Mercedes-Benz Cars

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Mercedes-Benz Cars (MBC) ist der Geschäftsbereich der Daimler AG für die Pkw-Marken Mercedes-Benz und Smart. Bis zur Trennung von Chrysler im Jahre 2007 hieß dieser Bereich Mercedes Car Group (MCG).

Eckhard Cordes war vom 1. Oktober 2004 bis zum 31. August 2005 als Vorstandsmitglied mit dem Geschäftsfeld Personenwagen für die Sanierung der MCG verantwortlich, welche im ersten Quartal 2005 fast eine Milliarde Euro Verlust erzielte. Nach dem angekündigten Ausscheiden von Jürgen Schrempp als Vorstandsvorsitzender legte Cordes dieses Amt nieder, nicht zuletzt da er selbst den Posten des Vorstandsvorsitzenden anstrebte. Neuer Vorstand für MBC wurde Dieter Zetsche, der in Personalunion seit dem 1. Januar 2006 als Nachfolger Schrempps auch Vorstandsvorsitzender der Daimler AG ist.

Der Umsatz von MBC lag im Geschäftsjahr 2009 bei 41,318 Mrd €, der EBIT bei rund 500 Mio €. Im Jahr 2010 wurde ein Umsatz von 53,4 Mrd € (EBIT rund 4,7 Mrd €) und 2011 ein Umsatz von 57,4 Mrd € (EBIT rund 5,2 Mrd €) erwirtschaftet.[1] 2012 lag der Umsatz bei 61,7 Mrd. € (EBIT rund 7,1 %) (Quelle: Handelsblatt vom 9. April 2013). 2009 wurden 1.093.905 Fahrzeuge abgesetzt. Ende 2009 waren im Bereich MBC 93.572 der insgesamt 256.407 Beschäftigten des Daimler-Konzerns angestellt. 2012 stellten 275.087 Beschäftigte insgesamt 1.451.569 Fahrzeuge her (Quelle: Handelsblatt vom 9. April 2013).

Werke unter Leitung der Mercedes-Benz Cars (inklusive Mercedes-Benz Vans)[Bearbeiten]

Mercedes-Benz-Werk in Stuttgart-Untertürkheim[Bearbeiten]

Konzernzentrale in Stuttgart-Untertürkheim
  • Standort: Mercedes-Benz Werk Untertürkheim, Mercedesstraße 137, 70327 Stuttgart
  • Produktionsfläche: 1.056.000 m²
  • Fabrikgelände: 2.140.000 m²
  • Produkte: Produktion von Motoren, Achsen, Getrieben, Komponenten einschließlich Vorbetrieben, Gießerei und Schmiede
  • Mitarbeiter: 17.589 (inkl. Forschung und Entwicklung) Stand: 31. Dezember 2009
  • Stuttgart-Möhringen war bis 2006 Sitz der Konzernzentrale. Es wurde beschlossen, die Zentrale von Stuttgart-Möhringen zurück nach Stuttgart-Untertürkheim zu verlegen. Die Gebäude und das Gelände in Stuttgart-Möhringen wurden 2007 verkauft, wurden aber noch bis 2011 als Alleinmieter genutzt.
  • Stuttgart-Untertürkheim ist die Heimat der Entwicklungsabteilungen für Mercedes-Benz-Pkw-Motoren, -Achsen und -Getrieben (Mercedes-Benz Technology Center) sowie für Transporter (Van Technology Center).
  • Im Werk Untertürkheim werden seit 1904 Motoren, Getriebe und Achsen produziert und an Produktionswerke in aller Welt versendet.

Zum Mercedes-Benz-Werk Untertürkheim gehören insgesamt sieben Werkteile:

Stammwerk Untertürkheim
Untertürkheim,
Bad Cannstatt,
Hedelfingen,
Zuffenhausen,
Mettingen,
Brühl,
Sirnau.
Arbeiter im Werk Untertürkheim
Werksgeschichte Werk Untertürkheim
1904 Der Firmensitz der Daimler-Motoren-Gesellschaft wird von Cannstatt nach Untertürkheim verlegt und dort die Fahrzeugherstellung weiter geführt.
1908 Der erste Mercedes „Kardanwagen“ kommt auf den Markt.
1912 Beginn der Nutzfahrzeug-Produktion in Untertürkheim (bis 1921)
1916 Die ersten 36 Lehrlinge werden im Werk ausgebildet.
1921 Der Dreizackstern im Kreis wird zum Mercedes-Markenzeichen.
1924 Als erster Serienwagen mit Kompressor-Motor kommt der vom neuen Daimler-Chefkonstrukteur Ferdinand Porsche entwickelte Mercedes 24/100/140 PS auf den Markt.
1926 Die Daimler-Motoren-Gesellschaft fusioniert mit Benz & Cie. zur Daimler-Benz AG. Der Mercedes-Dreizackstern im Benz-Lorbeerkranz wird Markenzeichen für Mercedes-Benz.
1928 Auf Mercedes-Benz Typ SS belegen beim Großen Preis von Deutschland am Nürburgring Rudolf Caracciola, Otto Merz und Christian Werner die ersten drei Plätze.
1936 Der erste Serien-Pkw mit Dieselmotor Mercedes 260 D wird auf der Berliner Automobil-Ausstellung im Februar 1936 vorgestellt.
1939 Beim Großen Preis von Tripolis siegt Hermann Lang vor Caracciola, beide mit dem 1,5 Liter Formel-Rennwagen W165.
1945 1.240 Mitarbeiter beginnen im Mai mit dem Wiederaufbau des im Zweiten Weltkrieg zu rund 60 Prozent zerstörten Werkes.
1946 Die Nachkriegsproduktion beginnt mit Kastenwagen, Kranken- und Polizeifahrzeugen auf Basis des Mercedes-Benz 170 V.
1952 Die Untertürkheimer Rennsportabteilung entwickelt den 300 SL mit „Flügeltüren“.
1959 Mit den Mercedes-Benz W 111 beginnt die Ära der Heckflossen.
1963 Der Mercedes-Benz 600 ist das exklusivste Fahrzeug seiner Zeit auf dem Markt.
1968 Der einmillionste Fahrzeug-Dieselmotor der Nachkriegszeit verlässt das Stammwerk.
1969 Die in Untertürkheim entwickelten Mercedes-Benz C111- Experimentalfahrzeuge mit Wankelmotoren sorgen für Aufsehen.
bis 1975 Neustrukturierung und Produktionsausweitung durch neue Werkteile
1985 Der zehnmillionste Pkw-Motor läuft vom Band. Die tarifliche Wochenarbeitszeit beträgt 38,5 Stunden.
1989 Umzug von Teilen der Konzern-Zentralverwaltung nach Stuttgart-Möhringen. Die Leitung der Mercedes-Benz Group behält ihren Sitz in Untertürkheim.
1995 Neubau des Werkes für V-Motoren in Bad Cannstatt
1997 Neubau und Umgestaltung des Werkes für Reihenmotoren in Untertürkheim
1998 Daimler-Benz und die US-amerikanische Chrysler Corp. fusionieren zur DaimlerChrysler AG.
VTC in Untertürkheim
2000 Die Jahresproduktion von Motoren überschreitet die Millionengrenze.
2002 In den sieben Werkteilen sind rund 21.000 Mitarbeiter beschäftigt. Täglich werden mehr als 4.500 komplette Antriebssysteme produziert.
2004 Im 100-jährigen Jubiläumsjahr wird die neue Logistikdrehscheibe „Zentralversand Übersee“ in Hedelfingen und ein neues Ausbildungszentrum in Brühl eingeweiht.
2005 Bezug des Van Technology Centers (VTC)
2006 Der Sitz der DaimlerChrysler-Zentrale in Deutschland wird von Stuttgart-Möhringen nach Untertürkheim verlegt.
2007 Nach der im August 2007 abgeschlossenen Trennung von Chrysler wurde auf der Hauptversammlung im Oktober desselben Jahres die Firma mit Sitz Untertürkheim in Daimler AG umbenannt.
2007 Das Motorenwerk Bad Cannstatt feiert das zehnjährige Jubiläum.
2008 Anlauf der Serienproduktion des neuen Vierzylinder-Dieselmotors OM 651

Die meisten Motoren für Pkw und Transporter sowie alle Getriebe und Achsen für Mercedes-Benz Pkws werden hier produziert. Auch die Motoren der Formel-1-Wagen und Formel-3-Wagen werden hier entwickelt und auf ihre Haltbarkeit getestet.

Mercedes-Benz-Werk in Sindelfingen[Bearbeiten]

Das Werk Sindelfingen, 15 km südwestlich von Stuttgart, ist das größte Werk des Konzerns.

  • Im Werk befindet sich das zweite „Mercedes-Benz Technology Center“ (PKW-Entwicklungsabteilungen) für Design, Karosserie und Fahrwerk.
  • Personalstand am Standort: 25.947 (ohne Forschung und Entwicklung, Stand 31. Dezember 2012)
  • Produktionsfläche: 1.289.297 m²
  • Fabrikgelände: 2.952.149 m²
Werk-Sindelfingen

Geschichte Werk Sindelfingen

1915 Gründung des Werkes durch die Daimler-Motoren-Gesellschaft. Herstellung von Flugmotoren und Flugzeugen
1919 Fabrikation der ersten Personenwagen
1926 Nach der Fusion der Daimler-Motoren-Gesellschaft und Benz & Cie. wird der gesamte Karosseriebau in Sindelfingen zusammengefasst.
1927 Erstmals Fließbandfertigung im Werk, eingeführt durch Wilhelm Friedle (bis 1935 Betriebsdirektor im Werk Sindelfingen)
1929 Erstes Presswerk in Sindelfingen. Die „Sindelfinger Karosserie“ wird zum Qualitätsbegriff.
1938 Das Werk beschäftigt 6.500 Mitarbeiter.
1945 Beginn des Wiederaufbaus nach dem Zweiten Weltkrieg. Produktion des Lieferwagens Typ 170
1948 Verlegung der Personenwagen-Endmontage von Untertürkheim nach Sindelfingen. 5.100 Personenwagen des Typs 170 V werden gefertigt. Herstellung von Omnibussen
1950 Ausbau des Werkes. Aufgrund der steigenden Produktion wird der Zweischichtbetrieb eingeführt.
1955 Der Wiederaufbau des Werkes ist weitgehend abgeschlossen. Die Fertigung wird modernisiert und rationalisiert. Gesamtproduktion 80.500 Pkw
1959 Produktionsanlauf der „Großen Heckflosse“ W 111 (220 bis 280 S/SE)
1960 Das Werk beschäftigt 20.000 Mitarbeiter. Jahresproduktion 123.000 Pkw
1961 Produktionsanlauf der „Kleinen Heckflosse“ W 110 und des 300 SE (W 112) - zweites deutsches Fahrzeug mit Luftfederung nach dem Anfang 1960 präsentierten Borgward P 100.
1963 Produktionsbeginn der 600er Staatslimousine
1965 Oberklasse-Limousinen W108/109
1968 Das Werk beschäftigt 23.000 Mitarbeiter, davon zirka 20 % Gastarbeiter. Anlauf der neuen „Strich-Acht“-Mittelklasse W 114/115.
1970 Jahresproduktion 280.000 Pkw
1972 Neu: die erste so genannte S-Klasse W 116
1974 erste Ölkrise: Dennoch bleiben Produktion und Personalstand stabil auf hohem Niveau.
1976 Neue Mittelklasse W 123 - der „Strich-Acht“ bleibt noch eine Zeit lang weiter im Programm.
1979 Neue S-Klasse W 126
1980 Grundsteinlegung für das neue Kundencenter
1982 Im Dezember wird der neue „Baby-Benz“ W 201 präsentiert.
1984 Vorstellung Mittelklasse W 124
1986 100. Jubiläum des ersten Automobils. Sindelfingen produziert 435.000 Pkw. Der Drei-Wege-Katalysator wird serienmäßige Ausstattung bei Mercedes-Benz.
1991 Im März wird die neue S-Klasse W 140 vorgestellt.
1993 Einführung von lösemittelreduzierten Wasserbasislacken in der Oberflächenbehandlung
1995 Mit der Grundsteinlegung für das neue Designgebäude beginnt der Bau des neuen Technologiezentrums. Produktionsbeginn der Mittelklasse W 210
1998 Produktionsbeginn der S-Klasse Baureihe 220. Einführung des Strukturklebens im Karosseriebau
1999 Umbau des Kundencenters zur „Erlebniswelt“ der Marke Mercedes-Benz
2000 Eröffnung des „Mercedes Event Center“ für Konzerte und ähnliche Events. Anlauf der 2. Generation C-Klasse (BR 203). Fertigstellung des Mercedes-Benz Technology Centers (MTC)
2002 Anlauf der neuen E-Klasse Baureihe 211. Produktionsbeginn der Marke „Maybach“ in der Maybach-Manufaktur
2003 Neues T-Modell der E-Klasse
2004 Neue CLS-Klasse (viertüriges Coupé)
2005 Neue Mercedes-Benz S-Klasse Baureihe 221
2006 Neue Mercedes-Benz CL-Klasse Baureihe 216
2007 Neue Mercedes-Benz C-Klasse Baureihe 204
2009 Neue Mercedes-Benz E-Klasse Baureihe 212. Start der Serienfertigung des S 400 HYBRID
2010 Serienfertigung der B-Klasse F-Cell und des Flügeltürers Mercedes-Benz SLS AMG

Im Werk Sindelfingen werden folgende Fahrzeuge gefertigt:

Auszeichnungen:

Die Fachzeitschrift Produktion hat das Werk Sindelfingen als Fabrik des Jahres im Bereich Hervorragendes Qualitätsmanagement ausgezeichnet. Im Sommer erhielt das Werk den „J.D. Power Platinum Award“ für die automobile Fertigungsstätte mit der am besten gelieferten Qualität weltweit und den „J.D. Power Gold Award“ für die Baureihen S- und E-Klasse.

Im traditionsreichsten und härtesten Industrie-Benchmark „Fabrik des Jahres“/GEO (Global Excellence in Operations), der von der Wirtschaftszeitschrift Produktion und der Unternehmensberatung A.T. Kearney ausgerichtet wird, setzte sich das Werk Sindelfingen gegen Konkurrenz aus allen Bereichen der verarbeitenden Industrie durch. Als herausragend bewerteten die Juroren beim Werk Sindelfingen das sehr hohe Niveau der Produktqualität, die Qualitätsverbesserungen sowie die beeindruckende Leistungssteigerung in den vergangenen Jahren.

Mercedes-Benz-Werk in Rastatt[Bearbeiten]

  • Personalstand am Standort: 6.900
  • Produktionsfläche: 405.682 m²
  • Fabrikgelände: 1.473.000 m²
Werk Rastatt mit Kundencenter

Das Daimler-Werk in Rastatt war ursprünglich als drittes PKW-Montagewerk neben Sindelfingen und Bremen geplant, als Parallelwerk zu Sindelfingen zur Produktion der damaligen Baureihe W 124. Das Werk war von einer gemeinsamen Projektgruppe aus Daimler-Benz-Vorstand und Gesamtbetriebsrat als moderne, „humane Fabrik“ konzipiert worden, in dem die Bandfertigung auf ein Minimum reduziert und moderne Fertigungsmethoden, wie Boxenfertigung, Mitfahrbänder und Gruppenarbeit zum Einsatz kamen. Im Januar 1992 wurde das Daimler-Benz-PKW-Montagewerk in Rastatt selbständiges Werk. Bis 1996 wurde dort mit knapp 1500 Beschäftigten die Mercedes-Benz E-Klasse für den amerikanischen Markt gebaut. Danach wurde das Werk für ein halbes Jahr geschlossen und komplett für die Produktion der Mercedes-Benz A-Klasse umgebaut. Die modernen „humanen“ Fertigungsmethoden traten dabei zugunsten der klassischen Bandfertigung wieder in den Hintergrund. 1997 kehrten die an die Standorte Sindelfingen, Gaggenau und Wörth entsandten Arbeiter des Werkes Rastatt an ihre ursprüngliche Wirkungsstätte zurück und produzieren dort seitdem die A-Klasse. Im Oktober 1997 geriet dieser Fahrzeugtyp in die Schlagzeilen, da eine A-Klasse beim Elchtest, einem nur in Schweden durchgeführten extremen Brems- und Ausweichmanöver, umkippte, was Änderungen nötig machte. In einer dreimonatigen Auslieferungspause, während der erneut zahlreiche Mitarbeiter in andere Werke abgeordnet waren, wurde die A-Klasse mit modifiziertem Fahrwerk und serienmäßig eingebautem Elektronischen Stabilitätsprogramm (ESP) verbessert. Die Belegschaft wuchs bis zum Jahr 2001 auf über 5000 Beschäftigte an. Im Jahre 2004 musste die Fläche des Werkes nochmals vergrößert und umgebaut werden, da nun eine zweite Baureihe produziert werden sollte: Die Mercedes-Benz B-Klasse. Dort werden heute mit 6.033 Beschäftigten (Dezember 2006) folgende Modelle gefertigt:

Die Fahrzeuge aus dem Werk Rastatt sind daran erkennbar, dass die 11. Stelle ihrer Fahrzeug-Identifizierungsnummer „J“ oder „K“ lautet. Von 1996 bis 2009 fand in den Werkshallen jährlich das SWR3 New Pop Festival statt. Hierzu wurden erst kurz vor dem Beginn der jeweiligen Musikauftritte die Bänder angehalten.

Am 16. November 2012 lief das dreimillionste Fahrzeug vom Band.

Mercedes-Benz-Werk in Bremen[Bearbeiten]

  • Personalstand am Standort: 12.800
  • Produktionsfläche: 584.500 m²
  • Fabrikgelände: 1.390.000 m²

Das Mercedes-Benz-Werk in Bremen ist der größte private Arbeitgeber in Bremen und nach Sindelfingen das zweitgrößte Produktionswerk im Daimler-Verbund. Es befindet sich im östlichen Bremer Stadtteil Sebaldsbrück. Der Standort war ab 1938 von Borgward als Stammwerk gebaut worden und wurde nach dem Konkurs von Borgward von Hanomag für den Bau von leichten Lkw und Baumaschinen übernommen. Daimler-Benz beteiligte sich 1969 an Hanomag-Henschel und übernahm den Fahrzeugbau von Hanomag-Henschel wenig später ganz, wodurch das Werk in den Daimler-Benz-Konzern integriert wurde. Anfangs wurden dort der Harburger Transporter und der Nachfolger Mercedes-Benz T 1 gebaut, später das T-Modell des W 123.

Zurzeit werden in Bremen folgende Klassen gefertigt:

Aufgrund seiner Nähe zu den bundesdeutschen Häfen, vor allem dem PKW-Hauptumschlagplatz Bremerhaven, produziert das Werk Bremen insbesondere auch für den Export nach Übersee.

2011 war mit über 313.000 produzierten Mercedes-Benz PKW das bisher erfolgreichste Jahr in der Geschichte des Werkes[2].

Mercedes-Benz-Werk in Gaggenau[Bearbeiten]

Mercedes-Benz Werk in Gaggenau

Das Werk Gaggenau wurde im Jahre 1894 als Bergmann Industriewerk gegründet. Damals wurden Dampfmaschinen und Automaten gefertigt. Ab 1895 wurde im Murgtal mit dem „Orient Express“ das erste Serienauto produziert. Es ist somit das älteste durchgehend genutzte Automobilwerk der Welt. Drei Jahre später stellte Bergmann dort die ersten Lkw und Omnibusse her. Mit der Produktion einer „Vorrichtung zur Änderung der Geschwindigkeit von Motorfahrzeugen“ begann im Jahre 1895 auch der Getriebebau in Gaggenau. 1907 wurde das Werk von der Benz & Cie. Rheinische Gasmotorenfabrik in Mannheim übernommen. Die Benz-Werke Gaggenau GmbH wurden 1926 durch die Fusion von Daimler und Benz Teil der Daimler-Benz AG.

Zu den Erzeugnissen zählen manuelle und automatisierte Schaltgetriebe, Nutzfahrzeugachsen (AP und Portalachsen) und Drehmomentwandler für Pkw-Automatikgetriebe. Weiterhin werden Produkte im Bereich der Zerspanungstechnologie, Umformtechnik (Pressteile für Mercedes A- und B-Klasse) und Dienstleistungen im Bereich der internationalen Logistik angeboten.

Bis zum Jahr 2002 wurde in Gaggenau der Unimog gefertigt.

Das Werk beschäftigt 6500 Mitarbeiter (2013) und ist damit der größte Arbeitgeber in der Region.

Mercedes-Benz-Werk in Düsseldorf[Bearbeiten]

Das Werk in Düsseldorf-Derendorf produziert Transporter der Daimler-Marken Mercedes-Benz und Freightliner und den VW Crafter. 1958/59 übernahm die damalige Daimler-Benz AG die Auto Union, zu der auch das Werk Düsseldorf gehörte. Anfang der 1950er Jahre konnte das ehemalige Werk II von Rheinmetall aus den 1890er Jahren, nach dem Zweiten Weltkrieg als Rüstungsbetrieb zur Demontage vorgesehen[3], von der Auto Union zunächst mit einem Pachtvertrag genutzt und später ganz übernommen werden. 1964 verkaufte Daimler-Benz die Auto Union an Volkswagen, wobei die Werke Düsseldorf und Vitoria bei Daimler-Benz verblieben. Das Werk prägte den inoffiziellen Namen „Düsseldorfer Transporter“ oder auch DüDo für den dort gefertigten Mercedes-Benz T2.

Zurzeit in Düsseldorf produzierte Fahrzeuge:

  • Mercedes-Benz Sprinter, Freightliner Sprinter, VW Crafter (Kasten und Kombi). Die offenen Baumuster des Sprinters – Pritschenwagen mit Einfach- oder Doppelkabine und Fahrgestelle für Aufbauhersteller – werden bei der Mercedes-Benz Ludwigsfelde GmbH gebaut.

Die Mercedes-Benz und Freightliner Sprinter für den amerikanischen Markt werden komplett in Düsseldorf gefertigt, danach wieder zerlegt und in die USA geliefert, wo sie remontiert werden (SKD). Hintergrund ist unter anderem der hohe Zoll, den die USA auf Nutzfahrzeug-Importe erheben.

Zum Ende des Jahres 2010 betrug der Personalstand im Düsseldorfer Werk 6.583 Mitarbeiter.

Mercedes-Benz-Werk in Ludwigsfelde[Bearbeiten]

siehe Hauptartikel Automobilwerke Ludwigsfelde

1936 baute das Tochterunternehmen Daimler-Benz Motoren GmbH in Genshagen (seit 1997 Ortsteil von Ludwigsfelde) ein Werk für Flugmotoren (DB 601/DB 605). Während des Krieges arbeiteten 11.000 Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter in dem damaligen „Nationalsozialistischen Musterbetrieb". 1943/44 existierte in der sogenannten „Deutschlandhalle“ ein Außenlager des Konzentrationslagers Ravensbrück, 1.100 weibliche KZ-Häftlinge wurden zur Zwangsarbeit eingesetzt. Das Flugmotorenwerk wurde am 6. August 1944 bei einem Luftangriff zu großen Teilen zerstört. Die Reste wurden nach dem Zweiten Weltkrieg demontiert.

Ab dem 17. Juli 1965 wurden in Ludwigsfelde LKW vom Typ W50 gefertigt, ab 1987 kam der L60 zum Fertigungsprogramm hinzu, der eigentlich den W50 ablösen sollte.

Bis 1990 wurden 592.078 LKW gefertigt, dann wurde die Produktion auf Grund der geänderten politischen Situation und damit einhergehendem Nachfragerückgang eingestellt.

Am 27. Juni 1990 wurde das VEB-IFA Kombinat Nutzfahrzeuge Ludwigsfelde von der Treuhandanstalt aufgelöst und in eine GmbH umgewandelt, die am 1. Februar 1991 produktionsseitig in der „Nutzfahrzeuge Ludwigsfelde GmbH“ und am 1. März 1991 entwicklungsseitig in der „Entwicklungsgesellschaft Ludwigsfelde“ aufging.

Das Werk wurde 1994 als Nutzfahrzeuge Ludwigsfelde GmbH zu 100 % von der Daimler-Benz AG übernommen und gehört heute als „Mercedes-Benz Ludwigsfelde GmbH“ zum Daimler-Konzern Sparte CV (CompactVans). Hier werden folgende Modelle produziert:

Im Jahr 2005 betrug der Personalstand des Werkes Ludwigsfelde 1.662 Mitarbeiter.

Mercedes-Benz-Werk in Hamburg[Bearbeiten]

Das Werk in Hamburg-Harburg (Bostelbek) mit seinen 2.565 Mitarbeitern (davon 2.279 ohne Karosserieteilefertigung) hat heute keine vollständige Fahrzeugproduktion mehr. Vielmehr werden dort die Achsen, Lenksäulen sowie andere Systemelemente für nahezu alle Modelle der Marke Mercedes-Benz gefertigt. Es handelt sich um das ehemalige Tempo-Werk, das 1965 von Hanomag übernommen worden war. Durch die Übernahme von Hanomag-Henschel kam Daimler-Benz zu Beginn der 1970er Jahre in den Besitz des Werks. Der Standort prägte aufgrund der dort gefertigten Fahrzeuge den Begriff „Harburger Transporter“.

Mercedes-Benz-Werk in Berlin-Marienfelde[Bearbeiten]

Am 2. Oktober 1902 übernahm die Daimler-Motoren-Gesellschaft (DMG) die marode Motorfahrzeug- und Motorenfabrik Berlin AG in Marienfelde. Am Anfang wurden dort noch Boots- und Schiffsmotoren hergestellt. 1905 begann die Produktion von LKW und Bussen; 1907 gefolgt von den ersten motorisierten Feuerwehrfahrzeugen. Während des Ersten Weltkrieges wurde 1917/1918 der erste deutsche Panzer A7V in Marienfelde entwickelt und gefertigt.

Nach der Machtergreifung der NSDAP entwickelte und produzierte Daimler-Benz in Marienfelde den Panzerkampfwagen I. Für die kriegswichtige Produktion der Nachfolgetypen Panzer III und Panzer V ließ der Konzern mehr als 3.700 (Ende 1944) ZwangsarbeiterInnen für sich arbeiten; darunter auch französische, sowjetische und polnische Kriegsgefangene. In Marienfelde existierte von Ende September 1944 bis Mitte April 1945 auch eine Außenstelle des KZ Sachsenhausen.

Heute werden hier PKW-Motoren für Mercedes-Benz gefertigt, unter anderem der V12-Zylinder-Bi-Turbo-Motor M275/M285 für die S-Klasse und vormals den Maybach, der Diesel-Motor für den Smart, seit Mai 2005 der Sechszylinder-Diesel-V-Motor OM642 und von 2005 bis 2010 der V8-Diesel OM629. Der OM 651 wird seit 2007 im Motorenwerk Kölleda (MDC Power GmbH) gefertigt.

Das Mercedes Benz Werk Berlin-Marienfelde wurde 2011 in der Kategorie "Produktionsnahe Dienstleistungen" mit dem Green Buddy Award ausgezeichnet.[4] Im Jahr 2005 betrug der Personalstand 3.145 Mitarbeiter.

Mercedes-Benz-Werk in Vitoria/Spanien[Bearbeiten]

Die Auto Union baute in Vitoria Anfang der 1950er Jahre das neue Werk der Tochtergesellschaft Industrias del Motor S.A. (IMOSA) und produzierte dort ab 1954 zunächst den DKW-Schnellaster F 89 L. Daimler-Benz übernahm 1958 die Auto Union mit allen Standorten. Als eigene Konstruktion brachte IMOSA 1963 den DKW-IMOSA F 1000 L auf den Markt, der als F 1000 D ab 1964 auch mit einem Mercedes-Dieselmotor angeboten wurde. Beim Verkauf der Auto Union an das Volkswagenwerk behielt Daimler-Benz das spanische Werk, wo u. a. von 1988 bis 1995 der MB 100 und von 1996 bis 2003 die Baureihe W638 (Vito und V-Klasse) produziert wurde. Seit 2003 kommen die Modelle der Baureihe 639 (Vito und Viano) aus Vitoria.

Im Jahr 2012 betrug der Personalstand 3.264 Mitarbeiter.

Mercedes-Benz-Werk Tuscaloosa (Alabama), USA[Bearbeiten]

Im Werk Tuscaloosa in Vance (Alabama) fertigen 2932 Mitarbeiter von Mercedes-Benz U.S. International folgende Modelle:

Mercedes-Benz-Werk in East London/Südafrika[Bearbeiten]

Das Werk East London produziert die Rechtslenkerversionen („RHD“) der C-Klasse (im Wesentlichen für Märkte in Großbritannien, Südafrika und Länder in Asien, z. B. Japan, Thailand, Malaysia). Es produziert seit 2007 auch die C-Klasse für den Export in die USA.

Mercedes-Benz-Werk in Juiz de Fora/Brasilien[Bearbeiten]

Das Werk Mercedes-Benz do Brasil in Juiz de Fora war von April 2007 bis Januar 2011 der einzige Produktionsstandort für das C-Klasse-Sportcoupé. Primärer Zielort der Fahrzeuge war der europäische Markt. Bis Januar 2007 produzierte das Werk im Bundesstaat Minas Gerais die C-Klasse für den nordamerikanischen Markt. Zuvor wurde dort von 1999 bis 2005 die A-Klasse gefertigt. Seit Anfang 2012 werden dort die LKW der Serie Actros und Accelo produziert, die Pkw-Produktion entsprechend eingestellt.[5]

Smart-Werk in Hambach, Lothringen/Frankreich[Bearbeiten]

Im „Smartville Hambach“ genannten Werk wird der Smart Fortwo produziert.

Montagewerke im Besitz von Dritten[Bearbeiten]

Es existieren weitere PKW-Montagewerke, in denen Mercedes-Fahrzeuge produziert werden. Diese Werke befinden sich jedoch nicht im Mehrheitsbesitz der Daimler AG, sondern werden von lokalen Importeuren und Herstellern einzelner Länder gehalten, teils mit Minderheitsbeteiligung der Daimler AG und zu Teilen personeller Unterstützung (Werksleitung, Qualitätssicherung). Diese finden sich z. B. in Thailand und in China. Teils werden diese Werke aus anderen Daimler-Werken mit Teilen versorgt und führen die Endmontage durch ("CKD"-Fahrzeuge). Oft hat diese Aufteilung steuerliche Gründe oder entspricht örtlichen Gesetzeslagen, die den Import von betriebsbereiten Neufahrzeugen hoch besteuern, oder die lokale Gesetzgebung erlaubt keinen Mehrheitsbesitz von Unternehmen in den Händen von Ausländern.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Handelsblatt vom 3. April 2012
  2. Grundsteinlegung für Rohbauerweiterung im Mercedes-Benz Werk Bremen. Mercedes-Benz passion Blog. Abgerufen am 25. Juli 2012.
  3. Auto Union in Düsseldorf – Ein Privatbankier als Finanzier, Mittler und Eigentümer.
  4. Green Buddy Award 2011
  5. Daimler weltweit, abgerufen am 5. Dezember 2012.

Weblinks[Bearbeiten]