Grainau

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Grainau
Grainau
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Grainau hervorgehoben
Koordinaten: 47° 29′ N, 11° 1′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Garmisch-Partenkirchen
Höhe: 758 m ü. NHN
Fläche: 49,39 km2
Einwohner: 3508 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 71 Einwohner je km2
Postleitzahl: 82491
Vorwahl: 08821
Kfz-Kennzeichen: GAP
Gemeindeschlüssel: 09 1 80 118
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Am Kurpark 1
82491 Grainau
Webpräsenz: www.grainau.de
Bürgermeister: Stephan Märkl (CSU)
Lage der Gemeinde Grainau im Landkreis Garmisch-Partenkirchen
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Über dieses Bild

Grainau ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Garmisch-Partenkirchen.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grainau liegt am Fuße der Zugspitze im Wettersteingebirge und gehört neben Garmisch-Partenkirchen, Farchant, Mittenwald, Krün und Wallgau zu den sieben Gemeinden der ehemaligen Grafschaft Werdenfels. Mit dem Badersee und dem Eibsee befinden sich auf dem Gemeindegebiet zwei Gebirgsseen. Durch einen Gebirgssturz vor etwa 3700 Jahren entstanden einige bewaldete Hügel. Unmittelbar vor dem Ort erhebt sich im Süden der Waxenstein. Im Norden wird das Tal durch die Ammergauer Alpen mit der Kramerspitz begrenzt.

Die Gemarkung Grainau setzt sich zusammen aus dem Pfarrdorf Obergrainau (Verwaltungssitz der Gemeinde), den Kirchdörfern Untergrainau und Hammersbach, dem Dorf Schmölz sowie dem Weiler Eibsee.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick auf Grainau
Kirche mit Großem Waxenstein und Zugspitze im Hintergrund
Dorfplatz Obergrainau
Grainau mit Alpspitze, Waxensteinen und Zugspitze
Blick auf das herbstliche Grainau

Bis zum 19. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grainau wurde erstmals im Jahre 1305 im Freisinger Urbar (Grund- und Besitzbuch) als „Gruenawe“ genannt, was so viel wie „grüne Aue“ bedeutet. Der Ort besteht aus den beiden Dorfschaften Ober- und Untergrainau. Beide Dorfschaften gehörten zum Untergericht Garmisch der zum Hochstift Freising zählenden ehemaligen Grafschaft Werdenfels. Seit dem Reichsdeputationshauptschluss von 1803 gehören die Orte zum Kurfürstentum Bayern.

Fusion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Oktober 1937 erfolgte die Zusammenlegung der bisherigen Gemeinden Obergrainau und Untergrainau zur neuen Gemeinde Grainau.[3]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1970: 3032 Einwohner
  • 1987: 3383 Einwohner
  • 1991: 3819 Einwohner
  • 1995: 3773 Einwohner
  • 2000: 3763 Einwohner
  • 2005: 3672 Einwohner
  • 2010: 3535 Einwohner
  • 2015: 3508 Einwohner

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister ist Stephan Märkl (CSU).

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommunalwahl vom 16. März 2014 ergab folgende Sitzverteilung im Gemeinderat:[4]

Bürger für Grainau (BfG) 40,9 % 7 Sitze
Christlich-Soziale Union (CSU) 40,6 % 6 Sitze
Parteilose Wählergemeinschaft Grainau e.V. (PWG) 18,5 % 3 Sitze

Gemeindefinanzen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2011 betrugen die Gemeindesteuereinnahmen 2,637 Mio. €, davon waren 404.000 € Gewerbesteuereinnahmen (netto).[4]

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits ab dem 15. Jahrhundert wurde auf dem heutigen Gemeindegebiet im Höllental Eisenerz abgebaut. Das Bergwerk wurde 1749 stillgelegt. Zu Anfang des 20. Jahrhunderts baute man einige Zeit auch Bleierz ab. Die Stilllegung dieses Bergwerks erfolgte nach dem Ersten Weltkrieg.

Im Jahr 2011 gab es im Bereich der Land- und Forstwirtschaft keine, im produzierenden Gewerbe 29, im Bereich Handel und Verkehr 595 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 129 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 1134. Im verarbeitenden Gewerbe (sowie Bergbau und Gewinnung von Steinen und Erden) gab es keine Betriebe mit mehr als 20 Mitarbeitern, im Bauhauptgewerbe sieben Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 2010 13 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 144 ha. Die meisten landwirtschaftlichen Nutzbetriebe haben sich in den letzten zwei Jahrzehnten von der Milchwirtschaft auf den Mastbetrieb bei Rindern verlegt.[4]

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um 1870 kamen die ersten Urlauber ins Zugspitzgebiet. Ab 1912 wurde der Ort mit der Bahn erschlossen und ab 1930 wurde die Zugspitzbahn in Betrieb genommen, die Touristen bis zum Zugspitzplatt transportiert. Seit den Olympischen Winterspielen 1936 im benachbarten Garmisch-Partenkirchen floriert der Tourismus insbesondere durch die Nähe der Zugspitze. 1963 wurde die Eibseeseilbahn eröffnet. Heute ist der Tourismus eine Haupterwerbsquelle für den Ort. Obergrainau oder Hammersbach sind Ausgangspunkte einer Wanderung durch die Höllentalklamm und das sich anschließende Höllental.

Als sportliches Ereignis hat sich der Zugspitz Ultratrail, ein Ultramarathon zur Umrundung der Zugspitze, etabliert. Bei dem jährlich stattfindenden Trailrun befindet sich das Ziel für die fünf verschiedenen Distanzen in Grainau.

In Grainau befinden sich vier Viersternehotels (Alpenhof Grainau, Eibseehotel, Ferienhotel Haus Hammersbach, Waxenstein) und zahlreiche weitere Hotels, Ferienwohnungen und Zimmer.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grainau (Ober- und Untergrainau) erreicht man mit der Bayerischen Zugspitzbahn, hier endet die Talstrecke von Garmisch-Partenkirchen, wo Anschluss zur Bahnstrecke München–Garmisch-Partenkirchen und zur Bahnstrecke Garmisch-Partenkirchen–Innsbruck besteht. Ab Grainau zur Zugspitze beginnt die Bergstrecke als Zahnradbahn. Der Bahnhof Grainau der Deutschen Bahn AG an der Strecke Garmisch-PartenkirchenReutte (Tirol)–KemptenPfronten (Außerfernbahn) ist etwas abgelegen im Ortsteil Untergrainau; es besteht eine Ortsbusanbindung an den Ortskern. Eine Busverbindung gibt es nach Garmisch-Partenkirchen und zum Eibsee.

Per Auto wird die Anreise über Kempten und Reutte (Tirol) oder über die Bundesautobahn 95 (München–Garmisch-Partenkirchen) am meisten genutzt. Eine Alternative bei Stau ist die Strecke Schongau–Oberammergau.

Die nächstgelegenen internationalen Flughäfen sind München und Innsbruck.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2011 gab es folgende Einrichtungen:[4]

  • Kindergärten: 75 Kindergartenplätze mit 71 Kindern
  • Volksschule: eine mit drei Lehrern und 89 Schülern

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eishockey: Der SC Eibsee-Grainau/Eishockey[5] nahm von 1953 bis 1994 am Spielbetrieb des Bayerischen Eissport-Verbandes (BEV) teil. Mit dem Gewinn der Bayerischen Kreismeisterschaft 1968 gelang dem SCE der Aufstieg in die viertklassige BLL, in der sich das Team bis 1971 halten konnte. Weitere Erfolge des SC waren in der Zeit der Aufstieg in die Natureis-Bayernliga, die zweifache Bayerische Bezirksliga-Meisterschaft und die dreifache Bezirksliga-Meisterschaft Gruppe Süd. Quelle: rodi-db.de[6]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Folgende Persönlichkeiten sind in Grainau geboren oder sind bzw. waren mit Grainau verbunden. Die Auflistung erfolgt nach Geburtsjahr.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Grainau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Grainau – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gemeinde Grainau in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek
  3. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 469.
  4. a b c d Vorläufiges Ergebnis zur Gemeinderatswahl 2014 Grainau am 16.03.2014
  5. Chronik SC Eibsee-Grainau
  6. ref rodi-db.de, Ligenzugehörigkeit SC Eibsee-Grainau