Phönix (Sternbild)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Phönix
Phoenix constellation map.png
Legende
Astronomischer Name Phoenix
Genitiv Phoenicis
Kürzel Phe
Rektaszension −39°,31 bis −57°,84
Deklination 23h 26m,5 bis 02h 25m,0
Fläche 469 deg²
Rang 37
Voll­stän­dig sicht­bar +32° N bis −80° S
Beob­achtungs­zeit für Mittel­europa nicht sichtbar
Anzahl der Sterne heller als 3 mag 1
Hellster Stern (Größe) Ankaa (2,4 mag)
Meteorströme
Nachbarsternbilder
(von Norden im
Uhrzeigersinn)
Quellen IAU
Phönix
Uranometria Pavo et al.png

Der Phönix aus der Uranometria von Johann Bayer

Phönix (lat. Phoenix) ist ein Sternbild des Südhimmels.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Sternbild Phoenix, wie es mit dem bloßen Auge gesehen werden kann.

Der Phönix ist ein wenig markantes Sternbild nördlich des hellen Sterns Achernar im Eridanus. Lediglich der Hauptstern α Phoenicis (Ankaa) ist heller als die 3. Größenklasse.

Die südlichen Sternbilder (darunter Phönix links) aus dem historischen Atlas Johann Bayers Uranometria

Aufgrund seiner südlichen Lage ist der Phönix von Deutschland aus nicht zu sehen. In südlicheren Breiten wie in der Schweiz, in Österreich südlich der Donau und im äußersten Süden von Deutschland ragt der nördlichste Stern gerade über dem Südhorizont auf.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Phönix gehört zu den Sternbildern, die Ende des 16. Jahrhunderts von den niederländischen Seefahrern Pieter Dirkszoon Keyser und Frederick de Houtman eingeführt wurden. Johann Bayer übernahm ihn in seinen 1603 erschienenen Himmelsatlas Uranometria.

Der Phönix gehört im Gegensatz zum Altar nicht zu den 48 antiken Sternbildern, obwohl das Sternbild Altar noch ein Stück weiter südlicher liegt als der Phönix und auch nicht aus deutlich helleren Sternen besteht. Der Grund dafür ist, dass der Phönix durch die Präzession in den letzten 3000 Jahren 15 Grad Richtung Norden gewandert ist. Um 1000 v. Chr. war auf Kreta (35° N) noch gar kein Stern vom Phönix zu sehen. Heute kommt dort fast das ganze Sternbild über den Horizont, in 600 Jahren wird der Phönix dort vollständig sichtbar sein. Bis zum Jahr 9200 wird das Sternbild weiter Richtung Norden wandern und sogar in Dänemark vollständig über den Horizont emporsteigen. Danach wird die Präzession den Phönix wieder in Richtung Süden verschieben. Beim Sternbild Altar war es umgekehrt, es stand in der Antike nördlicher als heute.

Mythologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Phönix war in der ägyptischen Mythologie ein Vogel, der bei der Schöpfung der Welt auf dem Urhügel erschienen war (siehe Benu). Er wurde als heilig verehrt und meist als Personifizierung des Sonnengottes angesehen. Später wurde er von den antiken Griechen und Römern übernommen, wobei er im Laufe der Zeit unterschiedlichste Bedeutungen hatte. Die heute bekannte Version eines Vogels, der sich selbst verbrennt und aus der eigenen Asche wieder aufersteht, stammt erst aus dem 1. Jahrhundert nach Christus.

Himmelsobjekte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sterne[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wegen der südlichen Lage haben die Sterne keine Flamsteed-Bezeichner.

B G Namen o. andere Bezeichnungen Größe Lj Spektralklasse
101α 48 Ankaa, Nair al Zaurak, Cymbae 2,39m 77 K0 III
102β 85 Beta Phoenicis 3,32m 200 G8 III + G8 III
103γ 106 Gamma Phoenicis 3,41m 234 M0 IIIa
105ε 39 3,88m 140 K0 III
110κ 46 3,93m 77 A7 V
104δ 109 3,93m 147 K0 III
106ζ 89 Zeta Phoenicis 3,94 280 B6 V + B9 V
107η 68 4,36 240 A0 IV
123ψ 126 4,39 321 M4 III
112μ 64 4,59 247 G8 III
109ι 9 4,69 274 A2 Vp SrCrEu
400 11 HR 8959, HD 222095 4,74 201 A2 V
111λ1 54 4,77 717 A0 V
400 HR 574 4,82 267 G8 III
113ν 4,97 49 F8 V
121φ 5,12 309 A3 V
116π 5,13 257 K0 III
122χ 5,15 372 K5 III
118σ 5,18 592 B3 V
120υ 5,21 198 A3 IV
117ρ 5,24 250 F2 III
400 HR 299 5,39 235 G8 III
400 HR 408 5,42 247 K0 III
400 HR 109 5,42 415 M0 III
400 HR 519 5,49 680 M3 III

Alpha Phoenicis ist ein etwas über 80 Lichtjahre entfernter Stern der Spektralklasse K0 III. Er besitzt die 2,5-fache Masse und den 10-fachen Durchmesser unserer Sonne. Der Name Ankaa ist arabischen Ursprungs und bezeichnet einen Vogel aus der arabischen Mythologie.

Mehrfachsterne[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

System Größen Abstand
β 4,0 / 4,2m 1,6″
γ
ζ 3,6 bis 4,1 / 7,2 / 8,2m 0,8/6,4″

Das Doppelsternsystem β Phoenicis ist etwa 200 Lichtjahre entfernt.

ζ Phoenicis ist ein Mehrfachsternsystem, bestehend aus vier Sternen, in 300 Lichtjahren Entfernung. Drei Sterne sind in einem mittleren Teleskop zu erkennen. Ein vierter Stern umkreist den Hauptstern in so engem Abstand, dass er nicht direkt beobachtet werden kann. Er verdunkelt den Stern regelmäßig.

Veränderliche Sterne[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sterne Größe Periode Typ
γ 3,4m bis 3,5m Beta-Lyrae-Stern + Langsam unregelmäßig veränderlicher Stern
ζ 3,9m bis 4,3m 1,669 Tage Algolstern
SX 6,8m bis 7,5m 79 Minuten SX-Phoenix-Stern

Zeta Phoenicis ist ein bedeckungsveränderlicher Stern vom Typ Algol. Ein lichtschwacher Begleiter umkreist den Hauptstern in engem Abstand in der Sichtebene zu unserer Erde. Alle 1,669 Tage zieht der schwächere Stern vor dem Hauptstern vorbei und verdunkelt diesen für den irdischen Beobachter. SX Phoenicis ist der Namensgeber der SX-Phoenix-Sterne, einer Gruppe veränderlicher Sterne, die ähnliche Schwingungen wie die Delta-Scuti-Sterne zeigen bei wesentlich geringerer Metallizität.

NGC-Objekte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

NGC sonstige Größe Typ
625 Galaxie
7689 11,5m Balkenspiralgalaxie

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Sternbild Phoenix – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien