Munger (Distrikt)

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Distrikt Munger
मुंगेर जिला
مونگیر ضلع
Staat: Indien Indien
Bundesstaat: Bihar
Division: Munger
Verwaltungssitz: Munger
Gegründet: 1812
Koordinaten: 25° 23′ N, 86° 28′ OKoordinaten: 25° 23′ 0″ N, 86° 28′ 0″ O
Fläche: 1 419 km²
Einwohner (2011):[1] 1.367.765
Bevölkerungsdichte: 964 Einwohner je km²
Religionen (2011):[1] 91,6 % Hindus
8,1 % Muslime
0,3 % übrige und k. A.
Soziale Daten (Zensus 2011)[1]
Alphabetisierungsrate: 70,5 %
(M: 77,7 %, F: 62,1 %)
Geschlechterverhältnis: 1,141 (M:F)
Urbanisierungsgrad: 27,8 %
Scheduled Castes: 13,4 %
Scheduled Tribes: 1,6 %
Website:
Positionskarte des Distrikts Munger

Der Distrikt Munger (Hindi मुंगेर जिला, Urdu مونگیر ضلع) ist ein Distrikt im indischen Bundesstaat Bihar. Verwaltungssitz ist die Stadt Munger.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hügeliges Busch- und Waldland von Jamalpur

Der Distrikt liegt in der Schwemmebene, die vom Ganges und seinen Nebenflüssen gebildet wird. Der Ganges bildet im Wesentlichen die Nordgrenze des Distrikts. Das Terrain ist flach und die mittlere Höhe über dem Meeresspiegel liegt zwischen 30 und 53 m. In Süden grenzt der Distrikt an das Bergland von Chota Nagpur. Der Waldanteil lag im Waldbericht 2019 des indischen Umweltministeriums mit 20 % (283,60 km², davon knapp 38 km² „sehr dichter Wald“) deutlich über dem Durchschnitt Bihars (7,8 %)[2] was wohl wesentlich auf das in den südwestlichen Kharagpur hills liegende, 681,99 km² große Bhimbandh-Naturschutzgebiet zurückzuführen ist.[3][4] Das Naturschutzgebiet erstreckt sich auch auf die benachbarten Distrikte Lakhisarai und Jamui.

Beim Ortsklima können drei Jahreszeiten unterschieden werden: der Winter, der von November bis Ende Februar dauert, und in dem die Temperatur bis auf 2 °C fallen kann, der Sommer von Ende März bis Mitte Juni, der Temperaturspitzen bis 42 °C mit sich bringen kann, und die sich anschließende Zeit des Südwestmonsuns, die bis zum September dauert. Der Jahresniederschlag von etwa 1231 mm fällt zu 80 % zwischen Juni und September, während in der restlichen Jahreszeit relative Trockenheit herrscht.[5]

Der Distrikt grenzt im Norden an den Distrikt Khagaria, im Westen an die Distrikt Lakhisarai und Begusarai, im Osten an den Distrikt Bhagalpur und im Süden an die Distrikte Banka and Jamui.

Munger ist in die drei Subdivisionen Munger Sadar, Kharagpur und Tarapur unterteilt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

A View of the Fort of Mongheer, upon the banks of the River Ganges (aus William HodgesSelect Views in India, 1787, Aquatinta mit Radierung, koloriert)

Die Gegend von Munger (in historischer Schreibweise: Monghyr) kam nach der Schlacht bei Buxar 1764 unter die zunächst indirekte und später direkte Herrschaft der Britischen Ostindien-Kompanie. Im Jahr 1812 wurde hier der Verwaltungsdistrikt Monghyr aus Teilen des Distrikts Bhagalpur eingerichtet. In den nachfolgenden Jahrzehnten folgten zahlreiche Änderungen der Verwaltungsgrenzen. Vom Indischen Aufstand von 1857 blieb die Gegend weitgehend unberührt, jedoch nahm der Distrikt später aktiv am Widerstand gegen die britische Kolonialherrschaft teil, beteiligte sich an der Swadeshi-Bewegung 1906, der Home-Rule-Bewegung von Annie Besant 1917, der Nicht-Kooperations-Bewegung Gandhis 1923 und der Quit-India-Bewegung 1942. Nach der Unabhängigkeit Indiens 1947 kam der Distrikt zum Bundesstaat Bihar. Mit dem Zensus 1981 wurde die Schreibweise von Monghyr in Munger geändert.[6]

Seit den 1970er Jahren wurde der Distrikt sukzessive verkleinert, indem einzelne Subdivisionen als separate Distrikte ausgegliedert wurden: am 2. Oktober 1972 Begusarai, am 10. Mai 1981 Khagaria, am 21. Februar 1991 Jamui, am 3. Juli 1994 Lakhisarai und am 31. Juli 1994 Sheikpura (letzterer unter Einschluss kleiner Anteile Lakhisarais).[7] Die Distriktfläche verkleinerte sich dadurch von 9.827 km² (Zensus 1971)[8] auf 1.419 km² (Zensus 2011).

Seit den 2000er Jahren wird der Distrikt zum naxalitisch-maoistisch beeinflussten „Roten Korridor“ gerechnet.[9][10][11]

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Einwohnerzahl lag 2011 bei 1.367.765. Die Bevölkerungswachstumsrate im Zeitraum von 2001 bis 2011 betrug 20,21 % und lag damit sehr hoch. Munger hatte ein Geschlechterverhältnis von 876 Frauen pro 1000 Männer und damit einen deutlichen Männerüberschuss. Die Alphabetisierungsrate lag bei 70,46 %, was einer Steigerung um knapp 11 Prozentpunkte gegenüber dem Jahr 2001 entsprach. Die Alphabetisierung lag damit etwas unter dem indischen Durchschnitt (74,04 %) und über dem Durchschnitt von Bihar (61,80 %). 91,6 % der Bevölkerung waren Hindus und 8,1 % Muslime.

27,8 % der Bevölkerung leben in Städten. Die größten Städte waren Munger mit 213.303 Einwohnern und Jamalpur mit 105.434 Einwohnern.

Das alte Fort von Munger

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Landwirtschaft ist der wichtigste Erwerbszweig. Nach den Agrarstatistiken 2004-08 wurde in der Kharif-Saison hauptsächlich Reis und Mais geerntet, während in Rabi-Saison hauptsächlich Obst und Gemüse (Kartoffeln, Tomaten, Guaven, Erbsen) angebaut wurden.[12]

Mit einem Pro-Kopf-Bruttoinlandsprodukt (BIP) von 22.051  lag Munger 2010–11 auf dem zweiten Platz der 38 Distrikte Bihars (nach dem Distrikt Patna mit 63.063 ₹).[13]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Distrikt Munger – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c 1. District Census 2011. Census of India, abgerufen im Jahr 2021 (englisch).
    2. Population Enumeration Data (Final Population): A Series Including Primary Census Abstract Data (Final Population) > Primary Census Abstract Data Tables (India & States/UTs - District Level) (Excel Format). (XLS) Office of the Registrar General & Census Commissioner, India, archiviert vom Original am 23. April 2022; abgerufen im Jahr 2022 (englisch).
  2. Forest Survey of India, Indisches Ministerium für Umwelt, Wälder und Klimawandel (Hrsg.): India State of Forest Report 2019. Band 2, Kapitel 11.4 Bihar, TABLE 11.4.4 District- wise Forest Cover in Bihar, S. 37 (englisch, PDF).
  3. Details of Wildlife Sanctuaries (with major information). (PDF) ENVIS Centre on Faunal Diversity, Zoological Survey of India, Kolkata, abgerufen am 16. Februar 2022 (englisch).
  4. Bhimbandh Wildlife Sanctuary. Wildlife Institute of India, abgerufen am 16. Februar 2022 (englisch).
  5. भूजल सूचना पुस्तिका मुंगेर जिला, बिहार / Ground Water Information Booklet Munger District, Bihar State. Indisches Ministerium für Wasserressourcen, September 2013, abgerufen am 16. Februar 2022 (englisch).
  6. District Census Hand Book - BIHAR > Munger. Office of the Registrar General & Census Commissioner, Ministry of Home Affairs, Government of India, S. 9–11, abgerufen am 8. Januar 2022 (englisch).
  7. District Census Hand Book - BIHAR > Begusarai, Khagaria, Jamui, Lakhisarai. Office of the Registrar General & Census Commissioner, Ministry of Home Affairs, Government of India, S. 9–11, abgerufen am 12. Januar 2022 (englisch, jeweils das Kapitel "Brief history of the district").
  8. Monghyr District. In: B. L. Das, Indian Administrative Service (Hrsg.): CENSUS 1971, District Census Handbook. SERIES 4-B1HAR, Part X-C, Table A-I: Area, Houses and Population, S. 18 (englisch, PDF).
  9. Giridhar Jha: Six tribals killed by Maoists in Munger. indiatoday.in, 2. Juli 2011, abgerufen am 16. Februar 2022 (englisch).
  10. Maoists kill newly elected panchayat leader in Bihar's Munger district. In: The New Indian Express. 24. Dezember 2021, abgerufen am 16. Februar 2022 (englisch).
  11. Home Ministry declares six Bihar districts Naxal-free. In: The New Indian Express. 30. Juni 2021, abgerufen am 16. Februar 2022 (englisch).
  12. State: Bihar Agriculture Contingency Plan for District: Munger. National Innovations in Climate Resilient Agriculture (NICRA), abgerufen am 16. April 2019 (englisch).
  13. Bihar Economic Survey 2019–20. Finanzministerium Bihars, S. 19, abgerufen am 12. Januar 2022 (englisch, Table A 1.6 District-wise Per Capita Gross District Domestic Product (2004-05) Price (2007-08 to 2011-12)).