Polcevera-Viadukt

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Koordinaten: 44° 25′ 31,9″ N, 8° 53′ 22,1″ O

Polcevera-Viadukt
Polcevera-Viadukt
Offizieller Name Viadotto Polcevera
Nutzung Autobahnbrücke
Ort Genua
Konstruktion Schrägseilbrücke
Gesamtlänge 1182 m
Baubeginn 1963
Fertigstellung 1967
Planer Riccardo Morandi
Lage
Polcevera-Viadukt (Italien)
Polcevera-Viadukt

Das Polcevera-Viadukt (italienisch Viadotto Polcevera oder umgangssprachlich Ponte Morandi) ist eine innerstädtische Autobahnbrücke in Genua, Italien.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Polcevera-Viadukt liegt im Val Polcevera zwischen den Stadtteilen Sampierdarena und Cornigliano am Ende der A 7 von Mailand nach Genua und bildet den Beginn der A 10 von Genua nach Ventimiglia und Nizza.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das vierspurige Schrägseilbrücke mit drei ca. 90 m hohen Pylonen überspannt in 42 m Höhe mit dem (von Osten nach Westen) ersten, 212 m langen Brückenfeld einen Rangierbahnhof, mit dem zweiten, 220 m langen Feld die Wohnblocks der Via Enrico Porro und weitere Gleisanlagen, und mit dem äußeren, 126 m langen Feld den Torrente Polcevera samt seinen Uferstraßen und Gewerbegebäuden.[1] Anschließend überquert das Viadukt mit aufgeständerten Rampen ein Gewerbegebiet und endet in einem langgestreckten Bogen vor dem ersten Tunnel der A 10.

Die von Riccardo Morandi geplante Brücke wurde zwischen 1962 und 1967 von der Società Italiana per Condotte d'Acqua gebaut.[2] Sie ist zeitlich nach seiner Brücke über den Maracaibo-See (1962 fertiggestellt) und vor der Brücke über das Wadi al-Kuf (1971) einzuordnen. Bei diesen drei Brücken verwendete Morandi die gleichen Konstruktionselemente: Die Pylone bestehen aus zwei neben der Fahrbahn angeordneten A-förmigen Strukturen aus Stahlbeton, die nur an ihrer Spitze und unter der Fahrbahn durch Querriegel miteinander verbunden sind. Sie haben die erforderliche Steifheit, um die veränderlichen Lasten aufzunehmen, die entstehen, wenn über die Brücke fahrende Fahrzeuge zunächst das Brückendeck vor dem Pylon, anschließend den Teil hinter ihm belasten. Zu dem gleichen Zweck wird das Brückendeck durch die zwischen den Pfeilern der Pylone angeordneten, V-förmigen Strukturen aus Stahlbetonstäben gestützt.

Die Schrägverspannungen bestehen aus Drahtseilen, die in einem quadratischen Betonstab eingebettet sind, wodurch Schwingungen der Seile vermieden werden, die vor allem die Seilverbindungen an den Pylonen und am Brückendeck beanspruchen. Im Zuge einer Überholung der Brücke wurden die Betonstäbe des östlichen, ersten Pylons durch außen an ihnen angebrachte Spannseile verstärkt.

Das Brückendeck ist nicht durchlaufend. Die Schrägverspannungen jedes Pylons tragen eine konstruktiv eigenständige Spannbeton-Hohlkastenkonstruktion, die nur wenig über die Seilverbindungen auskragt. Der verbleibende Zwischenraum zum Hohlkasten am nächsten Pylon wird wie bei einem Gerberträger durch einen Plattenbalken-Einhängeträger geschlossen.

Die V-förmigen Strukturen werden in ähnlicher Form auch als Ständer der Rampenbrücke verwendet. Dort tragen sie jeweils einen Plattenbalken, der nur wenig über die Ständer auskragt, während die Zwischenräume wiederum durch einen Einhängeträger überbrückt werden.

Ponte Morandi

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Polcevera-Viadukt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Polcevera-Viadukt. In: Structurae

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. In den verschiedenen Quellen werden sehr unterschiedliche Maße genannt, weshalb hier aus Google Earth entnommene Längenmaße verwendet werden.
  2. Autostrada Genova-Savona, Viadotto Polcevera auf der Website der Condotte