Oberwetz

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Koordinaten: 50° 28′ 38″ N, 8° 30′ 46″ O

Oberwetz
Höhe: 294 m
Fläche: 18,85 km²[1]
Einwohner: 654 (31. Dez. 2002)[2]
Bevölkerungsdichte: 35 Einwohner/km²
Eingemeindung: 31. Dezember 1971
Postleitzahl: 35641
Vorwahl: 06445

Oberwetz ist ein Ortsteil der Gemeinde Schöffengrund im südlichen Lahn-Dill-Kreis in Mittelhessen mit etwa 700 Einwohnern.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine der beiden Wetzbachquellen

Der Ort liegt im Wetzlarer Hintertaunus, einem Teil des Östlichen Hintertaunus, oberhalb zweier bei Oberwetz beginnenden Bachtäler: Der Wetzbach entspringt am östlichen Ortsrand, wird vom Luchwiesengraben gespeist und fließt durch Oberwetz in nordwestliche Richtung nach Niederwetz. Im Süden der Ortschaft entsteht der Quembach, der vom Brossbach gespeist, in südwestliche Richtung nach Oberquembach verläuft und das zweite Tal bildet. Ebenfalls im Süden des Ortes befindet sich der Köhlerberg (425 m). Oberwetz zählt zum Naturpark Taunus und liegt etwa 6 Kilometer südlich der Kreisstadt Wetzlar.

Nachbarorte sind Oberquembach (südwestlich) Niederwetz (nordwestlich), Volpertshausen (nordöstlich) und Griedelbach (südöstlich).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gegend um Oberwetz war bereits von den Kelten besiedelt. Bei Ausgrabungen fand man eine Grabstätte, die vermutlich um 800 v. Chr. (Eisenzeit) angelegt wurde. In der Hallstattzeit wurden weitere 47 Hügelgräber im Osten des Ortes angelegt.

Im Jahre 832 wird in einer Schenkungsurkunde des Lorscher Codex der Name Wetiffa genannt, das auf die Ortschaften Oberwetz und Niederwetz sowie den Wetzbach hinweist. 1261 wird das Johannespatrozinium der Kirche von Oberwetz erwähnt. Der Ort gehörte zum Quembacher Gericht und kam zu Beginn des 14. Jahrhunderts an die Grafen von Solms. Oberwetz war dem Dalheimer Gericht in der Grafschaft Solms-Braunfels zugeordnet. Dem Oberwetzer Kirchspiel gehörten ab der Reformation die Ortschaften Griedelbach und zwischenzeitlich auch Oberquembach an.

Ein Brand zerstörte 1718 den Großteil des Dorfes. Infolge des Wiener Kongresses wurde das Amt Braunfels mit Oberwetz preußisch. Zunächst gehörte das Dorf zur Bürgermeisterei in Braunfels, ab 1841 zur neugegründeten Bürgermeisterei „Schöffengrund“.

Nach dem Zweiten Weltkrieg siedelten sich in Oberwetz Heimatvertriebene an. Auch eine größere Schule musste errichtet werden. Am 31. Dezember 1971 schloss sich die selbstständige Gemeinde Oberwetz mit fünf weiteren Gemeinden im Zuge der hessischen Gebietsreform zur Einheitsgemeinde Schöffengrund zusammen.[3]

Territorialgeschichte und Verwaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die folgende Liste zeigt die Territorien bzw. Verwaltungseinheiten denen Oberwetz unterstand im Überblick:[4][1]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Belegte Einwohnerzahlen bis 1970 sind:[1]

  • 1834: 223 evangelische Einwohner
  • 1905: 261 Einwohner
  • 1939: 311 Einwohner
  • 1946: 492 Einwohner
  • 1961: 436 Einwohner
  • 1970: 516 Einwohner
Oberwetz: Einwohnerzahlen von 1834 bis 1967
Jahr     Einwohner
1834
  
223
1840
  
241
1846
  
240
1852
  
239
1858
  
248
1864
  
272
1871
  
253
1875
  
275
1885
  
262
1895
  
261
1905
  
261
1910
  
283
1925
  
312
1939
  
311
1946
  
492
1950
  
477
1956
  
449
1961
  
436
1967
  
477
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Backhaus
Altes Feuerwehrhaus

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Ort herrscht ein aktives Vereinsleben. Größter Verein ist die Sportgemeinschaft Oberwetz 1956 mit über 300 Mitgliedern, gefolgt von der Burschenschaft 'die Schnauzbärt' Oberwetz e.V. mit rund 150 Mitgliedern. Der Feuerwehrverein mit rund 130 Mitgliedern kommt an dritter Stelle. Des Weiteren existieren ein Schützenverein, sowie zwei Chöre.

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortskern von Oberwetz steht als Gesamtanlage unter Denkmalschutz. Nennenswert sind insbesondere das ehemalige Pfarrhaus, das 1833 erbaut wurde, sowie die alte Schule von 1897. Hinzu kommen das ehemalige Feuerwehrhaus, das um 1800 errichtet wurde, und das Backhaus am Ortsausgang. Weiterhin haben sich Hofanlagen mit markanten Toren des Hüttenberger Lands erhalten.[5] Die evangelische Dorfkirche befindet sich in Hanglage und ist ein einfacher Saalbau mit Dachreiter. Sie wurde im 17. Jahrhundert vermutlich umgebaut und war Johannes dem Täufer geweiht.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Süden von Oberwetz ist eine Rundloipe für Skilanglauf ausgewiesen. Die 4 Kilometer lange Strecke führt durch das Waldgebiet am Köhlerberg.[6]

In Oberwetz befindet sich ein Dorfgemeinschaftshaus. Die 1932 gegründete Freiwillige Feuerwehr verfügt über ein Tragkraftspritzenfahrzeug mit Wassertank (TSF-W) und ein Mannschaftstransportfahrzeug (MTF). Ein Gerätewagen-Nachschub (GW-N) ist ebenfalls in Oberwetz stationiert.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Hauptstraße von Oberwetz bildet die Landesstraße 3054, die im Ort als Rheinfelser Straße geführt wird. Sie verläuft von Weilmünster nach Hüttenberg. Darauf mündet die L 3055 aus Richtung Waldsolms-Griedelbach. In Oberwetz zweigt die Kreisstraße 350 in Richtung Niederwetz ab. Außerdem führen die K 370 nach Schwalbach und die K 363 in Richtung Langgöns-Oberkleen. Oberwetz wird von den Buslinien 160 und 173 im Überlandverkehr angefahren.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Oberwetz, Lahn-Dill-Kreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). (Stand: 25. November 2016)
  2. Infoblatt der Gemeinde Schöffengrund von 2003, Seite 29 (PDF).
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 380.
  4. Verwaltungsgeschichte Land Hessen bei M. Rademacher, Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990
  5. Landesamt für Denkmalpflege Hessen (Hrsg.): Gesamtanlage Ortskern Oberwetz. In: DenkXweb, Online-Ausgabe von Kulturdenkmäler in Hessen
  6. Naturpark Hochtaunus: Langlaufloipe: Oberwetz (15), abgerufen am 4. April 2010

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]