Salmshausen

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Salmshausen
Gemeinde Schrecksbach
Koordinaten: 50° 51′ 53″ N, 9° 16′ 14″ O
Höhe: 217 m ü. NHN
Fläche: 2,65 km²[1]
Einwohner: 66 (17. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 25 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1974
Postleitzahl: 34637
Vorwahl: 06698

Salmshausen ist ein Ortsteil von Schrecksbach im nordhessischen Schwalm-Eder-Kreis. Den Ortskern bilden sieben Höfe.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ortschaft Salmshausen liegt am Fluss Schwalm im gleichnamigen Kulturraum Schwalm und Naturraum Schwalm. Aufgrund des früher regelmäßigen Hochwassers im Schwalmtal liegt der Kern der Ortschaft etwas zurückversetzt vom Fluss am südwestlichen Talhang. Seit der Fertigstellung des Hochwasserrückhaltebeckens Heidelbach im Jahr 1968 ist die Hochwassergefahr weitgehend gebannt und der Talboden selbst auch ackerbaulich nutzbar. Der südwestliche, dorfseitige Talhang besteht aus Gesteinen des mittleren Buntsandsteins, überlagert von tertiären Sedimenten, die teilweise Knollenquarzite enthalten sowie tertiären Basalten. Zu den Quarziten gehört auch das außerhalb der Gemarkung, zwischen Röllshausen, Holzburg und Merzhausen liegende Naturdenkmal Wipperstein. Größere Flächen des dorfseitigen Talhangs sind mit eiszeitlichem Löss bedeckt, was zu besseren Böden geführt hat als am östlichen Talhang, der aus Gesteinen des Buntsandsteins besteht. Zwischen Salmshausen und Zella befindet sich innerhalb der Flusssedimente der Schwalmniederung ein Hügel, der die ihn allseitig umgebende Talsohle um ca. 10 m überragt. Dabei handelt es sich sehr wahrscheinlich um einen Umlaufberg der Schwalm, da er wie die umgebenden Talhänge aus Gesteinen des Buntsandsteins aufgebaut ist und kein Härtling ist.[2]

Östlich des Ortes verläuft die Bundesstraße 254, an die er über eine Kreisstraße angebunden ist. Durch den Ort verläuft der Hessische Radfernweg R4 und der Schwalm-Radweg.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erstmals urkundlich erwähnt wurde das kleine Dorf im Jahre 1050.[3] Im Dreißigjährigen Krieg wurde das Dorf am 14. November 1640, am Tage vor dem Gefecht am Riebelsdorfer Berg, ebenso wie Niedergrenzebach, Steina, Leimbach, Loshausen, Ransbach und Zella, von kaiserlichen Truppen des Generals Hans Rudolf von Breda vollständig niedergebrannt.[4]

In Salmshausen besteht mindestens seit dem Jahr 1331 eine Brücke über die Schwalm. Eine neuere Brücke mit einem Pfeiler und Widerlagern aus Naturstein wurde 1984 durch eine Stahlbetonbrücke ersetzt, deren Widerlager mit Sandstein verkleidet sind.[5]

In den Jahren 1945/46 befanden sich in Salmshausen 70 Evakuierte und Flüchtlinge, bei einer eingesessenen Bevölkerung von 102 Personen.[5]

Am 1. Januar 1974 wurde Salmshausen in die Gemeinde Schrecksbach eingegliedert.[6] Im Ort befindet sich eine ehemalige dörfliche Schmiede.

Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die evangelische Kirche zu Salmshausen wurde südlich der Ansiedlung neben dem Friedhof im Jahr 1954 (Datum der Wetterfahne) errichtet. Das Gebäude ist ein schlichter Saalbau von drei Fensterachsen mit eingestelltem Kirchturm im Südwesten und einem als kleiner Baukörper angefügten Altarraum. Jeden Bauteil deckt ein eigenes Satteldach, der verschieferte Turm trägt eine geschweifte Haube. Eine Flachdecke mit Balkenunterzügen überfängt den Gemeinderaum, zum leicht erhobenen, tonnengewölbten Altarraum öffnet sich ein Rundbogen. Die einfache Ausstattung stammt aus der Bauzeit.

Die Glocke ist älter. Das Metall stammt von den Glocken einer im Jahr 1634 oder 1635 abgebrannten Kirche, aus dem eine neue Glocke gegossen wurde.[7] Diese wurde mehrere hundert Jahre später in den Neubau der Kirche überführt.[5]

Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine große Halle für landwirtschaftliche Maschinen wurde über mehrere Jahre für Abiturfeiern verwendet, was die Bekanntheit des kleinen Ortes in der Region deutlich erhöht hat.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b „Zahlen und Fakten“ im Internetauftritt der Gemeinde Schrecksbach, abgerufen im Juli 2016.
  2. F. Schmidt-Döhl: Das Hessische Bergland – Die Entstehung einer Landschaft. Shaker Media, Aachen 2012, ISBN 978-3-86858-891-0.
  3. Die Schreibweise des Ortsnamens wechselte mehrfach: Salmanneshusun (782; Fälschung von ca. 1050), Samanneshusen (1263), Sandeshusen (15. Jahrhundert), Czandelshusen (1502), Samlshausen (1569), Sallmshausen (um 1660).
  4. Topographia Hassiae: Treysa auf WikiSource.
  5. a b c E. Schade, K. Schade,B. Selentschik, K. Selentschik: Leben in der Schwalm - Dokumentation mit historischen Photographien aus Röllshausen und Salmshausen. Selbstverlag, Röllshausen 1987.
  6. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 412.
  7. Reinhold Schrödter: Die Schwalm. Selbstverlag, Wanfried 1886. Faksimile, Edition Hexenturm, Treysa 1984, ISBN 3-924296-00-6.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]