Midlum (Wurster Nordseeküste)

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Midlum
Wappen von Midlum
Koordinaten: 53° 43′ 45″ N, 8° 36′ 56″ O
Höhe: 21 m ü. NHN
Fläche: 31,07 km²[1]
Einwohner: 1681 (2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 54 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 2015
Postleitzahl: 27639
Vorwahl: 04741
Midlum (Niedersachsen)
Midlum

Lage von Midlum in Niedersachsen

Midlum in der Gemeinde Wurster Nordseeküste
Midlum in der Gemeinde Wurster Nordseeküste

Midlum (niederdeutsch Millm) ist eine Ortschaft der niedersächsischen Gemeinde Wurster Nordseeküste im Landkreis Cuxhaven. Zur Ortschaft gehört der eingemeindete Ort Kransburg.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ortschaft Midlum liegt zwischen den Städten Bremerhaven und Cuxhaven. Im Dorf Midlum geht die Marsch in die Geest und Heide über. Der Ort besitzt ausgedehnte Waldflächen und das Naturschutzgebiet Hohensteinsforst.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. März 1974 schlossen sich die Ortschaften Midlum, Mulsum, Cappel, Padingbüttel, Dorum, Misselwarden und Wremen zur Samtgemeinde Land Wursten zusammen.[2]

Zum 1. Januar 2015 bildeten die Samtgemeinde Land Wursten und die Gemeinde Nordholz die neue Gemeinde Wurster Nordseeküste im Landkreis Cuxhaven.[3]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsrat der Gemeinde Midlum setzt sich aus fünf Ratsherren folgender Parteien zusammen:[4]

  • CDU: 2 Sitze
  • SPD: 2 Sitze
  • Wählerinitiative Wurster Liste: 1 Sitz

(Stand: Kommunalwahl 11. September 2016)

Ortsbürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsbürgermeister ist Harald Schewe (Wählerinitiative Wurster Liste) und sein Stellvertreter ist Henry Kowalewski (SPD).[4]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Entwurf des Midlumer Wappens stammt von dem in Belgien geborenen und später in Otterndorf lebenden Heraldiker und Wappenmaler Professor Albert de Badrihaye, der auch schon die Wappen von Hetthorn, Holte-Spangen, Wanhöden und vielen anderen Ortschaften im Landkreis Cuxhaven entworfen hat.[5]

Wappen von Midlum (Wurster Nordseeküste)
Blasonierung: „In Grün über einem silbernen aufgerichteten, von zwei goldenen Ähren begleiteten Bischofsstab eine goldene Waage.“[5]
Wappenbegründung: Der Bischofsstab als Sinnbild der geistlichen Herrschaft erinnert daran, dass im Mittelalter die Grundherrschaft in Midlum zum großen Teil dem 1219 dort gegründeten, 1282 nach Altenwalde und 1334 nach Neuenwalde verlegten Kloster gehörte. Die Waage weist auf die Bedeutung Midlums als Marktort hin und die Ähren sind Sinnbilder des Ackerbaus.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Liste der Baudenkmale in Wurster Nordseeküste, Abschnitt Midlum, stehen die in der Denkmalliste des Landeskreises Cuxhaven eingetragenen Baudenkmale.

Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirche in Midlum

Die dem heiligen Pankratius geweihte Kirche in Midlum stammt zum Teil aus der Mitte des 12. Jahrhunderts, zum Teil aus dem Anfang des 13. Jahrhunderts und ist aus Feldsteinen gebaut. Als wertwolle Ausstattungsstücke sind der bleierne Taufkessel aus dem 14. Jahrhundert, ein Epitaph aus dem Jahre 1611, das Gestühl mit Relieffüllungen von 1622, die Kanzel von 1623 und der Altar von 1696 zu erwähnen.

Windmühle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Holländerwindmühle in Midlum

Die Midlumer Mühle, ein sogenannter Galerie-Holländer, ist eine der wenigen, noch funktionsfähigen Windmühlen dieser Art im Landkreis Cuxhaven. Sie wurde 1857 erbaut. Der letzte aktive Müller betrieb die Mühle bis 1955 mit Windkraft. Die Müllerei wurde aber zunehmend immer unrentabler und konnte sich bald gegen die modernen Industriemühlen nicht mehr behaupten. 1998 wurde die Mühle an die Gemeinde verkauft. Dadurch konnte sie dank großzügiger Fördermittel von Grund auf renoviert werden. Sie steht heute unter Denkmalschutz.

Zum Erhalt und Betrieb der Mühle sowie deren Backhaus wurde 1998 ein Mühlenverein, nämlich der „Verein zur Erhaltung der Midlumer Mühle“, gegründet. Der Mühlenverein betreibt und unterhält die Mühle in eigener Regie. Auch Trauungen sind möglich, denn die Mühle ist offizielle Außenstelle des Standesamts der Gemeinde Wurster Nordseeküste.

Megalithgräber[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Ortsgebiet liegen die Megalithgräber Midlum 1 und Midlum 2, Sprockhoff-Nr 606 und 607.[6]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Ferienort werden hier Fremdenverkehrseinrichtungen vorgehalten, zum Beispiel das Quellenfreibad, zwei Campingplätze, und lange Wanderwege durch Forst und Heidelandschaft.

Sagen und Legenden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Kranichsburg und ihre Zwerge[7]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Friedhelm Bartels, Birgit Deppe, Renate Grützner, Wolfgang Köthe, Wilfried Kuhl: Land Wursten und Nordholz – gestern & heute – Wurster Nordseeküste. Kellner Verlag, Bremen 2017, ISBN 978-3-95651-128-8

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Midlum – Sammlung von Bildern
 Wikivoyage: Midlum – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Friedhelm Bartels, Birgit Deppe, Renate Grützner, Wolfgang Köthe, Wilfried Kuhl: Land Wursten und Nordholz – gestern & heute – Wurster Nordseeküste. Kellner Verlag, Bremen 2017, ISBN 978-3-95651-128-8, S. 224.
  2. Friedhelm Bartels, Birgit Deppe, Renate Grützner, Wolfgang Köthe, Wilfried Kuhl: Land Wursten und Nordholz – gestern & heute – Wurster Nordseeküste. Kellner Verlag, Bremen 2017, ISBN 978-3-95651-128-8, S. 35.
  3. Gesetz über die Neubildung der Gemeinde Wurster Nordseeküste. Landkreis Cuxhaven vom 8. November 2012, Niedersächsisches Gesetz- und Verordnungsblatt (Nds. GVBl.) Nr. 26/12, ausgegeben in Hannover am 16. November 2012.
  4. a b Ortsrat und Ortsbürgermeister von Midlum. Auf: Internetseite der Wurster Nordseeküste, abgerufen am 27. Mai 2017.
  5. a b Landkreis Wesermünde: Wappen des Landkreises Wesermünde. Verlag: Grassé Offset, Bremerhaven/Wesermünde 1973, ISBN 3-980031-80-2.
  6. Thomas Witzke: Megalithgräber, Steinkisten, Menhire und Schalensteine (Näpfchensteine) in Niedersachsen. Bei: www.strahlen.org.
  7. Männer vom Morgenstern: Hake Betken siene Duven: Das Sagenbuch von Elb- und Wesermündung. Bremerhaven 1999, ISBN 3-931771-16-4.