Axpo Power

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Axpo Power AG
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Rechtsform Aktiengesellschaft
Gründung 1908 (als Löntsch-Beznau-Werke)
Sitz Baden, Schweiz
Leitung Andy Heiz, Geschäftsbereichsleiter
Branche Energieversorgung
Website axpo.ch

Die Axpo Power AG, bis Oktober 2012 Axpo AG und vormals bis Oktober 2009 Nordostschweizerische Kraftwerke AG (NOK)[1] mit Sitz in Baden ist eine Produzentin und Grossverteilerin von Elektrizität in der Nordostschweiz. Sie ist ein Tochterunternehmen der Axpo Holding.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Motor AG für angewandte Elektrizität stellte 1902 das Aarekraftwerk bei Beznau und 1908 das Kraftwerk am Löntsch fertig. Sie gründete eine gemeinsame Gesellschaft, die Kraftwerke Beznau Löntsch AG. Das Kraftwerk am Löntsch nutzt für die Elektrizitätsproduktion den Klöntalersee, einen durch Bergsturz entstandenen Natursee. Die beiden Kraftwerke wurden durch Hochspannungsleitungen zum zweiten Stromverbund der Schweiz zusammengeführt.

1914 übernahmen die Kantone Aargau, Glarus, Zürich, Thurgau, Schaffhausen und Zug die Kraftwerke Beznau-Löntsch und nannten die Gesellschaft neu NOK. Der Kanton Schwyz wollte sich ursprünglich auch am Projekt beteiligen, aber der Kantonsrat stimmte der Beteiligung nicht zu.[2] Beznau ist noch heute eine der wichtigsten Unterstationen im 380-kV-Übertragungsnetz. Im Jahr 1929 stösst die ebenfalls 1914 gegründete St. Gallisch-Appenzellische Kraftwerke AG (SAK) zur NOK, erst 1951 auch der Kanton Appenzell Innerrhoden.

In den 1960er Jahren gelangten Schweizer Behörden, NOK und die anderen grossen Stromerzeuger zum Schluss, dass die Wasserkraft als Stromlieferantin weitgehend ausgeschöpft sei. Im Zentrum des Interesses standen nun ölthermische Kraftwerke und die Kernenergie. Von 1962 ist aus der NOK-Chefetage folgendes Zitat bezüglich den damaligen Plänen einer eigenen schweizerischen Kernkraftwerksentwicklung überliefert: "Atomkraftwerke werden erst dann preislich konkurrenzfähig, wenn ein Teil der Forschungs- und Anlagekosten auf andere Schultern abgewälzt werden kann, z. B. auf die Herstellung von Kernwaffen."

Geschäftsgebiet der Axpo und der CKW, einer Tochterunternehmung der Axpo

Aufgrund des Unfalles im Versuchs-Kernkraftwerk Lucens konnten allfällige eigene Reaktorpläne dann ohnehin nicht realisiert werden; die NOK setzten mit dem KKW Beznau auf die amerikanische Technologie des Leichtwasserreaktors.[3]

Besitzverhältnisse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Axpo Power AG ist ein Gemeinschaftswerk der folgenden Institutionen: Kanton Zürich (Anteil 18,342 %), Elektrizitätswerke des Kantons Zürich (18,410 %), Kanton Aargau (13,975 %), Aargauisches Elektrizitätswerk (14,025 %), St. Gallisch-Appenzellische Kraftwerke (12,5 %), Elektrizitätswerk des Kantons Thurgau (12,25 %), Kanton Schaffhausen (7,875 %), Kanton Glarus (1,747 %) und Kanton Zug (0,873 %).[2]

Kraftwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

KKW Beznau

Die Axpo Power AG ist Eigentümerin des Kernkraftwerks Beznau. Sie ist mit 22,8 % am Kernkraftwerk Leibstadt beteiligt und für die Geschäftsführung verantwortlich. Am Kernkraftwerk Gösgen besitzt sie 25 % des Aktienkapitals.

Der Axpo Power AG gehören 85 % der Kraftwerke Linth-Limmern (KLL) in Linthal und 50 % der AG Kraftwerk Wägital in Vorderthal.

Der Axpo Power AG gehören zahlreiche weitere Wasserkraftwerke und Beteiligungen an Kraftwerken ausserhalb der Nordostschweiz. So ist sie auch am Wasserkraftwerk Ryburg-Schwörstadt (KRS), das beiderseits der Staatsgrenze zwischen Deutschland und der Schweiz liegt, beteiligt.

Seit der Formierung verschiedener Elektrizitätswerke zur Axpo Holding ist nicht mehr die frühere Elektrizitätsgesellschaft Laufenburg EGL und heutige Axpo Trading AG, sondern die Axpo Power AG das geschäftsführende Mitglied der Albula-Landwasser Kraftwerke AG in Filisur.

Holzkraftwerk Domat/Ems

In Domat/Ems betreibt die Axpo Holzenergie Gruppe ein Heizkraftwerk. Die Gruppe besteht aus der Axpo Holz + Energie AG, der Axpo Tegra AG und der Axpo Biomag.[4]

Übertragungsleitungen (Auszug)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

380-kV-Leitung Vorableitung Tavanasa–Breite[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die 380-kV-Leitung Tavanasa-Breite im Zürcher Oberland. Die Bauweise der Masten ist typisch für die Axpo.

Die Übertragungsleitungen der Schweizer Elektrizitätsunternehmen wurden per Januar 2013 an Swissgrid übertragen. Swissgrid ist die nationale Netzgesellschaft und verantwortet als Übertragungsnetzeigentümerin neu den sicheren, zuverlässigen und wirtschaftlichen Betrieb des Schweizer Höchstspannungsnetzes.

In der Folge ein Auszug über die von Axpo erstellten und bis 2013 betreuten Übertragungsleitungen:

380-kV-Leitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zur Übertragung an die Netzgesellschaft Swissgrid war die Axpo Power AG die Besitzerin der Vorableitung, der höchstgelegenen Hochspannungsleitung Europas über den Vorabgletscher. Sie wurde in den 1950er und 1960er-Jahren von der Schaltanlage Tavanasa ins Unterwerk Grynau bei Uznach und von dort in die Breite bei Nürensdorf gebaut. Die ursprünglich geplante Linienführung über den Panixerpass musste wegen eines Schiessplatzes fallengelassen werden. Man wählte eine kühne Linienführung. Teilweise verlaufen parallel 2 Linien mit je einer Einebenanordnung und Abspannmasten für je 3 Stromkreise.

Am Fuss des Kerenzerbergs überquert die Leitung Tavanasa-Breite die 380-kV-Leitung Sils–Fällanden. Da diese 1980 für ihre heutige Spannungsebene ausgelegt und erhöht wurde, musste ein Tonnenmast der NOK zu einem Donaumast umgebaut werden.

Eine weitere bauliche Veränderung erhielt die Leitung 1986 in der Grynau bei Uznach. Damals wurde die 380-kV-Leitung von der Grynau nach St. Gallen Winkeln fertiggestellt. Die beiden Trassen erhielten gemeinsame Masten.

Normalerweise müssen Hochspannungsleitungen nach 50 Jahren erneuert werden. Auf Bergstrecken sind die Anlagen Wind und Wetter ausgesetzt und bedürfen daher schon nach 25 Jahren einer Erneuerung.

Die Vorableitung ist eine der fünf Fernleitungen, die parallel den Biberlichopf flankieren und die Linthebene durchqueren.

380-kV- und 220-kV-Leitung Tierfehd–Grynau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Per Ende 2015 wird das neue Pumpspeicherwerk Limmern in Betrieb genommen. Wegen der Leistungssteigerung um 1000 MW auf 1480 MW wurde in zweijähriger Bauarbeit eine neue 380-kV-Leitung erstellt, die parallel zur 220-kV-Leitung den erzeugten Strom Richtung Linthebene transportieren wird. Die Zentrale und das Unterwerk der Kraftwerke Linth-Limmern liegen im Tierfehd, das zur Gemeinde Linthal GL gehört. Von dort aus führt eine 220-kV-Leitung in die Grynau. Dort endet sie in einem der wichtigsten Unterwerke. Zwischen Schwanden GL und dem Kerenzerberg erhielten die NOK beim Bau nur im Hochgebirge Durchleitungsrechte für ihre Fernleitungen. Die 220-kV-Leitung verläuft dort parallel zur Vorableitung und enthält wenige 380-kV-Tonnenmasten. Sie gehört ebenfalls zu den fünf Fernleitungen, die gemeinsam den Biberlichopf flankieren und die Linthebene durchqueren. Sie ist mit fast allen 220-kV-Leitungen der Axpo Power AG baugleich.

380-kV-Leitung Bonaduz–Breite[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Leitung Bonaduz-Breite im Taminatal

Der Axpo Power AG baute auch die 380-kV-Leitung Bonaduz-Breite durch das Taminatal. Sie ist gleich gebaut wie die Vorableitung und verläuft teils parallel zu ihr. Ihre Fortsetzungen sind die baugleichen Leitungen Breite-Beznau-Laufenburg und Bonaduz-Sils im Domleschg. Auf dieser Strecke geniesst die Elektrizitätsgesellschaft Laufenburg ein Nutzungsrecht.

In Oberterzen enthält die Leitung zwei schräge Weitabspannmasten mit einer 2-Ebenen-Anordnung. Ansonsten ist sie mit Tonnenmasten ausgestattet.

Die Leitung Bonaduz-Breite ist eine der fünf Fernleitungen, die parallel den Biberlichopf flankieren und die Linthebene durchqueren. Ab der Industriezone von Schänis führt sie auf eigener Trasse nach Nürensdorf. Bei Ernetschwil kreuzt sie mit der Leitung Grynau-St. Gallen Winkeln und teilt daher mit ihr einen Mast.

380- und 220-kV-Leitung Rheintalleitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zum Netz der Axpo Power AG gehörte auch die Rheintalleitung mit ihren zwei schrägen Abspannmasten auf liechtensteinischem Staatsgebiet. Sie wurde in den 1970er-Jahren erstellt. Die heute für 380 kV ausgebaute 3-polige Leitung beginnt in Bonaduz und endet in St. Gallen Winkel.

380- und 220-kV-Leitung Beznau–Tiengen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den 1960er-Jahren erhielt das Unternehmen eine Konzession für die Belieferung von deutschem Gebiet. 1965 wurde zu diesem Zwecke eine 380/220-kV-Leitung erstellt. Sie enthält zwischen Beznau und Klingnau 16 Tonnenmasten. Dann folgt eine 2-Ebenen-Anordnung; die Leitung wurde mit Feinverteilleitungen, die vom Klingnauer Kraftwerk abgehen, zusammengelegt. Diese Nord-Süd-Verbindung wurde mit der Aufschrift Aare-West bzw. Aare-Ost gekennzeichnet, da sie grösstenteils der Aare folgt. Sie überquert bei Koblenz AG den Rhein und somit die schweizerisch-deutsche Grenze. Sie endet bei Tiengen.

220-kV-Leitung Beznau–Obfelden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Leitung Thalwil-Obfelden (220 kV) in Gattikon

In den 1950er-Jahren wurde zwischen Beznau und Obfelden eine 220-kV-Leitung mit Zwischenstationen gebaut. Der Bau konnte ohne grosse Probleme bewältigt werden, da die Dörfer noch nicht ihre heutige Grösse aufwiesen. Der Ausbau auf 380 kV wurde in den späten 1980er-Jahren mit Tonnen- und Donaumasten begonnen, stösst aber unter anderem in der Gemeinde Riniken auf Widerstand, so dass eine neue Linienführung studiert wird.[5]

In Obfelden betreibt Axpo mit dem Elektrizitätswerk der Stadt Zürich (EWZ) ein Gemeinschaftsunterwerk, in Thalwil mit den Elektrizitätswerken des Kantons Zürich (EKZ).

220- und 380-kV-Leitung Gemeinschaftsleitung mit Alpiq (früher Aare Tessin AG für Elektrizität ATEL)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die heute nicht mehr bestehende 220-kV-Leitung von Laufenburg nach Sierentz im französischen Elsass war im Kanton Basel-Landschaft umstritten. In den frühen 1970er-Jahren begann die NOK mit dem Bau einer neuen 380/220-kV-Leitung von Laufenburg in die Asphard bei Kaiseraugst. Zugleich erstellte sie ein Teilstück der 380-kV-Leitung Asphard-Kühmoos/-Sierentz. Drei Tonnen- und ein Donaumast befinden sich auf der Schweizer Seite. Sie ist bei Hüsingen in die Leitung Kühmoos-Sierentz eingeschleift. Das Bauwerk war ein Provisorium, bis in den späten 1980er-Jahren das Unterwerk Asphard bei der Autobahn gebaut werden konnte. Seither wird der Stromtransport von Laufenburg nach Sierentz über diese Station gewährleistet. Die Gemeinschaftsleitung von Laufenburg in die Lachmatt bei Pratteln gehört bis auf die Höhe von Möhlin der Axpo Power AG und später der ATEL Netz AG. Sie ist zur Hälfte mit 220 kV bespannt und enthält ein Unterwerk bei Münchwilen AG. Eine 3-polige 380-kV-Leitung speist die Unterstation Asphard mit elektrischer Energie aus dem Kernkraftwerk Gösgen.

Feinverteilleitung Münchwilen–KRS[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von den Kraftwerken Riburg-Schwörstadt führt eine 3-polige Feinverteilleitung nach Münchwilen AG. Sie wurde in den 1930er-Jahren erstellt. Heute teilt sie die Masten grösstenteils mit der vorgenannten Gemeinschaftsleitung. Alle Masten dieser Leitungsstrecke tragen den Vermerk "Mü-KRS".

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Axpo – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Eintrag der «Axpo AG», vormals «Nordostschweizerische Kraftwerke» im Handelsregister des Kantons Aargau (Memento vom 21. Juli 2012 im Webarchiv archive.is)
  2. a b Beschluss des Kantonsrates betreffend Beteiligung des Kantons Zürich beim Erwerb der Kraftwerke Beznau-Löntsch durch Übernahme von 38% oder 13 680 Stück der Aktien dieser Gesellschaft. Kantonsrat des Kantons Zürich, archiviert vom Original am 21. Oktober 2013; abgerufen am 13. April 2013 (PDF; 58 kB, gemäss heutiger Aktienverteilung am Ende des Dokumentes). i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www2.zhlex.zh.ch
  3. Peter Hug: Geschichte der Atomtechnologie-Entwicklung in der Schweiz, 1985
  4. CO2-neutrale Energie aus Holz. Axpo-Holz, abgerufen am 13. April 2013.
  5. Hochspannungsleitung sorgt für Spannung. In: Brugg-Online. Archiviert vom Original am 29. September 2007. Abgerufen am 6. Mai 2011.