Plan S

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Plan S ist eine Strategie zur Förderung des freien Zugangs (Open-Access) zu wissenschaftlichen Erkenntnissen, die mit öffentlichen Mitteln erarbeitet wurden. Getragen wird das Projekt von 16 nationalen und internationalen Forschungsförderern, sowie der Europäischen Kommission und dem Europäischen Forschungsrat.

Der Zusammenschluss cOAlition S veröffentlichte am 4. September 2018 eine Strategie, die den laufenden Strukturwandel im wissenschaftlichen Publikationssystem in Richtung Open Access weiter vorantreiben und beschleunigen soll. Dazu wird verpflichtend festgelegt, dass staatlich finanzierte Forschungsergebnisse ab dem Jahr 2020 in für die Öffentlichkeit frei zugänglichen Open Access-Zeitschriften oder -Repositorien publiziert werden müssen. Der Plan S definiert die Rahmenbedingungen, unter denen die Publikationen erfolgen müssen. Nach Robert-Jan Smits könne das „S“ in Plan S für science, speed, solution, shock (Wissenschaft, Tempo, Lösung, Schock) stehen.[1]

Mehrere Forschungsförderer der cOAlition S, darunter diejenigen von Norwegen und den Niederlanden, haben außerdem bekannt gegeben, dass nach einer Übergangszeit auch von ergänzenden Lizenzierungen für Forschungspublikationen, die nicht als Open Access publiziert wurden, vollständig Abstand genommen wird.[1] cOAlition S wurde durch elf nationale Forschungsförderer und Forschungsorganisationen und den Europäischen Forschungsrat mit der Zielsetzung gegründet, über den Plan S vollständigen und sofortigen freien Zugang zu wissenschaftlicher Forschung zu erreichen.

Kernpunkte des Plan S[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Rahmenbedingungen werden mittels 10 Kernpunkten wie folgt definiert:

  1. Die Autoren bleiben uneingeschränkte Urheberrechtsinhaber. Sämtliche Publikationen müssen unter einer offenen Lizenz wie Creative Commons Attribution Licence CC BY erfolgen. Die gewählte Lizenz muss der Berliner Erklärung über offenen Zugang zu wissenschaftlichem Wissen genügen.
  2. Die Forschungsförderer erstellen Kriterien und Anforderungen für Online-Dienstleistungen, welche kompatible Open Access-Zeitschriften und -Plattformen erbringen müssen.
  3. Für Fachbereiche, in denen qualitativ hochstehende Open Access-Zeitschriften und -Plattformen noch nicht vorhanden sind, koordinieren die Forschungsförderer Anreize und Hilfestellungen zur Schaffung entsprechender Angebote.
  4. Die Finanzierung der Open Access-Publikationsgebühren soll, wann immer möglich, durch die Forschungsförderer und Universitäten erfolgen und nicht durch einzelne Forscher.
  5. Die Vergabe von Publikationsgebühren wird standardisiert und in der Höhe gedeckelt.
  6. Die Forschungsförderer verlangen von den Universitäten, Forschungsorganisationen und Bibliotheken im Sinne einer grösstmöglichen Transparenz die jeweiligen Open Access-Policies und -Strategien zur vereinheitlichen.
  7. Diese Rahmenbedingungen gelten für sämtliche wissenschaftlichen Publikationsarten. Der Zeitrahmen für die vollständige Veröffentlichung von wissenschaftlichen Büchern und Monographien als Open Access kann sich auf nach 2020 verzögern.
  8. Die zentrale Rolle und Wichtigkeit von offenen Archiven und Repositorien für die Sicherstellung der Langzeitarchivierung und als Instrument für innovative Weiterentwicklungen wird explizit festgehalten.
  9. Die Veröffentlichung in hybriden Open Access Zeitschriften ist ausgeschlossen.
  10. Die Forschungsförderer prüfen die Einhaltung der Rahmenbedingungen und erlassen Sanktionen bei Nicht-Einhaltung.

Mitglieder der Koalition[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mitglieder der cOALition S sind mit Stand 9. November 2018 16 nationale und internationale Forschungsförderer[2][3], sowie die Europäische Kommission und der Europäische Forschungsrat:

Öffentliche Unterstützung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Konkrete Umsetzungsrichtlinien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Robert-Jan Smits, EU-Sonderbeauftragter für Open Access und treibende Kraft hinter dem Plan S, hat eine Taskforce eingesetzt, die konkrete Umsetzungsrichtlinien zuhanden der Forschungsförderer ausgearbeitet hat. Die konkreten Umsetzungsrichtlinien wurden am 27. November 2018 veröffentlicht.[33][34] Die Taskforce stand unter der Leitung von John-Arne Røttingen, Direktor des Research Council of Norway und David Sweeney, Direktor von United Kingdom Research and Innovation.[35] In die Erarbeitung einbezogen wurden u. a. auch Vertreter von Forschungsinstitutionen, Wissenschaftlern, Universitäten, Forschungsförderern, Wohltätigkeitsorganisationen, Verlegern und der Zivilgesellschaft.[34]

Übergangsbestimmungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Formuliert wurden unter anderem Übergangsbestimmungen die bis 2023 unter bestimmten Rahmenbedingungen Gültigkeit haben.[36] So bleibt das Publizieren in hybriden Zeitschriften erlaubt, sofern die Zeitschrift über einen öffentlich nachvollziehbaren Businessplan zur Umstellung auf eine reine Open-Access-Zeitschrift innerhalb eines befristeten Zeitrahmens von maximal 3 Jahren verfügt.[33]

Grüner Weg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jederzeit möglich bleibt die Veröffentlichung in beliebigen Zeitschriften unter der Bedingung, dass eine sofortige Parallelveröffentlichung einer Kopie des Artikels oder mindestens des akzeptierten Manuskripts in einem mit Plan S konformen Repository erfolgt (Grüner Weg).[33]

Urheberrechtsbestimmungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wissenschaftliche Veröffentlichungen müssen unter einer weltweit gültigen, vergütungsfreien und unwiderrufbaren Lizenz erfolgen, die ohne Einschränkungen jegliche Weiternutzung und Verarbeitung, inklusive der kommerziellen Nutzung zulässt, unter dem Vorbehalt, dass die ursprünglichen Autoren entsprechend genannt bleiben: Für die Publikation von wissenschaftlichen Zeitschriftenartikeln wird die Verwendung der Creative Commons unter Namensnennung (CC BY) 4.0 oder der Creative Commons „Weitergabe unter gleichen Bedingungen“ (CC BY-SA) 4.0 gefordert. Ebenfalls offen steht die Veröffentlichung in der Public Domain (CC0).[33]

Kriterien für Open-Access-Zeitschriften und -Plattformen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit Plan S konforme Zeitschriften und Plattformen müssen u. a. zwingend folgende Kriterien erfüllen:[33]

  • Sämtliche wissenschaftliche Inhalte müssen sofort, ohne zeitliche Verzögerung (Embargo), öffentlich frei zugänglich sein. Technische Einschränkungen oder andere Formen den unmittelbaren Zugang einzuschränken sind nicht erlaubt.
  • Die Inhalte müssen unter der Lizenz Creative Commons unter Namensnennung (CC BY) 4.0 oder der Creative Commons „Weitergabe unter gleichen Bedingungen“ (CC BY-SA) 4.0 veröffentlicht werden. Der Transfer von Urheberrechten oder die vollständige Abgabe der Verwertungsrechte an den Verleger ist nicht zulässig.
  • Die Zeitschrift / Plattform muss Review-Prozesse implementieren, welche den Standards der jeweiligen Fachdisziplin und des Committee on Publication Ethics (COPE) genügen. Die entsprechenden Richtlinien müssen auf der Webseite des Anbieters veröffentlicht werden.
  • Die Zeitschrift muss im Directory of Open Access Journals gelistet sein oder aktuell in einem Prozess zur Aufnahme in das Verzeichnis stehen.
  • Falls Gebühren für die Publikation erhoben werden (APCs), müssen Autoren aus Ländern mit tiefem Bruttoinlandsprodukt von den Gebühren befreit werden, für Schwellenländer müssen Rabatte angeboten werden.
  • Offenlegung der Publikationskosten (direkte und indirekte Kosten) sowie allfällige Gewinnmargen.
  • Verwendung von DOIs.
  • Strategie für die Langzeitarchivierung der Inhalte (z. B. über LOCKSS/CLOCKSS).
  • Zugänglichkeit der Inhalte und aller Zusatzmaterialien in maschinenlesbarem Format (z. B. als XML / JATS) für Text und Data Mining (TDM) über frei verfügbare Schnittstellen.
  • Verlinkung auf allfällige Originaldaten oder Programmiercode in externen Repositories.
  • Qualitativ hochstehende Metadaten unter der Lizenz CC0 (Public Domain), inklusive der Anzahl Zitierungen, in einem standardisierten Format.
  • Standardisierte Prozesse für die Übermittlung von Daten an Indexierungsdienste wie Pubmed.
  • Maschinenlesbare Angaben über die gewählte Lizenz der Open-Access-Publikation.

Sogenannte „Mirror-Journals“ sind grundsätzlich nicht kompatibel mit den Anforderungen von Plan-S. „Mirror-Journals“ sind Zeitschriften bei denen eine personell nahezu identische wissenschaftliche Herausgeberschaft einerseits eine frei zugängliche Version und andererseits eine Version mit einer Paywall veröffentlicht. Publikationen in „Mirror-Journals“ unterliegen den gleichen Übergangsbestimmungen wie hybride Zeitschriften.

Öffentliche Mitwirkung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis am 1. Februar 2019 besteht für interessierte Parteien die Möglichkeit zusätzliche Anregungen zu den ausgearbeiteten Richtlinien einzubringen.[37]

Reaktionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Reaktionen nach Erstveröffentlichung der Rahmenbedingungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Veröffentlichung des Plan S rief weltweit zahlreiche und kontroverse Reaktionen hervor. Noch am selben Tag erschien in der Zeitschrift englischsprachigen Fachzeitschrift Nature ein Kommentar zum Plan S.[1] Der Verlag Springer Nature rief die Forschungsförderer dringend dazu auf, solche Initiativen weltweit zu koordinieren und nicht als kleine Gruppen anzugehen.[1] Die American Association for the Advancement of Science äußerte Kritik, dass der Plan S der Publikation von qualitativ hochstehenden, über Peer-Review veröffentlichten wissenschaftlichen Publikationen abträglich sei.[1][38]

Am 4. September veröffentlichte der Schweizerische Nationalfonds ein Statement, in dem er die grundsätzliche Unterstützung des Plan S bekannt gab.[9] Gemäß dem Soziologen, Bibliotheks- und Informationswissenschaftler Ulrich Herb erhöht der Plan S den Druck auf die Preispolitik der Verlage und könnte die Open-Access-Bewegung beleben.[39] Der Journalist George Monbiot zitierte im The Guardian Elsevier „Falls Sie der Meinung sind, dass Information nichts kosten solle, gehen Sie zu Wikipedia“ und konterte mit der Feststellung, dass dieses Statement unbeabsichtigterweise an das Untergehen der damals etablierten Enzyklopädien erinnere.[40]

Tim Vines skizzierte im Publikationsorgan der Society for Scholarly Publishing einen „Plan T“ mittels „submission fees“ als alternative Verlagsstrategie zu den Publikationsgebühren (Article Processing Charge) von Open Access, um gleichzeitig eine Lösung zu finden, um qualitativ hochwertige wissenschaftliche Open Access-Zeitschriften zu betreiben ohne auf hohe Publikationsgebühren zurückgreifen zu müssen.[41]

Am 12. September 2018 bestätigte die UBS eine Verkaufsempfehlung für Aktien von Elsevier (RELX).[42] Die Aktie von Elsevier verlor alleine zwischen dem 28. August und dem 19. September 2018 um 13 % an Wert.[43]

Die Akademie von Finnland trat am 24. September 2018 als zwölftes aktives Mitglied der cOALition S bei und unterzeichnete die Zielsetzungen des Plan S.[7][44]

Am 24. September 2018 begrüßten drei Vereinigungen von Forschern, die Eurodoc, die Marie Curie Alumni Association und die Young Academy of Europe (YAE), in einer öffentlichen Stellungnahme die Zielsetzung des Plan S um vollständigen und sofortigen Open Access für wissenschaftliche Publikationen ab dem 1. Januar 2020 zu erreichen.[19]

Weitere Unterstützung fand der Plan S von der European University Association (EUA), der League of European Research Universities (LERU) und der Ligue des Bibliothèques Européennes de Recherche (LIBER).[44]

Am 27. September 2018 wies der Verband Deutscher Kunsthistoriker in einer Stellungnahme auf für das Fach der Kunstgeschichte offene Fragestellungen hin, insbesondere bei Publikationen, die urheberrechtlich geschützte Werke (z. B. Bilder) enthielten.[45]

Am 2. Oktober 2018 gab die portugiesische Foundation for Science and Technology (FCT) bekannt, dass sie den Plan S unterstütze, zum jetzigen Zeitpunkt allerdings noch nicht unterzeichne.[46]

Am 8. Oktober 2018 gab die Nordic University Association (NUS) die Unterstützung für den Plan S bekannt.[47] Die Nordic University Association umfasst die Universitäten von Dänemark, Finland (UNIFI), Island, Norwegen und die Association of Swedish Higher Education Institutions (SUHF).[48]

Am 9. Oktober 2018 trat der Swedish Research Council for Health, Working Life and Welfare (Forte) als 13. Mitglied der COAlition S bei.[2][49]

Am 15. Oktober 2018 begrüßte die Global Young Academy (GYA), die internationale Vereinigung junger Wissenschaftler, den Plan S und nahm in einem Positionspapier Stellung zu den Chancen und Risiken einer konkreten Umsetzung.[50]

Am 18. Oktober 2018 nahm der Verlag Cambridge University Press öffentlich Stellung zum Plan S und kritisierte, dass im Gegensatz zum Finch Report[51] aus dem Jahr 2012, bei dem auf breiter Basis umfassende Anhörungen vorgenommen wurden, bei Plan S die Vorgaben direkt von den Forschungsfördern formuliert werden.[52]

Das Young European Research Universities Network (YERUN), eine Hochschulallianz bestehend aus 18 Universitäten aus 12 EU-Ländern, begrüßte den Plan S am 18. Oktober 2018.[24]

Am 19. Oktober 2018 veröffentlichte der Beirat der Fair Open Access Alliance konkrete Empfehlungen für die angekündigte und laufende Detailausarbeitung von Plan S auf Ende des Jahres 2018.[53] Zu den Mitunterzeichnern der Empfehlungen gehört Peter Suber, Mitglied des Beirats der Fair Open Access Alliance, Professor der Philosophie am Earlham College in Richmond, Indiana und einer der führenden Akteure der Open Access-Bewegung.

Am 25. Oktober 2018 veröffentlichte DARIAH-EU ein Positionspapier[54], indem die hauptsächlichen Zielsetzungen des Plan S befürwortet werden. DARIAH formulierte ergänzende Empfehlungen für die konkrete Umsetzung des Plan S, welche den Bedürfnissen der Geistes- und Kulturwissenschaften Rechnung tragen sollen. Der Plan S berücksichtige in der vorliegenden Form einseitig die Situation im Bereich STEM (Science Technology Engineering Mathematics).[26] Dem Netzwerk DARIAH (Digital Research Infrastructure for the Arts and Humanities) gehören 17 europäische Mitgliedstaaten, sowie weitere 8 Staaten als Kooperationspartner an.[55] DARIAH-DE ist Bestandteil des europäischen Netzwerkes.

Am 5. November 2018 wurde bekannt, dass der Wellcome Trust und die Bill & Melinda Gates Foundation den Plan S umsetzen werden. Damit stellen sich die zwei weltweit größten Stiftungen im Bereich der Forschungsförderung hinter die Zielsetzungen des Plan S.[3] Am 9. November 2018 trat der Schwedische Riksbankens Jubileumsfond (RJ) der cOAlition S bei.[6]

Rund 1'500 Forschende formulierten in einem offenen und umstrittenen[56] Brief Bedenken hinsichtlich den Konsequenzen einer Umsetzung des Plan S.[57] Die Fair Open Access Alliance kritisierte in einer Gegenstellungnahme, dass der offene Brief von falschen Voraussetzungen ausgehe und logische Fehlschlüsse ziehe.[58]

Am 12. November 2018 stellte sich EU-Life hinter die Zielsetzungen des Plan-S. EU-Life ist ein Verband von 13 europäischen Forschungseinrichtungen und vertritt über 4'000 Forschende.[59]

Am 16. November 2018 veröffentlichte die British Academy eine Stellungnahme aus Sicht der Geisteswissenschaften, begrüßte den Plan S in grundsätzlicher Hinsicht und formulierte Empfehlungen für die konkrete Ausarbeitung. Bedenken geäussert wurden insbesondere hinsichtlich den Vorgaben zum Ausschluss von hybriden Zeitschriften.[60]

Das US-amerikanische Office of Science and Technology Policy (OSTP) erwägt eine Überarbeitung und Verschärfung der bestehenden Richtlinien für die Publikation von Ergebnissen staatlich geförderter Forschung als Open Access.[61] Der COAlition S liegen Einladungen für weitere Gespräche mit staatlichen Vertretern aus Südafrika, Indien, China und Japan vor.[61]

Reaktionen nach Veröffentlichung der Umsetzungsrichtlinien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 28. November 2018, nach Erscheinen der konkreten Umsetzungsrichtlinien, wurde ein offener Brief zur Unterstützung des Plan S veröffentlicht, welcher bis heute bereits von rund 1'800 Forschenden weltweit unterzeichnet wurde.[62][63]

Am 28. November 2018 gab die Zeitschrift Epidemiology & Infection des Verlags Cambridge University Press den Wechsel zu einer vollständigen Open Access-Zeitschrift ab 1. Januar 2019 bekannt und bezog sich in der Begründung explizit u. a. auf Plan S.[64]

Am 4. Dezember 2018 unterzeichnen 113 Institutionen aus 37 Nationen und 5 Kontinenten ein gemeinsames Unterstützungsstatement für die Kernprinzipien von OA2020, des Plan S und des Jussieu-Appell für offene Wissenschaft und Bibliodiversität.[29][30]

Am 5. Dezember 2018 wurde bekannt dass sich das Ministerium für Wissenschaft und Technologie in China hinter die Zielsetzungen des Plan S stellt.[31] Xiaolin Zhang, Vorsitzender des strategischen Komitees der National Science and Technology Library (NSTL) des Ministeriums für Wissenschaft und Technologie betonte, die Vorstellung dass Open Access in China keine Rolle spielen würde, sei völlig abwegig. Er gab bekannt, dass die chinesische Regierung die Forschenden künftig dazu anhalten werde, wissenschaftliche Arbeiten als Open Access sofort frei zugänglich zu veröffentlichen.[65] Mit China nimmt die Unterstützung von Plan S internationale Dimensionen an.[66] China publiziert seit dem Jahr 2018 weltweit die größte Anzahl an wissenschaftlichen Artikeln und hat damit mengenmäßig die USA überholt.[67]

Am 10. Dezember 2018 veröffentlichte die Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) eine Stellungnahme, bekannte sich grundsätzlich zum Prinzip des Open Access, äußerte aber u. a. Bedenken, dass etablierte Fachzeitschriften wie die im Wiley-Verlag von der GDCh herausgegebene Zeitschrift Angewandte Chemie oder das Journal of the American Chemical Society (ACS Publications) für die Publikation von geförderten Fachartikeln nicht mehr zur Verfügung stehen würden. Die GDCh beruft sich in ihrer Kritik ausdrücklich auf die „Freiheit des Forschenden“ und lehnt die Verpflichtung Arbeiten unter eine liberale und offene Lizenz wie CC-BY zu stellen, den Ausschluss von Hybridzeitschriften, sowie die angedrohte Sanktionierung bei Nichtbefolgen auch auf dem Hintergrund des in Deutschland geltenden Gundgesetzes ab (§ 5 Abs. 3 GG: „Kunst und Wissenschaft, Forschung und Lehre sind frei“). Die GDCh geht bei Ihrer Einschätzung explizit davon aus, dass eine breite internationale Beteiligung an Plan S, insbesondere in forschungsintensiven Regionen wie Amerika und Asien, nicht zu erwarten sei.[68]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e Holly Else: Radical open-access plan could spell end to journal subscriptions. Nature. 4. September 2018, abgerufen am 23. September 2018 (englisch).
  2. a b c d National Research Funding Organisations Participating in cOAlition S. ScienceEurope. 9. Oktober 2018, abgerufen am 10. Oktober 2018 (PDF).
  3. a b c d Richard Van Noorden: Wellcome and Gates join bold European open-access plan. Nature. 5. November 2018, abgerufen am 5. November 2018 (englisch).
  4. 'Plan S' and 'cOAlition S' – Accelerating the transition to full and immediate Open Access to scientific publications - European Commission (en) 4. September 2018.
  5. ERC Scientific Council joins new effort to push for full open access (en). In: ERC: European Research Council, 3. September 2018. 
  6. a b RJ ansluter sig till Plan S. 9. November 2018, abgerufen am 13. November 2018 (schwedisch).
  7. a b Holly Else: Finland joins Europe’s bold open-access push. Nature. 28. September 2018, abgerufen am 28. September 2018.
  8. Stellungnahme der DFG zur Gründung von „cOAlition S“ zur Unterstützung von Open Access. Deutsche Forschungsgemeinschaft. 4. September 2018, abgerufen am 26. November 2018.
  9. a b Freier Zugang zu Publikationen: Der SNF unterstützt den europäischen Plan S. Schweizerischer Nationalfonds. 4. September 2018, abgerufen am 23. September 2018.
  10. Bundesminister Faßmann für Open Access. meinungsbarometer.info. 24. September 2018, abgerufen am 26. November 2018.
  11. „The transfer to open access should take place as soon as it is possible“. Swedish Research Council. 4. September 2018, abgerufen am 26. November 2018 (englisch).
  12. Portugal and FCT'S position towards Plan S. Portugese Foundation for Science and Technology (FCT). 2. Oktober 2018, abgerufen am 26. November 2018 (englisch).
  13. LIBER Supports New Plan to Make Open Access A Reality By 2020. LIBER. 4. September 2018, abgerufen am 26. November 2018 (englisch).
  14. Accelerating the transition to full and immediate Open Access to scientific publications: LERU's reaction to Plan S. LERU. Abgerufen am 26. November 2018 (englisch).
  15. Response to Science Europe’s Open Access plan. EMBO. 4. September 2018, abgerufen am 26. November 2018 (englisch).
  16. EU-LIFE reacts to Plan S: Support to Open Access and 10 key recommendations. EU-Life. 12. November 2018, abgerufen am 26. November 2018 (englisch).
  17. Internationale coalitie wil versnelling Open Access. ZoneMw. 4. September 2018, abgerufen am 26. November 2018 (englisch).
  18. EUA position: Open Access by 2020: EUA supports Plan S for an open scholarly system. EUA. September 2018, abgerufen am 26. November 2018 (englisch).
  19. a b c Press Release: Researchers Support Open Access via Plan S. Eurodoc. 24. September 2018, abgerufen am 24. September 2018.
  20. New coalition of European funders join together to place unprecedented mandate on researchers to publish OA. 5. September 2018, abgerufen am 26. November 2018 (englisch).
  21. COAR’s response to Plan S. 12. September 2018, abgerufen am 26. November 2018 (englisch).
  22. Building a Sustainable Knowledge Commons. COAR’s response to the draft implementation requirements in Plan S. 13. Dezember 2018, abgerufen am 13. Dezember 2018 (englisch).
  23. The Fair Open Access Alliance (FOAA) on Plan S. 19. September 2018, abgerufen am 26. November 2018 (englisch).
  24. a b Young European Research Universities Network: YERUN Position Statement on Plan. 18. Oktober 2018, abgerufen am 20. Oktober 2018.
  25. OASPA Offers Support on the Implementation of Plan S. 2. Oktober 2018, abgerufen am 26. November 2018 (englisch).
  26. a b DARIAH-EU: Towards a Plan(HS)S: DARIAH’s position on PlanS. Ankündigung auf der Webseite von DARIAH-EU. 25. Oktober 2018, abgerufen am 27. Oktober 2018 (englisch).
  27. Plan S: A European Open Access Mandate. 5. Oktober 2018, abgerufen am 26. November 2018 (englisch).
  28. F1000 supports EC’s plan for full and immediate open access (Plan S). 4. September 2018, abgerufen am 26. November 2018 (englisch).
  29. a b Final Statement of the 14th Berlin Open Access Conference. 4. Dezember 2018, abgerufen am 5. Dezember 2018 (englisch).
  30. a b Expression of interest in the large-scale implementation of Open Access to scholarly journals. Liste der Unterzeichner. 4. Dezember 2018, abgerufen am 5. Dezember 2018 (englisch).
  31. a b c d Antoaneta Roussi: China backs Plan S. researchresearch.com. 5. Dezember 2018, abgerufen am 5. Dezember 2018 (englisch).
  32. Systemic reforms and further consultation needed to make Plan S a success. 12. Dezember 2018, abgerufen am 12. Dezember 2018.
  33. a b c d e cOAlition S: Guidance on the Implementation of Plan S. 27. November 2018, abgerufen am 27. November 2018 (englisch, PDF).
  34. a b cOAlition S: cOAlition S Adopts Implementation Guidance on Plan S. 22. November 2018, abgerufen am 22. November 2018 (englisch).
  35. Holly Else: Mr Smits goes to Washington. Architect of bold European open-access plan hopes to garner US support. Nature. 4. Oktober 2018, abgerufen am 4. Oktober 2018 (englisch).
  36. Holly Else: Funders flesh out details of Europe’s bold open-access plan. Nature. 27. November 2018, abgerufen am 27. November 2018 (englisch).
  37. Public Feedback on the Guidance on the Implementation of Plan S. Abgerufen am 27. November 2018 (englisch).
  38. Ashley Yeager: Open-Access Plan in Europe Bans Publishing in Paywalled Journals. In: The Scientist. 4. September 2018, ISSN 0890-3670 (Online).
  39. Ralf Krauter: Europäische Förderer wollen Publikationsgebühren deckeln. „Plan S“ für Open Access Bewegung. Ulrich Herb im Gespräch mit Ralf Krauter. Deutschlandfunk. 5. September 2018, abgerufen am 23. September 2018.
  40. George Monbiot: Scientific publishing is a rip-off. We fund the research – it should be free. The Guardian. 13. September 2018, abgerufen am 23. September 2018.
  41. Tim Vines: Plan T: Scrap APCs and Fund Open Access with Submission Fees. Scholarly Kitchen. 20. September 2018, abgerufen am 23. September 2018.
  42. Bryce Elder: Stocks to watch: SSE, BAT, Galápagos, RELX, Telefónica, RBS. Financial Times. 12. September 2018, abgerufen am 14. Oktober 2018 (englisch).
  43. Richard Smith: Film. The business of academicpublishing: „a catastrophe“. In: The Lancet. Band 392, Nr. 10152, 6. Oktober 2018, S. 1186–1187 (englisch, Online).
  44. a b Academy of Finland supports Plan S. Academy of Finland. 24. September 2018, abgerufen am 25. September 2018.
  45. Stellungnahme des Verbandes Deutscher Kunsthistoriker e.V. zur Open-Access-Strategie der cOAlition S (sog. Plan S vom 4. September 2018). 27. September 2018, abgerufen am 13. Dezember 2018.
  46. Antoaneta Roussi und Craig Nicholson: Lead developers of open-access Plan S named. 2. Oktober 2018, abgerufen am 5. Oktober 2018.
  47. The Association of Swedish Higher Education Institutions: Endorsement of Plan S. 8. Oktober 2018, abgerufen am 10. Oktober 2018 (englisch).
  48. The Association of Swedish Higher Education Institutions: Det nordiska universitetssamarbetet (NUS). Abgerufen am 10. Oktober 2018 (schwedisch).
  49. ScienceEurope: cOAlitionS is pleased to welcome forteforskning as it's 13th member. Tweet. 10. Oktober 2018, abgerufen am 11. Oktober 2018.
  50. Opportunities and Challenges for implementing Plan S. The View of Young Academies. Global Young Academy. 15. Oktober 2018, abgerufen am 15. Oktober 2018 (PDF).
  51. Janet Finch: Accessibility, sustainability, excellence: how to expand access to research publications. Report of the Working Group on Expanding Access to Published. Research Findings. Juni 2012, abgerufen am 19. Oktober 2018 (englisch).
  52. Cambridge University Press issues public statement on Plan S. 18. Oktober 2018, abgerufen am 19. Oktober 2018 (englisch).
  53. FOAA Board recommendations for the implementation of Plan S. Fair Open Access Alliance. 19. Oktober 2018, abgerufen am 19. Oktober 2018 (englisch).
  54. DARIAH-EU: Towards a Plan(HS)S: DARIAH’s position on PlanS. Positionspapier. 25. Oktober 2018, abgerufen am 27. Oktober 2018 (englisch, PDF).
  55. DARIAH-EU: Members and Cooperating Partners. Abgerufen am 27. Oktober 2018 (englisch).
  56. Gerard Meijer: Science should not pay for overpaid CEOs of academic publishers. ScienceGuide. 15. November 2018, abgerufen am 15. November 2018 (englisch).
  57. Richard Van Noorden: Arguments over European open-access plan heat up. Nature. 12. November 2018, abgerufen am 14. November 2018 (englisch).
  58. The Open Letter: Reaction of Researchers to Plan S: too far, too risky. A response of the Fair Open Access Alliance. Fair Open Access Alliance. 16. November 2018, abgerufen am 17. November 2018 (englisch).
  59. EU-LIFE reacts to Plan S: Support to Open Access and 10 key recommendations. 12. November 2018, abgerufen am 14. November 2018.
  60. British Academy: Science Europe’s Plan S: making it work for all researchers. A commentary by the British Academy. 16. November 2018, abgerufen am 16. November 2018 (englisch).
  61. a b David Kramer: Open access at a crossroads. Physics Today. 11. Oktober 2018, abgerufen am 11. Oktober 2018 (englisch).
  62. Michael Eisen: Open Letter in Support of Funder Open Publishing Mandates. 29. November 2018, abgerufen am 1. Dezember 2018.
  63. Richard Van Noorden: Researchers sign petition backing plans to end paywalls. Nature. 4. Dezember 2018, abgerufen am 4. Dezember 2018 (englisch).
  64. Norman Noah: Epidemiology & Infection goes open access. Epidemiology & Infection. 28. November 2018, abgerufen am 2. Dezember 2018 (englisch).
  65. Quirin Schiermeier: China backs bold plan to tear down journal paywalls. Nature. 5. Dezember 2018, abgerufen am 14. Dezember 2018 (englisch).
  66. Rachael Pells: Chinese support for Plan S „major blow“ to opponents. Times Higher Education. 17. Dezember 2018, abgerufen am 17. Dezember 2018 (englisch).
  67. Jeff Tollefson: China declared world’s largest producer of scientific articles. Nature. 18. Januar 2018, abgerufen am 17. Dezember 2018 (englisch).
  68. Karin J. Schmitz: Stellungnahme der Gesellschaft Deutscher Chemiker zu Plan S. 10. Dezember 2018, abgerufen am 14. Dezember 2018.