ZDFkultur

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ZDFkultur
Senderlogo
Logo
Allgemeine Informationen
Empfang: DVB-C, DVB-S, DVB-S2, IPTV
Sitz: Mainz, Deutschland
Sendeanstalt: ZDF
Auflösung: 576i (SDTV)
720p (HDTV) (ZDF.kultur HD)
Sendebeginn: 7. Mai 2011 um 6:30 Uhr
Rechtsform: Öffentlich-rechtlich
Programmtyp: Spartenprogramm (Darstellende Künste und Musik)
Marktanteil: 0,4 % (2015)[1]
Website: zdfkultur.de
Liste von Fernsehsendern
Logo des HD-Simulcasts seit 30. April 2012

ZDFkultur (Eigenschreibweise zdf.kultur) ist ein Fernsehkanal des ZDF und Teil des digitalen Fernsehprogramm-Angebots ZDFvision.

ZDFkultur ersetzte am 7. Mai 2011 den ZDFtheaterkanal und sendet ganztägig ein Programm, das sich an die Zielgruppe der 20- bis 40-Jährigen richtet.[2] Im Sommer 2008 wurden die Pläne für die Umwandlung des Theaterkanals in den Kulturkanal vorgestellt.[3][4]

Am 22. Februar 2013 wurde bekannt, dass ZDF-Intendant Thomas Bellut zdf.kultur, zumindest „in seiner derzeitigen Form“, einstellen will. Bis zur Einstellung sollen so schnell wie möglich nur noch Wiederholungen ausgestrahlt werden.[5][6][7][8]

Am 8. März 2013 stimmte der Fernsehrat des Senders dem Vorschlag von Intendant Thomas Bellut zu.[9]

Am 17. Oktober 2014 wurde auf der Ministerpräsidentenkonferenz in Potsdam beschlossen, dass der Sender, ebenso wie EinsPlus eingestellt werden soll. Stattdessen soll es im Internet ein neues "Junges Angebot" von ARD und ZDF geben.[10][11]

Während im letzten Rundfunkstaatsvertrag vom 1. April 2015 noch keine Einstellung des Senders, dafür aber seine ordnungsgemäße Weiterfinanzierung erwähnt wird, haben die Länderchefs in der ersten Dezemberwoche 2015 nun den aktuell gültigen Rundfunkstaatsvertrag unterzeichnet, der dem "jungen Angebot" nun mehr Spielraum im Onlinebereich eröffnet.[12] Hierdurch kann die Abschaltung von zdf.kultur eigentlich nicht vor Ablauf eines weiteren Jahres, also erst im Januar 2017 stattfinden.[13] Start des öffentlich-rechtlichen Online-Angebots soll aber bereits Anfang Oktober 2016 sein, was einen kurzzeitigen Parallelbetrieb nicht ausschließen würde. Die Finanzierung des ARD- und ZDF-Gemeinschaftsprojektes erfolgt im Übrigen zu zwei Dritteln durch die ARD und lediglich ein Drittel trägt das ZDF.[14]

Programm[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Programm sollten zum Sendestart die Themenbereiche Musik, Darstellende Künste, Filmkultur, Netzkultur und Gaming abgedeckt werden.[15] Kernstück ist eine dreimal täglich ausgestrahlte sechsstündige Programmschiene.[16]

Ebenso wurden einige Programmpunkte des ZDFtheaterkanals übernommen, wie beispielsweise: die BBC-Popshow Later with Jools Holland, auch das Musikmagazin on Tape und die Talkshow TV Noir. Dazu kamen eigenproduzierte Konzertreihen wie Berlin live, London live sowie die Unplugged-Reihe zdf@bauhaus. Ab 20 Uhr prägten das Popkulturformat Der Marker das Senderimage mit wechselnden Moderatoren, unter anderem mit Rainer Maria Jilg und Nina Sonnenberg.[17]

Ab 18. Juni 2011 zeigte der Sender in einer Kooperation die Festivals von Hurricane, Glastonbury, Roskilde und Wacken live.[18] Ebenfalls liefen die aktuellen Staffeln der Konspirativen Küchenkonzerte ab August 2011 freitags um 22 Uhr.

2012 strahlte der Sender die erste Staffel der Religionssatire Götter wie wir aus, was für vergleichsweise hohe Einschaltquoten sorgte.[19]

Tagsüber werden bis heute noch unter dem Motto KULT ältere Sendungen und Serien aus dem ZDF-Archiv wiederholt, wie beispielsweise Dalli Dalli, ZDF Hitparade, disco, Starparade oder eben Der Bastian, Forsthaus Falkenau, Hotel Paradies, Unser Lehrer Doktor Specht, Lukas usw. und das Abendprogramm am Montag bietet aktuell auch noch ausreichend Platz für Show-Produktionen mit längerer Spielzeit, wie [Melodien für Millionen], [Musik liegt in der Luft] oder Personalityshows einzelner Interpreten.

Retro-Präsentationsrahmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Entscheidung, einen Retro-Präsentationsrahmen als künstliche Bildmaskierung auszusenden, „der an einen Fernseher aus den 70er und 80er Jahren“ erinnern solle, sorgte für derbe Kritik verärgerter Zuschauer in Onlineforen sowie Social Media Plattformen, per Petitionen und Beschwerdebriefen vor allem von der Überzahl Besitzern von Breitbildfernseher auf dem der gewünschte Effekt sich nicht wirklich einstellte. Ein Sprecher des ZDF rechtfertigte ihn anfangs als "Teil eines Gesamtdesignkonzepts" damit, den „Zuschauerinnen und Zuschauern die Betrachtungswirklichkeit damaliger TV-Geräte simulieren zu wollen, die neben der röhrenbedingten Wölbung noch eine verhältnismäßig große Bildmaskierung an den Rändern (Safe Action Area) hatten“.[20] Zum 1. Januar 2014 wurde der Rahmen nach fast 3 Jahren nicht abklingender Beschwerden ohne offizielle Begründung wieder abgeschafft.[21]

Empfang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

ZDFkultur ist 24 Stunden lang über Satellit, Kabel im ZDFvision-Paket empfangbar. Zudem wird es über IPTV und Streamingdiensten wie Zattoo verbreitet.

ZDFkultur HD[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit dem 30. April 2012 wird ZDFkultur in HD-720p ausgestrahlt.[22] Das Programm wurde anfangs lediglich von 576i hochskaliert, da ZDFkultur damals keine HD-fähige Sendeabwicklung besaß. Seit Mitte Mai wird das Programm in nativer HD-Qualität gesendet.

Fehlerhafte Sendeabwicklung

Am 18. Mai 2015 hat das ZDF für die Sender 3sat, ZDF, ZDFinfo, ZDFneo und ZDFkultur die Sendeinfrastruktur umgebaut und neue Technik in Betrieb genommen, die eine hochauflösende Abwicklung der Digitalkanäle mit Dolby Surround, Audiodeskription und DVB-Untertitel[23] ermöglicht. Seitdem ist aber ein Bildfehler im Signal vorhanden, der bei aufgezeichnetem HD-Material wie aktuellen Sendungen, Shows, Serien, Programmtrailern aber auch Werbeblöcken auftritt. Am oberen Bildrand ist eine Zeile sichtbar (wenn Overscan ausgeschaltet), die flackert und auch die restlichen horizontalen Pixel sind jeweils weichgezeichnet. Es handelt sich dabei nicht um einen Fehler, der im Fernsehgerät des Zuschauers generiert wird, sondern das verschlechterte Bild ist schon im gesendetem Videostream vorhanden. Live-Sendungen sind nicht betroffen und werden intern sauber in das 720p-Format konvertiert.[24] Die Produktionstechnik begründet den Fehler mit der Einführung veränderter Workflows und der Umstellung der Sendestraßen. Inzwischen arbeite man gemeinsam mit den entsprechenden Herstellern an Lösungen.[25]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatZuschaueranteile. KEK-online.de, 2015, abgerufen am 18. März 2016.
  2. ZDF.Kultur: Das Zweite will jünger werden. meedia.de, 4. Mai 2011, abgerufen am 20. August 2013.
  3. Michael Hanfeld: ZDF plant Kulturkanal: Darf's etwas mehr sein? Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10. Juni 2008, abgerufen am 15. Oktober 2010.
  4. ZDF will sein Senderrepertoire aufstocken. kress.de, 2. September 2008, abgerufen am 15. Oktober 2010.
  5. http://www.unternehmen.zdf.de/index.php?id=61&artid=516&backpid=95&cHash=4b192a877fa6ee7a17d7edfff70aaca1
  6. DWDL.de: So schnell wie möglich: Bellut will ZDFkultur einstellen
  7. kress.de: Intendant Bellut will ZDFkultur abschaffen
  8. digitalfernsehen.de: Sparmaßnahmen: ZDF-Intendant Bellut will ZDFkultur einstellen
  9. Homepage ZDF-Fernsehrat Presse und Publikationen Pressemitteilungen zum Unternehmen 2013 vom 8. März 2013 Perspektive der ZDF-Programmfamilie, abgerufen am 9. März 2013
  10. Alexander Krei: EinsPlus muss neuem Online-Jugendkanal weichen, DWDL.de vom 17. Oktober 2014
  11. DWDL.de: Endlich jung: Viele Chancen und ein neuer Zombie?
  12. digitalfernsehen.de: Jugendkanal von ARD und ZDF-Vorbereitungen laufen an
  13. Mantel, Uwe (2015). Ministerpräsidenten: Junges Angebot kann kommen, DWDL.de, 9. Oktober 2015
  14. digitalfernsehen.de: Jugendkanal von ARD und ZDF-Vorbereitungen laufen an
  15. Alexander Krei: Popkultur und Spiel: ZDFkultur startet 2011. DWDL.de, 15. Oktober 2010, abgerufen am 15. Oktober 2010.
  16. Programmschema von zdf.kultur vom 23. März 2011 auf DWDL.de
  17. TV Today, Heft 8/11, S. 17
  18. TV Today, Heft 8/11, S. 17
  19. «Götter wie wir» mit göttlichen Quoten Quotenmeter.de, abgerufen am 6. November 2012
  20. ZDFkultur: Ein grüner Rahmen verärgert Zuschauer DWDL.de vom 11. Mai 2011
  21. http://wunschliste.de/tvnews/m/zdfkultur-schafft-2014-den-retro-rahmen-ab
  22. Astra-Transponderdaten für neue ZDF HD-Sender ab 30. April 2012 stehen fest auf infosat.de vom 6. Dezember 2011 abgerufen am 24. Januar 2013
  23. ZDF setzt auch bei Digitalkanälen auf Untertitel - DWDL.de. Abgerufen am 23. April 2016.
  24. Screenshot-Vergleich des ZDF-Signals bei einer Live-Sendung und einer aufzeichneten Sendung mit derselben Szene. Abgerufen am 23. April 2016.
  25. ZDF-Statement zum Bildfehler in Form einer Zuschauermail. Abgerufen am 23. April 2016.