Oberharmersbach

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Oberharmersbach
Oberharmersbach
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Oberharmersbach hervorgehoben
Koordinaten: 48° 22′ N, 8° 8′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Freiburg
Landkreis: Ortenaukreis
Höhe: 303 m ü. NHN
Fläche: 40,92 km2
Einwohner: 2530 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 62 Einwohner je km2
Postleitzahl: 77784
Vorwahl: 07837
Kfz-Kennzeichen: OG, BH, KEL, LR, WOL
Gemeindeschlüssel: 08 3 17 088
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Dorf 30
77784 Oberharmersbach
Webpräsenz: www.oberharmersbach.de
Bürgermeister: Siegfried Huber (CDU)
Lage der Gemeinde Oberharmersbach im Ortenaukreis
Ill (Elsass) Ill (Elsass) Frankreich Landkreis Rastatt Baden-Baden Landkreis Calw Landkreis Emmendingen Landkreis Freudenstadt Rheinau (Baden) Lauf (Baden) Sasbach Landkreis Rastatt Landkreis Rottweil Schwarzwald-Baar-Kreis Achern Achern Achern Appenweier Bad Peterstal-Griesbach Berghaupten Biberach (Baden) Durbach Ettenheim Fischerbach Friesenheim (Baden) Gengenbach Gutach (Schwarzwaldbahn) Haslach im Kinzigtal Hausach Hofstetten (Baden) Hohberg Hornberg Kappel-Grafenhausen Kappel-Grafenhausen Kappelrodeck Willstätt Kehl Kehl Kippenheim Kippenheim Kippenheim Lahr/Schwarzwald Lauf (Baden) Lauf (Baden) Lautenbach (Ortenaukreis) Mahlberg Mahlberg Mahlberg Meißenheim Mühlenbach (Schwarzwald) Neuried (Baden) Nordrach Oberharmersbach Oberkirch (Baden) Oberkirch (Baden) Oberkirch (Baden) Oberkirch (Baden) Oberwolfach Offenburg Ohlsbach Oppenau Ortenberg (Baden) Ottenhöfen im Schwarzwald Renchen Renchen Ringsheim Ringsheim Rust (Baden) Rheinau (Baden) Rheinau (Baden) Rheinau (gemeindefreies Gebiet) Sasbach Sasbach Sasbach Sasbachwalden Schuttertal Schutterwald Schwanau Seebach (Baden) Seelbach (Schutter) Steinach (Ortenaukreis) Willstätt Willstätt Wolfach Zell am Harmersbach RheinKarte
Über dieses Bild

Oberharmersbach ist eine Gemeinde in Baden-Württemberg und gehört zum Ortenaukreis.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Oberharmersbach von Osten
Blick von Süden auf den Ort

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Oberharmersbach liegt im mittleren Schwarzwald im Tal des Harmersbachs, der bei Biberach in die Kinzig mündet. Das Gemeindegebiet erstreckt sich vom Harmersbach in 280 Meter Höhe bis zum Gipfel des Brandenkopfs in 945 Meter über NHN, die Dorfmitte liegt auf etwa 300 Meter über NHN. Fast drei Viertel der Fläche ist bewaldet. Der Ort liegt im Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde grenzt im Norden an die Stadt Oppenau, im Nordosten an Bad Peterstal-Griesbach, im Osten an Oberwolfach, im Süden an die Stadt Hausach und an Fischerbach, im Südwesten an die Stadt Zell am Harmersbach und im Westen an Nordrach.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Gemeinde Oberharmersbach gehören das Dorf Oberharmersbach, die Weiler Riersbach Dörfle, Vor Hagenbach und Vor Riersbach, die Zinken Adelbach, Amselgrund, Billersberg, Engelberg, Häldele, Hagenbach-Berg, Hermersberg, Holdersbach, Hub (mit Hinterdorf), In Riersbach, In Waltersbach, In Wickersbach, Jauschbach, Jedensbach, Krähenstein, Krochte (Ober u. Unter), Langenberg, Langhärdle, Langhard, Limrain, Ottenbach, Roßbach, Vor Waltersbach, Vor Wickersbach, Waldhäuser und Zuwald, die Höfe Durben, Fußbühl, Gorgisenberg, Hark, Holzhack, Mißlinke und Wittum und die Wohnplätze Almendgrund, Bolaien, Eckle, Frickenberg, Grabengründle, Grommet und Löcherberg. Im Gemeindegebiet lagen die 1330 genannten und abgegangenen Ortschaften Gütersbach und Hagnau.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Oberharmersbach wurde erstmals 1139 auf einer Urkunde unter dem Namen Hademarsbach erwähnt.

Der Ort ist Teil des ehemals freien Reichstales Harmersbach und war somit direkt dem Kaiser unterstellt. Das Harmersbachtal war das einzige reichsfreie Tal, neben den Reichsstädten, im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation. Eine eigene Gerichtsbarkeit, mit Vogt und Zwölferrat, sorgte für Ordnung und Gerechtigkeit. Der Rat tagte im Gasthaus zur Stube in der heute noch vorhandenen Ratsstube. Im Jahre 1902 wurde, unweit der Stube, das Rathaus fertiggestellt. Auf der heutigen Galgenmatt stand einst ein Galgen als Zeichen der eigenen Rechtsprechung. Das Reichstal Harmersbach erstreckte sich über die Gemeinden Unter- und Oberharmersbach. Unterharmersbach gehört heute zur Stadt Zell a. H. Im Jahre 1803 wurde das Großherzogtum Baden gegründet, zu dem das Tal fortan gehörte.

Das Gemeindewappen zeigt den Hl. Gallus mit dem Bären, der einer Legende nach im Tal gewesen sein sollte.

Die Pfarrkirche St. Gallus wurde 1839 aus einheimischem Buntsandstein im neuromanischen Stil erbaut. Sie zählt zu den größten Kirchen im Erzbistum Freiburg. Oberharmersbach gehörte früher zum Landkreis Wolfach. Mit dessen Auflösung 1973 kam der Ort zum neuen Ortenaukreis.

1990 wurde in Oberharmersbach das erste Aidshospitz "Maria Frieden" in Deutschland eröffnet.[3] Es wurde im Juni 2017 aus finanziellen Gründen wieder geschlossen. [4]

Religionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde ist auch heute noch römisch-katholisch geprägt, obwohl das Umland stärker von der Reformation geprägt wurde. Zur Pfarrkirche St. Gallus gehört auch die Maria-Hilf-Kapelle in Zuwald.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verwaltungsgemeinschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde gehört der vereinbarten Verwaltungsgemeinschaft Zell am Harmersbach an. Dieser Verwaltungsgemeinschaft gehören, außer Oberharmersbach und Zell, noch die Gemeinden Biberach und Nordrach an.

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der aktuelle Bürgermeister der Gemeinde Oberharmersbach ist Siegfried Huber von der CDU. Im Oktober 2001 wurde Huber zum Nachfolger von Otmar Ritter gewählt. Acht Jahre später wurde er mit 98,6 Prozent der Stimmen bestätigt.[5]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat in Oberharmersbach hat 12 Mitglieder. Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 führte zu folgendem Ergebnis[6]. Der Gemeinderat besteht aus den gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt.

Parteien und Wählergemeinschaften %
2014
Sitze
2014
%
2009
Sitze
2009
Kommunalwahl 2014
 %
50
40
30
20
10
0
39,7 %
44,9 %
15,4 %
BL
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
 16
 14
 12
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
-10,0 %p
-5,4 %p
+15,4 %p
BL
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 39,7 5 49,7 6
FWV OH Freie Wählervereinigung Oberharmersbach 44,9 5 50,3 6
BL Bürgerliste 15,4 2
gesamt 100,0 12 100,0 12
Wahlbeteiligung 66,1 % 64,7 %

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Oberharmersbach liegt am Westweg, einem Fernwanderweg, der an vielen Sehenswürdigkeiten vorbeiführt.

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pfarrkirche St. Gallus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schon bevor diese Galluskirche gebaut wurde, stand am gleichen Platz eine kleine Barockkirche. Die Grundsteinlegung für die jetzige Kirche war im Jahre 1839. Nach sieben Jahren Bauzeit – aus einheimischem Sandstein im neuromanischen Stil erbaut – konnte sie 1846 eingeweiht werden. Der Turm der Kirche ist 63 Meter hoch. Mit den Innenmaßen von 57 Metern Länge, 24 Metern Breite, einer Innenhöhe von 18 Metern und insgesamt 2000 Sitz- und Stehplätzen für die Kirchenbesucher ist diese Kirche eine der größten im Erzbistum Freiburg.

Maria-Hilf-Kapelle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Maria-Hilf-Kapelle im Ortsteil Zuwald wurde 1883 erbaut. Zuerst war sie in Privatbesitz, 1931 ging sie in das Eigentum des Erzbischöflichen Stuhles über. 1959 überließ die Erzdiözese Freiburg die Kapelle der Pfarrgemeinde Oberharmersbach.

Der Brandenkopf

Naturdenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Brandenkopf, ein 945 Meter hoher Berg, liegt teilweise (u. a. die Bergspitze) auf Oberharmersbacher Gebiet.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Traditionell lebten die Oberharmersbacher von der Land- und Forstwirtschaft, die auch heute noch eine Rolle spielen. Es gibt noch etwa 40 landwirtschaftliche Haupterwerbsbetriebe und 50 Nebenerwerbsbetriebe. Die Holzverarbeitung ist zu einer Industrie geworden. Strukturell bestimmend ist heute allerdings der Tourismus, im Jahr 2004 wurden 95.000 Übernachtungen registriert.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Oberharmersbach-Riersbach ist Endpunkt der Harmersbachtalbahn, einer Zweigstrecke der Schwarzwaldbahn, die nach Biberach (Baden) führt. Den in den Tarifverbund Ortenau integrierten Verkehr führt die Ortenau-S-Bahn (OSB) mit Dieseltriebwagen vom Typ Regio-Shuttle RS1 aus.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Oberharmersbach existiert mit der Brandenkopfschule eine Grundschule.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Alle politisch selbständigen Gemeinden mit ausgewählten Merkmalen am 30.09.2016 (3. Quartal 2016) (XLS-Datei, 4,86 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band VI: Regierungsbezirk Freiburg Kohlhammer, Stuttgart 1982, ISBN 3-17-007174-2. S. 438–439
  3. R. Gronemeyer/A. Heller, In Ruhe sterben. München 2014. S. 117f.
  4. Oberharmersbach: Aids-Hospiz "Maria Frieden" ist geschlossen | Südbaden | SWR Aktuell. In: swr.online. (swr.de [abgerufen am 4. Juli 2017]).
  5. Huber kandidiert nicht mehrin der Schwarzwälder Post vom 22. Februar 2017
  6. Vorläufiges Wahlergebnis des Statistischen Landesamts

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Oberharmersbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien