SBB GmbH

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SBB GmbH

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Rechtsform GmbH
Gründung 2005
Sitz Konstanz, Deutschland
Leitung Patrick Altenburger
Mitarbeiterzahl 91[1]
Branche Transportunternehmen
Website www.sbb-deutschland.de
Stand: 31. Dezember 2017

Ein Zug der Regio S-Bahn in Lörrach
„Seehas“ nach Engen im Hauptbahnhof Konstanz
Reisezugwagen des Allgäu-Express

Die SBB GmbH ist ein Tochterunternehmen der Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) – Division Personenverkehr – mit Sitz in Konstanz in Deutschland. Sie ist seit 2003 für den Betrieb diverser Bahnlinien in Deutschland und seit Dezember 2006 für nahezu den kompletten Nahverkehr auf der Basler Verbindungsbahn zuständig. Im Geschäftsjahr 2012 beförderte die Gesellschaft 13 Mio. Fahrgäste.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als die Schweizerischen Bundesbahnen den Zuschlag für die Betriebsführung der heutigen S5 und S6 der S-Bahn Basel – der sogenannten Wiesentalbahn zwischen Basel und Zell im Wiesental – erhielten, gründeten diese im Jahre 2002 die SBB GmbH mit Sitz in Lörrach. Für den Betrieb in Deutschland wurden kurzfristig sechs RBDe 560 der SBB umgebaut, welche die Bezeichnung RBDe 561 erhielten und dauerhaft an die SBB GmbH vermietet wurden.

Ein ähnliches Unternehmen existierte in Konstanz in Form der Mittelthurgaubahn Deutschland GmbH, aus welcher nach Insolvenz der Muttergesellschaft Mittelthurgaubahn (MThB) die EuroThurbo GmbH entstand. Die EuroThurbo war formal eine Tochtergesellschaft der als Auffanggesellschaft für die insolvente MThB gegründeten Thurbo, an welcher die SBB seit Gründung 90 % des Aktienkapitals halten. Die übrigen 10 % der Thurbo übernahm der Kanton Thurgau, der allerdings nicht bereit war, im Ausland Risiken zu tragen, und die Übertragung der EuroThurbo an die SBB GmbH vorantrieb.

Per Anfang 2005 fusionierte die SBB GmbH (alt) mit der EuroThurbo GmbH zur SBB GmbH (neu) mit den genannten Linien der Regio-S-Bahn Basel sowie den früheren EuroThurbo-Strecken Seehas (Strecke KonstanzRadolfzellSingen (Hohentwiel)Engen, auch bekannt als Hegau-Bodensee-Bahn) und Seehäsle (Strecke Radolfzell–Stockach), inklusive des weiter bei der Thurbo immatrikulierten Rollmaterials für die beiden Linien. Auch der Betrieb des Allgäu-Express auf der Strecke MünchenBuchloeKaufbeurenKempten (Allgäu)Oberstdorf, um den sich die EuroThurbo zusammen mit der Bayerischen Länderbahn beworben hatte und den sie seit Dezember 2003 gemeinsam führten, wechselte zur SBB GmbH. Mit der Fusion durch Übernahme der EuroThurbo wurde nun Konstanz der Sitz der SBB GmbH. Örtliche Betriebsleitungen bestehen bzw. bestanden in Konstanz, Lörrach und – bis 8. Dezember 2007 – in Kempten (Bayern).

Aufgrund des schadhaften Rollmaterials für das Seehäsle und den daraus resultierenden Zugausfällen wurde Anfang 2006 der noch aus der Zeit der Mittelthurgaubahn stammende Vertrag vorzeitig zum Jahresende 2006 aufgelöst. Ab Dezember 2006 übernahm die Hohenzollerische Landesbahn den Betrieb des Seehäsle. Am Allgäu-Express ("ALEX I") war die SBB GmbH bis 8. Dezember 2007 beteiligt, danach übernahm die Bayerische Länderbahn den Alleinbetrieb.

Rollmaterial[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Betriebsteil Lörrach: Wiesentalbahn und Gartenbahn

  • RABe 521 001 bis 010 («Stadler Flirt»)
    Die übrigen Basler FLIRT-Fahrzeuge 521 011 bis 521 030 können ebenfalls eingesetzt werden. 521 001 ist auf den Namen "RegioTriRhena", 521 002 auf den Namen "Riehen", 521 003 auf den Namen "Weil am Rhein" und 521 004 auf den Namen "Lörrach" getauft.

Betriebsteil Konstanz: Seehas

  • RABe 521 201 bis 209 ex 526 651 bis 659 («Stadler Flirt»)

Ehemaliges Rollmaterial[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Betriebsteil Konstanz kam, bis zum Eintreffen der bestellten neun Flirt-Triebzüge, das alte Rollmaterial zum Einsatz, welches noch auf die Mittelthurgaubahn (MThB) zurückging. Mit dem Rückzug des Kantons Thurgau aus dem Aktionariat der EuroThurbo per Ende 2004 und der Mitte 2005 beschlossenen Fusion von SBB (Deutschland) GmbH und EuroThurbo GmbH, bereinigte man auch das Rollmaterial. Das modernisierte EAV-Rollmaterial aus den 1960er-Jahren und die modernisierten Leichtstahlwagen aus den 1940er-Jahren standen ohnehin zur Verwertung an und verblieben daher bei der Thurbo. Die vier NPZ-Garnituren aus den 1990er-Jahren passten hingegen zu den übrigen 126 Garnituren im SBB-Bestand und wechselten von der Thurbo zu den SBB, wo sie bis Mitte 2006 von den Seehas-Flirt abgelöst wurden.

Die für das Seehäsle beschafften drei Diesel-GTW und die beiden umgebauten Steuerwagen wechselten ebenfalls zu den SBB. Im Betrieb hatten die GTW immer mehr Ausfälle zu verzeichnen, die Kosten für Ersatzfahrzeuge und Sanierungsarbeiten stiegen. Die Steuerwagen kamen 2005 erstmals überhaupt in den Einsatz, der sporadische Einsatz endete allerdings mit dem Ausfall aller drei GTW. Nach einer letzten Sanierung kamen die GTW ab Mitte 2006 noch bis zum Betreiberwechsel zur Hohenzollerischen Landesbahn (HzL) per Fahrplanwechsel im Dezember 2006 zum Einsatz. Danach wurden sie via Zwischenhändler an die Ferrovie del Sud Est (FSE) verkauft.

Baureihe Hersteller Baujahr Herkunft Stückzahl Ausrangiert Bemerkungen
Serie Nummern total heute
Triebwagen
RBDe 566 631–634 SWG/SIG/ABB 1994 THB (2005) (Üb)004 0 2006 zur SBB übertragen (RBDe 561 171–174)
Bm 596 671–673 STAG 1996–1997 THB (2005) (Üb)003 0 2006 2007 an FSE verkauft
Steuerwagen
Bt 211–216 SWG/SIG/ABB 1994 THB (2005) (Üb)006 0 2006 zur SBB übertragen (Bt 971–976)
Bt 231–232 1962–1963 THB (2005) (Üb)002 0 2006 ex SZU Bt 997–998; 2007 an FSE verkauft
Personenwagen
AB 161–164 1995 THB (2005) (Üb)004 0 2006 zur SBB übertragen (AB 671–674)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Jahresabschluss zum 31. Dezember 2017 im elektronischen Bundesanzeiger