Samoa Airways

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Samoa Airways
IATA-Code: OL (zuvor PH)
ICAO-Code: PAO
Rufzeichen: POLYNESIAN
Gründung: 1959 als Polynesian Airlines
Sitz: Apia, SamoaSamoa Samoa
Heimatflughafen:

Flughafen Faleolo

Unternehmensform: Staatsunternehmen
IATA-Prefixcode: 162
Leitung:

Seiuli Alvin Tuala (CEO)

Flottenstärke: 4
Ziele: international
Website: samoaairways.com

Samoa Airways, bis zum 14. November 2017 Polynesian Airlines, ist die staatliche Fluggesellschaft Samoas mit Sitz in Apia und Basis auf dem Flughafen Faleolo.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

De Havilland Canada DHC-6-300 Twin Otter der Polynesian Airlines

Das Unternehmen wurde im Frühjahr 1959 unter dem Namen Polynesian Airlines von dem australischen Geschäftsmann und Piloten Sir Reginald R. Barnewall in Apia gegründet. Zu dieser Zeit stand Westsamoa noch unter neuseeländischer Verwaltung, wodurch die Gesellschaft zunächst ein neuseeländisches Air Operator Certificate besaß. Barnewall überführte eine langfristig geleaste Percival Prince aus Australien nach Apia, die dort am 12. Juli 1959 eintraf und das neuseeländische Kennzeichen ZK-BMQ erhielt. Zunächst wurde die Maschine für gelegentliche Charterdienste genutzt. Am 7. März 1960 eröffnete Polynesian Airlines ihre erste Linienverbindung zwischen Apia-Faleolo und Pago Pago (Amerikanisch-Samoa), wo Pan American World Airways internationale Anschlussflüge nach Neuseeland und Hawaii anbot.[1][2] Der Flugbetrieb musste am 3. Dezember 1960 vorübergehend eingestellt werden, nachdem die Percival Prince bei einem Landeunfall irreparabel beschädigt worden war.[1] Als Ersatz erwarb Polynesian Airlines noch im selben Monat zwei baugleiche Maschinen in Tanganjika, mit denen sie den Linienverkehr zwischen Apia-Faleolo und Pago Pago im April 1961 wieder aufnahm.[1][3]

Die Gesellschaft ersetzte ihre beiden Percival Prince am 18. Juni 1963 durch eine Douglas C-47 (DC-3), die weiterhin auf der Route nach Pago Pago sowie auf neuen wöchentlichen Linienflügen nach Aitutaki und Rarotonga (Cookinseln) sowie einer vierzehntägigen Verbindung nach Nadi (Fidschi) zum Einsatz kam.[4][5] Im Sommer 1968 beschäftigte die Gesellschaft 50 Mitarbeiter und flog mit zwei Douglas DC-3 sowie einer Douglas DC-4 planmäßig Nadi, Pago Pago, Fuaʻamotu (Tonga) und die Wallis-Inseln an.[6] Die Regierung Samoas erwarb im März 1972 eine Mehrheitsbeteiligung in Höhe von 51 Prozent und beauftragte danach die fidschianische Air Pacific, welche 10 Prozent der Gesellschaftsanteile besaß, mit der Unternehmensleitung.[7] Die Flotte bestand zu dieser Zeit aus einer Douglas DC-3 und einer Hawker-Siddeley HS 748.[8] Zur Ausmusterung der Douglas DC-3 übernahm Polynesian Airlines am 27. November 1972 eine weitere Hawker-Siddeley HS 748.[9] Noch im selben Jahr erhöhte die Regierung Samoas ihre Beteiligung auf 70 Prozent. Die restlichen Gesellschaftsanteile wurden Anfang 1973 zu je 10 Prozent von Air New Zealand, Air Pacific und Privatinvestoren gehalten.[10]

Im November 1977 nahm Polynesian Airlines mit einer von der neuseeländischen NAC im Wetlease gemieteten Boeing 737-200 Liniendienste zwischen Apia-Faleolo und Auckland (Neuseeland) auf. Gleichzeitig flog sie international auch Fuaʻamotu, Nadi, Niue und Pago Pago an. Durch den Aufkauf des privaten Lufttaxiunternehmens Air Samoa, das im Jahr 1978 mit Polynesian Airlines fusioniert wurde, konnten Ende 1977 nationale Verbindungen zwischen den Inseln Upolu und Savaiʻi eingerichtet werden. Neben der geleasten Boeing 737 und den zwei eigenen Hawker-Siddeley HS 748 bestand die damalige Flotte aus je einer von Air Samoa betriebenen Britten-Norman BN-2 Islander und Cessna 172.[11] Als erstes eigenes Strahlflugzeug wurde am 31. März 1981 eine werksneue Boeing 737-200 an das Unternehmen ausgeliefert.[12] Im Folgejahr ging Polynesian Airlines eine fünfjährige Kooperation mit Ansett Australia ein, welcher gleichzeitig die Leitung des Staatsunternehmen übertragen wurde. Die Zusammenarbeit mit Ansett Australia, die zu dieser Zeit auch Air Vanuatu managte, führte zur Aufnahme von Linienflügen von Apia-Faleolo über Port Vila (Vanuatu) nach Sydney (Australien). Auf dieser Verbindung kam eine zusätzlich im Wetlease gemietete Boeing 737-200 der australischen Gesellschaft zum Einsatz.[13] Die zur Ansett-Gruppe gehörende Bodas Limited erwarb in den frühen 1980er Jahren die bislang von Air Pacific, Air New Zealand und den Privatinvestoren gehaltenen Beteiligungen in Höhe von 30 Prozent.[14] Im Frühjahr 1987 wurde die Kooperation mit Ansett Australia verlängert und eine Boeing 727-200 langfristig an Polynesian Airlines verleast, mit der sie eine neue Verbindung nach Tahiti (Französisch-Polynesien) eröffnete. Daneben wurden international weiterhin Auckland, Fuaʻamotu, Nadi, Pago Pago, Rarotonga und Sydney angeflogen.[15]

Die Ansett-Gruppe beendete Anfang 1992 die Zusammenarbeit mit der Gesellschaft. Ihre 30%ige Beteiligung erwarb die Regierung Samoas, wodurch Polynesian Airlines zu einem reinen Staatsunternehmen wurde.[16][17] Um die von Ansett bereitgestellte Boeing 727 zu ersetzen, leaste die Gesellschaft ab April 1992 eine Boeing 737-300; eine weitere folgte im September 1992.[18] Für eine neue Linienverbindung von Apia-Faleolo über Honolulu (Hawaii) nach Los Angeles wurden ab Mai 1993 nacheinander je eine Boeing 767-200ER von Air New Zealand und Air Canada sowie ab August 1993 langfristig eine Boeing 767-300ER von Air Canada im Wetlease gemietet.[19] Mangels Auslastung gab Polynesian Airlines diese Verbindung im Jahr 1995 wieder auf. Anfang 1996 bestand die Flotte des Unternehmens aus einer Boeing 737-300, einer Britten-Norman BN-2 Islander und zwei De Havilland Canada DHC-6-300.[20] Als Ersatz für die Boeing 737-300 wurde im November 2000 die erste Boeing 737-800 übernommen. Eine zweite Maschine dieses Typs folgte im September 2001.[21]

Am 30. Oktober 2005 gründete die Republik Samoa in Kooperation mit der australischen Virgin Blue Airlines die virtuelle Gesellschaft Polynesian Blue in Form eines Jointventures. Gleichzeitig musste Polynesian Airlines ihre Linienstrecken nach Australien und Neuseeland an dieses virtuelle Unternehmen abtreten, dessen Flugbetrieb von der neuseeländischen Pacific Blue Airlines durchgeführt wurde. Anschließend beflog Polynesian Airlines nur noch nationale Strecken sowie internationale Verbindungen ins benachbarte Amerikanisch-Samoa.

Im Herbst 2017 beendete die Republik Samoa die Zusammenarbeit mit der virtuellen Gesellschaft Virgin Samoa, die im Jahr 2010 durch die Umfirmierung von Polynesian Blue entstanden war. Virgin Samoa stellte den Flugbetrieb im November 2017 ein. Gleichzeitig wurde Polynesian Airlines in Samoa Airways umbenannt sowie mit der Übernahme der internationalen Linienflüge nach Australien und Neuseeland beauftragt. Sie mietete hierzu im selben Monat eine Boeing 737-800 der italienischen Fluggesellschaft Neos im Wetlease an.

Flugziele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Samoa Airways unterhält von Apia-Faleolo ausgehende internationale Linienverbindungen nach Auckland (Neuseeland) und Sydney (Australien). Daneben wird Pago Pago in Amerikanisch-Samoa ausgehend von Apia-Fagali'i angeflogen.[22]

Flotte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aktuelle Flotte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit Stand Februar 2018 besteht die Flotte der Samoa Airways aus vier Flugzeugen:[23]

Flugzeugtyp Anzahl Anmerkungen Sitzplätze[24]
De Havilland Canada DHC-6-300/320 3 19
Boeing 737-800 1 geleast von Neos 186
gesamt 4

Zuvor eingesetzte Flugzeuge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Boeing 727-200 der Polynesian Airlines im Jahr 1988

In der Vergangenheit hat die Gesellschaft folgende Flugzeugtypen betrieben:[25][26]

Zwischenfälle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Am 3. Dezember 1960 musste eine Percival Prince (Kennzeichen: ZK-BMQ) als Totalverlust abgeschrieben werden. Ein Reifenschaden hatte dazu geführt, dass das rechte Fahrwerk bei der Landung in Apia-Faleolo brach. Das Flugzeug kam seitlich von der Piste ab und rutschte in einen parallel verlaufenden Entwässerungskanal. Alle Insassen blieben unverletzt.[1]
  • Am 11. Mai 1966 stürzte eine Douglas DC-3 (5W-FAB) zwischen den Inseln Upolu und Savaiʻi ins Meer, nachdem eine abgerissene Einstiegstür das Leitwerk getroffen hatte. Das Flugzeug explodierte beim Aufprall. Die drei Besatzungsmitglieder, die einen Trainingsflug absolvieren sollten, kamen ums Leben.[27]
  • Am 13. Januar 1970 geriet eine Douglas DC-3 (5W-FAC) kurz nach dem Start vom Flughafen in Apia-Faleolo in eine Windscherung. Die Maschine stürzte infolge eines Strömungsabrisses ab und schlug im Meer auf. Alle 32 Insassen, drei Besatzungsmitglieder und 29 Passagiere, kamen ums Leben.[28]
  • Am 7. Januar 1997 schlug eine De Havilland Canada DHC-6-300 (5W-FAU) bei schlechten Sichtverhältnissen nahe Apia am Berg Mount Vaea auf. Die aus Pago Pago kommende Maschine sollte planmäßig in Apia-Fagali'i landen. Aufgrund der Wetterbedingungen waren die Piloten zunächst nach Apia-Faleolo ausgewichen, wo jedoch auch keine Landung möglich war. Beim Versuch nach Apia-Fagali'i zurückzukehren, flog die Maschine in die Westflanke des Berges. Von den fünf Insassen kamen drei, ein Pilot und zwei Passagiere, ums Leben.[30]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Polynesian Airlines – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Geoff Goodall, Percival P.50 Prince in Australia, The Polynesian connection, 2016 (in Englisch), abgerufen am 12. Februar 2018
  2. Flight International, 13. April 1961 (in Englisch), abgerufen am 11. Februar 2018
  3. Flight International, 12. April 1962 (in Englisch), abgerufen am 11. Februar 2018
  4. Flight International, 2. April 1964 (in Englisch), abgerufen am 11. Februar 2018
  5. Rzjets, Douglas C-47, 5W-FAA (in Englisch), abgerufen am 21. Februar 2018
  6. Flight International, 11. April 1968 (in Englisch), abgerufen am 12. Februar 2018
  7. Flight International, 30. März 1972 (in Englisch), abgerufen am 12. Februar 2018
  8. Flight International, 18. Mai 1972 (in Englisch), abgerufen am 12. Februar 2018
  9. Rzjets, Hawker-Siddeley HS 748, 5W-FAO (in Englisch), abgerufen am 16. Februar 2018
  10. Flight International, 22. März 1973 (in Englisch), abgerufen am 16. Februar 2018
  11. Flight International, 22. April 1978 (in Englisch), abgerufen am 16. Februar 2018
  12. Rzejts, Boeing 737-2U9, 5W-PAL (in Englisch), abgerufen am 17. Februar 2018
  13. David Stanley: Moon Handbooks Tonga-Samoa. Moon Publications Inc., Emeryville 1999, ISBN 1-56691-174-5.
  14. Flight International, 31. März 1984 (in Englisch), abgerufen am 18. Februar 2018
  15. Flight International, 26. März 1988 (in Englisch), abgerufen am 18. Februar 2018
  16. Flight International, 31. März 1992 (in Englisch), abgerufen am 20. Februar 2018
  17. Pacific Island Report, Polynesian Airlines wiping out its debts, 23. Juni 1998 (in Englisch), abgerufen am 20. Februar 2018
  18. JP airline-fleets international, Edition 93/94
  19. JP airline-fleets international, Edition 94/95
  20. JP airline-fleets international, Edition 96/97
  21. JP airline-fleets international, Edition 2002/03
  22. Samoa Airways, Destinations and Schedule (in Englisch), abgerufen am 29. März 2018
  23. Ch-Aviation, Flotte der Samoa Airways, Stand Februar 2018 (in Englisch), abgerufen am 12. Februar 2018
  24. polynesianairlines.com – About Us (englisch), abgerufen am 22. Dezember 2016
  25. JP airline-fleets international, diverse Jahresausgaben
  26. Flight International, Ausgaben diverser Jahrgänge
  27. Aviation Safety Network, Unfallzusammenfassung: Polynesian Airlines, Douglas R4D-5 (DC-3), 5W-FAB, 11. Mai 1966 (in Englisch), abgerufen am 30. März 2018
  28. Aviation Safety Network, Unfallzusammenfassung: Polynesian Airlines, Douglas C-47B-45-DK (DC-3D), 5W-FAC, 13. Januar 1970 (in Englisch), abgerufen am 30. März 2018
  29. Aviation Safety Network, Unfallzusammenfassung: Polynesian Airlines, Britten-Norman BN-2A Islander, 5W-FAF, 20. August 1988 (in Englisch), abgerufen am 30. März 2018
  30. Aviation Safety Network, Unfallzusammenfassung: Polynesian Airlines, de Havilland Canada DHC-6 Twin Otter 300, 5W-FAU, 7. Januar 1997 (in Englisch), abgerufen am 30. März 2018