Uhldingen-Mühlhofen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Uhldingen-Mühlhofen
Uhldingen-Mühlhofen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Uhldingen-Mühlhofen hervorgehoben
47.7438888888899.2447222222222429Koordinaten: 47° 45′ N, 9° 15′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Tübingen
Landkreis: Bodenseekreis
Höhe: 429 m ü. NHN
Fläche: 15,66 km²
Einwohner: 7886 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 504 Einwohner je km²
Postleitzahl: 88690
Vorwahl: 07556
Kfz-Kennzeichen: FN
Gemeindeschlüssel: 08 4 35 066
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Aachstraße 4
88690 Uhldingen-Mühlhofen
Webpräsenz: www.uhldingen-muehlhofen.de
Bürgermeister: Edgar Lamm (CDU)
Lage der Gemeinde Uhldingen-Mühlhofen im Bodenseekreis
Bodensee Österreich Schweiz Bayern Bermatingen Daisendorf Deggenhausertal Eriskirch Frickingen Friedrichshafen Hagnau am Bodensee Heiligenberg (Bodenseekreis) Immenstaad am Bodensee Kressbronn am Bodensee Langenargen Markdorf Meckenbeuren Meersburg Neukirch (Bodenseekreis) Oberteuringen Owingen Salem (Baden) Sipplingen Stetten (Bodenseekreis) Tettnang Überlingen Überlingen Uhldingen-Mühlhofen Landkreis Konstanz Landkreis Konstanz Landkreis Ravensburg Landkreis SigmaringenKarte
Über dieses Bild

Uhldingen-Mühlhofen ist eine Gemeinde im Bodenseekreis, in Baden-Württemberg, Deutschland. Die Gemeinde ist staatlich anerkannter Erholungsort.[2]

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Uhldingen-Mühlhofen liegt am Nordufer des Bodensees etwa sieben Kilometer östlich von Überlingen und drei Kilometer westlich von Meersburg, mit Blick auf die Insel Mainau, den Bodanrück und nach Süden in die am anderen Ufer angrenzenden Ländern Schweiz und Österreich, auf das Alpenmassiv.[2] Die Gemeindefläche beträgt 15,66 Quadratkilometer. Zwischen der Ortschaft Unteruhldingen (südwestlicher Gemeindeteil von Uhldingen-Mühlhofen) im Süden und dem Weiler Seefelden (westlicher Gemeindeteil von Uhldingen-Mühlhofen) im Norden fließt die Seefelder Aach im Naturschutzgebiet Seefelder Aachmündung in den Überlinger See (Nordwestteil des Obersees). Das rund 55 Hektar große Naturschutzgebiet ist Lebensraum zahlreicher seltener und zum Teil vom Aussterben bedrohter Fische, Insekten, Wasservögel, Reptilien und Amphibien. Als Tierbestand ist der Haubentaucher und die Tafelente, als Pflanzen die Silberweide und der Gewöhnliche Schneeball zu nennen.[3]

Gliederung[Bearbeiten]

Die Gemeinde Uhldingen-Mühlhofen entstand durch den Zusammenschluss der früheren selbstständigen Gemeinden Oberuhldingen, Mühlhofen und Unteruhldingen im Zuge der Gemeindereform in Baden-Württemberg.[2] Sie setzt sich zusammen aus den Ortsteilen Mühlhofen (mit dem Weiler Gebhardsweiler, dem Gehöft Hallendorf und die Häuser Im Fölle), Oberuhldingen (mit den Weilern Obermaurach und Seefelden, dem Gehöft Oberhof und die Häuser Birnau, Reißmühle, Schloss und Wilhelmshof) und Unteruhldingen.[3] Mit einer Fläche von 811 Hektar bildet Oberuhldingen das Zentrum der Gemeinde und deren bevölkerungsreichster Ortsteil. Unteruhldingen ist ein verkehrsberuhigter Erholungsort und bildet den touristischen Mittelpunkt der Gemeinde.[3]

Wappen Teilort Fläche[3]
Mühlhofen Mühlhofen 631 ha
Oberuhldingen Oberuhldingen 811 ha
Unteruhldingen Unteruhldingen 122 ha

Klima[Bearbeiten]

Uhldingen-Mühlhofen hat ein sonniges Klima [2] mit 2077 Sonnenstunden im Jahr 2008, das sind die drittmeisten in Deutschland.[4][5] Die Wetterstation Unteruhldingen-Pfahlbaumuseum (47° 43′ 48″ N, 9° 13′ 48″ O47.739.23; 398 m ü. NN), die diese Daten lieferte, ist vom Wetterdienst Meteomedia vernetzt.

Geschichte[Bearbeiten]

Seefelden, Maurach und die Wallfahrtskirche Birnau um 1809
Luftbild der Gemeinde und der Insel Mainau im Hintergrund

Das Bodenseeufer in der Gegend von Unteruhldingen war nachweislich bereits in der Steinzeit und der Bronzezeit, also zwischen 4000 und 850 Jahren vor Christus, von Jägern und Fischern besiedelt[3], wie archäologische Funde belegen. Zur Zeit des Römischen Reiches mag es dort eine Hafenanlage gegeben haben; Münzfunde aus dem 1.  Jahrhundert n. Chr. sprechen dafür. Oberuhldingen lag an dem Römerweg von Meersburg ins heutige Salemer Tal. Dort wurden auch Reste eines römischen Gutshofs gefunden.

Die Pfarrei Seefelden wurde möglicherweise bereits im 7. Jahrhundert gegründet (urkundlich erwähnt wurde sie erstmals 1165) und gehört mit Bermatingen, Aufkirch und Kloster Reichenau zu den Urkirchen des nördlichen Bodenseegebiets, wäre also ein Zeuge der ersten Christianisierungswelle durch das Fränkische Reich. Sie war dem Bischof von Konstanz unterstellt.

Der Ortsname Uhldingen ist 1058 als Oweltinga/Ouweltingen erstmals urkundlich belegt; später Uoldingen und Ueldingen. Der Ort trägt den Namen des Sippenältesten Owalt aus alemannischer Zeit. Mühlhofen wird erstmals 1165 als Mulnhoven erwähnt.

Siehe auch: Burg Zielbühl

Im 12. Jahrhundert begann die Reichsabtei Salem, in Uhldingen und Umgebung gezielt Besitz anzukaufen. Vermutlich in Seefelden wurde 1227 ein Kloster der Zisterzienserinnen gegründet, das unter Salemer Obhut stand. Wenige Jahre später wurde es auf Veranlassung des Salemer Abtes Eberhard von Rohrdorf nach Baindt verlegt.

1348 suchte die Pest die Gegend heim; zwei Bildstöcke im Flurgebiet Herberge erinnern daran.

Am Hügel Zihlbühl, in der sogenannten Knappenhöhle, wurde im Mittelalter nach Gold gegraben, das sich in dem weichen Molassesand jedoch nur in spärlichen Mengen fand.

Auf dem unteren Lichtenberg stand eine Burg, die 1499 im Schwabenkrieg zerstört und 1525 abgetragen wurde. Sie war der Sitz der Herren von Oberrieden.

Das Salemer Gebiet um 1765
Im unteren Bereich ist das Bodenseeufer zu sehen, das von Nußdorf bis kurz vor Unteruhldingen zu Salem gehörte

Ab 1264 gehörten die Dörfer Oberuhldingen, Mühlhofen und Seefelden zum Territorium der Reichsabtei Salem. Unteruhldingen lag auf dem benachbarten Gebiet der Grafschaft Heiligenberg, die ab 1516 dem Fürstenhaus Fürstenberg gehörte. Für das Jahr 1175 dokumentiert eine Urkunde von Kaiser Friedrich Barbarossa den bestehenden Schiffsverkehr zwischen Unteruhldingen und Konstanz. Seit 1222 werden die Ortsteile (Unter-) Uhldingen als Hafen und Oberuhldingen unterschieden.

Die Hafenorte Maurach und Unteruhldingen waren Warenumschlagplätze für Güter aus dem Salemer Tal und für das Salz, das Salem aus den klostereigenen Salzminen im Salzkammergut importierte. Ein versunkenes Salzschiff liegt heute noch auf dem Grund des Sees vor der Unteruhldinger Schiffslandestelle. Auch der Bischof von Konstanz hatte hier Besitz. Ab 1733 war der Uhldinger Hafen der Hauptausfuhrhafen der Grafschaft Heiligenberg.

Nach der Säkularisation 1803/1804 gingen die Orte an das Großherzogtum Baden über und wurden zu den selbständigen Gemeinden Oberuhldingen, Unteruhldingen und Mühlhofen.

Von 1939 bis zur Kreisreform 1973 gehörten diese dem Landkreis Überlingen an, seither dem Bodenseekreis. Seit dem 1. Januar 1972 sind Unteruhldingen, Oberuhldingen und Mühlhofen zur Gemeinde Uhldingen-Mühlhofen zusammengeschlossen.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Jahr 1871 1900 1933 1950 1961 1970 1987
Einwohner 888 1752 1734 2433 3194 4539 5521

Mit seinen heute fast 8000 Einwohnern (Stand November 2010) hat die Gemeinde seit der Gemeindereform ein enormes Wachstum hinter sich.[2]

Politik[Bearbeiten]

Uhldingen-Mühlhofen hat sich mit der Stadt Meersburg und den Gemeinden Daisendorf, Hagnau und Stetten zu einem Gemeindeverwaltungsverband zusammengeschlossen.

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat hat 18 Mitglieder. Die Kommunalwahl am 7. Juni 2009 führte bei einer Wahlbeteiligung von 49,0 % (- 8,1) zu folgendem Ergebnis:[6]

Partei/Liste Stimmenanteil + / - Sitze + / -
CDU 25,7 % −3,3 5 −1
SPD 10,2 % +3,1 2 +1
Bürger- und Umweltforum (BuF) 12,5 % +4,2 2 +1
Freie Wähler* 51,6 % −0,7 3 −1
Junge Bürger* 3
Pro Gemeinde* 3

* Die Zahlen dieser Wählervereinigungen werden in der Landesstatistik zusammengefasst.

Bürgermeister[Bearbeiten]

Ehemalige Gemeinde Oberuhldingen
  • bis 1972: Anton Keßler
Ehemalige Gemeinde Unteruhldingen
  • 1967–1972: Walter Bühler
Ehemalige Gemeinde Mühlhofen
  • bis 1972: Eugen Schaible
Uhldingen-Mühlhofen
  • 1972 (Amtsverweser): Walter Bühler
  • 1972–1996: Karl-Heinz Weber (Freie Wähler)
  • 1996–2004: Ralph Bürk (GRÜNE)
  • seit 2004: Edgar Lamm (CDU)

Wappen[Bearbeiten]

Uhldingen-Mühlhofen Wappen.svg

Das Wappen der Gemeinde Uhldingen-Mühlhofen symbolisiert mit drei stilisierten Rosen auf rotem Grund das Aufblühen der drei Ortsteile. Die drei Segmente mit blauen Wellen auf weißem Grund stehen für den Bodensee und die Seefelder Aach, die vom Salemer Tal kommend durch das Gemeindegebiet fließt und bei Seefelden in den Bodensee mündet.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Pfahlbauten in Unteruhldingen
Rekonstruierte Pfahlbauten
Baumschnüffler im Reptilienhaus

Parallel zum Seeufer führt der Bodensee-Radweg von Meersburg entlang des Ufers bis nach Unteruhldingen, durchquert dann das Naturschutzgebiet vor Seefelden und führt dann weiter nach Überlingen. Der Bodensee-Rundweg führt ebenfalls über Unteruhldingen und weicht teilweise vom Bodensee-Radweg ab. Aber auch der ufernähere Weg von Meersburg nach Überlingen kann von Wanderern benutzt werden. Des Weiteren gibt es den rund zwei Kilometer langen historischen Zeitweg, der 10.000 Jahre Landschafts- und Kulturgeschichte an über 20 Stationen widerspiegelt. Er beinhaltet steinzeitliche Versuchsanpflanzungen und Informationen von der Eiszeit bis in die Neuzeit.[3]

Museen[Bearbeiten]

  • Das Pfahlbaumuseum Unteruhldingen ist ein Freilichtmuseum, das archäologische Funde und Nachbauten von Pfahldörfern aus der Stein- und Bronzezeit präsentiert. Es stellt den touristischen Anziehungspunkt in der Gemeinde mit jährlich über 270.000 Besuchern dar.[3] Die ersten Pfahlbauten waren Rekonstruktionen aus dem Jahr 1922, die auf Grundlage der Ausgrabungen im Moor bei Bad Schussenried und am Federsee gestaltet wurden. Die Idee zur Errichtung der ersten beiden Häuser in Unteruhldingen wurde vom örtlichen Bürgermeister Georg Sulger, vom Überlinger Stadtarchivar Victor Mezger und vom dortigen Amtsvorstand Hermann Levinger 1921 gefasst und unterstützt nach einem Vortrag Hans Reinerths über die Ausgrabungen am Federsee. Das Museum befindet sich seit seiner Gründung im Jahre 1922 in der Trägerschaft des Vereins für Pfahlbau- und Heimatkunde e. V., mit aktuell 610 Mitgliedern. Der wegen seiner Nazi-Vergangenheit umstrittene Archäologe Hans Reinerth leitete nach 1945 bis 1990 das Museum in Unteruhldingen. Seit 1990 ist der Archäologe Gunter Schöbel für das Museum mit angegliedertem Forschungsinstitut verantwortlich. 1996 erfolgte der Ausbau eines neuen Museums mit Archiv- und Ausstellungsräumen. Der Bestand an rekonstruierten Pfahlbauhäusern wuchs auch durch die Unterstützung mehrerer europäischer Projekte von 13 auf inzwischen 23.
    Die Pfahlbauten gehören zum 2011 geschaffenen UNESCO-Welterbe Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen.
  • Ebenfalls als Museum, allerdings mit lebenden Tieren, gilt das 1975 in Unteruhldingen gegründete und staatlich anerkannte Reptilienhaus, in dem Schlangen, Echsen und Spinnen gehalten werden. Zuerst war es im alten Schulgebäude untergebracht, das heute das Haus des Gastes beherbergt. Von 1993 bis 2005 war das Reptilienhaus in Sipplingen beheimatet, seit 2005 ist es in einem neuen Gebäude direkt am Ortsrandparkplatz in Unteruhldingen untergebracht. Das Reptilienhaus finanziert sich ausschließlich selbst über die Eintrittsgelder und den Verkauf von Souvenirs. Als Auffangstation für Reptilien hat das Haus über die Jahre immer mehr Tiere bekommen, die beschlagnahmt wurden, oder die der ursprüngliche Besitzer nicht mehr länger halten konnte oder wollte. Dass es allen Tieren hier sehr gut geht, ist auch am Alter der Tiere zu bemerken. Das älteste Tier, eine Kapkobra (naja nivea), ist mittlerweile schon seit 1976 im Reptilienhaus.
  • In der Spek'sche Fabrik in Mühlhofen, die jahrzehntelang eine Maschinenweberei war, hat sich ein Kulturbetrieb mit angeschlossener Gastronomie etabliert.[3]
  • Das "Traktormuseum Bodensee" mit über 150 Traktoren auf rund 10.000 Quadratmetern im Ortsteil Gebhardtsweiler ist seit 28. März 2013 geöffnet.[2]

Bauwerke[Bearbeiten]

Die Wallfahrtskirche Birnau bei Maurach
Schloss Maurach
St. Martin in Seefelden
  • Das barocke Schloss Maurach unterhalb der Wallfahrtskirche diente einst dem Kloster als Wirtschaftsgebäude und Hafen sowie den Äbten als Sommersitz und wird heute als Tagungszentrum vermietet.
  • Der Weiler Seefelden hat bis heute seinen dörflichen Charakter erhalten.[3] Die dortige Pfarrkirche St. Martin besitzt eine gotische Apsis (15. Jahrhundert) und ein Langhaus aus der Zeit um 1700. Der Turm, der älteste Teil der Kirche, stammt aus dem 12. Jahrhundert (Romanik). Der neugotische Flügelaltar stammt aus dem Jahr 1912 und stellt in neun Bildtafeln das Leben des Martin von Tours dar; die Beichtstühle wurden in Joseph Anton Feuchtmayers Werkstatt geschnitzt und standen bis 1806 in Birnau. Die Pfarrei Seefelden wurde möglichweise bereits im 7. Jahrhundert gegründet. Urkundlich erwähnt wurde sie erstmals 1165.[3]
  • Die Ortskapelle von Unteruhldingen stammt aus dem Jahr 1505. Hier steht ein barocker Hochaltar, der sich ursprünglich in Seefelden befand, sowie einige Holzschnitzfiguren aus der Bauzeit. Sie war früher der Gemeinde Seefelden untergeordnet.
  • Das historische Unteruhldinger Rathaus, einst Badehaus, stammt ebenfalls aus dieser Zeit.
  • Auch Oberuhldingen besitzt mit der St.-Wolfgangs-Kapelle eine historische Sehenswürdigkeit aus dem 16. Jahrhundert. Der Salemer Abt Stephan I. Jung ließ sie um 1711 im Stil des Barock ausstatten; das Altarbild zeigt eine Ansicht des Klosters Salem.
  • Die Anfang der 1960er Jahre gebaute Kapelle auf dem Friedhof im Ortsteil Mühlhofen wird 2011 abgerissen und durch einen rund 400.000 Euro teuren Neubau ersetzt.[7]
  • In Mühlhofen steht das historische Gasthaus Zum Sternen, das 1788 von Abt Robert zu Salem im Stil des Spätbarock mit einem dreigeschossigen Walmdach erbaut wurde. Der heutige Gasthof war ursprünglich eine Filiale des Klosters Salem. Der dreigeschossige Dachboden wurde zur Trocknung des in diesem Haus hergestellten Papiers genutzt. Das Papier aus der Mühlhofer Papiermühle galt als besonders hochwertig. Außer dem einfachen Handpapier wurde außerdem das feine und mit einem Wasserzeichen versehenen Papier für das Salemer Skriptorium aus Lumpen hergestellt. Das Wappen des Salemer Abtes Robert Schlecht ziert noch heute die Fassade des Hotels. Das Haus verfügt auch heute noch über weit reichende Gewölbe und außerdem immer noch den drei Stockwerke hohen Dachboden. Ende des 18. Jahrhunderts begann man hier mit der Bierherstellung. Den Schankraum, in dem verbilligtes Bier ausgeschenkt wurde, nannte man wegen des Sterns, der den Raum kennzeichnete, Sternen, denn die Vermählung von Wasser und Feuer als übereinander liegende Dreiecke bildete einen Stern. Aus diesem Grund tragen viele Gasthäuser im süddeutschen Raum diesen Namen.

Gedenkstätten[Bearbeiten]

Während der Zeit des Nationalsozialismus wurde von Häftlingen des KZ Dachau in der Nähe von Überlingen eine Außenstelle des Konzentrationslagers (KZ Aufkirch) errichtet. Die Häftlinge arbeiteten in Überlingen von Oktober 1944 bis April 1945 an ausgedehnten unterirdischen Anlagen. So auch am Goldbacher Stollen, in dem Friedrichshafener Rüstungsbetriebe vor Bombardierung geschützt sein sollten.

Von den mindestens 168 Häftlingen, die die Bauzeit nicht überlebten, liegen 97 auf dem KZ-Friedhof Birnau etwa 200 Meter östlich der Wallfahrtskirche Birnau, oberhalb der Bundesstraße 31, begraben. Dieser KZ-Friedhof Birnau ist ab dem Parkplatz oberhalb der Klosterkirche Birnau und der B 31 zu Fuß zu erreichen.

Die Namen der toten KZ-Häftlinge wurden soweit bekannt im Buch Der Stollen von Oswald Burger zum Gedenken und zum Nachforschen für unbekannte Angehörige aufgeführt. Durch den Goldbacher Stollen an der Oberen Bahnhofstraße wird einmal im Monat eine Führung durchgeführt.

Gemälde von Unteruhldingen[Bearbeiten]

  • Waldemar Flaig: Landschaft bei Unteruhldingen. Im Archiv der Kunstsammlung Bodenseekreis in Schloss Salem.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Neben der traditionsreichen Fastnacht gibt es im Jahresverlauf unter anderem den Pfahlbau-Marathon (Juni), das Hafenfest (Juli), dr Fischerhock (September) und das Birnauer Weinfest (Oktober).[3]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Rund 12  km² des Gemeindegebietes werden noch land- und forstwirtschaftlich genutzt, wobei in der Landwirtschaft der Obst- und Weinbau vorherrscht. In der Gemeinde Uhldingen-Mühlhofen gibt es 25 Kleinbrenner (Stand: Dezember 2011).[8]

Ein Teil der erwerbstätigen Bevölkerung pendelt in die umliegenden größeren Städte, etwa Überlingen und Friedrichshafen. Vor Ort arbeiten die Einwohner hauptsächlich im mittelständischen Gewerbe, wobei sich der Schwerpunkt seit Jahren kontinuierlich vom produzierenden zum Dienstleistungsgewerbe verschiebt. Insbesondere spielt der Tourismus eine wichtige Rolle.

Verkehr[Bearbeiten]

Bahnhof Uhldingen-Mühlhofen
ehemaliger Bahnhof Unteruhldingen

Uhldingen-Mühlhofen liegt an der Bundesstraße 31. Der verkehrsberuhigte Erholungsort Unteruhldingen liegt abgeschieden von der Bundesstraße an der wesentlich weniger befahrenen Meersburger Straße entlang des Seeufers. Durch den Teilort Oberuhldingen läuft die Bundesstraße mit Verkehrslärmschutz.

Die Gemeinde wird auch von den Zügen der Deutschen Bahn AG auf der Bodenseegürtelbahn (Lindau - Radolfzell) angefahren. Der Bahnhof befindet sich im Ortsteil Oberuhldingen. Von 1901 bis 1950 stellte eine Nebenbahn den Anschluss nach Unteruhldingen her. Eine Buslinie verbindet heute den Bahnhof Uhldingen-Mühlhofen mit Salem und anderen Nachbargemeinden und Ausflugszielen. Die Gemeinde gehört dem Bodensee-Oberschwaben Verkehrsverbund (bodo) an.

Vom See her ist Uhldingen-Mühlhofen mit den Ausflugsschiffen der Bodensee-Schiffsbetriebe zu erreichen. Insbesondere gibt es eine Verbindung zur Insel Mainau. Der Hafen in Unteruhldingen liegt in einer geschützten Bucht.[2]

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

Neben Sport- und Freizeiteinrichtungen[3] zählt zur Infrastruktur der Gemeinde eine Kinderbetreuung, Schule, Musikschule, Bücherei und ein Naturstrand[2]. Im Ortsteil Mühlhofen befindet sich das Hallenbad und die Sporthalle.[3]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

  • 1996: Karl-Heinz Weber, Bürgermeister

Weitere Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. a b c d e f g h Uhldingen-Mühlhofen. Gemeinsam stark! In: Die Region stellt sich vor. Wir sind hier. Sonderbeilage des Südkurier vom 19. November 2010, S. 11.
  3. a b c d e f g h i j k l m Holger Kleinstück: Uhldingen-Mühlhofen. Von der Steinzeit zur Neuzeit. In: Die Region stellt sich vor. Wir sind hier. Sonderbeilage des Südkurier vom 19. November 2010, S. 11.
  4. Rügen hält die Spitze. In: Südkurier vom 3. Januar 2009
  5. Die Sonnenstunden des vergangenen Jahres auf t-online.de vom 2. Januar 2009
  6. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg und Homepage Gemeinde Uhldingen-Mühlhofen
  7. hk: Friedhof erhält neue Kapelle. In: Südkurier vom 27. Januar 2011
  8. Südkurier-Grafik: Orlowski/ Quelle: Hauptzollamt Ulm: Zahl der Kleinbrenner. In: Hanspeter Walter (hpw): Das alte Monopol läuft aus. In: Südkurier vom 17. Dezember 2011

Literatur[Bearbeiten]

  • Überlingen und der Linzgau am Bodensee. Stuttgart: Theiss 1972. ISBN 3-8062-0102-1
  • Oswald Burger: Der Stollen. Überlingen, 6. Auflage 2005. ISBN 3-86142-087-2 (Dokumentation zum KZ Aufkirch, Goldbacher Stollen, kurzer Abschnitt über KZ-Friedhof Birnau)
  • Oswald Burger, Hansjörg Straub: Die Levingers. Eine Familie in Überlingen. Eggingen 2002, ISBN 3-86142-117-8 (geschildert werden nebenbei auch die Überlinger Vereine um 1900, die Idee zum Pfahlbaumuseum Unteruhldingen und die Zeit des Großherzogtums bzw. des Staates Baden)
  • Hermann Schmid: Das Unteruhldinger Markt- und Schiffahrtsrecht (1179–1872). Mit Ausblicken auf Überlingen, Meersburg, Mainau, Salem und urkundlichen Beilagen, in: Schriften des Vereins für Geschichte des Bodensees und seiner Umgebung, 105. Jg. 1987, S. 39–64 (Digitalisat)
  • Gunter Schöbel: Der Uhldinger Zeitweg…10 000 Jahre Geschichte rund um Unteruhldingen. Schriftenreihe des Pfahlbaumuseums Unteruhldingen, Band 6. Zanker:Markdorf 2005. ISSN-Nr. 0946-0519.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Uhldingen-Mühlhofen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien