Bad Peterstal-Griesbach

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Bad Peterstal-Griesbach
Bad Peterstal-Griesbach
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Bad Peterstal-Griesbach hervorgehoben
Koordinaten: 48° 26′ N, 8° 14′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Freiburg
Landkreis: Ortenaukreis
Höhe: 393 m ü. NHN
Fläche: 41,24 km2
Einwohner: 2677 (31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 65 Einwohner je km2
Postleitzahlen: 77740, 72250
Vorwahl: 07806
Kfz-Kennzeichen: OG, BH, KEL, LR, WOL Vorlage:Infobox Verwaltungseinheit in Deutschland/Wartung/Kfz enthält Kleinbuchstaben
Gemeindeschlüssel: 08 3 17 008
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Schwarzwaldstraße 11
77740 Bad Peterstal-Griesbach
Webpräsenz: www.bad-peterstal-griesbach.de
Bürgermeister: Meinrad Baumann
Lage der Gemeinde Bad Peterstal-Griesbach im Ortenaukreis
Ill (Elsass)Ill (Elsass)FrankreichLandkreis RastattBaden-BadenLandkreis CalwLandkreis EmmendingenLandkreis FreudenstadtRheinau (Baden)Lauf (Baden)SasbachLandkreis RastattLandkreis RottweilSchwarzwald-Baar-KreisAchernAchernAchernAppenweierBad Peterstal-GriesbachBerghauptenBiberach (Baden)DurbachEttenheimFischerbachFriesenheim (Baden)GengenbachGutach (Schwarzwaldbahn)Haslach im KinzigtalHausachHofstetten (Baden)HohbergHornbergKappel-GrafenhausenKappel-GrafenhausenKappelrodeckWillstättKehlKehlKippenheimKippenheimKippenheimLahr/SchwarzwaldLauf (Baden)Lauf (Baden)Lautenbach (Ortenaukreis)MahlbergMahlbergMahlbergMeißenheimMühlenbach (Schwarzwald)Neuried (Baden)NordrachOberharmersbachOberkirch (Baden)Oberkirch (Baden)Oberkirch (Baden)Oberkirch (Baden)OberwolfachOffenburgOhlsbachOppenauOrtenberg (Baden)Ottenhöfen im SchwarzwaldRenchenRenchenRingsheimRingsheimRust (Baden)Rheinau (Baden)Rheinau (Baden)Rheinau (gemeindefreies Gebiet)SasbachSasbachSasbachSasbachwaldenSchuttertalSchutterwaldSchwanauSeebach (Baden)Seelbach (Schutter)Steinach (Ortenaukreis)WillstättWillstättWolfachZell am HarmersbachRheinKarte
Über dieses Bild

Bad Peterstal-Griesbach ist eine Gemeinde im Ortenaukreis in Baden-Württemberg.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bad Peterstal-Griesbach liegt auf 400 bis 1000 Meter Höhe im oberen Renchtal im badischen Schwarzwald.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bad Peterstal-Griesbach besteht aus den ehemals selbstständigen Gemeinden Bad Griesbach und Bad Peterstal (Renchtal). Zur Gemeinde gehören 51 Dörfer, Weiler, Zinken, Höfe und Häuser.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde grenzt im Norden an Baiersbronn, im Osten an Bad Rippoldsau-Schapbach, beide im Landkreis Freudenstadt, im Süden an Oberwolfach, im Südwesten an Oberharmersbach und im Westen an die Stadt Oppenau.

Im Gemeindeteil Bad Griesbach lagen die in Bad Griesbach aufgegangene Ortschaft Döttelbach, die im Ort Wilde Rench aufgegangenen Ortschaften Herbstwasen und Hinterer Heidenbühl, das in Breitenberg aufgegangene Holzbühl sowie die abgegangenen Ortschaften Mühlbach und Wüstenbach.[2]

Die ehemalige Gemeinde Bad Griesbach ist eine Ortschaft im Sinne der baden-württembergischen Gemeindeordnung mit eigenem Ortschaftsrat und dem Ortsvorsteher als dessen Vorsitzender.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Bad Petersthal um 1660 (Darstellung von Matthäus Merian)

Anfänge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die beiden Orte, die heute eine Gemeinde bilden, gehörten seit dem Ende des 14. Jahrhunderts zum Erzstift Straßburg, wo sie der Herrschaft Oberkirch zugeordnet waren.

19. und 20. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Rahmen der Säkularisation aufgrund des Reichsdeputationshauptschlusses fielen sie 1803 an das Kurfürstentum (1803–1806), das spätere Großherzogtum (ab 1806) Baden, wo sie dem Bezirksamt Offenburg, aus dem 1939 der Landkreis Offenburg wurde, zugeteilt waren. Als dieser 1973 aufgelöst wurde, kamen beide Gemeinden zum neuen Ortenaukreis. Am 1. Juli 1973 wurde die vordem selbständige Gemeinde Bad Griesbach nach Bad Peterstal-Griesbach (Umbenennung von Bad Peterstal (Renchtal)) eingemeindet.[3]

Der Barockautor Grimmelshausen, der zeitweise in Renchen und Gaisbach im Schwarzwald lebte, ließ seine Romanfigur Simplicissimus mehrere Jahre an einem „Sauerbrunnen“ im Schwarzwald verweilen, womit Peterstal gemeint ist.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bad Peterstal-Griesbach Bevölkerungsentwicklung

Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Die Zahlen sind Schätzungen, Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg[4]

Jahr Einwohner
1. Dezember 1871 ¹ 2437
1. Dezember 1880 ¹ 2578
1. Dezember 1890 2533
1. Dezember 1900 ¹ 2527
1. Dezember 1910 ¹ 2574
16. Juni 1925 ¹ 2597
16. Juni 1933 ¹ 2542
17. Mai 1939 ¹ 2525
13. September 1950 ¹ 2787
6. Juni 1961 ¹ 3094
Jahr Einwohner
27. Mai 1970 ¹ 3330
1985 3256
31. Dezember 1990 3225
31. Dezember 1995 3148
31. Dezember 2000 2950
31. Dezember 2005 2853
31. Dezember 2010 2698
31. Dezember 2015 2745

Unterzeichnung der ersten badischen Verfassung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahre 1818 unterzeichnete Großherzog Karl im heutigen Ortsteil Bad Griesbach die erste badische Verfassung.

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Bad Peterstal-Griesbach gibt es eine katholische und eine evangelische Kirchengemeinde.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 brachte bei einer Wahlbeteiligung von 59.97 % folgendes Ergebnis:[5]

3
2
2
5
Insgesamt 12 Sitze
  • SPD: 3
  • FW: 2
  • Bürgervereinigung (BV): 2
  • CDU: 5
Kommunalwahl 2014
 %
50
40
30
20
10
0
43,1 %
28,6 %
15 %
13,4 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
+7,3 %p
+1,4 %p
+0,1 %p
-8,6 %p

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1990–1994: Otto Stecher
  • 1994–2010: Johann Keller
  • 2010 bis heute: Meinrad Baumann

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: In blau, auf erniedrigtem grünen Bogenschildfuß der goldennimbierte, silbernbekleidete Apostel Petrus, in der herabhängenden Rechten einen goldenen Schlüssel mit dem Bart unten und auswärts gekehrt, die Linke erhoben, Daumen und Zeigefinger ausgestreckt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Katholische Kirche in Bad Griesbach, links daneben das Schulhaus
Brunnentempel der Sophienquelle in Bad Peterstal
Glaswaldsee
  • Haberer-Turm. Der 16 m hohe Aussichtsturm im Ortsteil Bad Griesbach wurde 1899 zu Ehren von Medizinalrat Albert Haberer (1828–1893), dem Förderer der Renchtalbäder, auf dem 500 m südöstlich gelegenen 691,7 m ü. NHN[6] hohen Kreuzkopf errichtet.[7]
  • Kapelle St. Anna
  • Katholische Pfarrkirche St. Peter und Paul (Ortsteil Bad Peterstal). Die Kirche wurde 1807 im klassizistischen Stil erbaut. Von 1923 bis 1927 wurde sie umfassend erweitert und im neoklassizistischen Stil umgebaut. Der Glockenturm steht seitlich vom Langhaus, der Haupteingang wird durch Säulen und Dreiecksgiebel betont. Eines der besten Beispiele für Kirchen im Stil des Neoklassizismus in Baden-Württemberg
  • Pavillon Bad Griesbach (Ort der Unterzeichnung der ersten badischen Verfassung)
  • Röschenschanze
  • Schlüsselbadklinik
  • Schwedenschanze (Zuflucht)
  • Sophienquelle

Grünflächen und Naherholung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kurpark Bad Griesbach
  • Kurpark Bad Peterstal

Naturdenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Klagstein
  • Naturschutzgebiet See-Ebene
  • Teufelskanzel

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • FIS Rollerski Weltcup Austragungsort
  • Sommerskisprungsschanze (Ortsteil Bad Griesbach)
  • Sportplatz (Ortsteil Bad Peterstal)

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Großer Zapfenstreich der Bürgermilizkapelle Bad Peterstal
  • Peter-und-Pauls-Fest, ein Patronatsfest
  • Sommernachtsfest des Musikvereins Bad Griesbach

Premiumwanderort[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Deutsche Wanderinstitut e.V. hat Bad Peterstal-Griesbach 2017 als ersten Premium-Wanderort in Deutschland zertifiziert. Bad Peterstal-Griesbach verfügt über drei Premiumwanderwege:[8]

  • Wiesensteig
  • Peterstaler Schwarzwaldsteig
  • Himmelssteig[9]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nutzfahrzeug „Platten“
Ortsteil Bad Peterstal
Ortsteil Bad Griesbach
  • 5-Sterne-Hotel Dollenberg
  • Griesbacher Mineral- und Heilquellen GmbH
  • Schwarzwald-Sprudel GmbH
Ehemalige Unternehmen
Ernst Platten & Söhne KG (1950–2002), Fahrzeuge der Marke Platten
Freyersbacher Schwarzwaldquellen GmbH & Co. KG (bis 2013)

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Bad Peterstal gibt es eine Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule, während Bad Griesbach über eine reine Grundschule verfügt.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Triebwagen im Bahnhof Bad Griesbach

Beide Ortsteile besitzen jeweils einen Haltepunkt an der Renchtalbahn nach Appenweier, über die sie an das überregionale Schienennetz angebunden sind. Die Regionalbahnen der Südwestdeutschen Verkehrs-AG (SWEG) verkehren im Zweistundentakt, der Montag bis Freitag in den Hauptverkehrszeiten auf einen Stundentakt verdichtet wird.

Die Bundesstraße 28 durchquert beide Ortsteile. Omnibusverbindungen sind durch die regionale DB-Tochter SüdwestBus gegeben.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Harald Schukraft: Der „Wasserschatz“ im malerischen Renchtal. Bad Peterstal-Griesbach. In: W. Niess, S. Lorenz (Hrsg.): Kult-Bäder und Bäderkultur in Baden-Württemberg. Filderstadt 2004. ISBN 3-935129-16-5

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bad Peterstal-Griesbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Anzahl der Einwohner in den Kommunen am 31. Dezember 2016 (Hilfe dazu).
  2. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Bd 7. Regierungsbezirk Freiburg Kohlhammer. Stuttgart 1982, S. 405–407. ISBN 3-17-007174-2
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 513.
  4. Bevölkerungsentwicklung in Baden-Württemberg von 1871 bis 2013@1@2Vorlage:Toter Link/www.statistik.baden-wuerttemberg.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  5. Ergebnisse der Gemeinderatswahlen 2014@1@2Vorlage:Toter Link/www.statistik.baden-wuerttemberg.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  6. Kartendienste des Bundesamtes für Naturschutz (Hinweise)
  7. Haberer Turm in Bad-Peterstal-Griesbach abgerufen von auf-reisen.de am 21. Dezember 2014
  8. Deutsches Wanderinstitut e. V. Marburg, Bergblick 3, 35043 Marburg: Deutsches Wanderinstitut – Premiumwege in Baden-Württemberg. Abgerufen am 20. September 2017.
  9. Schwarzwälder Bote, Oberndorf: Region: Himmelssteig ist „Deutschlands schönster Wanderweg 2017“. Abgerufen am 20. September 2017.