Punk in der DDR

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Punk bei einer Diskussion am Alexanderplatz 1990 in szenetypischer, an der Taille abgeschnittener und bemalter „Thälmannjacke“

Punk in der DDR gab es seit Anfang der 1980er Jahre. Die großen Zentren der Punkkultur in der DDR waren Berlin, Dresden, Erfurt, Halle und Leipzig. Diese Kulturszene war zunächst staatlicher Verfolgung ausgesetzt und agierte stellenweise im Underground. Während viele Punks bis zum Ende der DDR verfolgt wurden, entspannte sich die Lage für Punkbands und Jungpunks ab etwa 1986, als vermehrt Tonträger der sogenannten anderen Bands veröffentlicht wurden.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anfangsphase (1978–1980)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachdem der Punk in Großbritannien ab etwa 1976 modern wurde und recht schnell in der Bundesrepublik Deutschland Anhänger fand, wurden Berichte in den Medien Westeuropas, insbesondere im Rundfunk auf Mittelwelle auch in der DDR wahrgenommen. Damit wurde die Punkmusik über den RIAS und die BBC, insbesondere die Sendung von John Peel, auch in der DDR bekannt. Bis etwa 1980 fanden sich in den Großstädten, vor allem in Ost-Berlin vereinzelt Punker-Cliquen zusammen, die zusammen Musik hörten, Bier tranken und diskutierten. Von Beginn an erregten sie den Argwohn der Gesellschaft und wurden als Schläger wahrgenommen. Dementsprechend kam es in Umfeld von Gaststätten und Diskotheken immer wieder zu Schlägereien mit anderen Jugendkulturen, wie den Rockern und Hooligans, aber auch mit normalen Bürgern. Unter den Punks entstand dadurch ein Ehrenkodex im Stil der drei Musketiere: „Alle für einen, einer für alle!“. Wurde ein Punk verprügelt, mobilisierte man so viele Leute wie möglich und »nahm den Laden auseinander«. Zu den Feindbildern der Punks zählten in der Anfangszeit vor allem die Hippies, beziehungsweise ihre Nachfolger, die sogenannten Blueser beziehungsweise „Kunden“. Mit den Punks tauchten auch die ersten Skinheads in den Großstädten auf. Wie die Punks tanzten sie zu Ska und 2-tone und gehörten fest zur Punk-Clique dazu.[1]

Aufbruchphase und staatliche Verfolgung (1980–1986)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 1980 bis 1983 wuchs die Punkszene um ein Vielfaches an, verbreitete sich auch im restlichen Gebiet der DDR und entwickelte selbst in Kleinstädten eine auch für Unbeteiligte wahrnehmbare Agilität.[2] Die Schlägereien gingen zurück, dafür wurde die Szene sehr viel elitärer. Missliebige Punks wurden geschnitten oder ausgeschlossen. Mit der Vergrößerung ging auch eine erste staatliche Verfolgungswelle einher, die von der Abteilung K1 der Deutschen Volkspolizei geleitet wurde. K1 war die politische Abteilung und stand im Dienste des Ministerium für Staatssicherheit (MfS).[3] Die ersten Inoffiziellen Mitarbeiter (IMs) unterwanderten die Bewegung, auf andere Punks wurde über Verhaftungen, Arbeitsentzug und Hausdurchsuchungen massiver Druck ausgeübt. Etwa 250 Punks in Berlin wurden als kriminell eingestuft, hatten Gaststättenverbot und durften nur noch die Arbeitswege benutzen. Viele Punks übernahmen unter dem Repressionsdruck Symbole anderer verfolgter Gruppen, wie beispielsweise den Judenstern.

1981 wechselten die Kompetenzen vom K1 endgültig ins Ministerium für Staatssicherheit. Gleichzeitig berichteten die Medien der DDR über diese, aus ihrer Sicht entartete und dekadente Subkultur in der westlichen Welt. Die Punks, die mittlerweile landesweit agierten, knüpften Kontakte zu Punks im benachbarten Ausland, wie in Polen und der Tschechoslowakei. Dennoch gelang es dem MfS die erste Punkbewegung bis etwa 1983 zu zerschlagen. Jedoch formierten sich die Punks immer wieder neu. Aus der kleinen Szene, die aber stark zusammenhielt, wurde so eine eher lose agierende Bewegung, die sich mehr über Äußerlichkeiten definierte.

Ab 1981 traten viele Punks der Friedensbewegung Schwerter zu Pflugscharen bei, wobei sie rein vom Äußeren militanter auftraten. Dadurch verschwand die Opposition zur Hippie-Bewegung aus der Ideologie der Punkszene. Die evangelische Kirche bot zahlreichen Punkbands Auftrittsmöglichkeiten. Gleichzeitig bauten einige Punks die Bewegung Kirche von unten maßgeblich mit auf. Zwischen 1983 und 1985 kam es zu einigen Hausbesetzungen in der Lychener-, Schliemann- und Dunckerstraße durch Aktivisten der Punkszene, der Umwelt- und der Friedensbewegung. Um den Vorurteilen der Bevölkerung zu begegnen, kam es an geschichtsträchtigen Daten zu Kranzniederlegungen, so beispielsweise am 10. Juli 1983 am Gedenkstein von Erich Mühsam, einem Anarchisten, der an diesem Datum 1934 im KZ Oranienburg ermordet wurde.[4] 1983 verließ ein großer Teil der Skinheads die Punkbewegung und ging in eine rechtsextreme Richtung.[5] Während einige Punks also begannen politisch aktiv zu werden, versuchten sich andere komplett aus der Gesellschaft zurückzuziehen, flüchteten in Alkoholismus oder neigten zu autoaggressivem Verhalten.[6]

Über die Westkontakte des alternativen Schriftstellers und Stasi-Spitzels Sascha Anderson erschien 1983 beim westdeutschen Label Aggressive Rockproduktionen die Split-Veröffentlichung DDR von unten der Bands Zwitschermaschine und Schleim-Keim, die als erstes Punkalbum der DDR gilt. Wegen der ungesetzlichen Verbindungsaufnahme und ihrer ordnungswidrigen Texte hatte die Veröffentlichung rechtliche Konsequenzen für die Band Schleim-Keim, während Zwitschermaschine wegen der IM-Tätigkeit von Anderson verschont blieb.

Zwischen 1983 und 1986 hatte die Repression des Staates einen Höhepunkt erreicht. Führungsfiguren und Aktivisten kamen in Haft oder wurden zur Ausreise genötigt. Auslöser war die Blues-Messe in der Christuskirche (Halle) am 30. April 1983, bei der auch einige Punkbands wie Namenlos, planlos und Unerwünscht auftraten. IMs hatten vorher die Stimmung angeheizt und beim Auftritt von Namenlos wurde die Gruppe mit Steinen und Flaschen beworfen. Es kam zu Auseinandersetzungen, die nur durch das Eingreifen eines Blues-Musikers beendet werden konnten.[7] Waren es gegen Anfang des Jahres noch etwa 900 offiziell geführte Punks DDR-weit (etwa 400 davon in Berlin), so stieg doch gerade in dieser weiteren Verfolgungswelle die Zahl an Punks an.

Das führte dazu, dass die staatlichen Ermittlungen zwar intensiviert wurden, gleichzeitig aber auch eine Entspannung, vor allem für die jungen Punks erreicht wurde. Gerade diese konnten als IM gewonnen werden und erhielten Zuwendung in Form von Geldmitteln oder Schallplatten aus dem Westen. Besonders im Musikbereich konnten zentrale Führungsfiguren als IM oder als „Inoffizielle Kriminalpolizeiliche Mitarbeiter für operative Aufgaben“ (IKMO) gewonnen werden. Fast jede Punkband wurde so unterwandert.[8]

1986 wurde in Westberlin eine weitere DDR-Punk-Langspielplatte veröffentlicht: Unter Mithilfe eines ehemaligen Mitglieds der Weimarer Band „Der Rest“ wurden dort 500 Exemplare der LP „panem et circenses“ hergestellt. Obwohl dies der Band zu DDR-weiter Popularität verhalf, verstärkten sich die Repressionen durch die staatlichen Organe nicht, was als Zeichen für das Ausklingen der Phase der starken Verfolgung gedeutet werden kann.[9]

Zwischen Repression und Freiheit (1986–1990)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ab 1986 wurde zumindest die Punkmusik von staatlicher Seite aus geduldet. Der DJ Lutz Schramm von DT 64 präsentierte ab dem 27. März 1986 eine „Untergrund“-Musiksendung, die über verschiedene Bands des Punkspektrums berichtete. Der Name für diese Gruppen lautete „Die anderen Bands“. 1987 wurden Konzerte im Rundfunk mitgeschnitten und ein Jahr später wurde der Sampler Kleeblatt Nr. 23 – Die anderen Bands auf dem Staatslabel Amiga veröffentlicht. Vertreten waren unter anderem Feeling B und Sandow. Auch begannen Medien wie die Zeitschrift Unterhaltungskunst über DDR-Punkbands zu berichten. 1988 erschien außerdem der Dokumentarfilm flüstern & SCHREIEN – Ein Rockreport, der positiv über die Punkszene berichtete.[10] Auch die Freie Deutsche Jugend veranstaltete von da an Punkkonzerte. Im Oktober 1988 wurden die Bands Die Skeptiker und Sandow Preisträger der IX. Werkstattwoche Jugendtanzmusik.[11] Viele Punks, die noch unter der staatsrechtlichen Verfolgung litten, verballhornten die akzeptierten Jugendlichen und Musikgruppen als „FDJ-Punks“ und lehnten die neue Bewegung ab.[12]

Unterdessen ging die Verfolgung der radikalen Punks allerdings weiter. Das MfS versuchte auch weiterhin bekannte, politische Punks auszuschalten und die als Anführer angesehenen Punks zu bespitzeln und zu unterwandern. Zu großen Auseinandersetzungen mit der Skinhead-Subkultur kam es am 17. Oktober 1987 auf einem Punkfestival, das von der Zionskirche organisiert wurde. Rund 30 alkoholisierte Skinheads stürmten ein Konzert der Bands Die Firma und Element of Crime. Nachdem sie faschistische Parolen gebrüllt hatten, prügelten die Skinheads auf Besucher und Passanten ein. Die informierte Volkspolizei griff nicht ein. Erst in den nachfolgenden Tagen wurden 22 Skinheads und vier Punks verhaftet.[13]

Gegen Ende der DDR war die Zahl an Punks gering und betrug nach MfS-Zahlen nur noch 599. Die Szene in Berlin war nur noch klein, der Schwerpunkt hatte sich nach Potsdam verlagert.[14]

Nach der Wende[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Wende lösten sich viele Punkgruppen auf. Der Bedarf an DDR-Punk war zunächst einmal gedeckt, die Musikindustrie versuchte die eigenen Westbands zu vermarkten und zeigte wenig Interesse an den ostdeutschen Musikgruppen. Erst nach und nach wuchs das Interesse an Bands wie Schleim-Keim, Die Skeptiker und Fuckin Faces.[15] Zudem setzte sich in den neuen Bundesländern die rechtsextreme Szene durch, die etwa 2.000 organisierte Neonazis umfasste.[16] Diese verdrängten die mittlerweile klein gewordene Punkszene, viele Punks wandten sich von linken Ideen ab und suchten Zulauf in der sich stark ausbreitenden rechten Skinhead-Jugendkultur.[17] Diese war bereits zu DDR-Zeiten auf etwa 1.000 angewachsen.[14]

Ideologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Punkszene in der DDR war wesentlich vom Fremdbild der Punks in den westlichen Ländern geprägt. Gerade, da kaum szeneinterne Schriften wie Fanzines im Umlauf waren, orientierte man sich am Bild der damaligen Westmedien, wie die Bravo und Der Spiegel, die auf dem Schwarzmarkt verfügbar waren. Sie übernahmen daher die Stilelemente ohne den gesellschaftlichen Hintergrund, aus dem sich der Punk entwickelte, zu kennen.[18]

Die Punkszene war nicht in dem Sinne politisch, dass ihre Angehörigen eine bestimmte Ideologie vertraten. Vielmehr waren viele junge Menschen von den Lebensentwürfen der DDR mit ihrem vorgeschriebenen Lebensweg von der FDJ über die NVA bis hin zur planwirtschaftlich organisierten Arbeit frustriert. Die Punks suchten ihr persönliches Stück Freiheit und versuchten sich von den gewöhnlichen Bürgern abzusetzen. Die Punkszene stellte einen Bruch mit den gesellschaftlichen Werten dar und vertrat die Idee, dass ein selbstorganisiertes Chaos ohne hierarchische Formen eine Lösung gegenüber den Regierungsformen sowohl des Sozialismus', als auch der westlichen Industrieländer darstellen könne. Ein diffuses anarchistisch geprägtes Weltbild war gerade am Anfang sehr in Mode.[19]

Gerade am Anfang war die Gemeinschaft wichtig, sie schützte vor Verfolgungen und Angriffen von außerhalb der Szene, ließ die Punks aber zuweilen selbst zu Tätern werden. Auseinandersetzungen mit Arbeitern, das Stürmen von Gaststätten und Diskotheken, aber auch Delikte wie Einbruch und Sachbeschädigung gehörten zur Szene. Insbesondere die Berliner Szene stand im Ruf, besonders „hart“ und „echt“ zu sein.[20] Nachdem die Szene immer größer wurde, begann auch das Szenebewusstsein immer wichtiger zu werden. Die älteren Punks musterten die neue Generation genau und begannen ein Elitedenken zu entwickeln. Exemplarisch für diese Haltung steht das Lied Kidpunks verpisst euch (1984) von der Dresdner Band Paranoia.[21] Wer nicht in ihr Schema passte, wurde in Berlin als „Plastic“ bezeichnet und „geruppt“, das heißt man bestahl ihn seiner Punkkleidung und schickte ihn nach Hause. Nur wer glaubhaft versichern konnte, den Punk auch wirklich zu leben, oder die richtigen Leute kannte, durfte zur Szene dazugehören.[20] Nachdem die erste Generation um 1983 zerschlagen war, öffnete sich die Szene jedoch wieder. Die Punkszene wandelte sich jedoch immer mehr zu einer Spaß- und Freizeitszene.[14]

Geschlechterverhältnis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Punkszene in der DDR war – ähnlich wie in Westdeutschland – eindeutig männlich dominiert. Ursache dafür war u. a., dass sich die Alltagssituationen für Mädchen und Frauen, die der Punkszene angehörten, erheblich schwieriger gestalteten. Mit ihrem Punk-Habitus richteten sie sich nicht nur gegen das sozialistische Menschenbild sondern gleichzeitig auch noch gegen das übliche Geschlechterrollenbild. Was bei männlichen Szenegängern als „dumme-jungen-Streich“ und „in der Jugend austoben“ toleriert wurde, war bei Mädchen rigideren Normierungen und stärkeren Repressionen – auch innerhalb ihrer Familien – unterworfen. Dementsprechend war der Anteil von Frauen an der Punkszene gering. In Halle betrug er etwa ein Viertel oder ein Fünftel der Personen. Außer den eindeutig als Punkerinnen wahrgenommenen Personen gab es noch die „Punksympatisantinnen“, die häufig über Beziehungen zu konkreten männlichen Punks an die Szene gebunden waren.[22]

Frauen und Mädchen in Punk- und punkaffinen Bands[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Musikalisch aktiv und damit sichtbar waren nur sehr wenige Frauen in der DDR-Punkszene. Darunter waren Mita Schamal und Jana Schlosser von Namenlos, gegründet 1983 in Berlin. Diese Band, die eine der ersten Punkbands in der DDR war, war von ihren beiden Gründerinnen ursprünglich als reine Frauenband gedacht. Ebenfalls 1983 in Berlin gegründet wurde Die Firma mit der Bassistin Tatjana Besson. Die reine Frauenpunkband Rote Zora mit Susi, Uli, Ute und Dana agierte in Halle. Weitere Punkbands mit Beteiligung von Frauen waren Kein Talent mit Bassistin Nina, Klick & Aus mit Saxofonistin Sala Seil und Fanfaristin Evolinum, Expander des Fortschritts mit Saxofonistin Susanne Binas, Happy Straps mit der Sängerin Claudia Böhme, Ichfunktion mit der Bassistin Eva Tröger, der späteren Eva Schaum, KG Rest mit der Saxofonistin Uta Haubold, Timur und sein Trupp mit Schlagzeugerin und Sängerin Silke Gonska. Sie spielte außerdem zusammen mit Jane Schuch in der Band Partisan bzw. Blinder Gehorsam. Damals Wars war Sängerin der Band Wartburgs für Walter, die von 1987 bis 1989 existierte. An der Schnittstelle von Punk und Kunst agierte Ina Kummer bei AG Geige[23] sowie die Berlinerinnen Andrea Hüber-Rhone und Karen Matting mit ihrem Avantgarde-Duo 3tot. Andrea Hüber-Rhone sang und textete bei Keine Ahnung und zusammen mit Flake bei Parts per Millions. Karen Matting sang auch bei Choo Choo Flame und später bei den Tumor Traudels. Am offenen Bandprojekt Ornament & Verbrechen war die Sängerin Sarah Marrs beteiligt. Bei 6 Aus 49 betätigte sich Susanna Simon. Anne Kuntz spielte Saxofon bei 9 Tage (alt). An der reinen Frauenband Erweiterte Orgasmus Gruppe (EOG) beteiligten sich Gabriele Stötzer (auch: Gabi Kachold), Ina Heyner und Verena Kyselka. Sie produzierten punkaffine experimentelle Musik vor dem Hintergrund ihrer Tätigkeit als bildende Künstlerinnen.[22][24]

Veröffentlichungen von Szenemitgliedern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mehrere Protagonistinnen der DDR-Punkszene haben sich später als Autorinnen mit diesem Kapitel ihres Lebens beschäftigt. Angela Kowalczyk, Berliner Punkerin der ersten Generation, schildert mit ihren Veröffentlichungen wie Punk in Pankow, Wir haben gelebt! u. a. ihre Erfahrungen als Punkerin in Berlin Anfang der 1980er Jahre. Sie interviewte weiterhin weibliche Schlüsselfiguren der Szene wie Subs, Major und V1, in deren Wohnungen sich die Szene traf. Sie beschreibt das Leben auf der Straße, Stilfragen, sexuelle Erfahrungen, sexualisierte Übergriffe, Alkohol-und Drogengeschichten, Repressionen durch die Staatsmacht – das sich-Durchsetzen in einer feindlichen Umgebung. Als diese feindliche Umgebung beschreibt sie nicht nur die „DDR“ sondern teilweise auch die Punkszene selbst.[25][26] Anne Hahn setzte sich in ihrem Roman Gegenüber von China mit ihrer Punkvergangenheit in Magdeburg und dem Fluchtversuch in den Iran auseinander.[27] Anne Hahn veröffentlichte außerdem ein Sachbuch über Punk in Thüringen und ein Biografie über Otze von Schleim-Keim.[28][29] Susanne Binas beschäftigte sich in den 1990er und 2000er Jahren musikwissenschaftlich mit dem DDR-Punk und der ihm nahen experimentellen musikalischen Avantgarde.[30][24][31]

Die beiden Dokumentarfilmerinnen Mechthild Katzorke und Cornelia Schneider produzierten 1996 den Film Störung Ost – Punks in Ostberlin 1981–1983 aus der Perspektive der Protagonistinnen der ersten Punk-Generation in Ost-Berlin. Sie luden viele ihrer Freunde aus der damaligen Szene zu einer Dampferfahrt auf der Spree ein, um ihre Erinnerungen, ihre Reflexionen und ihr Wiedersehen zu dokumentieren. Dabei waren China (Angela Kowalczyk), Eike Grögel, Bernd Michael Lade, Wombel, Colonel, Thomas, Sabine Groh, Pankow (Michael Boehlke), Sid, Michael Horschig, Spezial sowie der westdeutsche Journalist Peter Wensiersky, Lorenz Postler und der britische Radio-DJ John Peel. Die Musik für den Film stammt u. a. von Sendeschluss, Planlos, Namenlos, Unerwünscht, Tapetenwechsel, Skunx, Resors Exzess, Restbestand. In den Film banden sie Archivmaterial und Super-8-Aufnahmen von Rainer Jestram, Kerstin Ekholm und Torsten Jurk ein.[32][33]

Kriminalisierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fotostuhl zur erkennungsdienstlichen Behandlung

Praxis der Polizei[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Handeln von Polizei und Staatssicherheit war schon vor dem Auftreten der Punks vom „Befehl Nr. 11/66“[34] legitimiert, der geschaffen wurde, um gegen Angehörige der subkulturellen Blueserszene vorzugehen. Weiterhin konnten Polizei und Stasi unter dem Begriff der „Zuführung“ „Nichtinhaftierte“ in eine Haftsituation bringen und damit einschüchtern. Sie hatte damit die Möglichkeit, Punks zu verhaften und ohne Anklage mehrere Stunden festzuhalten. Als „Nichtinhaftierte“ wurden sie erkennungsdienstlich behandelt, verhört und eingeschüchtert.[35]

Die Organe sahen schon im Habitus der Punks die Straftatbestände des „Rowdytums“[36] (§ 215 Strafgesetzbuch) und der „Zusammenrottung“ (§ 217 Strafgesetzbuch) gegeben, die mit Haftstrafen von bis zu 5 Jahren geahndet werden konnten. Die Hennigsdorfer Band Die Zusamm-Rottung benannte sich bspw. nach dem Vorwurf der Zusammenrottung, bei einem ihrer Konzerte. Ein weiterer Straftatbestand zur Kriminalisierung von Punks, der ebenfalls nur durch ihren Habitus bzw. ihr Auftreten gegeben war, war die „Öffentliche Herabwürdigung der staatlichen Ordnung“ (§ 220 Strafgesetzbuch). Die Attribute, die Stasi und Polizei den Punks zuordneten, waren „negativ-dekadent“, „politisch labil“, „demonstrativ“, „radaumäßig“, „rowdyhaft“, „kriminell gefährdet“ oder „fehlentwickelt“.[35]

Die ersten Ermittlungsverfahren gegen Punks wurden auf Grundlage dieses Gummiparagraphen eingeleitet, der am 28. Juni 1979 geändert wurde und alles umfasste, was von der Polizei als nicht angepasst wahrgenommen wurde. Es kam zu tätlichen Übergriffen auf Punks durch die Polizei.[37] Weitere Möglichkeiten des Staates waren Hausdurchsuchungen, die Beschlagnahme verbotener Gegenstände und Einzelhaft über mehrere Tage.[38] Höchststrafe im Falle einer Verurteilung waren zwei Jahre Haft. Für viele Punks wurde daher das freie Bewegen in der Öffentlichkeit zum Spießrutenlauf. Es bestand zu jedem Augenblick die Gefahr festgenommen zu werden. Weitere „Straftatbestände“, derer politisch aktive Punks angeklagt wurden, waren der § 106 („Staatsfeindliche Hetze“) – so zum Beispiel 1981 in Weimar –, „Untergrabung der Wehrbereitschaft“, „Diffaminierung der Friedenspolitik der sozialistischen Staaten“.[35]

Ein weiteres Mittel zur Schikanierung männlicher Punks war deren vorzeitige Einberufung zur NVA.[39] Bei wichtigen Anlässen wie dem Tag der Republik, erhielten die Punks in den größeren Städten Innenstadtverbot.[40]

Verfolgung durch die Stasi und Spitzeltätigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als 1983 die Punk-Bewegung mit 900 Personen einen ersten Höhepunkt erreichte, begann das MfS mit dem Anwerben von IMs, die die Szene infiltrierten und gegen materielle Begünstigungen wie Geld, Zigaretten, Schallplatten oder Informationen über geplante Konzerte Informationen an die Behörde weitergaben. Die Stasi missbrauchte auch Minderjährige aus der Punkszene als Kinder-und-Jugend-IM. Die Jugendlichen wurden mit fatalen Folgen für ihre Psyche unter Druck gesetzt, um sie zur Bespitzelung ihrer Freunde zu bewegen.[41][35]

In viele Punkbands waren ständige Spitzel integriert. Prominente Beispiele waren Sascha Anderson, Mitglied und Texter der Gruppe Zwitschermaschine, der langjährig als IM tätig war, Otze von Schleimkeim, Tatjana Besson und Trötsch Tröger von der anarchistischen Band Die Firma und Jürgen Onißeit von KG Rest und den Creepers. U.a. die Stasitätigkeit einzelner Bandmitglieder ermöglichte die Veröffentlichung von LP's in Westdeutschland für Zwitschermaschine, Schleimkeim, KG Rest und Imad Abdul Majid von L’Attentat.[42][43] Bei der Mehrzahl der IM war die Dauer ihrer Tätigkeit auf mehrere Monate begrenzt. Zur „Zersetzung“ der Szene setzte das MfS auch gezielte Falschinformationen über Spitzeldienste in Umlauf oder outete selbst einen IM.[44][45][46]

Im Jahr 1984 waren 900 Punks in der DDR durch das MfS staatlich registriert. Zudem bemerkte das MfS:

„Darüber hinaus gibt es eine von der Größenordnung her nicht eindeutig bestimmbare Anzahl von Sympathisanten in der DDR, die zumindest zeitweilig zum Umkreis der ‚Punks‘ zählen, jedoch vom Äußeren nicht immer als solche erkennbar sind.“

Ministerium für Staatssicherheit: Informationen 1984, Bl. 4.[47]

Daher wurde ein „Erkennungsschlüssel für den Dienstgebrauch“ angefertigt, welcher „verdreckte Kleidung“, „gewalttätiges Auftreten“, „anarchistisches Gedankengut“ sowie eine „asoziale Lebensweise“ als Charakteristika der Punkbewegung auswiesen.[48]

Ausreise von Punks aus der DDR[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ab 1985 wurde zahlreichen Punks die Ausreise ermöglicht, häufig, indem sie vor die Wahl zwischen Ausreise oder Gefängnis gestellt wurden. Insbesondere die Berliner Szene verringerte sich dadurch, da über Ostberlin die Ausreise leichter möglich war.[49][50] Die Besetzungen diverser Punkbands dünnten stark aus, wovon Bandnamen aus Kombinationen mit dem Wort „Rest“ zeugen. Prominentes Beispiel ist die Band KG Rest, die 1986 über ihr ausgereistes Ex-Mitglied Jürgen Onißeit eine LP in Westdeutschland veröffentlichte.[24] Viele ausgereiste Punks hatten Probleme, im Westen Anschluss zu finden.

„Ich kam mir im Westen vor wie ein pensionierter Krieger.“

Colonel: Filmdokumentation ostPUNK! too much future[20]

Andere nach Westberlin ausgereiste Punks wie z. B. die Weimarer Jürgen und Thomas Onißeit sowie Wolfram Hasch und Frank Willmann pflegten eine enge Verbindung, holten ihr Abitur an der anarchistischen Schule für Erwachsenenbildung nach und machten gemeinsam experimentelle Kunst und Musik.[35]

Partielle Entspannung und institutionelle Umarmung der Szene ab Mitte der 80er Jahre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachdem die Strategie der „Zersetzung“ der ersten Generation Punk nicht komplett aufging, öffnete sich die Kulturpolitik der DDR zaghaft den subkulturellen Bewegungen. Was vorher nicht restlos kontrolliert werden konnte, wurde nun institutionell umarmt. Das äußerte sich Mitte der 80er Jahre in Einstufungen (Spielerlaubnissen) für Punk- u. a. sogenannte „schräge“ Bands, der Einrichtung einer Radiosendung für diese Musik, der Veröffentlichung von Platten auf AMIGA. Die weiter anwachsende Punkszene sollte und konnte nicht mehr als Ganzes systematisch zerschlagen werden. Dennoch wurden Einzelne und Gruppen weiterhin von der Stasi observiert, von der Polizei permanent „zur Klärung eines Sachverhalts“ vorgeladen und mit Aufenthaltsverboten in Städten belegt. Auch Ausgrenzung und Benachteiligungen in Alltagssituationen hielten an.[35][23]

Mode[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beispiel für Punkmode

Ostpunks kleideten und stylten sich wie die Punks im Westen. Neben selbstbemalten T-Shirts, Lederjacken, Jeans und Arbeitsschuhen waren Anzüge mit Hosenträgern gebräuchlich. Beliebte Accessoires waren Sicherheitsnadeln, Ketten, Rasierklingen, Armbinden und Buttons. Die Kleidung wurde demoliert und mit Rissen überzogen. Beliebte Parolen auf T-Shirts oder Armbinden waren gängige englische Punkbands wie Sex Pistols, The Clash oder Devo oder Parolen wie „Solidarność“, „Haut die Bullen platt wie Stullen“ und „Macht Arbeit frei?“. Der Songtitel God Save the Queen von den Sex Pistols wurde zu „Gott schütze Erich“. Als Symbol wurde vielfach ein A im Kreis kolportiert, das für Anarchie steht. Gerade am Anfang waren die Punks auf Sauberkeit bedacht, um sich von den Bluesern abzugrenzen.[1] Ab etwa 1981/82 wurden West-Marken immer beliebter. Sicherheitsschuhe und Dr. Martens dienten als Fußbekleidung und insgesamt wurde stärker auf eine Uniformierung geachtet.[6] Ab 1983 tauchten allerdings auch die ersten „Schmuddelpunks“ auf, die zum zerfetzten Outfit auch keinen Wert auf Sauberkeit legten.[1]

Gerade am Anfang ging der Trend zu kurzen, strubbeligen Haaren, auch hier um sich von anderen Jugendkulturen abzugrenzen, später auch zu Irokesenschnitte, gefärbten und langen Haaren. Zur Haarfärbung wurden Stoff- und Batikfarben, aber auch Fußpilzmittel, die eine starke Lila-Färbung hervorriefen verwendet, da die üblichen Farben, wie Rot, Grün und Blau, in der DDR nur schwer aufzufinden waren. Für die Fixierung der Haare wurde Zuckerwasser, aber auch eine große Menge an Haarlack verwendet.[51]

Gesichtsbemalungen mit Spinnweben, umrandeten Augen und schwarze Lippen waren nicht nur bei weiblichen Punks beliebt.[1] Tätowierungen waren beliebt, aber recht selten. Sie entstanden meist im Eigenbau mit Tusche oder Tinte und Strick- oder Haarnadeln.[51]

Musik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Allgemein[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwitschermaschine (Ralf Kerbach, Cornelia Schleime, Wolfgang Grossmann)

Die Punkmusik der DDR umfasste mehrere Richtungen: Zum einen gab es den aus der Kunstszene stammenden Art-Punk. Dieser verbreitete sich vor allem an Universitäten. Er umfasste künstlerisch angehauchte, intellektuelle Texte, versehen mit Moderner Poesie. Bei Auftritten wurde meist auch Platz für Dichterlesungen eingeräumt. Intellektuelle und Künstler waren vor allem von der Unverbrauchtheit und des musikalischen Stils und der Einfachheit des Ausdrucks überzeugt. Sie sahen im Punk eine willkommene Möglichkeit, ihre Emotionen freizusetzen und eine radikale Absage auszudrücken. Musikalische Vorbilder waren die Bands Ton Steine Scherben und MC5.[52] Bands wie Rosa Extra und Zwitschermaschine zählen zu diesem Kreis. Bei vielen Bands dieses Genres stand der Punk nicht im Mittelpunkt ihrer Lebensverwirklichung, sondern war nur ein künstlerisches Ausdrucksmittel, oder, wie bei Cornelia Schleime (Zwitschermaschine), eine Provokation als Durchgangsstation zur Ausreise.[53] Diese Form des Punks begann sich Mitte der 1980er zu verlieren. Bands wie Zwitschermaschine lösten sich auf, nachdem Ralf Kerbach und Cornelia Schleime in die Bundesrepublik ausreisen durften, andere, wie Rosa Extra, versuchten eine staatliche Einstufung zu erhalten und verließen ihre musikalischen Wurzeln.[54]

Dem gegenüber stand der Punkrock, der vor allem von Angehörigen der Szene gespielt wurde, die Punk als Lebenseineinstellung verstanden. Die Musik zeichnete sich hier vor allem durch die Schnelligkeit, Aggressivität und Einfachheit aus. Im Gegensatz zu den Art-Punk-Texten, die sich einer Interpretation zu entziehen versuchten, äußerten Bands wie Schleim-Keim, Müllstation, Namenlos und Wutanfall beziehungsweise L’Attentat unzweideutig. So heißt es beispielsweise bei Namenlos „Rote Parolen und Sowjetmacht/haben Deutschland kaputt gemacht.“[55] Die Texte waren teilweise gegen den Staat gerichtet, teils aber auch Beschreibungen des alltäglichen Straßenkampfs, wie zum Beispiel

„Letztens ging ich auf der Straße spazieren/da fing so’n Kunde an wie ein Pferd zu wiehern/ich schlug ihm sofort die Schnauze rein/er brach sich sofort sein Nasenbein“

Schleim-Keim: Schläger bedrohen unser Leben[56]
Die Art zählte zu den „anderen Bands“.

Auch Nonsens-Texte, die eher dem Fun-Punk zuzuordnen sind, waren beliebt.

Seit 1986 verstärkte sich das Segment der Szene, das sich erfolgreich um eine Einstufung (staatliche Spielerlaubnis für Bands) bemühte, so zum Beispiel Feeling B, Die Art und Die Skeptiker. Ab diesem Jahr wurde auf dem Jugendsender DT64 die wöchentliche Radiosendung Parocktikum ausgestrahlt, in der die von offizieller Seite „die anderen Bands“ genannten Gruppen gespielt wurden. Ab 1987 wurden unter diesem Begriff teilweise auch Tonträger dieser Gruppen veröffentlicht. Der Staat änderte also seine Strategie von harter Repression hin zu institutioneller Umarmung der kompromissbereiteren Teile der Subkultur. Dieser Paradigmenwechsel ergab für den Großteil der älteren und vorher stark mit Repressionen überzogenen Musikgruppen keine Verbesserung ihrer Lebensbedingungen und Auftrittssituation. Auch änderte dies nichts an der Situation der Gesamtheit aller Punks in der DDR.[57] Dieser Richtungswechsel in der staatlichen Kulturpolitik der DDR führte zu Spannungen in der Szene, es kam zu Anfeindungen und zu Vorwürfen an die jüngeren bzw. sich neu formierenden Bands, sie würden mit dem Zulassen der staatlichen Umarmung Verrat begehen. Lutz Schramm – als Moderator von Parocktikum in einer privilegierten Position – berichtete, dass er von einem Punk zusammengeschlagen wurde, der ihm daraufhin erklärte, „er wollte einfach mal, daß [Schramm] auch mal so gedemütigt werde, wie ihm das normalerweise passiert“.[58]

Kassetten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Tonträger-Produktion oblag in der DDR der Staatsmacht. Die wenigen Labels wie Amiga (U-Musik) und Eterna (E-Musik) standen unter dem Monopol der VEB Deutsche Schallplatten Berlin und unter der Obhut des Staates. Punkbands hatten in der ersten Hälfte der 1980er Jahre als von Polizei und Stasi Verfolgte keinerlei Zugang zur offiziellen Plattenproduktion oder Airplay im Rundfunk.

Die einzige Möglichkeit, ihre Musik einem größeren Publikum vorzustellen, war die Selbstveröffentlichung von Kassetten. Zu Beginn der 1980er entstanden die ersten Kassettenaufnahmen von Bands wie Alternative 13 (1980, mit Michael Horschig), Fabrik, Klick & Aus u. a. In der Punk-Szene waren Proben-Mitschnitte und Aufnahmen Live-Konzerten verbreitet. Diese wurden unter der Hand mittels Tape-Trading, also Kopieren, weitergereicht. Die Qualität der Aufnahmen war – gemessen an heutigen Hörgewohnheiten – oft schlecht. Es erschienen aber auch konzeptionell gedachte Kassetten-Alben. Viele Tapes wurden innerhalb der Underground-Kunstszene veröffentlicht und erreichten Auflagen zwischen 20 und 200 Stück, meist im Verbund mit illegalen Kunstzeitschriften.[59] Die Leerkassetten waren sehr teuer in der DDR, sodass die Tapelabels bei einem Stückpreis von etwa 15 Mark rein idealistisch ohne Gewinn arbeiteten. Als Belastung hinzu kam der Verfolgungsdruck durch die Stasi. Bands verkauften ihre Tape-Alben auf ihren Konzerten teilweise für Stückpreise von 20 bis 30 Mark.[60]

Es entstanden Tape-Labels – ähnlich wie in der D.I.Y.-Szene im westlichen Europa: Heimat Kassetten schnitt Konzerte in Südbrandenburg und Nordsachsen mit und verbreitete diese in Auflagen von etwa 10 Stück an Freunde.[61] Thomas Grund betrieb seit etwa 1985 das Label Hinterhofproduction, seit 1986 produziert er auch Dokumentar- und Konzertfilme.[59][62] Das 1986 gegründete Trash Tape Rekords aus Rostock war das Label von Holger „Alge“ Roloff und Thorsten Wolff und veröffentlichte eine größere Bandbreite an Bands, oft als Compilations, bis in die 2000er Jahre.[60] Pirate Records aus Rostock dagegen war eine Art Kopierstation für westliche Punkmusik.

Weiterhin existierten Tape-Labels, die vorerst zur Veröffentlichung der Kassetten bestimmter Bands gegründet wurden, später aber befreundete Bands einbezogen. Zieh Dich Warm An Tapes entstand 1987 als Selbstvertrieb der Dresdner Punkband Kaltfront, wo diese ihre eigenen Kassetten-Alben und später Sampler mit Bands aus ihrem Umfeld veröffentlichten. Assorted Nuts war ab 1984 das Hauslabel der Band Aufruhr zur Liebe, Klangfarbe das der Band AG Geige (seit 1985), Hartmut Productions das der Leipziger Band Die Art und befreundeter Bands (seit 1987), Christus Records (1988) das der Band Müllstation, Schafstalltapes das Label der Freiberger Punkband FH-72 (1989).

Veröffentlichung von Platten in Westdeutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste Plattenveröffentlichung in Westdeutschland war die Split-LP DDR von unten der Gruppen Zwitschermaschine und Schleimkeim (die den Decknamen Sau-Kerle benutzte). Die konspirativ erstellte LP gelange durch den IM Sascha Anderson in den Westen und erschien 1983 beim Label Aggressive Rockproduktionen. 1985 erschien der Live-Sampler Live in Paradise, bei dem aus Sicherheitsgründen jedoch keine Bandnamen genannt wurden. Vertreten waren Happy Straps, der Demokratische Konsum, und Ornament & Verbrechen. Die LP erschien auf dem West-Berliner Independent-Label Good Noise Records. Im Jahr 1986 erschien das Album Panem et Circensis von der Weimarer Band KG Rest als Self-Release der ausgereisten Bandmitglieder. Das Album Made in the GDR von L’Attentat (1987) blieb die letzte Veröffentlichung, die im Westen erschien.

Offizielle Veröffentlichung von Platten in der DDR[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die staatlichen Medien öffneten sich Mitte der 80er Jahre geringfügig – seit 1986 sendete Lutz Schramm die wöchentliche 2-stündige Sendung Parocktikum auf DT64, die ausschließlich Punk und punkverwandte experimentelle Musik spielte. Im Gefolge dieser neuen Öffentlichkeit zogen die staatliche Plattenfirma Amiga und damit der offizielle Tonträgermarkt ab 1987 nach. Ab 1987 gab der Rundfunk sendetaugliche Audioaufnahmen von Undergroundbands in Auftrag. Diese wurden allerdings zensiert und erreichten nicht immer den Äther.[24]

Die erste offizielle Veröffentlichung auf AMIGA war die LP Kleeblatt Nr. 23 – die anderen Bands (1988), der der Szene auch ihren Namen gab. Vertreten waren Feeling B, Hard Pop (ehemals Rosa Extra), Sandow und WK 13. Die zweite Veröffentlichung war die Compilation Parocktikum-Sampler mit den Bands Hard Pop, Die Skeptiker, Feeling B, Zorn, Rosengarten, Die Art, Sandow, Die anderen, AG Geige, Expander des Fortschritts und Cadavre Exquis. 1989 folgte das Album Hea Hoa Hoa Hea Hea Hoa von Feeling B. Dennoch blieb auch für diese Bands die Kassette das wichtigste Verbreitungsmedium für ihre Musik. 1990 – nach dem Fall der Mauer – erschienen die Alben Harte Zeiten von Die Skeptiker und Stationen einer Sucht von Sandow.[63]

Wahrnehmung der Szene außerhalb der DDR[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dass es eine aktive Punkszene in der DDR gab, wurde in Westdeutschland durchaus wahrgenommen. Enthusiastische Briefe an John Peel und seine Sendung auf BBC Radio 1 zeugten von Interesse an der Punkszene im Osten. Konspirativ organisierte und in den Räumen der Offenen Arbeit der evangelischen Kirchengemeinden stattfindende Konzerte von Westbands wie Die Toten Hosen, Die Lolitas, Disaster Area, aber auch internationalen Bands wie No Means No (Kanada) oder Aurora (Ungarn) fanden ab 1986 republikweit statt.[64] In internationalen Fanzines, zum Beispiel dem Maximumrocknroll, um eines der bekanntesten zu nennen, wurde über Gruppen wie L’Attentat, Paranoia und Papierkrieg regelmäßig berichtet. Dies bedeutet jedoch im DDR-Staatsjargon eine „illegale Kontaktaufnahme“, auf die mit drakonischen Strafen reagiert werden konnte.[65]

Die erste Plattenveröffentlichung in Westdeutschland war die Split-LP DDR von unten der Gruppen Zwitschermaschine und Schleim-Keim (die den Decknamen Sau-Kerle benutzte). Die konspirativ erstellte LP gelangte durch den IM Sascha Anderson in den Westen und erschien 1983 bei Aggressive Rockproduktionen. 1985 erschien der Live-Sampler Live in Paradise, bei dem aus Sicherheitsgründen jedoch keine Bandnamen genannt wurden. Vertreten waren Happy Straps, der Demokratische Konsum, und Ornament & Verbrechen. Die LP erschien auf dem West-Berliner Independent-Label Good Noise Records. Made in GDR von L’Attentat (1987) blieb die letzte Veröffentlichung, die im Westen erschien.[63]

Die Musiker, die bereits vor der Wende ausgereist waren, setzten ihre Karrieren in der Bundesrepublik selten fort. Die Zwitschermaschine-Musiker Cornelia Schleime, Ralf Kerbach und auch der IM Sascha Anderson knüpften an ihre Einzelkarrieren an, betätigten sich schriftstellerisch (Anderson, Schleime) oder malten (Kerbach, Schleime). Andere Musiker, wie Mike Göde (Betonromantik, Bandsalat) und Daniel Kaiser (Planlos) gingen in bürgerliche Berufe, andere wie Mita Schamal (Namenlos), hatten Probleme in der Bundesrepublik Anschluss zu finden.[20]

Musikszene nach der Wende[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Herbst in Peking

Nach dem Ende der DDR lösten sich viele etablierte Gruppen, wie Feeling B., L’Attentat und Tausend Tonnen Obst auf. Bands wie Dritte Wahl und Fuckin Faces, die in den Wende-Jahren entstanden, gingen in der gesamtdeutschen Punkszene auf. Durch den beginnenden Rechtsrock-Boom, der stellenweise die Punk-Kultur aus den Städten verdrängte, entstand gleichzeitig ein neues Feindbild, das die verbliebenen Punks enger zusammenschweißte.[66]

Nur wenige der alten Bands blieben auch in den Wendejahren aktiv. Schleim-Keim bestand nur noch aus Dieter Ehrlich, der von Zeit zu Zeit live auftrat, sich jedoch in den Wendejahren mit Alkohol und anderen Drogen zugrunde richtete, seinen Vater ermordete und schließlich 2005 in einer psychiatrischen Klinik verstarb.[67] Müllstation zählt heute zu den dienstältesten Punkbands der DDR. Neue Impulse kamen aber oftmals nur durch die Loslösung von der Punkszene. Christian „Flake“ Lorenz, der nach Feeling B Rammstein mitgründete, erklärte:

Christian „Flake“ Lorenz

„Wir haben uns im Prinzip um dieselbe Zeit aufgelöst wie ‚Die Skeptiker‘, ‚Sandow‘ und die meisten anderen Ost-Punk-Bands. In den Jahren nach der Wende ist alles abgestorben. Durch den Systemwechsel hatten wir irgendwie keinen Feind mehr, keine Orientierung. Wir haben gemerkt, wenn wir mit unserem lustigen Ding weitermachen – ähnlich wie ‚Die Ärzte‘, die „Brieftauben“ und sonst wer – interessiert das im Westen keinen. Wenn man wirklich Ärger machen will, muss man was Neues auffahren, das die Leute wirklich hochschreckt. Also haben wir „Rammstein“ gegründet.“

Flake Lorenz: Beitrag für das Spiegel Online-Magazin „einestages[68]

Mit den ersten beiden Teilen der Sampler-Reihe Sicher gibt es bessere Zeiten, doch diese war die unsere von Höhnie Records und Nasty Vinyl mit unveröffentlichten Stücken entstand in den 1990ern eine Nachfrage nach ehemaligem DDR-Punk, der zum Bekanntwerden von Bands wie Schleim-Keim und Die Skeptiker und auch zur Reunion mehrerer Bands führte. Ab dem dritten Teil der Kompilation wurden auch neuere Aufnahmen ost- wie auch westdeutscher Bands veröffentlicht und der Titel zu Sicher gibt es bessere Zeiten, doch diese ist die unsere geändert. Damit dokumentiert die Reihe auch die Veränderung der Musik in den 1990er Jahren, die eine Abkehr vom primitiven und rohen hin zu einem mainstreamtauglicheren Klang mit sich brachten.

Bildende, literarische und darstellende Kunst[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Cornelia Schleime

Punk hatte auf die Kunstszene der DDR eine große Auswirkung. Die Bildende Kunst der 1970er Jahre in der DDR war geprägt von Neo-Dada und neuen Interpretationen des Expressionismus. Als Punk sich dann langsam verbreitete, übernahmen die oftmals systemüberdrüssigen Künstler den musikalischen und modischen Stil und transportierten ihn in ihre Gemälde und Skulpturen. Müllästhetik im Sinne der Konzeptkunst wurde von Ralf Winkler, Robert Rehfeld und Oskar Manigk übernommen.[69] Junge Künstler fühlten sich von der Szene angezogen und luden insbesondere weibliche Punks zu ihren Feiern ein. Zu Beginn der 1980er Jahre entstanden Ölbilder bekannter Szenegrößen von Volker Stelzmann („Die Band“und „Jürgen“, 1983) und Clemens Gröszer („Anja mit purpurfarbenem Handschuh“, 1985). Ein Trend, der sich bis zum Ende der DDR hin in der Bildenden Kunst ausbreitete.[70] Viele junge Künstler wie Mita Schamal und Moritz Götze arbeiteten mit der Verschmelzung von Musik, Sprache und Bild, nutzten die Collage-Technik und wendeten sich gegen die althergebrachte Kunsthochschulszene der DDR.[71]

Neben der Übernahme der Ästhetik, waren einige Künstler selbst Punks, so unter anderem Mita Schamal und Verena Kyselka, die „schon in jungen Jahren mit visuellen Hinterfragungen und Akzentsetzungen gegen die traditionsreiche wie besitzergreifende Geste der Setzung der Frau als idealem Gegenstand der Malerei“[72] ihr Publikum verunsicherte. Gabriele Kachold wiederum war eine Allround-Künstlerin, die sowohl literarisch, darstellerisch und aktionskünstlerisch aktiv war. Zwitschermaschine um Cornelia Schleime, Michael Sandner und Ralf Kerbach stammten ursprünglich aus der Hochschule für Bildende Künste Dresden, standen jedoch alle kurz vor der Zwangsexmatrikulation. Sandner und Kerbach gingen jedoch freiwillig. Erst aus der Not heraus beschlossen sie Musik zu machen.[73] Punk und Kunstszene waren dadurch am Anfang stark miteinander vernetzt. Während Bands wie eben Zwitschermaschine mit der eigentlichen Punkszene wenig zu tun hatten, bot die Kunst- und Literaturszene auch Punkbands wie Schleim-Keim, Namenlos und Planlos Auftrittsmöglichkeiten in den Ateliers, bei Ausstellungen und Lesungen. Die Einflüsse waren aber weitreichender. Schleime beispielsweise benutzte die Punkästhetik neben ihren Gemälden und Bildern auch für ihre Kurzfilme.[20]

(Selbst-)Historisierung des DDR-Punk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein erster Versuch der Theoriebildung war der 1999 von Ronald Galenza und Heinz Havemeister herausgegebene Sammelband „Wir wollen immer artig sein...“ mit Aufsätzen um das Thema „DDR-Punk“.

Mitte der 2000er Jahre entstanden Dokumentarfilme und Ausstellungen in offiziellen Häusern wie z. B. die Ausstellung ostPUNK! / too much future 2005 in Berlin, 2007 im Stadtmuseum Dresden und 2008 in Halle, die große Resonanz hervorriefen. Der Ostpunk wurde in der Rezeption diskursiv an die internationale Subkultur angeschlossen.[74][75][76]

Film[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Anne Richter, Roland Steiner, Michael Lösche, Rainer Schulz, Rainer Baumert, Angelika Arnold, Johannes Jürschik, Uli Fengler: Unsere Kinder. DEFA – Studio für Dokumentarfilme, 1989[78] – Interviews mit Vertreterinnen verschiedener Subkulturen in der DDR
  • „Störung Ost 1996“: Die beiden Autorinnen Mechthild Katzorke und Cornelia Schneider lassen während einer Dampferfahrt auf der Spree in Gesprächen mit früheren Freunden die Erinnerung an gemeinsame Erlebnisse in einer Ost-Berliner Punkgruppe wieder aufleben.
  • „Too Much Future“ von Carsten Fiebeler und Michael Boehlke ist ein 2006 gedrehter deutscher Dokumentarfilm über die Punkbewegung in der DDR, der auf dem 49. Internationalen Leipziger Festival Für Dokumentar- und Animation gezeigt wurde.

Radio[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Thomas Gaevert „Vertrauliche Verschlusssache IM Punk“, Hörfunkfeature, Produktion Südwestrundfunk 2002, Erstsendung: 4. April 2002 SWR2
  • Thomas Gaevert „Otze – Vom Leben und Sterben eines deutschen Punkidols“, Hörfunkfeature, Produktion Südwestrundfunk 2010, Erstsendung: 24. April 2010 SWR2[79]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Michele Bettendorf: Ursprung Punkszene. Oder Rammstein hätte es im Westen nie gegeben. BOD, Norderstedt 2002, ISBN 3-8311-4493-1.
  • Michael Boehlke, Henryk Gericke (Hrsg.): ostPUNK – Too Much Future. Ausstellungskatalog. Künstlerhaus Bethanien, Berlin 2005, ISBN 3-932754-62-X.
    • Ronald Galenza, Heinz Havemeister: Entweder Oder im Niemandsland. S. 81–102.
    • Christoph Tannert: Punk als Kitt zwischen Keller und Künstleratelier. S. 137–149.
  • Gilbert Furian, Nikolaus Becker: Auch im Osten trägt man Westen – Punks in der DDR und was aus ihnen geworden ist (= Archiv der Jugendkulturen). Thomas Tilsner Verlag, 2000, ISBN 3-933773-51-2.
  • Michael Rauhut: Rock in der DDR. Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 2002, ISBN 3-89331-459-8.
  • Ronald Galenza und Heinz Havemeister (Hrsg.): „Wir wollen immer artig sein...“ Punk, New Wave, Hiphop und Independent-Szene in der DDR von 1980 bis 1990. Schwarzkopf und Schwarzkopf, Berlin 1999, ISBN 3-89602-637-2.
    • Michael Horschig: In der DDR hat es nie Punks gegeben S. 17–41.
    • Klaus Michael: Macht aus diesem Staat Gurkensalat. Punk und die Exerzitien der Macht. S. 72–93.
    • Susanne Binas: Kassetten als Kassiber. S. 248–259.
  • Ronald Galenza, Heinz Havemeister: Feeling B.: Punk im Osten. Mix mir einen Drink. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2002, ISBN 3-89602-418-3.
  • Anne Hahn: Pogo im Bratwurstland – Punk in Thüringen. Landeszentrale für politische Bildung Thüringen, Erfurt 2009, ISBN 978-3-937967-49-3.
  • Anne Hahn/Frank Willmann: „Satan, kannst du mir noch mal verzeihen!“ Otze und der Rest von Schleim-Keim. Ventil Verlag, Mainz 2008, ISBN 3-931555-69-0.
  • Angela Kowalczyk: Negativ und Dekadent: Ostberliner Punk Erinnerungen. CPL-Verlag, Berlin, ISBN 3-8311-2939-8.
  • C. Remath, R. Schneider: Haare auf Krawall. Jugendsubkulturen in Leipzig 1980–1991. 2. Auflage, Connewitzer Verlagsbuchhandlung, 1999/2001, ISBN 3-928833-74-X.
  • Manfred Stock/Philipp Mühlberg: Die Szene von innen – Skinheads, Grufties, Heavy Metals, Punks. LinksDruck, Berlin 1990, ISBN 3-86153-007-4.
  • Mark M. Westhusen: Zonen Punk Provinz. Punk in Halle (Saale) in den 80er Jahren. Halle (Saale) 2005 ISBN 3-9808120-4-9
  • Mark M. Westhusen, Bernd Lindner (Hrsg.): Von Müllstation und Größenwahn. Punk in der Halleschen Provinz. Nr. 11. Hasen Edition Halle/Saale, ISBN 3-939468-21-5.
    • Mark M. Westhusen: Tanz aus der Reihe! Die Dekade der Negative – Dekadenz stolpern aus Grau. S. 5–54.
    • Bernd Lindner: Punkprovinz – Provinzpunk. Zur Geschichte einer radikalen Jugendkultur in der DDR. S. 59–99
  • Michael Rauhut: Ohr an der Masse – Rockmusik im Fadenkreuz der Stasi, in: Peter Wicke/Lothar Müller (Hg.): Rockmusik und Politik, Berlin 1996.
  • Stadtmuseum Dresden (Hg.): Renitenz in Elbflorenz. Punk in Dresden 1980–1989. Extra: Anarchy in Meißen, Gröditz, Elsterwerda u. a., Begleitheft zur Ausstellung „too much future – Punk in der DDR“ vom 18. August – 14. Oktober 2007 im Stadtmuseum Dresden, Dresden 2007

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Michael Horschig: In der DDR hat es nie Punks gegeben. In: Ronald Galenza und Heinz Havemeister (Hrsg.): „Wir wollen immer artig sein...“ Punk, New Wave, Hiphop und Independent-Szene in der DDR von 1980 bis 1990. Schwarzkopf und Schwarzkopf, Berlin 1999, ISBN 3-89602-637-2, S. 10–22.
  2. Vgl. beispielsweise zur Szene in der Stadt Weimar: Axel Stefek: 1979–1989. Schrille Mischung aus Party und Provokation: Punk. In: Weimar unangepasst. Widerständiges Verhalten 1950–1989. Weimar 2014, S. 73–78.
  3. Kontraste – Auf den Spuren einer Diktatur. Glossar. Bundeszentrale für politische Bildung, 18. Mai 2006, abgerufen am 7. März 2010.
  4. Horschig: In der DDR hat es nie Punks gegeben, 1999, S. 36
  5. Horschig: In der DDR hat es nie Punks gegeben. 1999, S. 22
  6. a b Horschig: In der DDR hat es nie Punks gegeben. 1999, S. 24ff.
  7. Horschig: In der DDR hat es nie Punks gegeben 1999, S. 39
  8. Roland Galenza/Heinz Havenmeister: Entweder Oder im Niemandsland. In: Michael Boehlke, Henryk Gericke (Hrsg.): ostPUNK – Too Much Future. Ausstellungskatalog. Künstlerhaus Bethanien, Berlin 2005, ISBN 3-932754-62-X, S. 84.
  9. Axel Stefek: Untergrund auf Vinyl. Zur Veröffentlichung der Schallplatte einer Weimarer Punk-Band vor 30 Jahren. In: Gerbergasse 18. Thüringer Vierteljahresschrift für Zeitgeschichte und Politik, Heft 80, Nr. 3/2016, S. 62–65.
  10. Michael Rauhut: Rock in der DDR. Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 2002, ISBN 3-89331-459-8, S. 123 f.
  11. Rauhut: Rock in der DDR. 2002, S. 125
  12. Mark M. Westhusen: Tanz aus der Reihe! Die Dekade der Negative – Dekadenz stolpern aus Grau. In: Mark M. Westhusen, Bernd Lindner (Hrsg.): Von Müllstation und Größenwahn. Punk in der Halleschen Provinz. Nr. 11. Hasen Edition Halle/Saale, ISBN 3-939468-21-5, S. 50.
  13. Rauhut: Rock in der DDR. 2002, S. 199f.
  14. a b c Bernd Lindner: Punkprovinz – Provinzpunk. Zur Geschichte einer radikalen Jugendkultur in der DDR. In: Mark M. Westhusen, Bernd Lindner (Hrsg.): Von Müllstation und Größenwahn. Punk in der Halleschen Provinz. Nr. 11. Hasen Edition Halle/Saale, 2007, ISBN 3-939468-21-5, S. 79.
  15. Rauhut: Rock in der DDR. 2002, S. 136
  16. Klaus Farin/Eberhard Seidel-Pielen: Rechtsruck. Rassismus im neuen Deutschland. Rotbuch-Verlag, Berlin 1992, ISBN 3-88022-065-4, S. 19.
  17. Karl-Heinz Stille: Blühende Landschaften: 1990–1994. In: Booklet der 3CD Punk Rock BRD. Weird System Records, abgerufen am 11. März 2010.
  18. Manfred Stock/Philipp Mühlberg: Die Szene von innen – Skinheads, Grufties, Heavy Metals, Punks. LinksDruck, Berlin 1990, ISBN 3-86153-007-4, S. 166.
  19. Stock/Mühlberg 1990, S. 166
  20. a b c d e Carsten Fiebeler und Michael Boehlke: ostPUNK! too much future. Filmdokumentation. Deutschland 2007
  21. Paranoia: Kid Punx verpisst euch. in: Youtube-Kanal von Klorix777, Upload vom 24. Dezember 2012
  22. a b Mark Westhusen: Zonen Punk Provinz. Punk in Halle (Saale) in den 80er Jahren. Halle (Saale) 2005
  23. a b Carsten Gebhardt: AG Geige – Ein Amateurfilm, Dokumentarfilm, 79 min
  24. a b c d e Anne Hahn: Pogo auf dem Altar. In: Philipp Meinert, Martin Seeliger: Punk in Deutschland: Sozial- und kulturwissenschaftliche Perspektiven.
  25. Angela „China“ Kowalczyk: Wir haben gelebt! Berlin: CPL-Verlag 2006, ISBN 978-3-8334-8175-8
  26. Angela „China“ Kowalczyk: Punk in Pankow, Anita Tykve Verlag Berlin, ISBN 3-925434-90-9
  27. Anne Hahn: Gegenüber von China, Ventil-Verlag, Mainz 2014, ISBN 978-3-95575-025-1
  28. Pogo im Bratwurstland. Punk in Thüringen. Landeszentrale für politische Bildung Thüringen, Erfurt 2009, ISBN 978-3-937967-49-3
  29. Anne Hahn, Frank Willmann: Satan, kannst du mir nochmal verzeihen, Otze Ehrlich, Schleimkeim und der ganze Rest. Ventil, Mainz 2008, ISBN 978-3-931555-69-6
  30. Susanne Binas-Preisendörfer: Im musikalischen Niemandsland – unerhörte Produktionen am Rande der Rockkultur. In: Sound Exchange, Experimental Music Cultures in Central and Eastern Europe, Anthologie, 2012/1991
  31. Prof. Dr. Susanne Binas-Preisendörfer, Lebenslauf, in: Website der Universität Oldenburg
  32. Popel und Kröte. In: Der Spiegel, 13. Mai 1996
  33. Mechthild Katzorke und Cornelia Schneider: Störung Ost – Punks in Ostberlin 1981–1983, ZDF, Das kleine Fernsehspiel, 1996, in: Youtube-Kanal von 23Kaothi23, Upload vom 14. September 2009
  34. „Befehl Nr. 11/66 zur politisch-operativen Bekämpfung der politisch-ideologischen Diversion und Untergrundtätigkeit unter jugendlichen Personenkreisen der DDR“ in der Mediathek der Stasi-Unterlagen-Behörde
  35. a b c d e f Anne Hahn, Frank Willmann: Der weiße Strich: Vorgeschichte und Folgen einer Kunstaktion an der Berliner Mauer. CH. Links, Berlin, 2011
  36. Gefangenenkarte der Stasi zur Inhaftierung von Bernd Stracke am 2. Dezember 1985, als Straftat ist „Rowdytum“ angegeben, in: Website Punkfoto
  37. Stock/Mühlberg 1990, Seite 72 sowie diverse Interviews, S. 176–224
  38. Anne Hahn/Frank Willmann: „Satan, kannst du mir noch mal verzeihen!“ Otze und der Rest von Schleim-Keim. Ventil Verlag, Mainz 2008, ISBN 3-931555-69-0, S. 129.
  39. Hahn: Pogo im Bratwurstland – Punk in Thüringen 2009, S. 20
  40. Astrid Reinberger: DDR-Punk: "Für mich war klar, ich geh' nach Hamburg". NDR online, archiviert vom Original am 11. November 2010, abgerufen am 31. März 2010.
  41. Andreas Kuno Richter: Der Verrat – Wie die Stasi Kinder und Jugendliche als Spitzel missbrauchte. RTL 2010
  42. Landschaft mit Argonauten, in: Katalog des Historischen Museums Berlin „Boheme und Diktatur in der DDR. Gruppen, Konflikte, Quartier 1970–1989“, Onlineversion
  43. Besser Anders – Leipziger Subkulturen zwischen Rebellion und Anpassung, TV-Doku, 2011, in: Youtube-Kanal von VILLAKeller, Upload vom 22. Februar 2012
  44. Hahn: Pogo im Bratwurstland – Punk in Thüringen. 2009, S. 25f.
  45. Anne Hahn, Frank Willmann: „Satan, kannst Du mir noch mal verzeihen? Otze Ehrlich, Schleimkeim und der ganze Rest“. Ventil-Verlag, Mainz 2008
  46. Subkultur & Stasi in der DDR, RBB 2008, in: Youtube-Kanal von Born in DDR, Upload vom 8. April 2010
  47. Ministerium für Staatssicherheit der DDR: Informationen 1984, Bl. 4, zit. n. Michael Rauhut: Rock in der DDR, Bonn 2002, S. 115.
  48. BStU, ZA, SED-KL399, Bl. 5, zit. n. Michael Rauhut: Rock in der DDR, Bonn 2002, S. 116.
  49. Stock/Mühlberg: Die Szene von innen – Skinheads, Grufties, Heavy Metals, Punks. 1990, S.173
  50. Bernd Lindner: Punkprovinz – Provinzpunk. Zur Geschichte einer radikalen Jugendkultur in der DDR. 2007, S.79
  51. a b Westhusen: Tanz aus der Reihe! Die Dekade der Negative – Dekadenz stolpern aus Grau. 2007, S.62
  52. Klaus Michael: Macht aus diesem Staat Gurkensalat. Punk und die Exerzitien der Macht. In: Ronald Galenza und Heinz Havemeister (Hrsg.): „Wir wollen immer artig sein...“ Punk, New Wave, Hiphop und Independent-Szene in der DDR von 1980 bis 1990. Schwarzkopf und Schwarzkopf, Berlin 1999, ISBN 3-89602-637-2, S. 85 f.
  53. Konstantin Hanke: Ostpunk auf Schallplatte. In: Ox. Abgerufen am 20. September 2009.
  54. Michael: Macht aus diesem Staat Gurkensalat. Punk und die Exerzitien der Macht 1999, S. 47
  55. zitiert nach Michael 1999: Macht aus diesem Staat Gurkensalat. Punk und die Exerzitien der Macht, S. 88
  56. zitiert nach Nichts gewonnen nichts verloren Vol. 2, CD 2002, Höhnie Records
  57. Michael: Macht aus diesem Staat Gurkensalat. Punk und die Exerzitien der Macht 1999, S. 91
  58. Interview mit Lutz Schramm in: Galenza/Havemeister: „Wir wollen immer artig sein...“ Punk, New Wave, Hiphop und Independent-Szene in der DDR von 1980 bis 1990. 1999 S. 294
  59. a b Susanne Binas: Kassetten als Kassiber. In: Ronald Galenza und Heinz Havemeister (Hrsg.): „Wir wollen immer artig sein...“ Punk, New Wave, Hiphop und Independent-Szene in der DDR von 1980 bis 1990. Schwarzkopf und Schwarzkopf, Berlin 1999, ISBN 3-89602-637-2, S. 250.
  60. a b DDR-punk in Rostock, in: Likedeeler Nr. 19, Frühjahr 2008
  61. Heimat Kassetten auf Discogs
  62. Privatarchiv Grund, Thomas, in: Thüringer Archiv für Zeitgeschichte „Mathias Domaschk“. In: Website des Thüringer Archiv für Zeitgeschichte „Mathias Domaschk“
  63. a b Roland Galenza/Heinz havemeister: Diskografie und Kassettografie. In: Ronald Galenza und Heinz Havemeister (Hrsg.): „Wir wollen immer artig sein...“ Punk, New Wave, Hiphop und Independent-Szene in der DDR von 1980 bis 1990. Schwarzkopf und Schwarzkopf, Berlin 1999, ISBN 3-89602-637-2, S. 379–390.
  64. Galenza/Havemeister: Entweder Oder im Niemandsland. 2005, S. 84
  65. Galenza/Havemeister: Entweder Oder im Niemandsland 2005, S. 96/98
  66. Anne Hahn: Pogo im Bratwurstland – Punk in Thüringen. Landeszentrale für politische Bildung Thüringen, Erfurt 2009, ISBN 978-3-937967-49-3, S. 64.
  67. Anne Hahn/Frank Willmann: Satan, kannst du mir nochmal verzeihen. Otze Ehrlich, Schleimkeim und der ganze Rest. Ventil Verlag, Mainz 2008, ISBN 978-3-931555-69-6, S. 14.
  68. Christian „Flake“ Lorenz: „Mir fehlt die DDR“. einestages, 18. Februar 2008, abgerufen am 30. März 2010.
  69. Christoph Tanner: Punk als Kitt zwischen Keller und Künstleratelier. In: Michael Boehlke, Henryk Gericke (Hrsg.): ostPUNK – Too Much Future. Ausstellungskatalog. Künstlerhaus Bethanien, Berlin 2005, ISBN 3-932754-62-X, S. 137.
  70. Christoph Tanner: Punk als Kitt zwischen Keller und Künstleratelier 2005, S. 142
  71. Christoph Tanner: Punk als Kitt zwischen Keller und Künstleratelier 2005, S. 144f.
  72. Christoph Tanner 2005, S. 144
  73. Christoph Tannert: Vierte Wurzel aus Zwitschermaschine. In: Ronald Galenza und Heinz Havemeister (Hrsg.): Wir wollen immer artig sein…. Punk, New Wave, HipHop, Independent-Szene in der DDR 1980–1990. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 1999, S. 196.
  74. too much future / Punk in der DDR / Ausstellung Dresden 2007, in: Website von too much future
  75. Anke Westphal: Die unartige Kampfreserve. In: Berliner Zeitung, 26. August 2005
  76. Torben Ibs: DDR-Punk als Installation. Die Ausstellung „Too much future“ im Stadtmuseum Halle beleuchtet die Punk-Szene der DDR. In Leipzig-Almanach, 17. März 2008
  77. Ole Detlefsen: Flüstern und Schreien Pogo bis zum Mauerfall: Der musikalische Untergrund in der DDR. Eßlinger Zeitung, 7. November 2009, abgerufen am 23. März 2010.
  78. Unsere Kinder DDR Doku, in: Youtube-Kanal von Thomas Gerlach, Upload vom 3. Februar 2015
  79. Thomas Gaevert: Otze – Vom Leben und Sterben eines deutschen Punkidols, Hörfunkfeature, SWR 2010, Manuskript