Spring Breakers

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Filmdaten
Deutscher Titel Spring Breakers
Originaltitel Spring Breakers
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 2012
Länge 94 Minuten
Altersfreigabe FSK 18[1]
FSK 16 (Kinofassung)[2]

JMK 16[3]
Stab
Regie Harmony Korine
Drehbuch Harmony Korine
Produktion Charles-Marie Anthonioz,
Jordan Gertner,
Chris Hanley,
David Zander
Musik Cliff Martinez, Skrillex
Kamera Benoît Debie
Schnitt Douglas Crise
Besetzung
Synchronisation
Ein Teil der Hauptbesetzung bei der Premiere des Films in Paris im Februar 2013 (v.l.n.r.: Korine, Benson, Gomez und Hudgens)

Spring Breakers ist ein US-amerikanischer Spielfilm aus dem Jahr 2012. Regie führte Harmony Korine, die Hauptrollen spielen Selena Gomez, Vanessa Hudgens, Ashley Benson und Rachel Korine. Die Uraufführung des Films fand bei den 69. Internationalen Filmfestspielen von Venedig am 5. September 2012 statt.[4]

Handlung[Bearbeiten]

Faith, Candy, Brit und Cotty sind beste Freundinnen seit der Grundschule. Sie gehen aufs College und wohnen in demselben Studentenwohnheim.

Während des Spring Breaks wollen die vier nach Florida reisen, um dort ihre Ferien zu verbringen. Da sie jedoch nicht genügend Geld zusammengespart haben, rauben sie ein Diner in ihrer College-Stadt aus. Faith nimmt jedoch daran nicht Teil und erfährt auch erst später, woher das Geld stammt. Im Laufe des Spring Breaks werden sie wegen Drogenkonsums festgenommen. Da sie bereits ihre gesamte Reisekasse für Alkohol, Drogen und Partys ausgegeben haben, können sie die gerichtlich festgesetzte Kaution nicht bezahlen. Diese wird schließlich von dem Kriminellen Alien gestellt, der sie im Gerichtssaal beobachtet hat. Er bringt sie in sein Milieu und bietet ihnen ein Zuhause an. Faith fühlt sich in dem Umfeld nicht wohl und beschließt heimzufahren. Cotty geht als nächstes, nachdem sie angeschossen wurde. Nur Brit und Candy bleiben und folgen Alien in den Bandenkrieg um das Drogenrevier gegen dessen ehemaligen besten Freund Archie. Zu dritt stürmen sie in Archies Anwesen und schießen ihn und seine Gefolgsleute nieder. Dabei kommt Alien um. Der Film endet mit den beiden Mädchen auf dem Heimweg in einem Sportwagen.

Produktion[Bearbeiten]

Ursprünglich waren für die Besetzung der Hauptrollen Vanessa Hudgens, Selena Gomez, Rachel Korine und Emma Roberts vorgesehen.[5] Die Besetzung der Rolle von Korine wurde als Erstes bestätigt.[6] Roberts verließ die Produktion zu Beginn des Jahres 2012 aufgrund von „kreativen Differenzen“, welche nicht gelöst werden konnten.[7] Ihre Rolle wurde von Ashley Benson übernommen.

Die Dreharbeiten fanden im März und April des Jahres 2012 in und um St. Petersburg im US-Bundesstaat Florida statt.[8]

Veröffentlichung[Bearbeiten]

Bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes wurde eine dreiminütige Vorschau des Films gezeigt.[9]

Am 5. September 2012 wurde Spring Breakers bei den Internationalen Filmfestspielen von Venedig uraufgeführt,[4] wo der Film im Wettbewerb um den Goldenen Löwen konkurrierte. Der Kinostart in den Vereinigten Staaten erfolgte am 15. März 2013.[10] Rund einen Monat nach der Deutschlandpremiere am 19. Februar 2013 im CineStar Sony Center in Berlin lief der Film am 21. März in den deutschen Kinos an. Nachdem der Film erst eine Altersfreigabe ab 18 zum Kinostart erhalten hatte, ging der deutsche Rechteinhaber Wild Bunch Germany dagegen vor und erwirkte nach einer weiteren Prüfung die Freigabe ab 16 Jahren, indem vor dem Abspann eine Texttafel hinzugefügt wurde, dass Candy und Brit geschnappt und vor ein Gericht gestellt wurden.

Synchronisation[Bearbeiten]

Die deutsche Synchronisation erfolgte durch die Berliner Firma Scalamedia mit Dialogbuch und -regie von Björn Schalla.[11]

Rolle Schauspieler Synchronsprecher
Alien James Franco Marcel Collé
Faith Selena Gomez Gabrielle Pietermann
Candy Vanessa Hudgens Julia Kaufmann
Brit Ashley Benson Nicole Hannak
Cotty Rachel Korine Esra Vural
Archie Gucci Mane Jan-David Rönfeldt
Archies Helfer Jeph Cangé Bastian Sierich
Richter John McClain Frank Ciazynski
Jugend-Pastor Jeff Jarrett Olaf Reichmann

Rezeption[Bearbeiten]

Kritiken[Bearbeiten]

„Natürlich kann man so ganz nie schlau werden aus Spring Breakers, und feine Ironie-Sensoren schlagen möglicherweise dort zu häufig aus, wo ein anderes Publikum sich ungefiltert wiederzufinden glauben wird. Ein gewisses Mainstream-Kalkül scheint sich da durchaus Bahn zu brechen, auch weil der Film bei all den wohlgeformten nackten Brüsten letztlich doch auch extrem prüde ist, wenn es etwa darum geht, unter die Gürtellinie zu blicken.“

critic.de[12]

„Spring Breakers hat die dringliche und unmittelbare Qualität eines intensiv erlebten (Alp-)Traums: wenn die Sinne roh und empfindlich sind und alle Eindrücke ungefiltert in archaische Hirnregionen funken, sich auflösen in einzelne Farben, Töne, Gefühle. Ganze Szenen werden geloopt, wiederholen sich, verschoben und verdichtet, als würde man direkt eintauchen in die Tiefenschichten des Teeniebopper-Unbewussten.“

Elena Meilicke, perlentaucher.de[13]

„SPRING BREAKERS ist kein Genrefilm. Der abgedrehte Streifen existiert in seiner eigenen Welt und wird das Kinopublikum spalten, wie kein anderer in diesem Kinojahr. Die Kombination aus Popkultur und unabhängigem Filmemachen ist eine überaus gelungene Mixtur, die eine selbstvergessene, bizarre Schönheit in der Dunkelheit der Filmidee findet. Höhepunkt sind hierbei die Hauptdarsteller und der elektrisierende Soundtrack!“

Josephine Drews, Kino7.de[14]

„Waren die Filme von Harmony Korine bislang eher sperrig, erweist sich Spring Breakers als sehr eingängiger Ästhetik-Rausch, der mit der passenden Musik, seinem 'Neon-Chic' und der doppelbödigen, brüchigen Erzählweise ein gutes Stück Zeitgeist transportiert. So ist der spielerische Low-Budget-Remix aus Thriller, Satire und halb ernster, halb überzeichneter Coming-of-Age-Dramatik ein wahrer Tummelplatz der Popkultur, an dem sich Hip Hop und Elektro, die Videospielgangster aus Grand Theft Auto, Britney Spears und Scarface die Klinke in die Hand geben: 'Just pretend it's a video game. Like you're in a fucking movie', lautet eine bezeichnende Aussage des Films, die gleichzeitig auch dessen Lesart vorgibt.“

Christian Horn, Filmrezension.de[15]

„Der Sex-und-Drogen-Partyfilm „Spring Breakers“ von Harmony Korine lässt unter dem rauhen Panzer seiner Bereitschaft zu entfesseltem Radau ein kompliziertes, krankes, heißes Herz schlagen, das von seltsamen Freiheiten träumt.“

Dietmar Dath, FAZ [16]

„Es gibt exzessive, ausgelassene, teilweise überdrehte Filme wie zum Beispiel „Spring Breakers“.“

John Waters [17]

Erfolg[Bearbeiten]

Bei Produktionskosten von 5 Millionen US-Dollar spielte der Film bis zum 30. März 2013 etwa 11,1 Millionen US-Dollar wieder ein.[18]

Am Startwochenende sahen den Film 45.064 Zuschauer in den deutschen Kinos. Er belegte damit den 15. Platz.

Geplante Fortsetzung[Bearbeiten]

Im Mai 2014 wurde unter dem Titel Spring Breakers: The Second Coming eine Fortsetzung angekündigt. An dieser wird aber weder Regisseur und Drehbuchautor Harmony Korine noch die fünf Hauptdarsteller des ersten Teils beteiligt sein. Die Fortsetzung wird keine größeren Zusammenhänge zum ersten Teil aufweisen, aber zeitlich nach diesem spielen. Das Drehbuch zur Fortsetzung soll Irvine Welsh verfassen.[19]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Freigabebescheinigung für Spring Breakers. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft, Juni 2013 (PDF; Videofassung).
  2. Freigabebescheinigung für Spring Breakers. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft, März 2013 (PDF; Kinofassung).
  3. Alterskennzeichnung für Spring Breakers. Jugendmedien­kommission.
  4. a b Spring Breakers. In: labiennale.org. Labiennale. Abgerufen am 31. August 2012.
  5. Emma Roberts, Selena Gomez & Vanessa Hudgens Star In Spring Break Flick. In: hollywire.com. Hollywire. 3. November 2011. Abgerufen am 31. August 2012.
  6. Rachel Korine (Yes, Harmony’s Wife) Joins ‚Spring Breakers‘. In: blogs.indiewire.com. Indiewire. 4. November 2011. Abgerufen am 30. August 2012.
  7. Emma Roberts Pulls Out of Harmony Korine’s Spring Breakers. In: movieweb.com. Movieweb. 12. Januar 2012. Abgerufen am 31. August.
  8. Jonathan Durbin: Girls Gone Wild. In: interviewmagazine.com. Interview Magazine. 7. Mai 2012. Abgerufen am 30. August 2012.
  9. Selena Gomez and Vanessa Hudgens make an arresting sight as they’re busted in bikinis Spring Breakers. In: dailymail.co.uk. Daily Mail UK. 30. Mai 2012. Abgerufen am 30. August 2012.
  10. Spring Breakers Gets An Early Release Date auf inquisitr.com, 14. Februar 2013 (englisch)
  11. Spring Breakers in der Deutschen Synchronkartei
  12. Rezension bei critic.de, abgerufen am 24. Januar 2013
  13. Unheilsatmosphäre Rezension bei perlentaucher.de, abgerufen am 20. März 2013
  14. Spring Breakers Kritik - Kino7.de (Memento vom 25. März 2013 im Internet Archive) Rezension bei Kino7.de
  15. Die Satansweiber vom Spring Break - Filmrezension.de Filmkritik bei Filmrezension.de, abgerufen am 10. November 2015
  16. Pippi Langstrumpf auf Crack. FAZ vom 21. März 2013, Seite 27
  17. „Hacker haben nie Sex“ Interview mit John Waters bei taz.de, abgerufen am 8. Februar 2014
  18. Spring Breakers. Box Office Mojo, 30. März 2013, abgerufen am 30. März 2013.
  19. Die Party geht weiter: Fortsetzung zu "Spring Breakers" angekündigt, abgerufen am 7. Mai 2014