Delphin (Sternbild)

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Sternbild
Delphin
Legende
Delphinus constellation map.png
Karte des Sternbilds Delphin
Lateinischer Name Delphinus
Lateinischer Genitiv Delphini
Kürzel Del
Rektaszension 20141420h 14m 14s bis 21080021h 08m 00s
Deklination 2022408+2° 24′ 08″ bis 2205624+20° 56′ 24″
Fläche 189 deg²
Rang 69
Voll­stän­dig sicht­bar 90° Nord bis 70° Süd
Beob­achtungs­zeit für Mittel­europa März – Januar
Anzahl der Sterne heller als 3 mag 0
Hellster Stern (Größe) Rotanev (3,63)
Meteorströme

keine

Nachbarsternbilder
(von Norden im
Uhrzeigersinn)
Quellen IAU,

Der Delphin (auch Delfin, lateinisch Delphinus) ist ein Sternbild in der Nähe des Himmelsäquators.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Sternbild Delphin, wie es mit dem bloßen Auge gesehen werden kann

Der Delphin ist ein kleines, aber einprägsames Sommersternbild. Innerhalb des Sternbildes bilden die Sterne Sualocin, Rotanev, Delta und Gamma Delphini eine rautenförmige Konstellation, die im Englischen „Job’s Coffin“ genannt wird.[1] Der Delphin steht nordwestlich des hellen Sterns Altair im Adler (Aquila) und kann daher leicht gefunden werden.

Aufgrund seiner Lage am Himmelsäquator kann es von der ganzen bewohnten Welt aus gesehen werden.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Delphin gehört zu den klassischen 48 Sternbildern der Antike, die von Ptolemäus erwähnt werden.

Die Namen Sualocin und Rotanev für die hellsten Sterne gehen auf den italienischen Astronomen Niccolò Cacciatore zurück, den Nachfolger von Giuseppe Piazzi an der Sternwarte von Palermo. Liest man die Sternnamen rückwärts, ergibt sich „Nicolaus Venator“ eine lateinische Form von Cacciatores Namen. Er fügte die Namen 1814 in einen Sternkatalog ein und verewigte sich auf diese Weise gleich zweifach am Himmel. Er war bislang der einzige Astronom, dem dieses gelang.

Mythologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zum mythologischen Ursprung existieren zwei Versionen:

Der Meeresgott Poseidon freite die Nereide Amphitrite. Da diese aber ihre Jungfräulichkeit nicht verlieren wollte, flüchtete sie ins Atlasgebirge. Poseidon schickte daraufhin mehrere Späher aus, darunter einen gewissen Delphinos. Der stolperte schließlich über Amphitrite und überredete sie, der Hochzeit zuzustimmen. Aus Dankbarkeit versetzte der Meeresgott das Bildnis eines Delphins an den Himmel.

Die zweite Version handelt von dem griechischen Sänger Arion von Lesbos, der am Hofe von Periander, dem Herrscher von Korinth diente. Auf einer Reise nach Italien und Sizilien kam Arion zu Reichtum. Auf der Heimfahrt von Tarent verschwor sich die Mannschaft seines Schiffes gegen ihn, um den Schatz an sich zu nehmen. Den Tod vor Augen bat Arion um eine letzte Bitte: Er wollte ein Klagelied anstimmen. Die Mannschaft gewährte ihm dies. Doch während Arion sang, sprang er über Bord und wurde von einem Delphin gerettet, der von der Musik betört war. Der Delphin setzte Arion an der Küste Griechenlands ab und verschwand.

Himmelsobjekte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sterne[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

B F Namen o. andere Bezeichnungen Größe Lj Spektralklasse
β 6 Rotanev 3,63m 100 F5 III + F2 IV
α 9 Sualocin 3,77m 250 B9 IV
γ 12 3,87m 125 K1 IV + F7 V
ε 2 Deneb Dulfim 4,03m 330 B6 III
δ 11 4,42m (var) 220 kA7hF0mF0 IV-V
ζ 4 4,65m 220 A3 V
ρ Aquilae 4,95m 150 A2 V
κ 7 5,05m (var) 98 G2 IV
17 5,18m 480 K0 III
η 3 5,38m (var) 240 A3 IVs
ι 5 5,42m 190 A1 IV
18 5,51m 245 G6 III
16 5,54m 200 A5 V
13 5,56m 430 A0 V
HR 8044 5,70m (var) 520 M3 III
θ 8 5,71m 2.000 K3 Ib
HR 7774 5,94m 260 A5m
HR 7899 5,98m 1.300 B3 V
15 5,99m 100 F5 V
10 6,00m (var) 500 K4 III
1 6,08m 750 A1 III
14 6,32m 500 A1 Vs
HD 196885 6,39m 109 F8 IV: + M1 V
HD 195019 6,97m 123 G1 V + K3:
WASP-2 11,98m (var) 470 K1 V + M
HR (Nova Delphini 1967) 12,4m (var) 3.000
V1339 (Nova Delphini 2013) 16,9m (var) 14.000

Doppelsterne[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

System Größen Abstand
α 3,9m / 6,4m 0,2″
β 4,0m / 4,9m 0,3″
γ 4,3m / 5,1m 9,0″
1 6,2m / 8,0m 0,9″
13 5,6m / 8,6m 1,5″
16 5,6m / 11,8m 34,4″
18 5,6m / 9,9m 197,5″
NGC 6933 10,6m / 11,6m 29,3″

Sualocin (α Delphini) ist ein Doppelsternsystem in etwa 250 Lichtjahren Entfernung. Die Einzelsterne umkreisen einander einmal in 17 Jahren. Mit einem Winkelabstand von nur 0,2″ können sie von Amateurastronomen nicht getrennt werden.

Das Sternsystem Rotanev (β Delphini) besitzt eine Umlaufperiode von 26,7 Jahren und besteht aus einem Riesenstern mit 1,75 Sonnenmassen und einem Unterriesen mit 1,5 Sonnenmassen. Die Sterne sind 4,0m und 4,9m hell und liegen zurzeit 0,3″ auseinander. Für eine Trennung mit einem Amateurteleskop ist der Abstand somit zu gering. Den maximalen gegenseitigen Winkelabstand werden sie um das Jahr 2030 mit 0,6″ erreichen. Rotanev liegt 100 Lichtjahre von der Sonne entfernt.

γ Delphini gilt wegen seines Farbkontrasts als schönster Doppelstern im Delphin. Neben dem 4,3m hellen, gelblich-orange leuchtenden Hauptstern γ2 Delphini (Spektraltyp K1 IV) befindet sich in 9,0″ Distanz sein 5,1m heller, weißer Begleiter γ1 Delphini (Spektraltyp F7 V). Die Umlaufzeit beträgt ungefähr 3.250 Jahre. Schon ein kleines Fernrohr mit 5 cm Öffnung trennt diesen Doppelstern ab 30- bis 40-facher Vergrößerung. γ Delphini liegt 125 Lichtjahre von uns entfernt.

Ein weit auseinander stehender, allerdings nur optischer Doppelstern ist 18 Delphini. Dieser besitzt einen Planeten, nämlich 18 Delphini b.

Spektroskopische Doppelsterne im Delphin sind (in Klammer die Periode): δ Delphini (40,58 Tage), ι Delphini (11,04 Tage) und 14 Delphini (10,88 Tage).

Zu NGC 6933 siehe Abschnitt: Messier- und NGC-Objekte.

Veränderliche Sterne[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stern Größe Periode Typ
δ 4,4m bis 4,5m 0,1568 Tage δ-Scuti-Stern
R 7,6m bis 13,8m 285,5 Tage Mira-Stern

R Delphini ist ein veränderlicher Stern vom Typ Mira, der seine Helligkeit während eines Zeitraumes von 285,5 Tagen stark verändert.

In den letzten Jahrzehnten leuchteten im Delphin zwei Novae auf, die mit freiem Auge zu sehen waren: Die Nova Delphini 1967 (HR Delphini) im Dezember 1967 und die Nova Delphini 2013 (V339 Delphini) im August 2013.

Messier- und NGC-Objekte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Messier (M) NGC sonstige Größe Typ Name
6891 10,5m planetarischer Nebel
6905 10,9m planetarischer Nebel Blue-Flash-Nebel
6933 10,2m optischer Doppelstern
6934 8,9m Kugelsternhaufen
7006 10,6m Kugelsternhaufen

NGC 6905 ist ein 10,9m heller planetarischer Nebel. Er besitzt den Spitznamen Blue-Flash-Nebel, da er auf Fotografien bläulich-türkis erscheint. Seine Entfernung ist nur grob bekannt und wird auf 7.000 Lichtjahre geschätzt.

Das hellste Deep-Sky-Objekt im Delphin ist der Kugelsternhaufen NGC 6934. Dieser liegt etwa 50.000 Lichtjahre entfernt und besitzt eine scheinbare Helligkeit von 8,9m. Er ist mit einem Teleskop oder Fernrohr ab 7 cm Öffnung als nebeliger Fleck sichtbar. Einzelsterne am Randbereich sind ab 25 cm Öffnung erkennbar.

NGC 6933 ist ein lichtschwacher optischer Doppelstern, dessen Komponenten 10,6m und 11,6m hell sind und einen Winkelabstand von 29,3″ aufweisen. Da der Entdecker Herman Schultz fälschlicherweise einen schwachen Nebel um diesen Doppelstern zu erkennen glaubte, wurde er in den New General Catalogue aufgenommen.

NGC 7006 ist mit 135.000 Lichtjahren Entfernung einer der sonnenfernsten Kugelsternhaufen der Milchstraße. Um ihn zu beobachten, benötigt man ein mittleres Teleskop ab 15 cm Öffnung.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Sternbild Delphin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. esky – Job’s Coffin