Muttsee

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Muttsee
Muttsee im Sommer
Muttsee im Sommer
Geographische Lage Glarnerland
Daten
Koordinaten 721122 / 191501Koordinaten: 46° 51′ 49″ N, 9° 1′ 38″ O; CH1903: 721122 / 191501
Muttsee (Glarus)
Muttsee
Höhe über Meeresspiegel 2'446 m ü. M.
Fläche 42 haf5
Länge 1 kmf6
Breite 400 mf7
Volumen 9.000.000 m³f8
Maximale Tiefe 70 mf10

Besonderheiten

wird zum Pumpspeichersee erweitert

Muttsee 20100605 MartinSteiger CCBYSA 001.jpg
Muttsee aus dem Flugzeug im Frühling

Der Muttsee ist ein Bergsee im hintersten Teil des Glarnerlandes in der Schweiz auf der Hochebene Mutten. Bei einer ungefähren Ausdehnung von 1000 auf 400 Meter hat er eine Fläche von 42 Hektaren.[1] Wenn er ganz voll ist, liegt der Seepegel auf 2'446 m ü. M. Dieses Seebecken ist somit das höchste Speicherbecken Europas.[2]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der See befindet sich am Übergang von Linthal-Tierfehd über den Kistenpass nach Brigels. Er liegt in einem abflusslosen, 2,95 Quadratkilometer[1] grossen Becken, das von hohen Bergen wie Nüschenstock (2'893 m) im Westen, Rüchi (2'849 m) im Nordwesten, Ruchi (3'107 m) im Osten und Muttenstsock (3'089 m) im Südosten umgeben ist. Nach Südwesten zum Limmerensee öffnet sich die Arena, die hier lediglich vom Hüenderbüel (2'469 m) abgeschlossen wird.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der ehemals natürliche Karstsee[3] wurde zu Beginn der 1960er Jahre in den Kraftwerksbetrieb der Kraftwerke Linth-Limmern als Oberbecken einbezogen. Damals wurde am Muttsee ein Erddamm errichtet.[4] Sein Wasser wird als Speicher zur Herstellung von Spitzenstrom genutzt. Sein Wasser wird in den Limmerensee geleitet. Das Kraftwerk Muttsee hat eine Leistung von 4,4 MW und befindet sich in einer Felskaverne, von wo das Wasser in den Limmernsee abfliesst.[5]

Im Rahmen des Ausbauprojekts Linthal 2015 wurde das Volumen des Sees von ehemals rund 9 Mio. auf heute 25 Mio. Kubikmeter erhöht. Durch den Bau einer rund 1000 Meter langen und bis zu 35 Meter hohen Gewichtsstaumauer wurde der Seespiegel um 28 Meter angehoben auf eine Stauhöhe von 2'474 m ü. M. Es ist dies die längste Staumauer Europas. Das letzte Segment der Staumauer war Anfangs Oktober 2014 betoniert worden.[6] Während des Jahres 2015 erfolgte der Endausbau und die Flutung der Stollen. Im Sommer 2016 erfolgt der Erstaufstau und die Abnahme durch das Bundesamt für Energie.[7][8] Ob das Pumpspeicherwerk aufgrund des veränderten Energiemarktes rentieren wird, ist unklar.

Besonderes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der See ist im Kantonalen Landschaftsverzeichnis als Landschaft von regionaler Bedeutung eingetragen.[3] Im karstigen Gebiet der Muttenalp liegen – nebst der Muttseehöhle und der Muttseehütte – noch diverse weitere kleine Seen, die meisten davon südwestlich vom Muttsee über den Hüenderbüel verteilt. Der grösste Nachbar, der Ober See, liegt hingegen nördlich vom Muttsee auf 2'475 m. Er ist der einzige See auf der Muttenalp, der mit dem Muttsee verbunden ist: Sein Abfluss speist den Muttsee.

Panorama[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Muttsee während der Bauzeit des Staudamms, Bild aufgenommen von Norden (Grat zwischen Scheidstöckli und Rüchi)

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Paul R. Biermann, Achim Albrecht, Michael H. Bothner, Erik T. Brown, Thomas D. Bullen, Leda Beth Gray, Laurent Turpin: Erosion, Weathering, and Sedimentation. In: Carol Kendall, Jeffrey J. McDonnell (Hrsg.): Isotope Tracers in Catchment Hydrology. Elsevier, Amsterdam, Oxford 1998, ISBN 978-0-444-50155-4, S. 647–678 (Buch bei Google Books).
  2. Muttseehütte. Abgerufen am 18. September 2012.
  3. a b Christine Meier, Annemarie Bucher: Die zukünftigen Landschaften erinnern. Haupt, Bern 2010, ISBN 978-3-258-07633-1 (Buch bei Google Books).
  4. Lukas Schaffhuser: Muttsee - Projekt Linthal 2015. 2011, abgerufen am 18. September 2012.
  5. Kraftwerke Linth-Limmern AG. Zukunft Wasserkraft – Linthal 2015. In: Axpo. S. 7, abgerufen am 26. Dezember 2015 (PDF; 4.4 MB).
  6. Pumpspeicherkraftwerk: Rentabilität angezweifeltSRF 10vor10 am 15. Oktober 2014
  7. Projekt Linthal 2015. In: Axpo. Abgerufen am 18. September 2012.
  8. Medienmitteilung der Axpo am 23.März 2016