Penghu-Inseln

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Penghu-Inseln
(Pescadores)
Luftbild der Hauptinseln aus Richtung Südosten
Luftbild der Hauptinseln aus Richtung Südosten
Gewässer Südchinesisches Meer
(Straße von Taiwan)
Geographische Lage 23° 35′ N, 119° 35′ OKoordinaten: 23° 35′ N, 119° 35′ O
Penghu-Inseln(Pescadores) (Taiwan)
Penghu-Inseln(Pescadores)
Anzahl der Inseln 64
Hauptinsel Makung Island
Gesamte Landfläche 126,86
Einwohner 102.396 (2016)
Gemeinden auf den Inseln
Gemeinden auf den Inseln

Die Penghu-Inseln (chinesisch 澎湖群島, Pinyin Pénghú Qúndǎo, W.-G. P'eng-hu Ch'ün-tao) sind eine Inselgruppe in der Straße von Taiwan. Sie werden häufig auch Pescadores genannt, wobei sich dieser Name vom portugiesischen Wort für „Fischer“ ableitet.

Die 64 Inseln der Gruppe liegen 50 km von der Westküste Taiwans und 130 km von der Küste der festlandchinesischen Provinz Fujian entfernt. Die Inseln haben eine sehr dichte, städtische Besiedelung.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

P'eng-hu wurde zuerst im Jahr 1171 in inoffiziellen Geschichtswerken und Regionalberichten der südlichen Song-Dynastie erwähnt. Von der Mitte des 17. Jahrhunderts bis 1895 waren Taiwan und die Pescadores-Inseln in den Händen verschiedener Machthaber, zuerst von Piraten. Im Jahr 1583 wurde Taiwan dann von Portugiesen „entdeckt“, 1624 besetzten niederländische Seefahrer und die Niederländische Ostindien-Kompanie die Inseln für das Holländische Kolonialreich. Im Jahr 1661 folgte das Ming-treue Königreich Koxinga, 1683 landeten die Inseln dann im Besitz der chinesischen Qing-Dynastie. Das Mandschu-Reich musste die Inseln zusammen mit Taiwan nach dem verlorenen Japanisch-Chinesischen Krieg von 1895 im Vertrag von Shimonoseki an Japan abtreten.[1]

1943 drückten die Vereinigten Staaten, das Vereinigte Königreich und die Republik China in der Kairoer Erklärung ihren Willen aus, alle japanisch besetzten Territorien Chinas an die Republik zurückzugeben. In der Potsdamer Erklärung vom 26. Juli 1945 wurden diese Forderungen wiederholt. Nach dem Rückzug der Japaner im Oktober 1945 übernahm die Republik China die Kontrolle über die Inseln. Im auf die Kapitulation Japans folgenden Friedensvertrag von San Francisco gab Japan 1951 seine Ansprüche auf Taiwan und die Pescadores auch formell auf. Der von der Volksrepublik China nicht anerkannte Vertrag legt jedoch nicht fest, in wessen Besitz die Inseln gelangen sollten. Bis heute werden sie von der Republik China auf Taiwan verwaltet, aber die Volksrepublik China betrachtet ganz Taiwan einschließlich der Pescadoren als „abtrünnige Provinz“ und rechtmäßigen Teil ihres Staatsgebiets.

Verwaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Verwaltung der Inseln erfolgt heute seitens der Republik China auf Taiwan als Landkreis Penghu. Hauptstadt ist Magong (chinesisch 馬公市, Pinyin Mǎgōng).

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptzugang ist der Flughafen von Magong (IATA: MZG, ICAO: RCQC) der neben verschiedenen Verbindungen nach Taiwan auch internationale Flüge nach China und Hong Kong bietet. Der zweite Flughafen auf Quimei (IATA: CMJ, ICAO: RCCM) wird im Linienbetrieb nur von Magong aus angeflogen. Beide Flughäfen waren ursprünglich als militärische Anlagen errichtet und wurden 1977 in Zivilflughäfen umgewandelt.

Der Hafen von Magong bietet Fährverbindungen nach Kaohsiung, Tainan und Chiayi.

Die Hauptinseln Magong/Huxi, Baisha und Xiyu sind über Brücken verbunden. Die Brücke zwischen Baisha und Xiyu ist mit 2494 m die längste Strassenbrücke in der Republik China.[2]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Paul F. Langer: Japan zwischen den Kriegen; in Propyläen Weltgeschichte, Band IX, Verlag Ullstein, Frankfurt a. M., 1964, Seite 234
  2. Penghu Trans-Oceanic Bridge. In: Travel-King. Abgerufen am 1. Juli 2016 (englisch).