Sie wurde in der Zeit der fränkischen Besiedlung im 6. oder 7. Jahrhundert errichtet. Von der Kirche sind im Wesentlichen nur die Umfassungsmauern des quadratischen Chores mit einem spitzbogigen Triumphbogen und einem auf 1501 datierten Fenster erhalten. Die Kirche verkam, nachdem die im Ort befindliche Marienkirche im Zuge der Reformation im 16. Jahrhundert Pfarrkirche wurde. Der Friedhof um die Martinskirche wurde noch bis 1817 als Begräbnisstätte benutzt. Im Jahr 1900 wurde im Mauerwerk der Kirche ein römisches Grabrelief gefunden. 1960 wurde die Kirchenruine, 1997 die Einfriedungsmauer gesichert.
  • Die evangelische Pfarrkirche wurde 1847–49 anstelle der älteren Marienkirche (später auch Galluskirche) erbaut.
  • Die katholische Kirche St. Antonius von Padua wurde 1904 als neuromanischer Bau erbaut. Seit dem Bau einer größeren katholischen Kirche 1962 diente das Gebäude, unter dem Namen Wilhelm-Baden-Haus, bis 2012 als kirchliche Begegnungsstätte. Anschließend ging sie in privaten Besitz über.
  • Die katholische Kirche St. Martin in der Au wurde ab 1962 erbaut, nachdem die alte katholische Kirche für die Gemeinde zu klein geworden war. Das Gebäude hat ein sich zum Altar hin verjüngendes Trapez als Grundriss und einen 23 Meter hohen, runden Glockenturm, der ursprünglich höher geplant war, aber wegen des unsicheren Baugrunds in den Elsenzauen niedriger ausgeführt wurde.
  • Die neuapostolische Kirche ist ein moderner Zweckbau aus dem Jahr 1958.
  • Das Rathaus ist ein Gebäude von 1729, das nach Zerstörung des alten Rathauses bei der Feuersbrunst 1722 im Jahr 1731 von der Gemeinde erworben und später mit einer klassizistischen Fassade versehen wurde.
  • Das Schulhaus des Ortes wurde nach dem Brand von 1722 errichtet und 1824 durch einen Neubau ersetzt. Er wurde 1850 und 1904 auf die heutige Größe erweitert.
  • Das Wachthaus mit den vorgesetzten Sandsteinsäulen wurde für 1818 für die Nachtwachen errichtet und diente auch als Ortsgefängnis.
  • Das Elektrizitätswerk an der Elsenz geht auf eine im Jahr 1719 erstmals erbaute Mühle zurück, die nach vorübergehenden industriellen Nutzung 1908 im Stil des Jugendstils zum Elektrizitätswerk umgebaut wurde.
  • Das auf der Elsenzbrücke befindliche Denkmal für Kurfürst Carl Theodor wurde 1782 im Zuge des Brückenbaus errichtet.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bahnhofsgebäude in Meckesheim (2014)

Der Bahnhof Meckesheim liegt an der Elsenztalbahn (NeckargemündBad Friedrichshall). Hier zweigt auch die Schwarzbachtalbahn nach Aglasterhausen ab. Beide Strecken sind in das Netz der S-Bahn RheinNeckar eingebunden, wodurch umsteigefreie Verbindungen nach Heidelberg und Mannheim bestehen. Meckesheim gehört zum Tarifgebiet des Verkehrsverbunds Rhein-Neckar.

Historisch beachtenswert ist noch die Bahnstrecke Wiesloch–Meckesheim/Waldangelloch, die Meckesheim über Schatthausen, Baiertal, Horrenberg, Dielheim und Alt-Wiesloch mit Wiesloch-Stadt und dem Bahnhof Wiesloch-Walldorf verband. Die Strecke wurde 1901 eröffnet. Bereits 1922 wurde der Abschnitt zwischen Schatthausen und Meckesheim wieder stillgelegt. Durch seine Funktion als Eisenbahnknotenpunkt wandelte sich Meckesheim bereits vor dem Zweiten Weltkrieg von einer bäuerlichen zu einer gewerblichen Siedlung.

Meckesheim liegt an der B 45 (WöllstadtSinsheim), die beim Ausbau 1961/62 aufgrund des zuvor schon starken Durchgangsverkehrs durch den Ort als Umgehungsstraße ausgeführt wurde. Im Süden verläuft die A 6.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Meckesheim gibt es seit 2016 eine Gemeinschaftsschule. So ist die dortige Grundschule im Ganztagsbetrieb. In Mönchzell gibt es eine Grundschule mit Regelschulbetrieb. 2013 eröffnete die Volkssternwarte Meckesheim.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Johann Adam Müller (1769–1832), wurde als „Bauernprophet“ bekannt.
  • Johann Friedrich Hautz (1797–1862), Gymnasiallehrer und Historiker; Direktor am Großherzoglichen Lyceum in Heidelberg
  • Karl Bühler (1879–1963), Psychologe
  • Veit Rosenberger (1963–2016), Althistoriker
  • Simone Eckert (* 1966), Musikerin; Trägerin des Echo-Klassik-Preises; Leiterin des international tätigen Alte-Musik-Ensembles Hamburger Ratsmusik
  • Jakob Friedrich Rausmüller (1767–1848), Gastwirt, Bürgermeister von 1814 bis 1828, Landtagsabgeordneter 1818–1823
  • Ferdinand Adolf Kehrer (1837–1914), Direktor der Universitäts-Frauenklinik in Heidelberg, führte in Meckesheim am 25. September 1881 den ersten konservativen Kaiserschnitt durch
  • Albrecht Müller (* 1938), Politiker (SPD), Autor und Unternehmensberater, ist in Meckesheim aufgewachsen
  • Stefan Emmerling (* 1966), Bundesligaspieler, ist in Meckesheim aufgewachsen

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Friedrich Zimmermann: Ortsgeschichte des Kraichgaudorfes Meckesheim, 1937, Hrsg. Gemeinde Meckesheim
  • Staatl. Archivverwaltung Baden-Württemberg in Verbindung mit d. Städten u. d. Landkreisen Heidelberg u. Mannheim (Hrsg.): Die Stadt- und die Landkreise Heidelberg und Mannheim: Amtliche Kreisbeschreibung.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Alle politisch selbständigen Gemeinden mit ausgewählten Merkmalen am 30.09.2016 (3. Quartal 2016) (XLS-Datei, 4,86 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg, Stand: 31. Dezember 2010
  3. Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg
  4. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band V: Regierungsbezirk Karlsruhe Kohlhammer, Stuttgart 1976, ISBN 3-17-002542-2. S. 358–359
  5. Friedrich Zimmermann: Ortsgeschichte des Kraichgaudorfes Meckesheim, 1937, Hrsg. Gemeinde Meckesheim, Seite 61
  6. Minst, Karl Josef [Übers.]: Lorscher Codex (Band 4), Urkunde 2627, Jahr 822 – Reg. 3172. In: Heidelberger historische Bestände – digital. Universitätsbibliothek Heidelberg, S. 189, abgerufen am 11. Februar 2016.
  7. Friedrich Zimmermann: Ortsgeschichte des Kraichgaudorfes Meckesheim, 1937, Hrsg. Gemeinde Meckesheim, Seite 53 f
  8. Friedrich Zimmermann: Ortsgeschichte des Kraichgaudorfes Meckesheim, 1937, Hrsg. Gemeinde Meckesheim, Seite 62 f
  9. Friedrich Zimmermann: Ortsgeschichte des Kraichgaudorfes Meckesheim, 1937, Hrsg. Gemeinde Meckesheim, Seite 68 f
  10. https://rheinneckarblog.de/11/meckesheim-die-seltsame-amtsfuehrung-des-herrn-moos-unfaehig-fahrlaessig-oder-vorsaetzlich/3597.html
  11. http://www.morgenweb.de/region/mannheimer-morgen/metropolregion/burgermeister-lobt-bienenfleiss-des-fruheren-amtsleiters-1.1245914
  12. Kreisbeschreibung Bd. 2 S. 681: Meckesheim ohne Mönchzell.
  13. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg, Stuttgart, 2015 [1]
  14. Herwig John, Gabriele Wüst: Wappenbuch Rhein-Neckar-Kreis. Ubstadt-Weiher 1996, ISBN 3-929366-27-4, S. 80