Soglio GR

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GR ist das Kürzel für den Kanton Graubünden in der Schweiz und wird verwendet, um Verwechslungen mit anderen Einträgen des Namens Sogliof zu vermeiden.
Soglio
Wappen von Soglio
Staat: Schweiz
Kanton: Graubünden (GR)
Region: Malojaw
Kreis: Bergell
Politische Gemeinde: Bregagliai2
Postleitzahl: 7610
Koordinaten: 761721 / 13446446.342089.539461090Koordinaten: 46° 20′ 31″ N, 9° 32′ 22″ O; CH1903: 761721 / 134464
Höhe: 1'090 m ü. M.
Fläche: 67.57 km²
Einwohner: 167 (31. Dezember 2008)
Einwohnerdichte: 2 Einw. pro km²
Website: www.soglio.ch
Soglio GR

Soglio GR

Karte
Soglio GR (Schweiz)
Soglio GR
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Gemeindestand vor der Fusion am 1. Januar 2010

Soglio (deutsch Sils im Bergell, rätoromanisch Suogl?/i) ist ein zur politischen Gemeinde Bregaglia gehörender Ort im Kreis Bregaglia, Bezirk Maloja des Kantons Graubünden in der Schweiz. Soglio hat nur etwa 200 Einwohner, zählt aber fast 20'000 Logiernächte pro Jahr.

Bis 2009 war der Ort eine eigenständige politische Gemeinde. Auf den 1. Januar 2010 fusionierten die Gemeinden des Bergell (Bondo, Castasegna, Soglio, Stampa und Vicosoprano) zur neuen Gemeinde Bregaglia.

Wappen[Bearbeiten]

Beschreibung: In Gold auf rotem Schildfuss mit zwei silbernen Pfählen ein aufrechter schwarzer, rot bewehrter Steinbock. Die Pfähle stammen aus dem Wappen der Familie Salis, die von grosser Bedeutung in der Geschichte des Ortes war, während der Steinbock auf die Zugehörigkeit zum Gotteshausbund verweist.

Gebiet[Bearbeiten]

Soglio besteht aus drei Teilen: Dem am rechten Talhang des Val Bregaglia gelegenen Hauptteil mit dem Dorf, dem oberen Teil des Val Maroz mit dem Val Cam, dem unbewohnten, kleinen Val da la Duana sowie dem Madris auf der Alpennordseite.

Orographie[Bearbeiten]

Der Hauptteil des Ortes sowie das Val da la Duana gehören orographisch zum Val Bregaglia, während das Madris, vom Madrischer Rhein durchflossen und grösser als die anderen Gebiete des Ortes zusammen, zum Einzugsgebiet des Rheins und damit zur Alpennordseite gehört.

Als Besonderheit fliesst ein grosser Teil des Wassers des Madrischer Rheins über einen Freispiegelleitung in den auf italienischem Territorium liegenden Stausee Lago di Lei und erst danach im Rahmen der Stromproduktion in den Averser Rhein, also in die Schweiz zurück.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Sprachen[Bearbeiten]

In Soglio spricht man eine lombardische Mundart. Die Amts- bzw. Schulsprache ist Italienisch. Eine Minderheit der Einwohner spricht deutsch. Die Entwicklung der vergangenen Jahrzehnte zeigt folgende Tabelle:

Sprachen in Soglio GR
Sprachen Volkszählung 1980 Volkszählung 1990 Volkszählung 2000
Anzahl Anteil Anzahl Anteil Anzahl Anteil
Deutsch 19 8,64 % 33 15,28 % 30 17,44 %
Italienisch 188 85,45 % 177 81,94 % 138 80,23 %
Einwohner 220 100 % 216 100 % 172 100 %

Religionen und Konfessionen[Bearbeiten]

1552 traten die Bewohner zur protestantischen Lehre über.

Herkunft und Nationalität[Bearbeiten]

Von den Ende 2005 gezählten 181 Einwohnern waren 162 (= 89 %) Schweizer Staatsangehörige.

Geschichte[Bearbeiten]

Soglio wurde schon früh besiedelt. Mit dem heutigen Namen wurde es im Jahr 1186 erstmals erwähnt. Soglio ist die Heimat der Bündner Adelsfamilie von Salis, die jahrhundertelang die Geschicke der Region mitbestimmte.

2015 wurde Soglio zum „schönsten Dorf der Schweiz“ gewählt.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Elvezia Michel (* 17. August 1887 in Lisieux; † 14. Juni 1963 in Soglio), Malerin, Grafikerin, Weberin[9]
  • Carlo Salis (* 8. Februar 1948 in Bondo (Bürgerort Soglio GR)), Bildhauer, Zeichner, Maler[10]

Galerie[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Erwin Poeschel: Die Kunstdenkmäler des Kantons Graubünden, Band V. Die Täler am Vorderrhein, II. Teil. Die Talschaften Schams, Rheinwald, Avers, Münstertal, Bergell. (= Kunstdenkmäler der Schweiz. Band 14). Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 1943, ISBN 978-3-906131-20-7.
  • Pio Corradi, Dieter Bachmann, Urs Frey: Die Leute von Soglio., Offizin Verlag, 2004 ISBN 3-907496-34-5.
  • Adolf Collenberg: Soglio im Historischen Lexikon der Schweiz
  • Franco Binda: Il mistero delle incisioni. Armando Dadò editore, Locarno 2013, ISBN 978-88-8281-353-6.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Casa Gubert
  2. Casa di Mezzo
  3. Casa Battista
  4. Casa Antonio
  5. Casa alta
  6. Stallazzo
  7. Atelier und Wohnhaus Meier
  8. Franco Binda, Locarno 2013, S. 25.
  9. Elvezia Michel in Sikart, abgerufen 21. Januar 2016.
  10. Carlo Salis in Sikart, abgerufen 5. Januar 2016.