Mehrnbach

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Mehrnbach
Wappen von Mehrnbach
Mehrnbach (Österreich)
Mehrnbach
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Oberösterreich
Politischer Bezirk: Ried im Innkreis
Kfz-Kennzeichen: RI
Fläche: 22,21 km²
Koordinaten: 48° 12′ N, 13° 26′ OKoordinaten: 48° 12′ 29″ N, 13° 26′ 6″ O
Höhe: 443 m ü. A.
Einwohner: 2.320 (1. Jän. 2016)
Bevölkerungsdichte: 104 Einw. pro km²
Postleitzahl: 4941
Vorwahl: 07752
Gemeindekennziffer: 4 12 14
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Mehrnbach 80
4941 Mehrnbach
Website: www.mehrnbach.at
Politik
Bürgermeister: Georg Stieglmayr (ÖVP)
Gemeinderat: (2015)
(25 Mitglieder)
11
10
4
11 10 
Von 25 Sitzen entfallen auf:
Lage der Gemeinde Mehrnbach im Bezirk Ried im Innkreis
Andrichsfurt Antiesenhofen Aurolzmünster Eberschwang Eitzing Geiersberg (Oberösterreich) Geinberg Gurten Hohenzell Kirchdorf am Inn Kirchheim im Innkreis Lambrechten Lohnsburg am Kobernaußerwald Mehrnbach Mettmach Mörschwang Mühlheim am Inn Neuhofen im Innkreis Obernberg am Inn Ort im Innkreis Pattigham Peterskirchen Pramet Reichersberg Ried im Innkreis Schildorn Senftenbach St. Georgen bei Obernberg am Inn St. Marienkirchen am Hausruck St. Martin im Innkreis Taiskirchen im Innkreis Tumeltsham Utzenaich Waldzell Weilbach Wippenham OberösterreichLage der Gemeinde Mehrnbach im Bezirk Ried im Innkreis (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Mehrnbach ist eine Gemeinde in Oberösterreich im Bezirk Ried im Innkreis im Innviertel mit 2320 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2016). Die Gemeinde liegt im Gerichtsbezirk Ried im Innkreis.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mehrnbach liegt auf 443 m Höhe im Innviertel. Die Ausdehnung beträgt von Nord nach Süd 6,2 km, von West nach Ost 6,5 km. Die Gesamtfläche beträgt 22,2 km². 14,9 % der Fläche sind bewaldet, 73,9 % der Fläche sind landwirtschaftlich genutzt.

Ortschaften der Gemeinde Mehrnbach[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Abstätten, Aich, Asenham, Atzing, Aubach, Aubachberg, Baching, Bubesting, Dopplhub, Fritzging, Gigling, Käfermühl, Langdorf, Mehrnbach, Probenzing, Renetsham, Riegerting, Sieber, Stötten, Steinbach, Thaling und Zimetsberg.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wippenham Eitzing Aurolzmünster
Kirchheim im Innkreis Nachbargemeinden Ried im Innkreis
Mettmach Lohnsburg Neuhofen im Innkreis

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]


Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindeamt Mehrnbach

Vor 1500 Jahren kamen die Bajuwaren in unsere Gegend. Ihr Anführer Itzo siedelte sich mit einem Teil seiner Leute in Eitzing an. Ein anderer Teil zog bis zur Quelle des Mehrnbachs. Damals wurden folgende Ortschaften Gegründet:
Atzo – Atzing,
Fritz – Fritzging,
Reno – Renetsham,
Aso – Asenham.
Dichter Wald bedeckte anfangs die Gegend von Baching, Bubesting, Sieber, Gigling und Depplhub. Dieses Gebiet wird auch jetzt noch Oberholz genannt.

Seit Gründung des Herzogtums Bayern war der Ort bis 1779 bayrisch und kam nach dem Frieden von Teschen mit dem Innviertel (damals 'Innbaiern') zu Österreich. Während der Napoleonischen Kriege wieder kurz bayrisch gehört er seit 1814 zu Oberösterreich. Siehe dazu die Schlacht bei Mehrnbach am 30. Oktober 1805. Nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich am 13. März 1938 gehörte der Ort zum Gau Oberdonau. Nach 1945 erfolgte die Wiederherstellung Oberösterreichs.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mehrnbacher „40er“, Innviertler Quarzkonglomerat
Kriegerdenkmal
Volksschule Mehrnbach
Kindergarten Mehrnbach
Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Mehrnbach

Schloss Riegerting[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Schloss steht im gleichnamigen Ortsteil von Mehrnbach und stammt aus dem 17. Jahrhundert.

Schlosskapelle zum heiligen Isidor[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Schlosskapelle stammt aus 1685 und ist dem heiligen Isidor geweiht.

Pfarrkirche Mehrnbach[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die römisch-katholische Pfarrkirche Hl. Martin gehört zum Dekanat Ried im Innkreis in der Diözese Linz.

Parks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit der Dorferneuerung im Jahr 2015 gibt es in Mehrnbach an der B141 eine kleine Grünzone zur Erholung.

Naturdenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den Mehrnbacher Vierzigern – ein Innviertler Quarzkonglomerat – handelt es sich um eine Ansammlung aus mehr oder weniger gerundeten Quarzgeröllen verschiedenster Korngröße. Die Besonderheit an diesem Gestein ist das kieselige (SiO2) Bindemittel, welches das Ganze zu einem harten, widerstandsfähigen Gesteinsverbund werden lässt. Die Entstehung dieser Quarzkonglomerate vor ca. 10 Mio. Jahren steht in Zusammenhang mit der Heraushebung der Alpen und der anschließenden Abtragung. Die Gerölle wurden aus den Zentralalpen über große Flusssysteme ins Vorland geschüttet. Aus diesen Vollschottern entwickelte sich erst nachträglich der Restschottercharakter, welcher an Ort und Stelle durch eine tiefgründige Verwitterung zu Kaolin entstanden ist. Die bei der Kaolinisierung freiwerdende Kieselsäure ist für die Verkittung der Schotter verantwortlich. Die Verkieselung greift von oben her zapfenartig in den Schotter hinein. Durch das unregelmäßige Eindringen der gelösten Kieselsäure haben sich an diesen Stellen widerstandsfähige Konglomerate gebildet, während die losen Schotter und die weniger verfestigten Anteile wie Sandsteine und Tone ausgeräumt und abgetragen wurden. Bei umgelagerten Blöcken des „Mehrnbacher Vierzigers“ ist die Oberfläche angeschliffen, so dass sich einzelne Gerölle auf der Schliffläche in Form von Kreisen oder Ellipsen abbilden. Sie bestehen aus Quarzgeröllen verschie-denster Korngröße und einem verschieden großen Anteil an kieseligem Bindemittel. Die Hohlräume und Kolke, welche dem Konglomerat ein skulpturartiges Aussehen verleihen sind auf Lösungsvorgänge zurückzuführen. In früheren Jahrhunderten wurde das Quarzkonglomerat als Baustein verwendet. Aus der Mehrnbacher Gegend wurden diese weithin transportiert was zu dem Namen Mehrnbacher Steine führte. Nach der Anzahl der Bausteine, die aus den Blöcken gewonnen wurden, stammt die Bezeichnung „Vierziger“. Diese Bezeichnung hat sich allmählich auch auf die Bewohner von Mehrnbach übertragen, was auf gewisse Charakterzüge schließen lassen muss.[1]

Sport und Freizeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Mehrnbach gibt es viele Sportvereine hier eine Auflistung:

Union Fußball Mehrnbach
Union Fußball Riegerting
Union Tennis Mehrnbach
Union Stocksport

Musikkapelle Mehrnbach[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Geburtsstunde unserer Kapelle schlug im Jahre 1851. Als Gründervater gilt der Tischlermeister Mathias Sperl. Damals gab es keinen eigenen Probenraum, außerdem mussten die Mitglieder für Kleidung und Instrumente selbst aufkommen. Ähnlich schwierig war die Situation nach dem II. Weltkrieg, als die Musikkapelle 1946 von Georg Burgstaller neu organisiert wurde. Vieles hat sich seither verändert, der Idealismus der meisten Musiker ist aber geblieben. Heute umfasst die Musikkapelle Mehrnbach ca. 60 aktive Musikerinnen und Musiker die immer noch mit viel Elan und Freude an der Musik dabei sind.[2]

Feuerwehren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Mehrnbach gibt es fünf Feuerwehren.[3]

  • FF Mehrnbach
  • FF Asenham
  • FF Blindenhofen
  • FF Oberholz
  • FF Riegerting

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Feuerwehren mit ihren Frühschoppen, Maibaum-feste & Sonnenwendfeuer.
Die Landjugend veranstaltet ende Mai Anfang Juni ihr Stadl-fest Mehrnbach.
Die Musikkapelle führt ein Frühlingskonzert durch als auch das „Neujahr anblasen“ sowie den Glühweinstand zur Weihnachtszeit.
Die Sportler machen das Sonnenwendfeuer und den Perchtenlauf in Mehrnbach.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch Mehrnbach führt die Rieder Straße (B141) welche die wichtigste Verbindung zwischen Ried im Innkreis und Braunau am Inn darstellt. Ebenso führt durch Mehrnbach die Oberinnviertler Landesstraße (L503) und die Mehrnbacher Bezirksstraße (L1083). Weiters gibt es zahlreiche Güterwege und historische Wege wie den Erzherzog Albrecht-Weg.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Scheuch Gruppe

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Volksschule Mehrnbach: Zum Kriegsende 1945 wurde der Schulbetrieb eingestellt und das Gebäude diente als Kaserne, Lager und Quartier für das Militär. Im Herbst 1945 wurde die Schule wieder eröffnet und mit vier Klassen geführt. Weiters gab es zwei Klassen für Volksdeutsche und eine Klasse für slowakische Flüchtlinge. Die heutige Volksschule wurde 1965 erbaut. Das Gebäude der früheren Schule wurde ein Wohnhaus.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister der Gemeinde Mehrnbach ist Georg Stieglmayr (ÖVP), Vizebürgermeister Franz Lettner (ÖVP).

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der Gemeinderatswahl am 27. September 2015 wurden 1.580 Stimmen abgegeben. 52 Stimmzettel waren ungültig. Aus den 1.528 gültig abgegeben Stimmen ergab sich folgende Mandatsverteilung:[4]

Partei Stimmen Mandate
ÖVP 684 11
FPÖ 597 10
SPÖ 247 4

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen Mehrnbach.jpg

Blasonierung: Gespalten; rechts in Schwarz ein goldener, vom Schildfuß ausgehender Kirchturm mit zwei viereckigen Untergeschoßen, einem achtseitigen Obergeschoß mit Strebepfeilern und einem achteckigen Spitzdach, bekrönt mit Kugel und Kreuz, die Geschoße getrennt durch Kaffgesimse, im untersten Geschoß zwei schwarze, rechteckige Fensteröffnungen, im Obergeschoß ein schwarzes, spitzbogiges Fenster; links in Silber ein blauer Wellenpfahl. Die Gemeindefarben sind Weiß-Blau.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Mehrnbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.mehrnbach.at/system/web/zusatzseite.aspx?menuonr=219205164&detailonr=219726807
  2. Musikkapelle Mehrnbach abgerufen am 9. Juni 2013
  3. http://www.mehrnbach.at/gemeindeamt/html/220486916_1.pdf
  4. http://www.mehrnbach.at/system/web/wahl.aspx?menuonr=219205321