tape.tv

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tape.tv
Logo von tape.tv
www.tape.tv
Beschreibung Online-Musikfernsehsender
Sprachen Deutsch

(Stand: 12. Januar 2016)

Eigentümer tape.tv AG
Erschienen Juli 2008

tape.tv ist ein Musik-Internetsender mit Sitz in Berlin. Zuschauer können das laufende Musikvideo-Programm rund um die Uhr sehen und interaktiv beeinflussen. Nach eigenen Angaben verfügt der Anbieter zurzeit über rund 45.000 Musikvideos und hat 3,9 Mio. Unique User mit einer durchschnittlichen Verweildauer von 25 Minuten. tape.tv finanziert sich über Kooperationen und eine neue Form der Bewegtbildwerbung, die das Unternehmen als „Entertainment Advertising“ bezeichnet. Geschäftsführer ist Conrad Fritzsch. Gegründet wurde tape.tv im Juli 2008.

Programm[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei tape.tv handelt es sich um Internet-Musikfernsehen, das vom Nutzer auf persönliche Vorlieben personalisiert werden kann.

Wie bei einem traditionellen Fernsehsender haben Zuschauer die Möglichkeit das laufende Programm einzuschalten und passiv zu nutzen. Das redaktionell betreute Musikprogramm kann auch über verschiedene Funktionen angepasst werden; Benutzer können beispielsweise zwischen verschiedenen musikalischen Stilrichtungen (Genres) wie Alternative, Hip-Hop, Popmusik, Rockmusik, Indie, Electro, Soul, Rhythm and Blues oder Metal wählen. Wählt der Zuschauer ein Genre, laufen ausschließlich Videos, die diesem Genre zugeteilt sind. Musikvideos die Nutzer bevorzugen oder abwählen, werden gemerkt und künftig im personalisierten Programm berücksichtigt.

Aus etwa 45.000[1] Musikvideos kann auch mittels Suchfunktion gewählt werden; diese können einzeln oder als individuell zusammengestelltes Mixtape online verschickt sowie auf Social Media-Plattformen wie Facebook oder Twitter gepostet werden.

tape.tv hat Zugriff auf Originalvideos der vier Plattenfirmen Universal Music, Sony Music, EMI und Warner Music sowie auf Inhalte verschiedener Independent-Label und deren Vertriebe: Finetunes, Kontor New Media, Rough Trade und Zebralution.[2]

Formate[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ab Sommer 2010 produzierte tape.tv eigene Formate, die auf der Webseite ausgestrahlt wurden. Im Juli 2010 startete die Live-Akustik Reihe Auf den Dächern. Künstler wie Incubus, Patrice, Plan B, Marteria, Aloe Blacc, Madsen und Marit Larsen wurden bei „Dachkonzerten“ in Berlin, Hamburg und Wien aufgenommen.[3]

Im Mai 2011 startete tape.tv die jeweils 45 Minuten umfassende Live-Musik-Show on tape in Zusammenarbeit mit ZDFkultur. Live-Bilder von Zuschauern wurden über deren Webcam live in das Aufnahmestudio übertragen und Zuschauer konnten das Programm mittels Facebook kommentieren. Auftaktgast der Sendereihe war am 12. Mai 2011 der Bielefelder Rapper Casper.[4]

Seit Ende Mai 2011 überträgt tape.tv Live-Konzerte im Rahmen des Formats tape live. Am 27. Mai 2011 startete das Format mit der Ausstrahlung eines Konzerts von Goose,[5] im August folgte eine Aufzeichnung des Rappers Marteria.[6]

Videopremieren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf tape.tv werden deutschlandweite Videopremieren von bekannten Künstlern ausgestrahlt. Seit Anfang 2009 zeigte tape.tv Musikvideo-Premieren von Künstlern wie Rihanna, Red Hot Chili Peppers, Farin Urlaub, Tocotronic, Depeche Mode, Lady Gaga, Placebo, 2raumwohnung und Prinz Pi.

Blog[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben Musikvideos betreut die Redaktion auch den tape.tv Blog. Auf dem Weblog werden schriftliche Beiträge zu aktuellen Clips, Videopremieren sowie weitere redaktionelle Features veröffentlicht.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Juli 2008 startete tape.tv unter der gleichnamigen Internetadresse. Gegründet wurde die tape.tv GmbH, die mittlerweile als tape.tv AG firmiert, durch Conrad Fritzsch und Stephanie Renner, die auch gleichzeitig Geschäftsführer des Unternehmens sind.[7] Am 17. Dezember 2009 startete der Beta-Test einer weiterentwickelten Version von tape.tv, die nach einer vierwöchigen Testphase am 19. Januar 2010 in Betrieb genommen wurde.

Ende 2011 bezog das Startup die Räume der ehemaligen australische Vertretung in der DDR in der Grabbeallee in Berlin-Pankow; zu diesem Zeitpunkt hatte das Unternehmen 85 Mitarbeiter.

Im Jahr 2013 wurde Jan Emich, ehemals DailyDeal, ein weiterer Geschäftsführer. Im selben Jahr kam es zur Übernahme der inzwischen eingestellten Meinungsplattform Amen der Gründer Felix Petersen und Florian Weber durch tape.tv. Im Rahmen notwendiger Rationalisierungsmaßnahmen, als Folge stark rückläufige Benutzerzahlen, mussten Anfang 2014 neue Räumlichkeiten bezogen und die Belegschaft um die Hälfte reduziert werden; auch Jan Emich verließ das Unternehmen. Im Oktober 2014 kam es erneut zu einem Stellenabbau und auch die Amen-Gründer verließen das Unternehmen. Derzeit beschäftigt das Startup eine Kernmannschaft von 20 Mitarbeitern.[8]

Im Jahr 2011 verzeichnete die IVW 11,1 Millionen Besucher auf der Webseite von tape.tv. Seit dem sind die Nutzerzahlen deutlich gefallen: 8,9 Millionen im Jahr 2012, 3,9 Millionen im Jahr 2013 und lediglich 2,2 Millionen bis einschließlich September 2014 (ohne Mobilanwender).

Geschäftsmodell[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Programm ist für Benutzer kostenfrei. Das Geschäftsmodell von tape.tv besteht aus den Bausteinen Werbung[9] sowie Kooperationen.[10]

Werbung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wie traditionelle private Fernsehsender finanziert sich tape.tv über Werbung.[11] tape.tv hat mit dem 360°MotionAd eine neuartige Werbeform entwickelt und wurde hierfür bereits mehrmals ausgezeichnet. Das 360°MotionAd ist Werbung in Form einer dynamischen Flashanimation, die einen Bereich von 360° um ein Musikvideo herum bedeckt und das laufende Programm nicht unterbricht. Nach jedem Video wird außerdem ein kurzer Clip ausgestrahlt.

Im Gegensatz zur Markteinführung bei der vergleichsweise wenig Werbung eingeblendet wurde, also etwa nach jedem dritten bis viertem Lied ein Werbeclip lief, hatte sich die Werbedichte im November 2012 auf einen Werbespot von etwa 30 Sekunden nach jedem Musikvideo erhöht.

Kooperationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

tape.tv kooperiert mit verschiedenen Partnern im On- und Offlinebereich. Zu diesen Partnern zählen oder zählten unter anderem die Internet-Plattformen von BILD, Yahoo!, Spiegel Online, die Öffentlich-Rechtlichen Fernsehsender ZDFkultur und 3sat,[12] Spex und Radio Fritz.[10] Zudem bestehen oder bestanden Plattform-Partnerschaften mit Facebook, Last.fm, Spotify und vavideo.

Technologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

tape.tv wird direkt über Webbrowser gestreamt. Zum Empfang müssen Nutzer über einen Breitband-Internetzugang sowie aktuelle Versionen von Webbrowsern sowie Flash verfügen.[13]

Awards[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2009

  • Webby Awards:
„Honoree Music“ tape.tv unter den 10 besten Musikseiten im Internet.
Gewinner Kategorie „Honorees Interactive Advertising“ für das 360°MotionAd[14]
  • Deutscher Multimedia Award (DMMA) für das 360°MotionAd.[15]

2010

  • LEAD Award: Auszeichnung in der Kategorie „WebTV des Jahres“

2011

  • Gründerszene: Startup des Jahrzehnts in der Kategorie „Newcomer“

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Unternehmensprofil tape.tv
  2. Sören Kittel: Harte Konkurrenz für MTV und Viva. In: Die Welt, 19. Oktober 2009
  3. Ivana Dragila: Musikalischer Höhenflug mit Tape.tv. musikmarkt.de, 30. Juli 2010
  4. R. Wellinger: tape.tv startet neue Live-Show „on tape“. musikmarkt.de, 2011.
  5. tape live | goose. blog.tape.tv, 2011.
  6. Tape Live: Marteria. Herr Merkt (2011).
  7. D. Butz: Wider MTV und Co. Blogpiloten.de, 2009.
  8. http://www.gruenderszene.de/allgemein/tape-tv-20-mitarbeiter-neustart
  9. Höhenflug: Web-Musiksender tape.tv wächst rasant. deutsche-startups.de (2008).
  10. a b StudiVZ macht Musik-TV. W&V-Online, 2009.
  11. SIW GQ-Magazin.com 2008. Web-VJ.
  12. Interaktives Sendeformat on-tape schließt die Lücke zwischen Artist und Zuschauer. tape.tv
  13. Facts. tape.tv (2008).
  14. Roter Teppich! Auszeichnung für tape.tv. AOL Advertising News, 2009.
  15. tape.tv gewinnt Deutschen Multimedia Award. berlin.business-on.de, 2009.