Sergei Alexandrowitsch Karjakin

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Sergey Karjakin (2017-07-06) 02.jpg
Name Sergei Karjakin
Verband UkraineUkraine Ukraine (bis 2009)
RusslandRussland Russland (seit 2009)
Geboren 12. Januar 1990
Simferopol, Ukrainische SSR, Sowjetunion
Titel Internationaler Meister (2002)
Großmeister (2002)
Aktuelle Elo‑Zahl 2778 (April 2018)
Beste Elo‑Zahl 2788 (Juli 2011)
Karteikarte bei der FIDE (englisch)

Sergei Alexandrowitsch Karjakin (russisch Сергей Александрович Карякин, wiss. Transliteration Sergej Aleksandrovič Karjakin, ukrainisch Сергій Карякін / Serhij Karjakin; Sergey Karjakin (FIDE-Schreibweise); * 12. Januar 1990 in Simferopol, Ukrainische SSR, Sowjetunion) ist ein Schach-Großmeister, der bis 2009 für die Ukraine spielte und seitdem für Russland. Er war der Herausforderer von Weltmeister Magnus Carlsen bei der Schachweltmeisterschaft 2016.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit fünf Jahren erlernte Karjakin das Schachspiel, als Elfjähriger wurde er Internationaler Meister. Er errang seinen Großmeistertitel am 12. August 2002 im Alter von zwölf Jahren, sieben Monaten und null Tagen und hält damit den Rekord als jüngster Schach-Großmeister aller Zeiten.

Karjakin war schon in jungen Jahren sehr bekannt in der Schachszene und wurde zu hochkarätigen Turnieren wie den Dortmunder Schachtagen 2004 eingeladen. Er nahm auch an Mensch-Maschine-Wettbewerben (z. B. in Bilbao 2004)[1] teil und am A-Turnier in Wijk aan Zee (Corus-Schachturnier), das er 2009 gewinnen konnte. Er war Sekundant von Ruslan Ponomarjow während dessen Teilnahme bei der FIDE-Weltmeisterschaft 2002. Karjakin nahm von 2005 bis 2015 an allen sechs Schach-Weltpokal-Turnieren teil. 2007 und 2009 erreichte er jeweils das Halbfinale und 2015 gewann er das Turnier. Garri Kasparow nannte Karjakin mehrmals einen der künftigen Favoriten für den Weltmeisterthron.

Sergei Karjakin erhielt am 25. Juli 2009 die russische Staatsbürgerschaft und spielt seit Oktober 2009 für Russland.[2] In einem späteren Interview erklärte er diesen Schritt damit, dass er in der Ukraine keine Entwicklungsmöglichkeiten für sich gesehen und sich als Einwohner der Krim schon immer als Russe gefühlt habe.[3]

Im Juli 2012 gewann er in Astana die erstmals ausgetragene Weltmeisterschaft im Schnellschach. Karjakin kam auf 11,5 Punkte aus 15 Partien und verwies damit den Weltranglistenersten Magnus Carlsen auf den zweiten Platz. Im Mai 2013 wurde er Erster mit 6 Punkten aus 9 beim Norway-Chess-Turnier (Kat. XXI mit einem Elo-Durchschnitt von 2766). Beim Kandidatenturnier zur Schachweltmeisterschaft 2014 erreichte er den zweiten Platz. Im Dezember 2014 wurde er mit dem Ehrentitel „Verdienter Meister des Sports Russlands“ ausgezeichnet.

Im Oktober 2015 gewann er in Baku den Schach-Weltpokal 2015. Gegen Pjotr Swidler lag er im zunächst auf vier Spiele angelegten Finale bereits 0:2 zurück, konnte jedoch in den beiden folgenden Spielen ausgleichen und schließlich nach den Tie-Break-Partien mit 6:4 Punkten gewinnen.[4] Mit der Finalteilnahme qualifizierte er sich gleichzeitig für das Kandidatenturnier zur WM 2016. Er gewann das Kandidatenturnier und spielte bei der WM 2016 als Herausforderer gegen Magnus Carlsen um den Weltmeistertitel, verlor aber gegen diesen im Tie-Break. Beim Kandidatenturnier zur Schachweltmeisterschaft 2018 erreichte er den dritten Platz.

Karjakin war von 2009 bis 2012 mit der Internationalen Meisterin der Frauen (WIM) Kateryna Dolschykowa verheiratet.[5] Mit seiner zweiten Ehefrau Galija Kamalowa (Heirat Mai 2014) hat er zwei Söhne.[6]

Im März 2017 wurde er von Wladimir Putin in die Gesellschaftliche Kammer Russlands berufen.[7]

Elo-Entwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dieser Graph zeigt die Elo-Entwicklung von Karjakin seit 2001:[8]

Nationalmannschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Karjakin nahm von 2004 bis 2014 an allen sechs Schacholympiaden teil, zunächst dreimal mit der Ukraine, mit der er 2004 Olympiasieger wurde, dann dreimal mit Russland. Bei der Schacholympiade 2010 erreichte er das beste Einzelergebnis am vierten Brett.[9] An der Mannschaftsweltmeisterschaft nahm Karjakin 2005 mit der Ukraine, 2011 und 2013 mit Russland teil. Er gewann 2013 die Mannschaftswertung und erreichte 2005 das beste Einzelergebnis am zweiten Reservebrett.[10] Bei Mannschaftseuropameisterschaften vertrat Karjakin 2005 und 2007 die Ukraine, 2011 Russland.[11]

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Karjakin gewann die russische Mannschaftsmeisterschaft 2007 und 2012 mit Tomsk-400, 2010 mit SchSM-64 Moskau und 2014 mit Malachit Oblast Swerdlowsk. Französischer Mannschaftsmeister wurde er 2005 und 2006 mit NAO Paris, den asiatischen Vereinspokal gewann er 2008 mit Al-Ain.[12] In der spanischen Mannschaftsmeisterschaft spielte er 2005 und 2006 für die Mannschaft von CA Linex-Magic Mérida, mit der er 2006 Meister wurde, 2008 für CA Mérida Patrimonio-Ajoblanco.[13]

Karjakin nahm zwischen 2002 und 2014 achtmal am European Club Cup teil und erreichte 2005 in Saint-Vincent das beste Einzelergebnis am fünften Brett. In der Mannschaftswertung erreichte er 2013 mit Malachit Oblast Swerdlowsk den zweiten Platz, 2005 mit NAO Paris, 2007 mit Tomsk-400, 2008 mit PVK Kiew und 2014 mit Malachit den dritten Platz.[14]

Größte Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Sergei Karjakin – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Schachcomputer fegen Großmeister vom Brett. Auf: Heise.de. 10. Oktober 2004.
  2. Transfers in 2009. Auf: FIDE.com. Abgerufen am 5. März 2011 (englisch).
  3. Гроссмейстер Карякин назвал причины замены украинского гражданства на российское. Auf: Lenta.ru. 29. März 2016.
  4. Baku Finals TB: Karjakin Wins. chessbase.com, abgerufen am 5. Oktober 2015 (englisch).
  5. Sergey Karjakin married. (Memento vom 9. August 2014 im Internet Archive). Auf: newsaboutchess.com. 20. Mai 2014 (englisch).
  6. Карякин во второй раз стал отцом. Auf: sport-express.ru. 31. Juli 2017, abgerufen am 25. August 2017.
  7. Karjakin takes up Putin offer for civil servant role. Auf: Chessdom.com. 14. März 2017, abgerufen am 25. August 2017.
  8. Zahlen gemäß Elo-Listen der FIDE. Datenquellen: fide.com, benoni.de, olimpbase.org
  9. Sergei Karjakins Ergebnisse bei Schacholympiaden. Auf: olimpbase.org. (Englisch).
  10. Sergei Karjakins Ergebnisse bei Mannschaftsweltmeisterschaften. Auf: olimpbase.org. (Englisch).
  11. Sergei Karjakins Ergebnisse bei Mannschaftseuropameisterschaften. Auf: olimpbase.org. (Englisch).
  12. Sergei Karjakins Ergebnisse beim asiatischen Vereinspokal. Auf: olimpbase.org. (Englisch).
  13. Sergei Karjakins Ergebnisse bei spanischen Mannschaftsmeisterschaften. Auf: olimpbase.org. (Englisch).
  14. Sergei Karjakins Ergebnisse beim European Club Cup. Auf: olimpbase.org. (Englisch).