Metaversum

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Das Metaversum (englisch metaverse) ist ein kollektiver virtueller Raum, der durch die Konvergenz von virtuell erweiterter physischer Realität und physisch persistentem virtuellen Raum entsteht – einschließlich der Summe aller virtuellen Welten, der erweiterten Realität und des Internets. Das Wort „Metaversum“ ist ein Kofferwort aus der Vorsilbe meta‑ (in der Bedeutung „jenseits“) und Universum; der Begriff wird üblicherweise verwendet, um das Konzept einer zukünftigen Iteration des Internets zu beschreiben, das aus persistenten, gemeinsam genutzten, virtuellen 3D-Räumen besteht, die zu einem wahrgenommenen virtuellen Universum verbunden sind.[1] In Abgrenzung dazu besteht ein Massively Multiplayer Online Role-Playing Game aus einer einzigen Welt. Im Metaversum können User die Welten mitgestalten und dort „leben, lernen, arbeiten, feiern“.

Etymologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Begriff Metaversum wurde 1992 von Neal Stephenson in seinem Science-Fiction-Roman Snow Crash populär gemacht. Im Epilog behauptet er, dass er den Begriff für dieses Buch als Marketinggag erfunden habe, ebenso wie „Avatar“.[2][3]

Einflüsse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als erstes Metaversum gilt das Spiel Habitat aus dem Jahr 1985 (noch bevor Neal Stephenson den Begriff geprägt hat). 2003 ging Second Life online. Von 2004 bis 2008 bestand das Open Source Metaverse Project.

Im Roman Ready Player One aus dem Jahr 2011 bzw. seiner Verfilmung 2018 wird das Metaversum fiktiv thematisiert.

Seit den 2020er Jahren erlebte das Metaversum einen neuen Hype durch den Verkauf von virtuellem Land (Decentraland, The Sandbox) in Form von NFTs.[4][5] Ebenso existieren Projekte wie NEOS VR und Dual Universe, die darauf abzielen, riesige Welten erschaffbar zu machen, die letztlich zu einem Metaversum heranwachsen sollen.[6] Tim Sweeny, der Gründer des Fortnite-Studios Epic Games, hatte mehrfach bekräftigt, an einem Metaversum arbeiten zu wollen. Im April 2021 hat Epic Games offiziell die Pläne für ein Metaversumsprojekt bestätigt.[7] Im Juli 2021 kündigte Mark Zuckerberg an, Facebook zum Metaversum umbauen zu wollen.[8][9]

Einen besonderen Einfluss auf die Debatte um das Metaversum hatten Beiträge von Matthew Ball. Sein Essay The Metaverse: What It Is, Where to Find it, Who Will Build It, and Fortnite[10] und darauf aufbauende Artikel wurden von Facebook-Chef Mark Zuckerberg zur Pflichtlektüre für seine Mitarbeitenden erklärt.[11]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Neue virtuelle Welten. Abgerufen am 15. August 2021.
  2. Mark Grimshaw (Hrsg.): The Oxford Handbook of Virtuality. Oxford University Press, New York 2014, ISBN 978-0-19-982616-2, S. 702.
  3. Metaverse – Das ist gerade eines der heißesten Buzzwords in der globalen Tech-Elite. Abgerufen am 15. August 2021.
  4. What makes digital real estate buying valuable? NFT expert explains. Abgerufen am 15. August 2021.
  5. More Than A Trend: Entering The Metaverse Will Become A Necessity For Brands. Abgerufen am 15. August 2021.
  6. Das Metaversum kommt: Wie Entwickler digitale Parallelwelten erschaffen. Abgerufen am 15. August 2021.
  7. Announcing a $1 Billion Funding Round to Support Epic’s Long-Term Vision for the Metaverse. Abgerufen am 15. August 2021.
  8. Mark in the Metaverse. Facebook’s CEO on why the social network is becoming ‚a metaverse company‘. Abgerufen am 15. August 2021.
  9. Mark Zuckerberg says Facebook will turn into a ‚Metaverse‘ so ‚our Software will be everywhere‘. Abgerufen am 15. August 2021.
  10. The Metaverse: What It Is, Where to Find it, Who Will Build It, and Fortnite. Abgerufen am 15. August 2021.
  11. Marcus Schuler: „Metaversum“ als Internet-Nachfolger? In: tagesschau.de. 10. August 2021, abgerufen am 15. August 2021.