TTC Zugbrücke Grenzau

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Logo des TTC Zugbrücke Grenzau

Der TTC Zugbrücke Grenzau ist ein deutscher Tischtennisverein aus dem Ort Höhr-Grenzhausen, der mit einer Männermannschaft in der Tischtennis-Bundesliga vertreten ist.

Mannschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Trainer: DeutschlandDeutschland Dirk Wagner

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahre 1952 gründete der damals 16-jährige Manfred Gstettner den Verein TTC Grenzau. 1982 gelang der Aufstieg in die 1. Herren-Bundesliga (Park Lee Hee, Heiner Lammers, Robert Horsch, Markus Fischer, Manfred Baum, Paul Schmücker). Seither konnte der TTC Zugbrücke Grenzau 13 Titel auf nationaler und internationaler Ebene erreichen. Bekannte Spieler waren neben den genannten Jürgen Rebel und Ulf Bengtsson.

Schon in der ersten Bundesliga-Saison 1982/83 belegte Grenzau den zweiten Platz beim ETTU Cup, nach wenigen Jahren konnte sich der Verein an der Spitze der Bundesliga etablieren. Nach einem dritten Platz in der zweiten Saison und einem fünften in der ersten Saison mit Playoffs 1984/85 erreichte Grenzau fast zwanzig Jahre hintereinander mindestens das Playoff-Halbfinale. 1986/87 gewann der Verein mit dem ersten Meistertitel, der deutschen Pokalmeisterschaft und dem Europapokal das Triple, der Europapokal konnte im Jahr darauf zum zweiten Mal gewonnen werden.

Nach „nur“ drei zweiten Plätzen in der Saison 1989/90 – deutsche Meisterschaft, deutscher Pokal, Europapokal – gab Karl Kamps 1990 das Amt des Cheftrainers auf. Sein Nachfolger wurde der Rumäne Emmerich Terebesi, Kamps wurde Manager[1]. 1990/91 folgte dann der zweite Meistertitel. 1992 wurde Terebesi von dem Serben Milan Stencel als Trainer abgelöst[2]. 1992/93 gelang ein weiterer Pokalsieg, 1993/94 der nächste Meistertitel. 1994 verließ Kamps den Verein und wurde Manager beim CFC Hertha 06 Berlin[3]. Im Dezember 1995 kehrte er wieder zurück und wurde schließlich 1997 von Andreas Holz abgelöst[4]. Später übernahm der Spieler Andrzej Grubba das Training. Er wurde nach seinem Weggang 2002 von Emmerich Terebesi abgelöst. Weitere Trainer waren Chen Zhibin, Michele Comparato (bis 2010) und Anton Stefko (seit 2010).

In der Bundesliga 2004/05 schaffte Grenzau zum ersten Mal seit 1985 keine Platzierung unter den besten vier Mannschaften und war auch in den Jahren danach nur unregelmäßig in den Playoffs vertreten. 2006/07 gelang noch einmal das Erreichen des ersten Tabellenplatzes und der Finaleinzug, dieses ging aber gegen den TTC Frickenhausen verloren. Die übrigen Playoff-Teilnahmen seit diesem Jahr endeten bereits im Halbfinale, so auch 2014/15, als Grenzau nach einer starken Saison den zweiten Platz der Abschlusstabelle belegte, dann aber gegen Fulda ausschied. Im Jahr darauf wurde der Club durch mehrere Verletzungen behindert und erreichte nur Platz 7. Die beiden Führungsspieler Andrej Gaćina und Masaki Yoshida verließen den Club nach dieser Saison und wurden durch Kou Lei und den bis dahin in der zweiten Liga spielenden Kohei Sambe ersetzt, während Dirk Wagner neuer Trainer wurde.

Saisondaten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Liga 0 Spielklasse 0 0 Saison 0 0 Platz (von) 0 00Spiele00 Punkte Anmerkungen
Bundesliga 1. Liga 1982/83 7 (10) 123:128 16:20
Bundesliga 1. Liga 1983/84 3 (10) 147:83 27:9
Bundesliga 1. Liga 1984/85 6 (10) 122:133 15:21 Playoff-Fünfter
Bundesliga 1. Liga 1985/86 2 (10) 151:83 28:8 Playoff-Dritter
Bundesliga 1. Liga 1986/87 2 (10) 154:68 31:5 Meister
Bundesliga 1. Liga 1987/88 4 (10) 137:83 25:11 Playoff-Halbfinalist
Bundesliga 1. Liga 1988/89 1 (10) 152:67 31:5 Playoff-Finalist
Bundesliga 1. Liga 1989/90 1 (10) 158:51 34:2 Playoff-Finalist
Bundesliga 1. Liga 1990/91 2 (10) 98:49 26:10 Meister
Bundesliga 1. Liga 1991/92 3 (10) 91:64 24:12 Playoff-Halbfinalist
Bundesliga 1. Liga 1992/93 1 (10) 105:48 33:3 Playoff-Halbfinalist
Bundesliga 1. Liga 1993/94 1 (10) 102:49 31:5 Meister
Bundesliga 1. Liga 1994/95 1 (12) 126:72 38:6 Playoff-Finalist
Bundesliga 1. Liga 1995/96 3 (12) 117:69 33:11 Playoff-Halbfinalist
Bundesliga 1. Liga 1996/97 3 (12) 115:66 33:11 Playoff-Finalist
Bundesliga 1. Liga 1997/98 2 (10) 100:57 30:6 Playoff-Zweiter
Bundesliga 1. Liga 1998/99 1 (9) 92:39 28:4 Meister
Bundesliga 1. Liga 1999/00 2 (10) 94:51 27:9 Playoff-Finalist
Bundesliga 1. Liga 2000/01 1 (10) 107:28 35:1 Meister
Bundesliga 1. Liga 2001/02 1 (10) 103:34 33:3 Meister
Bundesliga 1. Liga 2002/03 1 (10) 96:50 30:6 Playoff-Finalist
Bundesliga 1. Liga 2003/04 1 (9) 90:45 27:5 Playoff-Finalist
Bundesliga 1. Liga 2004/05 7 (9) 58:69 11:21
Bundesliga 1. Liga 2005/06 3 (10) 89:69 24:12 Playoff-Halbfinalist
Bundesliga 1. Liga 2006/07 1 (10) 101:67 29:7 Playoff-Finalist
Bundesliga 1. Liga 2007/08 5 (10) 81:76 21:15
Bundesliga 1. Liga 2008/09 6 (9) 28:31 14:18
Bundesliga 1. Liga 2009/10 4 (10) 39:36 18:18 Playoff-Halbfinalist
Bundesliga 1. Liga 2010/11 4 (10) 42:32 24:12 Playoff-Halbfinalist
Bundesliga 1. Liga 2011/12 7 (10) 25:45 14:22
Bundesliga 1. Liga 2012/13 6 (8) 22:32 10:18
Bundesliga 1. Liga 2013/14 6 (10) 39:38 18:18
Bundesliga 1. Liga 2014/15 2 (10) 47:31 26:10 Playoff-Halbfinalist
Bundesliga 1. Liga 2015/16 7 (10) 35:39 14:22

Namensgebung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Manfred Gstettner ist auch Besitzer des Wellnesshotels „Zugbrücke“. Dies erlaubt es ihm, als Sponsor für den Verein aufzutreten. 1975 eröffnete er noch eine Tischtennisschule, in der die Spitzenspieler seines Vereins unterrichten.[5] 2009 zog er sich aus dem Management des Vereins zurück.[6]

Titel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Deutscher Mannschaftsmeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Deutscher Pokalsieger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1986/1987: Andrzej Grubba, Georg Böhm, Engelbert Hüging
  • 1992/1993[7]: Andrzej Grubba, Georg Böhm, Richard Prause
  • 1996/97: Zwar gewann Grenzau im Dezember 1996 das Endspiel gegen Borussia Düsseldorf mit 4:3, der Sieg wurde aber nachträglich vom Ligasekretär aberkannt. Zu diesem Zeitpunkt war umstritten, wie das Bosman-Urteil in der laufenden Saison umgesetzt werden kann. Grenzau setzte im Endspiel mit Andrzej Grubba (Polen) und Wang Tao (China) zwei Spieler aus Ländern ein, die nicht zur EU gehörten; allerdings zählte Polen zu einem EU-assoziierten Land. Dies wurde vom Ligaausschuss als regelwidrig bewertet. [8] Das DTTB-Bundesgericht sowie das Landgericht Frankfurt bestätigten diese Auffassung.[9]
  • 2000/2001: Chen Zhibin, Ma Wenge, Petr Korbel, Lucjan Błaszczyk, Steffen Fetzner; Trainer: Andrzej Grubba
  • 2005/2006: Cheung Yuk, Lucjan Błaszczyk, Tomasz Pavelka

Europapokal der Landesmeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1986/87: Andrzej Grubba, Georg Böhm, Josef Böhm; Endspiel gegen ATSV Saarbrücken
  • 1987/88: Shi Zhihao, Georg Böhm, Engelbert Hüging[10]; Endspiel gegen Spartacus Budapest

Champions League[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1999/2000 (Qualifikation): Chen Zhibin, Petr Korbel, Lucjan Błaszczyk, Steffen Fetzner

ETTU-Nancy-Evans Cup[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1997/98:[11] Andrzej Grubba, Petr Korbel, Steffen Fetzner, Lucjan Błaszczyk

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Rahul Nelson: Böhm'isches Dorf oder: Grenzaus Weg zur Weltspitze, Zeitschrift DTS, 1988/9 S.32-34

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Referenzen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Zeitschrift DTS, 1990/9 S.8
  2. Zeitschrift DTS, 1992/6 S.14
  3. Zeitschrift DTS, 1994/6 S.38
  4. Zeitschrift DTS, 1995/10 S.26 + DTS 1997/9 S.14
  5. Zeitschrift DTS, 1985/10 S.42
  6. Zeitschrift tischtennis, 2009/8 S.7
  7. 4:2-Sieg über Spvg Steinhagen. Ausführlicher Bericht vom Finale - Zeitschrift DTS, 1993/1 S.4-6
  8. Zeitschrift DTS, 1997/1 S.4-7 + S.11; 1997/2 S.4-10
  9. Zeitschrift DTS, 1997/3 S.38-39 + 1997/12 S.17 + 1998/2 S.25
  10. Zeitschrift DTS, 1988/5 S.31
  11. Spielbericht in Zeitschrift DTS, 1998/6 S.12-13