Ortenau-S-Bahn

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Ortenau-S-Bahn GmbH
Logo Ortenau-S-Bahn.svg
Basisinformationen
Unternehmenssitz Offenburg
Webpräsenz www.ortenau-s-bahn.de
Eigentümer Südwestdeutsche Verkehrs-Aktiengesellschaft (SWEG)
Verkehrsverbund Tarifverbund Ortenau (TGO)
Mitarbeiter 45
Linien
Spurweite 1.435 mm
Anzahl Fahrzeuge
Triebwagen 26 Regio-Shuttle RS1
OSB-Triebwagen in Freudenstadt Hauptbahnhof
OSB-Triebwagen in Ottenhöfen

Die Ortenau-S-Bahn GmbH (kurz: OSB) ist eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der Südwestdeutschen Verkehrs-Aktiengesellschaft (SWEG). Sie betreibt seit Mai 1998 den Schienenpersonennahverkehr auf mehreren Strecken im Ortenaukreis sowie seit 2003 zusätzlich Verbindungen nach Straßburg (Frankreich) und seit Dezember 2004 entlang der Kinzig nach Freudenstadt.[1]

Im Gegensatz zu S-Bahnen werden die Linien nicht mit S1, S2 usw. bezeichnet, sondern mit einem Namen bzw. mit den Kursbuchnummern (KBS). Das sonst übliche Logo (weißes „S“ auf grünem Kreis) wird nicht verwendet, weil die Ortenau-S-Bahn ihrem Charakter nach eine Regionalbahn ist. Der attraktive Begriff S-Bahn taucht lediglich zur Werbung im Unternehmensnamen der Ortenau-S-Bahn GmbH auf.

Seit dem 24. Mai 1998 verkehren die Triebwagen der Ortenau-S-Bahn GmbH auf einigen Strecken im Ortenaukreis.

Neuvergabe der Leistungen 2014[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2014 gilt der neue Verkehrsvertrag, der bis 2021 läuft.[2] Das Angebot wurde ausgeweitet, unter anderem, um die Verbindung Hausach–Hornberg auf der Schwarzwaldbahn mit dem neuen Haltepunkt Gutach Freilichtmuseum beim Vogtsbauernhof anzubinden.[3] Diese Linie wird in Hausach mit den Zügen nach Freudenstadt geflügelt (geteilt). Außerdem wurden die Achertal- und die Harmersbachtalbahn in das Netz einbezogen, auf beiden Strecken wurde das Angebot zu einem annähernden Stundentakt verdichtet und bis in den Abend hinein ausgeweitet.[1] Somit werden die Strecken der Achertal- und Harmersbachtalbahn nicht mehr von der SWEG, sondern von der Ortenau-S-Bahn bedient und damit als vom Land Baden-Württemberg bestellte Leistung laut Verkehrsvertrag und nicht mehr eigenwirtschaftlich betrieben. Eine dauerhafte Finanzierung beider Strecken und deren Aufrechterhaltung ist gesichert. Auf der Strecke Offenburg–Kehl werden nun zwei zusätzliche Zugpaare eingesetzt, um bisherige Lücken im Fahrplan am Vormittag und am Abend zu schließen. Auf der Renchtalbahn (Bad Griesbach–Offenburg) wird für Schüler morgens eine zusätzliche Fahrt angeboten. Darüber hinaus sieht der Verkehrsvertrag eine Beschaffung zweier behindertengerechten Triebwagen für das Zusatzangebot vor, eine Ausstattung aller Triebwagen mit WLAN, höhere Kapazitäten für die Fahrradmitnahme auf der Kinzigtalbahn (Hausach–Freudenstadt) sowie Optimierungen beim Informationssystem.

Zukunft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Derzeit existieren einige Planungen der Ortenau-S-Bahn GmbH. So soll die Ortenau-S-Bahn beispielsweise drei neue Haltepunkte nahe Offenburg bedienen. Des Weiteren strebt der Landkreis eine Durchbindung aus dem Achertal (Achertalbahn, Strecke Ottenhöfen–Achern, KBS 717) nach Offenburg an.[4]

Fahrzeuge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ortenau-S-Bahn GmbH verfügt über 24 Fahrzeuge vom Typ Regio-Shuttle RS1. Die ersten 18 Triebwagen wurden noch bei Adtranz gebaut, die sechs Triebwagen VT 527–532 sind von Stadler Rail AG im Juni 2005 geliefert worden. Beide Bautypen haben einige Unterschiede – so verfügt die neuere Serie über ein Fahrgastinformationssystem. Fünf dieser Fahrzeuge besitzen die SNCF-Zulassung, um auf der Europabahn nach dem Bahnhof Kehl den Haltepunkt Krimmeri-Meinau und den Bahnhof Straßburg zu bedienen. Das Bahnbetriebswerk aller Ortenau-S-Bahn-Triebwagen ist das Bahnbetriebswerk Ottenhöfen, einzelne Triebwagen werden auch in Oberharmersbach-Riersbach lediglich abgestellt. 2014 wurde für das erweiterte Angebot zwei weitere Regio-Shuttle gebraucht gekauft.[5] Sämtliche Fahrzeuge der OSB sollen mit WLAN ausgestattet werden.[2]

Fahrzeugbezeichnung Fahrzeugname Hersteller
VT 509 (mit SNCF-Zulassung) Oberharmersbach Adtranz
VT 510 (mit SNCF-Zulassung) Oberkirch Adtranz
VT 511 (mit SNCF-Zulassung) Kappelrodeck Adtranz
VT 512 (mit SNCF-Zulassung) Oppenau Adtranz
VT 513 (mit SNCF-Zulassung) Stadt Achern Adtranz
VT 514 Bad Peterstal-Griesbach Adtranz
VT 515 Haslach Adtranz
VT 516 Zell a. H. Adtranz
VT 517 Steinach Adtranz
VT 518 Hausach Adtranz
VT 519 Ottenhöfen Adtranz
VT 520 Offenburg Adtranz
VT 521 Kreisstadt Kehl Adtranz
VT 522 Gengenbach Adtranz
VT 523 Lautenbach Adtranz
VT 524 Biberach Adtranz
VT 525 Willstätt Adtranz
VT 526 Appenweier Adtranz
VT 527 Wolfach Stadler
VT 528 Schiltach Stadler
VT 529 Schenkenzell Stadler
VT 530 Freudenstadt Stadler
VT 531 Alpirsbach Stadler
VT 532 Loßburg Stadler

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anfangs gab es Kritik an den Fahrzeugen der Ortenau-S-Bahn, wie beispielsweise die fehlende Schallisolierung der Motoren und die fehlenden Toiletten. Des Weiteren wurde auch die fehlerhafte Anordnung der Abgasrohre bemängelt, welche direkt vor den Ansaugöffnungen der Klimaanlage installiert waren. Dieser Konstruktionsfehler wurde inzwischen beseitigt.[6]

Strecken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bezeichnung der Strecke Strecke Kursbuchnummer(n)
Badische Hauptbahn, Rheintalbahn Offenburg → Appenweier → Achern[7] 702
Achertalbahn Achern ↔ Ottenhöfen[8] 717
Achertalbahn, Badische Hauptbahn, Rheintalbahn Ottenhöfen → Achern → Offenburg → Offenburg Kreisschulzentrum[9] 717/720
Renchtalbahn Offenburg ↔ Appenweier ↔ OberkirchOppenauBad Griesbach 720/718
Europabahn Offenburg ↔ Kehl (↔ Straßburg) 720/719
Harmersbachtalbahn[10] (Offenburg ↔) BiberachOberharmersbach-Riersbach 720/722
Schwarzwaldbahn (Offenburg ↔) Hausach
(Flügelung in Hausach)
↔ Gutach Freilichtmuseum ↔ Hornberg 720
Kinzigtalbahn Freudenstadt Hbf 721

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwei Ortenau-S-Bahn-Triebwagen fuhren (in Traktion mit Breisgau-S-Bahn-Triebwagen) in den Osterferien 2001 auf der Breisacher Bahn (Strecke Freiburg im BreisgauBreisach), um gemeinsam mit den alten SWEG-Triebwagen nahezu alle Breisgau-S-Bahn-Triebwagen zu vertreten, da Komplikationen bei der Betriebsaufnahme entstanden.[11]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Einzelnachweise und Bemerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Ortenau-S-Bahn. Abgerufen am 13. März 2015.
  2. a b Deutliche Verbesserungen für den Schienenpersonennahverkehr im Ortenaukreis. Landratsamt Ortenaukreis, 7. November 2014, abgerufen am 20. September 2015.
  3. Bahnhalt am Schwarzwälder Freilichtmuseum Vogtsbauernhof in Gutach rückt in greifbare Nähe. Landratsamt Ortenaukreis, 23. Dezember 2013, abgerufen am 20. September 2015.
  4. Landrat Brodbeck setzt sich erneut für die Durchbindung der Achertalbahn bis Offenburg ein (Memento vom 27. September 2007 im Internet Archive), Pressemitteilung des Ortenaukreises vom 2. August 2005
  5. Mehr Verkehr bei der Ortenau-S-Bahn. In: eisenbahn-magazin. Nr. 3, 2015, ISSN 0342-1902, S. 26.
  6. SCHIENE regional Südwest Ortenau-S-Bahn: 5 Jahre Ortenau-S-Bahn
  7. Einzige Direktverbindung der Ortenau-S-Bahn nach Achern. Diese Ortenau-S-Bahn wird in Achern mit dem SWEG-Triebwagen aus Ottenhöfen verstärkt, anschließend fährt die Mehrfachtraktion nach Offenburg Kreisschulzentrum.
  8. Diese Strecke wird gegenwärtig (noch) nicht offiziell von der Ortenau-S-Bahn, sondern von der Muttergesellschaft SWEG, betrieben. Trotzdem verkehren in der Regel Triebwagen der Ortenau-S-Bahn auf dieser Strecke.
  9. Einzige Direktverbindung von Ottenhöfen nach Offenburg bzw. Offenburg Kreisschulzentrum
  10. Einzelne Züge werden in Biberach geflügelt, sodass Direktverbindungen zwischen dem Harmersbachtal und Offenburg entstehen.
  11. SCHIENE regional Südwest: Streckenmeldungen – KBS 729 Freiburg–Breisach