Saulgrub

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Saulgrub
Saulgrub
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Saulgrub hervorgehoben

Koordinaten: 47° 40′ N, 11° 2′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Garmisch-Partenkirchen
Verwaltungs­gemeinschaft: Saulgrub
Höhe: 859 m ü. NHN
Fläche: 35,48 km2
Einwohner: 1642 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 46 Einwohner je km2
Postleitzahl: 82442
Vorwahl: 08845
Kfz-Kennzeichen: GAP
Gemeindeschlüssel: 09 1 80 129
Gemeindegliederung: 6 Gemeindeteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Kohlgruber Str. 2
82442 Saulgrub
Website: gemeinde-saulgrub.de
Bürgermeister: Rupert Speer (Wählergemeinschaft)
Lage der Gemeinde Saulgrub im Landkreis Garmisch-Partenkirchen
Ettaler ForstWallgauUnterammergauUffing am StaffelseeSpatzenhausenSeehausen am StaffelseeSaulgrubRiegsee (Gemeinde)OberauOberammergauMurnau am StaffelseeMittenwaldKrünGroßweilGrainauGarmisch-PartenkirchenFarchantEttalBad BayersoienBad KohlgrubOhlstadtEschenloheSchwaigenLandkreis OstallgäuLandkreis Bad Tölz-WolfratshausenLandkreis Weilheim-SchongauÖsterreichKarte
Über dieses Bild

Saulgrub ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Garmisch-Partenkirchen und bildet zusammen mit der Gemeinde Bad Bayersoien die Verwaltungsgemeinschaft Saulgrub.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Saulgrub aus der Nähe Sonnen/Kraggenau
Gemeindeteil Altenau

Saulgrub liegt in der Region Oberland und im Naturpark Ammergauer Alpen.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde hat sechs amtlich benannte Gemeindeteile:[2]

Es existieren die Gemarkungen Saulgrub und Unterammergauer Forst.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zur Gemeindegründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Saulgrub, damals sulgrain genannt, wurde 1280 erstmals urkundlich erwähnt. Es gehörte lange Zeit bis zur Säkularisation 1803 zum Kloster Ettal. Saulgrub war Bestandteil des Herrschaftsgerichts Murnau des ehemals reichsunmittelbaren Klosters. Grundherr war teils das Kloster Ettal, teils das Kloster Rottenbuch.

Im Zuge der Verwaltungsreformen im Königreich Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde, die zum Landgericht Schongau gehörte.

19. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahre 1840 wurde in einer Dorfchronik von einer Burg berichtet, die nahe dem „Obermoosfilz“ gestanden habe und deren Mauerreste von den Saulgrubern zum Bau ihrer Häuser verwendet wurden.

Ende des 19. Jahrhunderts wurde in Saulgrub ein etruskischer Bronzehelm aus dem 6. Jahrhundert vor Christus gefunden. Außerdem führte nachweislich die Via Imperii (Rottstraße von Augsburg nach Verona) durch das heutige Ortsgebiet.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Gemeinde von 1.455 auf 1.642 um 187 Einwohner bzw. um 12,9 %.

  • 1840: 0401 Einwohner
  • 1900: 0595 Einwohner
  • 1950: 1171 Einwohner
  • 1987: 1469 Einwohner
  • 1991: 1458 Einwohner
  • 1995: 1535 Einwohner
  • 2000: 1618 Einwohner
  • 2005: 1687 Einwohner
  • 2010: 1648 Einwohner
  • 2015: 1640 Einwohner

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister ist Rupert Speer (Wählergemeinschaft), er wurde 2008 Nachfolger von Michael Mangold jun. und 2014 wiedergewählt.

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dem Gemeinderat gehören zwölf Mitglieder und der Bürgermeister an, die alle bei der Wählergemeinschaft aktiv sind.

Steuereinnahmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 2014 1,034 Mio. €, davon waren 225.000 € (netto) Gewerbesteuer. Seit 2010 ist Saulgrub schuldenfrei.[3]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wappenbeschreibung lautet: Unter von Silber und Blau geteiltem Schildhaupt in Silber ein wachsender roter Greifenlöwe

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

St. Franziskus mit Blick auf Saulgrub
  • Das hervorgehobenste Bauwerk in Saulgrub selbst ist die auf einem Hügel über dem Ort liegende Kirche St. Franziskus.
  • Mehrere Bauernhäuser und Stadel, teilweise mit aufwändigem Holzschnitzwerk, sowie der Bahnhof Saulgrub stehen unter Denkmalschutz.
  • Auf einer Anhöhe nahe dem Wetzsteinrücken befindet sich die Fatima-Kapelle, welche 1954 nach einem Gelübde gebaut wurde.
  • Ein weiterer sehenswerter Sakralbau, die Kirche St. Anton, ist Mittelpunkt des Ortsteils Altenau.
  • In Wurmansau steht die Kapelle St. Josef.
  • Im Wald entlang der Halbammer südlich von Unternogg steht die Hubertuskapelle.
  • Das an der Ammer liegende, in den Jahren 1898/99 errichtete Kraftwerk Kammerl ist das älteste Bahnkraftwerk der Welt für Einphasenwechselstrom.

Natur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Scheibum“ kurz hinter dem Eintritt der Ammer
  • In unmittelbarer Nähe des Kraftwerkes Kammerl liegt die Scheibum, ein Felsdurchbruch der Ammer. Ab dort fließt der Fluss durch die Ammerleite, eine Schlucht, die nur mit dem Kanu befahrbar ist.
  • Das Altenauer Moor liegt zwischen Saulgrub und Altenau. Es ist ein Hochmoor und an seiner höchsten Stelle noch offen. Vom Naturfreundehaus in Saulgrub ist der Tiefsee durch ein Spirkenfilz zu erreichen.[4]: 20, 21 Der Wanderer wird über einen mit Holzbalken befestigten Pfad sicher geleitet.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2011 gab es im Bereich der Land- und Forstwirtschaft und im Bereich Handel und Verkehr keine und im Produzierenden Gewerbe 189 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen lag dieser Wert bei 132. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es 618. Im verarbeitenden Gewerbe gab es einen, im Bauhauptgewerbe sechs Betriebe.

Zudem bestanden im Jahr 2010 29 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 702 ha.[3]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Saulgrub ist mit einem Haltepunkt an der Ammergaubahn an das Netz der Deutschen Bahn angeschlossen. Dort halten stündlich Züge in Richtung Oberammergau bzw. Murnau am Staffelsee. Außerdem führt die Buslinie 9606 des RVOs durch den Ort.

Der Ort wird im Osten von der Bundesstraße 23 von Peiting nach Garmisch-Partenkirchen umgangen. Bis 2016 führte sie durch den Ort.[5]

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2012 gab es folgende Einrichtungen:[3]

  • Kindergärten: 50 Kindergartenplätze mit 38 Kindern
  • Volksschule: Eine mit vier Lehrern und 60 Schülern

Kunst und Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von April bis Juni 2015 gastierten die einen Meter großen United Buddy Bears im Park des Aura-Hotels in Saulgrub. Bürgermeister Rupert Speer bezeichnete die Bären in seiner Rede als „Friedenssymbole“.[6]

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Saulgrub gehört zur Tourismusregion Ammergauer Alpen. Touristisch vertreten wird die Region durch die Ammergauer Alpen GmbH. Zur Naturparkregion Ammergauer Alpen gehören neben Saulgrub die Orte Oberammergau, Unterammergau, Bad Bayersoien, Bad Kohlgrub und Ettal/Graswang/Linderhof.

Im Jahr 2018 hat Saulgrub über 40.000 Übernachtungen und mehr als 9.000 Ankünfte generiert.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Saulgrub – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 10. Juli 2019 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gemeinde Saulgrub in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 5. September 2019.
  3. a b c Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung – Statistik kommunal 2012: Saulgrub (PDF-Datei; 1,67 MB)
  4. Heinfried Barton: Die Ammergauer Alpen. 2. Auflage. Frankh’sche Verlagshandlung W. Keller & Co., Stuttgart 1989, ISBN 3-440-04817-9.
  5. Ein Tag für die Geschichtsbücher. Merkur-online, 5. Mai 2013, abgerufen am 6. Mai 2013.
  6. Merkur, 14. Mai 2015: „Buddy Bear“-Ausstellung: Bunte Symbole des Friedens