Ralph Caspers

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Ralph Caspers

Ralph Caspers (* 18. Januar 1972 auf Borneo) ist ein Fernsehmoderator, Autor und Drehbuchautor.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Caspers’ Eltern wanderten 1972 nach Borneo aus, um für eine Hilfsorganisation Affen großzuziehen; dort wurde er geboren. Als seine Mutter erneut schwanger wurde, reisten sie zurück nach Deutschland, um nicht ein zweites Kind im Urwald großziehen zu müssen. Dazu existiert die Geschichte, er kenne sein genaues Geburtsdatum nicht,[1] da er erst in Deutschland eine Geburtsurkunde erhalten hätte. Diese Angaben bezeichnete er jedoch in der Sendung Zimmer frei! vom 21. Februar 2010 (ab der 9. Sendeminute) als „Quatsch“.

Nach der Scheidung seiner Eltern 1977 lebte er mit seiner Schwester beim Vater, später bei der Mutter. Bis er 1991 in Neunkirchen-Seelscheid am Antoniuskolleg sein Abitur machte, lebte er unter anderem in Berlin-Spandau, Caracas (Venezuela), am Amazonas, im Rhein-Sieg-Kreis und in Köln-Ehrenfeld. Er ist verheiratet und Vater von zwei Söhnen und einer Tochter.

Seit November 2011 ist Ralph Caspers einer der deutschen Botschafter der UN-Dekade Biologische Vielfalt.[2] Außerdem unterstützt er als Botschafter das Wahlprojekt Kinder- und Jugendwahl U18, bei dem Kinder und Jugendliche vor Landtags- oder Bundestagswahlen ihre Stimme abgeben können und so an die Themenbereiche Politik, Wahlen und Demokratie herangeführt werden sollen.[3]

Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Zivildienst in der Pathologie und Arbeiten in einem Schlachthof und einer Werbeagentur absolvierte Caspers diverse Praktika im technischen Bereich (Kamera etc.) in Fernsehproduktionsfirmen. Später dachte er sich Spiele für die Sat.1-Sendung Geh aufs Ganze! aus. Dort „entdeckte“ ihn Super RTL und produzierte mit ihm 1995 Muuh – Das Tiermagazin.[1]

1996 wechselte Caspers zum Westdeutschen Rundfunk (WDR) und moderierte mit Shary Reeves und Tina Halverscheidt ab Januar 1998 den Maus Club. 1997 bis 2002 studierte er an der Kunsthochschule für Medien Köln (KHM); seine Diplomarbeit mit dem Thema „Die Entwicklung einer Fernsehsendung“ wurde unter dem Titel Late Morgen am 16. Februar 2003 im Ersten ausgestrahlt. Es handelte sich hierbei um die erste und einzige Late Night Show für Kinder, die am Morgen lief.

Im Jahr 1999 folgte Caspers’ erste Moderation der Sendung mit der Maus, die er seit September 1999 im Wechsel mit Armin Maiwald und Christoph Biemann gestaltet.[1] Anlässlich des Maus-Geburtstages bereiste er 2005 Japan (Tokio), 2008 die Türkei (Ankara), 2009 Indien (Neu-Delhi), 2010 Südafrika (Pretoria/Tshwane), 2012 Brasilien (Brasília), 2013 Griechenland (Athen) und 2014 Island (Reykjavík). Außerdem besuchte er im Juli 2009 die Aardman Studios in Bristol (England), in denen die Filme mit Shaun dem Schaf entstehen. Für Maus-Fans pflegt Caspers ein Online-Tagebuch.

Von 1999 bis 2002 hatte Caspers im KiKA seine eigene für Kinder gedachte Talkshow QuasselCaspers. Seit 2001 steht er mit Shary Reeves beim Wissensmagazin Wissen macht Ah! vor der Kamera, für das er teilweise auch die Drehbücher verfasst.[1] An besonderen Feiertagen wurde von 2003 bis 2004 zusätzlich sein neuartiges Reportage-Magazin Neufundland ausgestrahlt. Dabei moderierte Caspers zwischen kurzen Filmbeiträgen hinter dem Steuer einer fahrenden goldenen Limousine aus den 1970er Jahren. Insgesamt wurden fünf Folgen gedreht, die jeweils 30 Minuten lang waren. Zudem ist er einer der Experten der Quizshow Frag doch mal die Maus.

Als Teil der medienpädagogischen Offensive „WDR Kinderwelt“ wurde ein Besucherfilm mit Caspers produziert: Die wunderbare Welt des WDR – eine Reise durch Fernsehen, Radio und Internet. Dieser knapp 18 Minuten lange Film wurde am 12. Dezember 2009 im WDR gesendet und seit dem 16. Dezember 2009 den Besuchern des „WDR Kinderstudios“ in Köln gezeigt. Die WDR-Fernsehreihe Quarks & Co. moderiert Caspers seit 2009 vertretungsweise. In Quarks & Caspers werden wissenschaftliche Sachverhalte anschaulich erklärt.

Im September 2004 erschien Caspers’ erstes Buch mit dem Titel Wissen macht Ah!.

Seit 2010 moderiert er im KiKA zusammen mit Christine Henning die Sendung Du bist kein Werwolf – Über Leben in der Pubertät. Von Juli 2012 bis Frühjahr 2013 wirkte er bei Null gewinnt an der Seite von Dieter Nuhr mit.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Prix Jeunesse International 2002 für „Können Schweine schwimmen?“ aus der Sendung mit der Maus.[4]
  • Emil (Kinderfernsehpreis) 2008 für seine Moderationen in diversen Sendungen
  • Ralph Caspers wurde 2009 zusammen mit Alina Freund mit dem Goldenen Spatzen als bester Moderator ausgezeichnet[5].
  • Erich-Kästner-Fernsehpreis 2010 für das Südafrika-Spezial in der Sendung mit der Maus.[6]
  • Ferner erhielt er den Silver Screen Award in Los Angeles.
  • Kinderfernsehpreis des Robert-Geisendörfer-Preises 2011 zusammen mit Katja Engelhardt für ihr Südafrika-Spezial der Sendung mit der Maus
  • Grimme-Preis 2012 für Du bist kein Werwolf
  • Emil (Kinderfernsehpreis) 2012 für Du bist kein Werwolf

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ralph Caspers – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Wissen macht Ah! : Ralph Caspers – Moderator, Drehbuchautor, Klugscheißer. DasErste.de, abgerufen am 26. März 2010.
  2. Liste der Botschafter auf den Seiten der UN-Dekade Biologische Vielfalt
  3. U18-Botschafter Ralph Caspers über das U18-Projekt. In: u18.org. Abgerufen am 25. Juli 2013.
  4. Preisträgerliste vom Prix Jeunesse International (PDF-Datei; 2,44 MB)
  5. Finanznachrichten, Pressemitteilung Goldener Spatz
  6. Preisträger 2010